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Vergessen und übersehen?

Dieses Thema im Forum "Zeitgeschehen, Politik und Gesellschaft" wurde erstellt von gaia, 21. Oktober 2017.

  1. gaia

    gaia Großer Auserwählter

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    Angeregt durch die Diskussion über das sichere oder unsichere Herkunftsland Afghanistan habe ich heute angefangen etwas zu recherchieren.
    Schon klar. Ich weiß was für Obdachlose getan wird. Obdachlosenheim, Unterstützung beim wieder einfinden in ein geregeltes Leben( Bücherstände, Obdachlosenzeitung mit der Möglichkeit Gewinn zu machen...) und ich weiß auch, dass manche so leben möchten.
    Trotzdem scheint es so zu sein, dass man Obdachlose als selbst Schuld betrachtet und sehr oft nur von der lästigen Plage befreit sein möchte.
    In Berlin wurde deswegen kürzlich ein Park geräumt und Obdachlose Osteuropäer auf freiwilliger Basis( ??) nach Hause gebracht.
    Grund ist vor allen der katastrophale Zustand des Parks und: das die Leute ja keine Hilfe annehmen wollen und es genügend Angebote gäbe, sie aber( als Alkoholkranke) nicht mit dem Alkoholverbot zurecht kämen...
    Überall in Großstädten stößt man auf solche Ansiedlungen von Obdachlosen, ein ganzer Teil davon lebt inzwischen illegal hier.
    Offensichtlich vergessen, wir sind mit der Flüchtlingskrise beschäftigt.
    Dieser Bericht unserer Internetzeitung beschäftigt sich mit der Ursache und der Frage ob es nun genügt zu sagen, die seien selber schuld.
    Vom Recht ein Dach über den Kopf zu haben.
    Also... woher kommt der Wunsch diese Probleme nicht zum Thema machen zu wollen. Auch politisch nicht? Ist das Thema schon so ausgelutscht, das es langweilt?
     
  2. DaMan

    DaMan Prinz des Tabernakels

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    Was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Obdachlosigkeit, Bildungskatastrophe, explodierende Kriminalität, Verarmung der Mittelschicht etc...
    Weil die Realität dem propagierten Schaubild vom heilen reichen Deutschland, dass allen und jedem ein gutes Leben bietet und im Alleingang die Welt rettet widerspricht.
    So ist das halt im Sozialismus, Medien und Politik schaffen eine Scheinrealität.
     
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  3. gaia

    gaia Großer Auserwählter

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    Es sieht wohl ganz danach aus.
    Besonders bedrückend ist dabei ja noch dieser Widerspruch: man hilft ja einem Alkoholkranken, aber er darf nicht trinken.
    Dabei hat man doch längst verstanden, das Alkoholismus eine Krankheit ist.
    Auch beim Weg in die Obdachlosigkeit wird bereits versagt, wie der verlinkte Artikel zeigt, muss man in der Lage sein sich zu wehren, damit man nicht auf der Straße landet.
    Sehr sozial ist das.....
     
  4. almende

    almende Ritter vom Schwert

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    [... So ist das halt im Sozialismus, Medien und Politik schaffen eine Scheinrealität ...]

    dann ist die Frage ob es diese Geiseln der Menschheit im völlig
    Markt- und Wirtschafts-Liberalen Kapitalismus geben würde
    oder dieses dann für alle das wirkliche Paradies ist.

    In einer Diktatur werden diese Krankheiten und Auswüchse einfach Weggesperrt
    u./o. ggf. Beseitigt. - In unserer neuen Gesellschaft wird dies durch Gentrifizierung
    erzeugt. Es werden Platzverweise, Aufenthaltsverbote (Hausverbot) ausgesprochen,
    die Privatisierung der Innenstädte und öffentlichen Räume voran getrieben,
    Glasflaschen-Verbote (öffentliches Trinken und Essen) erlassen und Reservate geschaffen.

    Das die Politik vor ihrer Sozialen Pflicht und Aufgabe kapituliert hat ist kein gutes Zeichen.
     
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  5. gaia

    gaia Großer Auserwählter

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    Ich weiß nicht ob sie kapituliert oder schlichtweg Probleme von der Oberfläche drängt.
     
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  6. DaMan

    DaMan Prinz des Tabernakels

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    Sozialismus ist eine Gesellschafts- und Regierungsform, Kapitalismus ist eine Form der Wirtschaftsorganisation.

    Natürlich gäbe es diese Probleme auch, das ist hier aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Politik ihren Job nicht macht und die Medien diese Realitätsignorierung unterstützen und sich mit Hofberichterstattung und Propaganda abgeben (wie in Diktaturen) statt mit kritischem Journalismus, was in freiheitlichen Demokratien ihre Aufgabe ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Oktober 2017
  7. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Besonders auffällig ist das beim Kabarett. Aber ist Sozialismus nicht auch eine Form der Wirtschaftsorganisation?
     
