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Freimaurer Gemein: "Freimaurer eigennützig"

Dieses Thema im Forum "Freimaurer, Illuminaten und andere Geheimbünde" wurde erstellt von Ein wilder Jäger, 3. August 2017.

  1. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Eine Loge aus Nordrhein-Westfalen ist bei dem Versuch gescheitert, dem Bundesfinanzhof zu erklären, daß es auch der Allgemeinheit nützt, wenn man die eigene rauhe Gestalt zu einem vorbildlichen Quader für den Bau einer menschlicheren Gesellschaft behaut. Vielmehr scheint der BFH nun davon auszugehen, daß dies ausschließlich im Eigeninteresse des jeweiligen Bruders liegt, damit sei Gemeinnützigkeit aber nur gegeben, wenn die Loge Steinen aller Art, also Graniten, Sand- und Kalksteinen, Marmor, Rubinen und Bernstein offenstünde. Auf die Argumentation, Bernstein diene mehr der Innenausstattung des Tempels als seinem Bau und es gebe eigene Logen für Bernsteine, ging das Gericht nicht ein. Entweder die Brüder nehmen auch Schwestern auf, oder sie zahlen Körperschaftssteuer, und zwar € 201.-.
     
  2. Popocatepetl

    Popocatepetl Großer Auserwählter

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    first world problems...
     
    Zerch gefällt das.
  3. Lupo

    Lupo Groß-Pontifex

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    So kommt's, wenn man versucht, mit dem idealistischen Wesen der Freimaurerei ganz profan Steuern sparen will. Kann nur in die Hosen gehen,  


    Die Idee, derart gestört zu sein, dass es schon gemeinnützige Dimensionen hat, sich über sich selbst und sein Leben Gedanken zu machen, dürfte wohl kaum zum Selbstverständnis des freien Mannes von gutem Ruf passen. Insofern wundert mich das Ansinnen dieser Loge. Aber auch das Gerichtsurteil ist recht erstaunlich. Ich könnte nämlich auch dann keine Gemeinnützigkeit erkennen, wenn wir Frauen aufnehmen würden. Oder sind Frauen so gestört, dass ...? 

    Eine Loge ist primär kein Wirtschaftsbetrieb. Der Verein wird in der Regel nur gebraucht, um das Logenanwesen zu erhalten und zu verwalten. Hier allerdings kann eine Menge Geld erforderlich sein, wenn man sich die teilweise alterwürdigen Gemäuer anschaut. Und hier ist fraglos auch sehr hilfreich, wenn man als Loge Einnahmen, etwa durch Vermietung hat. Nur würde ich dann in der Vereinssatzung als Zweck den Erhalt des denkmalgeschützen Gebäudes festschreiben. (Und hierzu könnten ohne weiteres auch Frauen in den Verein aufgenommen werden). 

    Und wenn ich auch so etwas nicht in Anspruch nehmen kann und trotzdem steuerpflichtige Einnahmenüberschüsse habe, dann ist es nur recht und billig für freie Männer von gutem Ruf, hierfür auch die anfallenden Steuern zu zahlen.
     
  4. Nachbar

    Nachbar Noachite

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    Mich verwundert das Ansinnen der Loge ebenfalls. Allein schon, weil man einen aus der Freimaurerei resultierenden Anspruch auf Gemeinnützigkeit auf einer so abstrakten Ebene diskutieren müsste, daß man sich dafür nun wirklich ein anderes Gegenüber wünscht als den Bundesfinanzhof...
    Die in Jägers Link genannte Passage "Es gebe für den Ausschluss von Frauen keinen sachlichen Grund." macht das Problem ja schon deutlich.

    Gleichzeitig ist mir unverständlich, warum ein nur bestimmten Menschen offen stehender Verein (Männer, Frauen, Millardäre, Alkoholiker...) allein schon aus dem Grund nicht gemeinnützig sein können soll.
     
  5. almende

    almende Ritter vom Schwert

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    Es wurde doch hier damals explizit darauf hingewiesen / fast schon beleidigt /
    das Freimaurerei nix aber auch gar nicht´s mit Gemeinnützigkeit und ggf. einer
    Leistung gegen über einer Gesellschaft zu tuen hat.
    Sondern einzig dazu dient dem einzelnen "Bruder" einen Ort zu geben, an dem er
    an sich freimaurerisch arbeiten kann.
    Das hat nix mit Wohltätigkeit oder sonst was zu tuen.

    Ein Jammern auf hohem Niveau - die sollten sich lieber eine Americas Cup Jacht kaufen
    oder zur ISS fliegen.
     
