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Menschliche Existenz, Freiheit und Glück nur mit Technik möglich?

Dieses Thema im Forum "Philosophisches und Grundsätzliches" wurde erstellt von rola, 1. November 2017.

  1. Viminal

    Viminal Großer Auserwählter

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    10. Juni 2009
    Schon irgendwie witzig dass in einem Thread, der die Frage stellt inwiefern moderne Technik dem Glück des Menschen entgegen steht, ein tragbarer Farbfernseher als so Low-Tech angesehen wird dass dessen Besitz und Nutzung praktisch als Akt der Revolte gegen moderne Zeiten gesehen wird.
    Dabei kann Nachbars Freund auf einem tragbaren Röhrenfernseher von annodunnemals auch nur das derzeitge Verblödungsprogramm sehen.
     
  2. Viminal

    Viminal Großer Auserwählter

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    10. Juni 2009
    Also wirklich, reinstes Teufelszeug diese Lieferung am nächsten Tag! Wie viel besser war das Leben als man Dinge noch im Laden kaufte mit der im Gegensatz zu Amazon Prime immensen Vorfreudezeit von NULL Tagen.
     
  3. Nachbar

    Nachbar Noachite

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    Tja, Viminal, da kann ich wirklich nichts dafür, daß für Dich die finale Schlussfolgerung, das fertig formulierte Ergebnis, eine solche Bedeutung besitzt. Ich betrachte häufig lediglich Phänomene. Ich muß denen gar nicht unbedingt sofort einen Stempel aufdrücken, so im Sinne von gut oder schlecht, sondern mag die oft einfach mal so stehen lassen. Ich lasse sogar manchmal ein Wort stehen, weil ich es im Satzgebilde hübscher finde als die inhaltlich bessere Alternative. Ich bin halt Gestalter. Da geht man an Beiträge anders ran als vielleicht ein Buchhalter.

    All das ändert allerdings nichts daran, daß deine - offensichtlich eigenhändig legitimierten - Interpretationen dessen, was ich mit meinen Beitragen aussagen wollte, eine derartige Tristesse an den Tag legen, daß ich darauf, mit höflicher Bitte um Verzeihung, nicht eingehen mag.
     
  4. almende

    almende Ritter vom Schwert

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    18. Januar 2012
    kommt immer darauf an wie Technik definiert wird. Ist es schon der Gebrauch
    und die Herstellung von "spezialisiertem" Werkzeug? Ist es das entzünden von
    Feuer?
    Die menschliche Evolution und Bildung von komplexen Gesellschaften hätte es
    so ohne die Wandlung von Jäger/Sammler zum Bauern/Viehzüchter wahrscheinl.
    nicht gegeben. Allein schon die Urbarmachung von Äckern, das Säen von fremden
    Getreide (und dessen Umwandlung zu Brot), der Bau von Dorfstrukturen, etc. ist
    eine technologische Höchstleistung.
    Heutzutage verwenden wir für unser Leben halt Computer, Autos und Maschinen.
     
  5. Giacomo_S

    Giacomo_S Großer Auserwählter

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    Schon möglich, das bedeutet aber nicht, man müsste sich als Privatmann zum Sklaven von alldem machen.

    Persönlich nutze ich zwar vielleicht 2x die Woche einen Computer, habe aber keinen eigenen mehr. Auto habe ich nie gehabt und Maschinen habe ich so gut wie keine, und wenn, oft mechanische.
    Ein Handy habe ich erst wieder seit kurzem, ohne das war es wirklich schwierig geworden, allerdings einen ganz simplen old-style Knochen. Manchmal schickt mir jemand eine MMS, mit der ich nichts anfangen kann ... Pech gehabt. Mich interessiert's dann eigentlich auch nicht, zumal meine Freunde früher getönt haben "Man kann Dich ja nie erreichen", um mich dann jetzt nie anzurufen. Was soll's also?