  8. gaia

    gaia Großer Auserwählter

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    Ja so schauts aus.
    Die Medien sollten sich wesentlich kritischer mit solchen Prolemen auseinander setzen. Aber man muss sehr oft suchen, wenn man Journalismus finden möchte, der über diese Art von Hofberichterstattung hinausgeht. da wird eben auch an der Oberfläche herumgekatzt, sich aber nicht mehr festgebissen. s kommt einem sehr oft wie ein Beschwichtgen vor.
    Journalisten sollten nicht bei denen über sie die berichten beliebt sein wollen.
    Ganz besonders wichtig ist imo hierbei auch der Lokaljournalismus, weil er da anpacken kann wo man noch etwas tun kann.Im kleineren Umfang, aber noch wirkungsvoll.( fand den nachfolgenden Artikel dazu so toll)
    Journalisten im Lokalen sind anwesend, aber sie gehören nicht dazu. Sie leben Nähe und Distanz zugleich, sie haben Freunde, über die sie aber nicht schreiben. Also sind die, über die sie schreiben, nicht ihre Freunde. Sie kuscheln nicht mit Landräten, sind keine Mitglieder von Parteien, sie duzen nicht den Bürgermeister und treiben sich nicht in der Nähe der Mächtigen herum. Journalisten stehen den Schwachen nah, nicht den Starken. Journalisten hinterfragen das Handeln der Gewählten, sie beobachten die Deals der Geschäftsleute. Ein Lokaljournalist kann mit der Ungerechtigkeit in seinem Umfeld nicht leben wie in einer Villa. Er lebt mit der Ungerechtigkeit wie mit einem löchrigen Dach: Dagegen muss man etwas tun. Die Ungerechtigkeit ist überall und also ist sie überall zu schildern.
     
  9. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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  10. gaia

    gaia Großer Auserwählter

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    Ja man möchte gezielt dagegen vorgehen....
    ( aus dem Zeitungsartikel von Jäger)
    Viel zu bringen scheint das bisherige Vorgehen ja nicht. Man räumt, macht Busrückreisen und es ändert sich doch nichts.
    Echt jetzt? Darüber denkt man jetzt mal nach?
    Das große Problem scheint ja zu sein, dass es nicht gelingt gegen die Bettelmafia vorzugehen, indem man vermeidet, dass die die Leute überhaupt herkarren können.
    Wäre es also nicht klug, sich um die Grenzen zu kümmern?
     
  11. DaMan

    DaMan Prinz des Tabernakels

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    Rumänien ist doch in der EU, da gilt Freizügigkeit ;)
    Q.E.D., man beklagt vielleicht die Zustände, aber dass die nicht Gottgegeben sondern Effekt einer entsprechende Misspolitik sind, wird ausgeklammert. Die Politik taucht immer nur als Problemlöser auf, nie als Verantwortlicher.
     
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  12. gaia

    gaia Großer Auserwählter

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    Wenn man sich als Verantwortlicher sehen würde, würde man ja am Ende einsehen, dass man ein Problem da lösen muss wo es seinen Ursprung hat.
    Und dann käme etwas offensichtlicher raus, dass da seit Jahren etwas versäumt wurde.....
     
  13. dtrainer

    dtrainer Wiedergänger

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    Ganz so ist es nicht. Es gilt für alle EU-Staaten die Arbeitnehmerfreizügigkeit, das bedeutet nicht, saß die Grenzen nicht kontrolliert werden. Das wäre der Fall, wenn Rumänien dem Schengenvertrag voll beitreten würde, aber das ist nicht der Fall.
    https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/FAQ/VisumFuerD/17-Schengenstaaten.html?nn=350374
     
  14. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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  15. a-roy

    a-roy Mensch

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    Thema Obdachlosigkeit:
    Ich war 2x obdachlos (2000+2011) und in dieser Szene wird mehr oder weniger Alk getrunken.
    Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten (ab 08.00 Uhr muss man raus, ab ca. 17.00 Uhr darf man rein), natürlich alkfrei.

    Dann gibt es Übergangswohnheime und betreutes Wohnen, wo man bis zu 2 Jahre bleiben darf, natürlich alkfrei, mit dem Ziel den Alki wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
    Hat bei mir immer gefunzt, solange ich in diesen Einrichtungen zusammen mit anderen, trockenen Alkis gelebt und gearbeitet hab', in Freiheit alleine lebend nie.
    Ich hab' mich jetzt damit arrangiert.
    Hier in Hb gibt es 1ne Einrichtung, wo Alkis versorgt werden und sich von ihrem Taschengeld auch Alk kaufen dürfen (https://www.bremen.de/visitenkarte/adelenstift-334463).
    Durch etliche Gespräche konnte ich feststellen, dass ca. 90% unfreiwillig obdachlos wurden, allerdings spielte der Alk da eine gewisse Rolle.

    Nun, und Obdachlose bilden ja auch keine relevante Wählergruppe, warum sollten sich Politrickser darum kümmern oder mehr Einrichtungen für diese betrieben werden, kostet ja eh nur Geld für diese nutzlosen Säufer (ja, ich weiß, polemisch).
    Klar werden die aus öffentlichen Parks vertrieben, trübt doch das beschauliche Gesamtbild.
    In Ff haben sich Obdachlosenkolonien am Mainufer unter den Brücken etabliert, die werden auch in Ruhe gelassen, solange da eine gewisse Ordnung&Sauberkeit herrscht und Passanten nicht belästigt werden.
     

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