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Terroranschlag in Manchester

Dieses Thema im Forum "Kriege, Krisen und Terrorakte" wurde erstellt von Hinz, 24. Mai 2017.

  1. paisley

    paisley Geheimer Meister

    Beiträge:
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    Registriert seit:
    11. Februar 2014
    AW: Terroranschlag in Manchester

    Was hält einen Menschen überhaupt zurück , Gewalt auszuüben ?
    das Nachdenken bzw.
    nennt man es Besonnenheit, dann impliziert das einen gewissen
    Grad an Reife und Weisheit.




    ein religiöser Gedankenkomplex , der nicht eindeutig
    den Menschen schlechthin als zu würdigendes zu wertschätzendes Wesen anerkennt ,
    wird mit 'massiven Fehlinterpretationen' zu tun bekommen,
    so möchte ich vermuten.
     
  2. dtrainer

    dtrainer Wiedergänger

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    AW: Terroranschlag in Manchester

    Die Scharia. Entstanden seit dem 7. Jahrhundert, gibt sie eine Rechtsauffassung wieder, die längst überholt ist, und das gilt nicht nur für Todesstrafe oder Steinigung. Der Begriff"Resozialisierung" existierte noch nicht, es gibt nur Strafe, und das Empfinden, was körperliche Strafen angeht, war auch ein Anderes als heute.
    Wer heute meint, Maßstäbe aus dem 7.JH. wären für immer richtig, soll sich doch mumifizieren und im Museum ausstellen lassen.
     
  3. Grubi

    Grubi Moderator Mitarbeiter

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    1. Juni 2008
    AW: Terroranschlag in Manchester

    Hi

    Auf Gewalt verzichten wir wenn wir genügend attraktive Alternativen und Möglichkeiten haben.
    Wahrscheinlich klappt sowas in einer Welt in der jeder Mensch das Gefühl hat angenommen zu werden, mit all seinen Macken und Schwächen.
    Manche Macken und Schwächen können wir aber nicht durchgehen lassen weil sie andere Menschen gefährden oder in ihrer Freiheit einschränken, das ist ein Dilemma, da stösst auch Vernunft und Nachdenken an gewisse Grenzen.

    Das Anlegen einer Zwangsjacke schränkt Gewalt im Prinzip maximal ein, wer sie angezogen bekommt wird dadurch aber nicht gut erreichbar und kompromissbereit, von Einsicht kann da auch keine Rede sein.
    Eher wird sich Gewalt in der Zwangsjacke aufstauen und bei nächster Gelegenheit entladen.



    Das ist grundsätzlich ein Problem von Religionen mit chronischer Jenseitsorientierung als Lebenssinn und endgültiger Gottesnähe als Lebensziel. (tatsächlich ist das Ziel nicht im Leben zu erreichen, darum ist es eine Ideologie)
    Schöner wäre es ja wenn Glück und die Freiheit des Menschen zu Lebzeiten Erfüllung finden.
    Das klappt leider nicht wenn man sich lieber ein Leben lang auf sein ganz persönliches Jenseits fokussiert und nicht nachfragbare Autoritäten (weil verstorben) als Berater für das Diesseits herranzieht...

    Gruss Grubi
     
  4. Nachbar

    Nachbar Prinz von Libanon

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    20. Februar 2011
    AW: Terroranschlag in Manchester

    In einem Museum? Wo auch Frauen rein dürfen??

    Tatsächlich besteht ein zentrales Problem ja darin, daß die Scharia nicht als ein "Maßstab" begriffen wird, den man wohlmöglich kritisch hinterfragen und reformieren müsste, sondern als der Wille Gottes. Und der ist selbstverständlich bis in alle Ewigkeit richtig.
    Dogma, Dogmen, Dussel.
     
  5. dtrainer

    dtrainer Wiedergänger

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    17. Dezember 2008
    AW: Terroranschlag in Manchester

    :rofl:ja.
    Das berührt ein zentrales Verständnis/Interpretationsproblem, das es auch nicht nur im Islam gibt:Relativität von Botschaften, sie sind zeitgebunden. Da gibt es zeitunabhängige Inhalte, und solche, die dem Zustand einer Gesellschaft Rechnung tragen. Im Islam (wieder: nicht nur da) sagt man, Gott habe zu allen Zeiten und zu allen Völkern seine Boten geschickt (vergleiche:alttestamentarische Propheten) - und geht seltsamerweise davon aus, damit wäre Schluß, was Mohammed gesagt hat, gälte für immer und ewig. Also will man tun, was damals als richtig galt, und gerät in einen wachsenden Widerspruch zu Entwicklungen seither, als hätte es sie nicht gegeben (ich erwähnte schon Resozialisierung) - daß dabei die Religion entgleist und zu einer Karikatur ihrer selbst wird, versucht man auszublenden, siehe fait, der den islamischen Terror gar nicht beachten will.
    In der Folge ist das aber das Ende einer Religion, weil sie mehr Schaden als Nutzen bringt, und dazu ist sie nicht da. Folge:man braucht sie nicht mehr, jede Menge Ärger schaffen wir auch ohne sie...
     