    Von praktisch meinem ganzen Besitz, den man in der Wohnung so hat, habe ich mich vor kurzem getrennt. Ich besitze nicht mehr viel - und finde es ziemlich angenehm. Den ganzen anderen Kram habe ich eh nicht mehr gebraucht ...
    Nunmehr überlege ich mir sehr genau, was ich mir anschaffe und was nicht. Gelegentlich kommt jemand zu mir und sagt: hier habe ich das und das, willst Du das nicht vielleicht haben?
    Meistens lehne ich ab.
    Ich will Deinen Müll nicht. Entsorge es selbst - anstatt mir Deinen Schrott anzudrehen um Dich im Anschluss als Wohltäter zu fühlen.
     
  6. Popocatepetl

    Popocatepetl Großer Auserwählter

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    27. August 2013
    was spricht eigentlich gegen blue crude ?

    klingt doch hübsch.
     
  7. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    18. November 2007
    Was ist passiert, haben die Norweger bemerkt, daß ihr Land zu kalt ist für E-Autos?
     
  8. Aragon70

    Aragon70 Auserwählter Meister der Neun

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    28. Juli 2008
    Ich gebe zu, ich bin ein Fan moderner Technik und will sie auch nicht mehr missen.

    Ich sehe es so. Meine Lebenszeit ist begrenzt. Wieso sollte ich sie damit verschwenden Filme auf einer alten schrottigen Röhre anzusehen wenn ich das viel besser haben kann? Klar, wenn man arm ist und kein Geld hat ist es was anderes.

    Aber wenn man sich einen neueren 4K Flachbildfernseher leisten kann, wieso sollte man das nicht tun? Was bringt es das Geld auf der Bank verroten zu lassen um irgendwann mit 80 festzustellen das man sich nichts gegönnt hat?

    Wenn ich an die 80er zurückdenke, damals hätte ich mir die Technik von heute durchaus gewünscht. Natürlich kannte man damals nichts besseres, also wars auch ok. Würde aber auf keinen Fall mehr die Technik aus den 80ern haben wollen. Analogfilme, Videokassetten, Telefone mit Wählscheiben, keine Smartphones, 3 TV Programme, schrecklich, nein Danke :)
     
  9. Viminal

    Viminal Großer Auserwählter

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    1.507
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    10. Juni 2009
    ... und ich stelle den Betrachtungen von Phänomen gern Gegenbetrachtungen ggü. um diese in Frage zu stellen. Schmeckt vielen nicht, ist aber eigentlich nicht als Angriff gedacht sondern als Denkanstoß in eine andere Richtung.
     
  10. a-roy

    a-roy Mensch

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    22. Oktober 2007
    Bis zu meinem 7ten Lebensjahr(1964) hatten meine Eltern keinen Fernseher, dann haben sie sich einen angeschafft.
    Als junger Student(1978)hatte ich bis 1985 keine TV, bis ich von meinem Dad seinen Fernseher erbte.
    Jetzt bin ich 'fernsehsüchtig', der läuft bei mir Tag&Nacht.
    Allerdings könnte ich ohne TV leben, ohne Musik würd's mir schwer fallen.
    Alles, was mit Strom/Gas zu tun hat, erleichert mir das Leben, ich könnte aber ohne das leben, auch ohne Musik, dann hätte ich noch Bücher.
    Wäre das alles weg, würde ich hoffen, mit anderen Menschen zusammenleben zu können.
    Alleine in der Wildnis? Wenn ich mein Fahrtenmesser dabei haben darf, würd' ich wohl iwie überleben.

    Thema Freiheit:
    Das heißt für mich machen zu können, was ich will.
    Thema Glück:
    Das sind imho kurze Augenblicke, aber kein (Dauer)zustand.
     
  11. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    In einer kalten Winternacht in der bundesdeutschen Wildnis kann allerdings eine Rettungsdecke viel nützlicher sein als ein Fahrtenmesser. Siehe auch Prepperthread.
     
  12. a-roy

    a-roy Mensch

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    22. Oktober 2007
    Den dt. Winter hatte ich vergessen!
    Ich könnte ja bei Wintereinbruch gen Süden ziehen, oder, denn als Wilder bin ich ja nicht auf einen Standort fixiert?
    Oder ich bau' mir einen 'warmen' Unterstand.
    Ist aber alles Spekulation, denn ich bin ja auch schon wohlstandsverwöhnt (sah in meiner Jugend/bei der BW noch anders aus!).
     