  6. Nachbar

    Nachbar Noachite

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    Wer soll denn - fast schon beleidigt - solch einen Unfug behauptet haben?
    Eine leitende Idee der Freimaurerei ist seit jeher ein besseres Ganzes durch den besseren Einzelnen. Insofern zielt das Konzept der Freimaurerei auch auf die Gesellschaft. Bloß lässt es sich eben nicht in Zahlen oder Essenrationen messen, so daß solch eine Idee in einer Kultur, in der in harten Fakten gerechnet wird, problemlos belächelt werden darf. In manchen Fällen wohl auch zu recht.
    Die Form der Gemeinnützigkeit die jedermann sofort kapiert, wird von Hilfsorganisationen und Vereinen wie dem Rotary-Club geleistet.

    Nichtsdestotrotz ist beinahe jede Loge in irgendeiner Weise auch ganz direkt gemeinnützig tätig, wenngleich in deutlich kleinerem Maßstab als die oben genannten. Meine Loge bspw. trägt, zusammen mit vier anderen, ein Alten- und Pflegeheim und eine Kinderstiftung. Ersteres übrigens schon seit weit über 200 Jahren.* Aber wie gesagt, das ist nicht der primäre Zweck.

    * Da hinein haben unzählige Brüder viel Zeit, Arbeit und auch Geld investiert, und tun es heute noch. Das gehört nicht lauthals gepriesen, aber auch nicht unter den Tisch gekehrt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. August 2017
  7. Popocatepetl

    Popocatepetl Großer Auserwählter

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    dann sollten 201 euronen kein problem sein, oder ?
     
  8. Nachbar

    Nachbar Noachite

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    Natürlich nicht, das schrieb auch Lupo bereits. Warum fragst Du erneut?
     
  9. Kadosch

    Kadosch Geheimer Meister

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  10. Kadosch

    Kadosch Geheimer Meister

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    Es geht im Grunde auch nicht um irgend eine Summe, seien es 201 oder 200.000 Euronen.
    Ich wundere mich schon, dass einer Loge die Gemeinnützigkeit verweigert wird, weil es eine erklärte selbst gestellte der Freimaurerei ist, W O H L T Ä T I G zu sein.
    Freimaurer werden regelmäßig mit den Worten: Nun geht in die Welt uind seid Freimaurer...............kehret der Not nie den Rücken.......................... .
    Ich kenne kaum eine Loge, die diese Aufgabe nicht wahrzunehmen versucht hat.
    Manche andere "gemeinnützige Vereine" leisten , soweit ich das beobachten konnte, nicht mehr als manche Loge.

    Mir ist es auch schon passiert, dass der Schatzmeister, der soeben stolz verkündet hatte, dass ein 4stelliger Zinsertrag vorliegt, und sehr verschnupft darüber war, als ich die Frage stellte, was wir denn mit der ganzen Kohle machen sollen?

    Ich denke die Begründung des Gerichtes - weil keine Frauen aufgenommen werden, - ist erheblich bemerkenswerter.

    Obwohl ich innerhalb der FM akzeptiere, wenn Männer und Frauen "unter sich" bleiben wollen, wäre es klüger sich formal nach außen zu öffnen und Frauen, resp. Männer, zuzulassen.

    Da ohnedies bei jedem einzelnen Kandidaten individuell entschieden wird, könnten die "Hardliner" über diesen Weg Frauen, resp. Männer, in ihren Logen verhindern.
    Bei den immer mehr werdenden "gemischten Logen", wäre das sowieso kein Thema, es wundert, dass von denen noch keine Loge die Gemeinnützigkeit beantragt hat - vermutlich sind sie noch finanziell zu schwach.

    Die anderen merken jetzt vielleicht, dass ihre Ablehnung des jeweils anderen Geschlechtes obsolet ist.
     
  11. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Eine recht gemeine Heuchelei, über die sich die Gerichte kaputtlachen würden. Wie freimaurerisch es wäre, steht dahin.
     
  12. Nachbar

    Nachbar Noachite

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    Ja, man kann natürlich die Tatsache, daß Menschen effektiver an sich selbst arbeiten, wenn sie sich nebenbei nicht auch noch permanent um eine gelungene Außenwirkung auf das andere Geschlecht bemühen, einfach über Bord werfen. Wir leben schliesslich in einer Zeit der kopflosen Entscheidungen für einen situativen Nutzen, da fällt sowas auch nicht mehr weiter auf.

    Gleichzeitig liegt Jäger mit seinem Einwand derart richtig, daß es Dir unangenehm sein müsste.
     