  6. paisley

    paisley Geheimer Meister

    Beiträge:
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    11. Februar 2014
    AW: Terroranschlag in Manchester

    Moin Moin und danke sehr, Grubi, für deine exzellent verständliche Darstellung.

    das Pflichtkorsett hat die Wirkung einer Zwangsjacke.
    was ein Mensch sozusagen alles erst machen muss,
    bevor er überhaupt sein Leben gestalten kann.
    das beten ,der Ramadan ,
    Das allein kann aber noch nicht der Grund sein,
    das unterschwellig
    in Teilen die Agressionsneigung grassiert.


    (denn
    bei den Zeugen Jehovas z.b.
    die ja auch eine esciatologische Ausrichtung pflegen
    sind auch Verhaltens Auflagen zu praktizieren.)


    hierzu differierend und zur Reibungsfläche werdend ,
    könnte möglicherweise die Ungleichstellung Mann - Frau
    und die hausgemachte Kluft zu Andersgläubigen
    Pulsgeber sein.
     
  7. Grubi

    Grubi Moderator Mitarbeiter

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    AW: Terroranschlag in Manchester

    Moin Moin

    Bei der Zwangsjacke habe ich jetzt garnicht ausdrücklich an religiöse Vorschriften und Zwänge gedacht.
    Die Zwänge denen wir manchmal ausgesetzt sind können sehr vielschichtig sein.
    Das fängt an bei Erwartungshaltungen von Eltern, Freunden dem sozialen Umfeld, Schule Beruf, bis hin zur politischen Ausrichtung im Land in dem man lebt.

    Gewaltausbrüche können in jedem Umfeld auftreten wo sich Menschen eingeengt oder falsch behandelt fühlen.
    Völlig unreligiös demonstrieren das einige Amokläufer bei denen eine Sicherung durchbrennt und die daraufhin den Tod suchen und noch ein paar Unbeteiligte Menschen mitreissen...
    Möglicherweise eignen sich solche gescheiterten Existenzen ganz gut um sie mit religiösem Unfug zu indoktrinieren, das bietet die vermeintliche Möglichkeit mit dem gewalttätigen Ausscheiden aus diesem unschönen Leben, letztendlich doch noch ein höheres Ziel zu erreichen...

    Gruss Grubi
     
  8. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    AW: Terroranschlag in Manchester

    Gott hat nun also im xten vorchristlichen Jahrhundert den Juden Moses gesandt, damit er die Steinigung der Ehgebrecherinnen dekretiert. Dann hat er um die Zeitenwende Christus gesandt, damit er die Steinigung abschafft. Dann hat er 600 Jahre später Mohammed gesandt, damit er die Steinigung wieder einführt. Mutmaßlich nur für Arabien, denn anderswo war man ja weiter. Vorher muß es den arabischen Ehebrecherinnen noch schlechter ergangen sein, das kann man daraus schließen, daß ein Gesandter Gottes ja Verbesserungen bringt. Die Araber haben die Steinigung dann in die von ihnen eroberten Gebiete gebracht. In Europa sind sie dagegen ganz ohne göttlichen Fingerzeig darauf gekommen, Ehebruch mit dem Tod durch das Schwert zu bestrafen. Ich weiß nicht genau, wo jetzt der Unterschied zwischen offenbarten und selbstgemachten Gesetzen zu suchen sein könnte.
     
  9. almende

    almende Ritter vom Schwert

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    AW: Terroranschlag in Manchester

    @Jäger
    selbstgemachten Gesetzen = reine Willkür / Terror und Gewalt
    Zweifel an der Richtigkeit = dann bist Du ein Terrorist bzw. Staatsfeind

    offenbarten Gesetzte = Gottes Gebot dem unbedingt Gehorsam geleistet werden muss
    ohne diese zu Hinterfragen = Hinterfragen bedeutet Zweifel an Gott > Enthauptung

    Selbstgemachte Gesetzte haben aber die Tendenz einer persönlichen Auslegung.
    Auch werden diese für Einige besonders weich/hart ausgelegt bzw. wird deren
    Missachtung manchmal toleriert.

    Bei Offenbarungs-Gesetzen gibt es kein Vielleicht oder eine Bevorzugung.
    Auch werden diese nicht regelmäßig Weichgespühlt um bei Verstößen
    Milde zu erwarten.

    Was von Beiden das Bessere ist mag jeder für sich selbst entscheiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2017

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