  13. rola

    rola Meister vom Königlichen Gewölbe

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    2. September 2011
    Der Thread soll NICHT den Eindruck erwecken, dass Technik dem persönlichem Glück entgegensteht, als Hemmnis, als negativer Einflussfaktor. Vielmehr gibt es ein ambivalentes Verhältnis. Technik allein macht nicht glücklich, ebenso wie Geld nicht glücklich macht. Beides kann das bequeme Leben fördern, es kann aber dem "inneren psychischen Übersetzer" zum Lebensglück unsensibel für die kleinen, aber wunderbaren Dinge des Lebens machen. - Für den Farbenwechsel beim Sonnenuntergang und das Spiel von Licht und Wolken, für ein elementares Erlebnis, etwa bei Regen und Sturm eine Wanderhütte gefunden zu haben und dort mit irgendwelchen Provisorien, die man vorfindet, eine schöne Zeit zu verleben. Irgendwo als Jugendlicher auf dem Zeltplatz in der Jugend früh morgens bei dürftigen Waschmöglichkeiten -Kaltwasser. Ach, wie habe ich innerlich geflucht und jetzt verkläre ich alles , wenn ich bequem in der Wanne sitze, irgendwie ist diese Bequemheit mir lieb geworden und selbstverständlich. Zu selbstverständlich.
    Dass dieser "innerere psysische Übersetzer" unsensibel geworden ist, bedeutet in den allermeisten Fällen noch kein ersthaftes psysisches Problem, kann es aber in Ausnahmefällen sein. Das soll aber nicht Gegenstand dieses Threades sein. - Technik soll die Sinne stärken, nicht betäuben. Man braucht sonst immer mehr davon, um den gleichen Effekt zu erzielen.

    Nun geht es im Leben immer um Maß um Waage. Wenig Technik macht grundsätzlich nicht glücklicher, außer man macht Technik als Teufel aus. Aber da ist man ein innerlich armer Mensch, in der Tat. Oder man ist wirklich arm an Geld; so einem "armen "Teufel" sei durchaus mehr Wohlstand gegönnt. Auch eine gewisse materielle Einstellung ist verzeihlich, oder besser gesagt sogar nachvollziehbar.
    Viel Technik macht ebenso nicht glücklicher, außer man hat die Technik als Gott auserkoren. Eine ruhelosen Streben nach mehr Technik, implizit damit auch nach mehr Geld, macht innerlich arm.
    Da steht man dem "armen Teufel" nicht nach, man ertrinkt im Wohlstand. Wohlstand ist oft verbunden mit viel Bequemheit. Man schenkt sich Zeit, die man nicht wirklich sinnvoll verbringt. Dann kommt die Langeweile. der täubende Konsum von audio-visuellen Massenmedien, ...

    Jeder muss sein persönliche Maß finden. Einer braucht weniger, der andere weniger.
    Der Volkswohlstand ist im Laufe der Geschichte gewachsen. Das ist auch gut so.
    Im Vergleich zu anderen Staaten geht es uns teilweise wie im Schlaraffenland. Deshalb ist es doch legitim vom Menschen ein bisschen Bescheidenheit zu fordern (vielleicht auch erst als Resultut eines Reifeprozesses im Alter, wenn man ein altersmilder "Forderer" ist). Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, den der Natur, den eigenen und auch materiell-technischen ist notwendig. Das Verhältnis Technik-Natur-Mensch sollte bei aller Ambivalenz kein unversöhnlicher Widerspruch sein.

    Ein bisschen harte Worte, dazu polemisch-ironisch. Vielleicht ist es sogar nachhaltiger, dass in der Tat oftmals tendenziell blödmachende, "geistige billige" Fernsehprogramm mit billiger, alter Technik zu sehen, als immer dem "neuesten Schrei" zu folgen. Nach dem Motto: Was nützt mir die teuerste Fahhradschaltung, wenn mein Fahrrad auch Biligkomponenten hat. Die Kette reisst am schwächsten Glied (Mithin Konsistenz).
    Aber nochmals: Keiner will eine technische Askese, auch ein bisschen Blödsinn im Fernsehen darf auch sein. Alles im Maßen.
     
    a-roy gefällt das.

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