  13. Kadosch

    Kadosch Geheimer Meister

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    Lieber "Jäger", bisher gab es für dieses seit Jahrhunderten praktizierte Aufnahmeverfahren noch kein Gericht, das sich "kaputtgelacht" hätte. Im Übrigen bleibt es jedem Club, jedem Verein überlassen, ob und welche Menschen sie in ihre Gemeinschaft(en) aufnehmen.
    Freimaurerisch kann ja wohl nicht heißen, dass jeder aufgenommen werden M U S S - es gibt außer der Frage, welches Geschlecht ein "Suchender" hat, tausend andere Gründe um ihn/sie nicht in der Gemeinschaft haben zu wollen.
    Logen sind keine Auffangbecken für Esoteriker, religiöse Eiferer, Religionsgegner, auch keine Selbsthilfegruppe, sondern eine Gemeinschaft von "unterschiedlichen Persönlichkeiten" und die haben wohl das Recht zu bestimmen, wen sie aufnehmen und wen nicht.
    Und was das Verhalten von Logenmitgliedern und die angebliche Veränderung der "Außenwirkung" betrifft, kann ich aus jahrelanger Erfahrung in maskulinen Logen berichten, dass es dort genau so zugeht wie in jedem anderen Verein.
    Da gibt es die Stillen, die Wortführer, die Fleißigen, die Faulen und die Selbstdarsteller - oder was immer ihr erleben wollt.

    Bei den Frauen geht es vergleichbar zu - nur sind da die Streitereien subtiler.

    Auch die gemischten Logen machen darin keine Ausnahme.
    Als Richter beim "Ehrengericht" kann ich (leider) nur bestätigen, dass so wie die derzeitige Gesellschaft, auch die Freimaurerei "gestrickt ist".

    Ich plädiere nicht dafür, dass alle gleich gemacht werden sollen. Die Damen und die Herren, sollen, wenn sie unter sich bleiben wollen, dies, wie bisher weiter so halten.
    Aber sie sollten die jeweils anderen - maskulin, feminin, mixed, voll und ganz anerkennen, mit ihnen zusammen arbeiten (können) und anerkennen, ohne Wenn und Aber.
    Das Steuerrecht hat - zum Glück - nichts mit Freimaurerei zu tun - aber vielleicht ist es ein Anlass, ein Auslöser, über die Frage der Freimaurer-Toleranz einmal gründlich nachzudenken.
    Eigentlich ein Thema nur für FM - aber ich halte es für sinnvoll hier auf den Gesamtkontext hinzuweisen, damit keine Irrtümer aufkommen.
     
  14. William Morris

    William Morris Erhabener auserwählter Ritter

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    Jetzt scheitert die globale freimaurerische Schattenregierung wegen 201 Euro, schon etwas seltsam.
     
  15. Kadosch

    Kadosch Geheimer Meister

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    WAS ? Scheitern?

    N ie m a l s !!!

    201 Euronen sind eine "Behinderung" aber kein Hindernis für die Übernahme der Weltherrschaft - :evil::king::illu::evil::king::illu::evil::king::illu::evil: :lol::lol::lol:
     
  16. Sonsee

    Sonsee Geheimer Meister

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    Eben, noch dazu wo die Freimauer, ja viele Jahre diese steuerlichen Einsparungen nutzen konnten. Sie müssen die Steuerersparnisse ja nicht zurückzahlen.
     
  17. Malakim

    Malakim Insubordinate

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    Das ist dann so wie mit einem Auto das 1000€ billiger angeboten wird und die potentiellen Käufer von den 1000€ ja super Urlaub machen können :don:

    @Kadosch
    So wie ich das verstehe richtet sich dies an den einzelnen Maurer und nicht an die Loge oder gar Großloge. Kann sich also jeder Maurer als gemeinnützige Organisiation verstehen nach Deiner Argumentation?
     
    Kadosch und Nachbar gefällt das.
  18. Sonsee

    Sonsee Geheimer Meister

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    Letztendlich trifft das ja alle Vereine, und Organisationen, die gleichgeschlechtlich agieren. Das könnte man dann prima, auf Religionen ausweiten.
     
  19. Nachbar

    Nachbar Noachite

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    20. Februar 2011
    Was?
     
  20. Sonsee

    Sonsee Geheimer Meister

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    Ganz einfach, wie ich schon sagte! Wenn der BFH, Geschlechtertrennung und Gemeinnützigkeit ausschließt trifft das auch auf viele andere "Gruppierungen" zu, die somit keinen Anspruch mehr auf Steuervergünstigung haben könnten. Zum Beispiel islamische Kulturvereine, Schützenvereine und Gesangsvereine die homogen arbeiten. Homogen ist nicht gemeinnützig, das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen.
     

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