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Wiederlegt Rousseau Smith?

Dieses Thema im Forum "Philosophisches und Grundsätzliches" wurde erstellt von KB_Snatch, 14. Januar 2018.

  1. KB_Snatch

    KB_Snatch Geheimer Meister

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    Der Artikel hätte auch gut ins Zeitgeschehen gepasst. Ein Mod möge entscheiden und verschieben, falls dem so ist. ;)

    „La volonté de tous ne forme pas la volonté générale.“ (Frei nach Rousseau)

    Ich finde, dass ist die eigentliche Kernaussage, wenn Jean-Jaques Rousseau über den Allgemeinwillen spricht.

    Achso: „Der Wille aller bildet noch lange keinen Allgemeinwillen“, eine wie ich finde bemerkenswerte Aussage eines Mannes, der vom damalligen Genfer Stadtstaat mit seiner direkter Demokratie so schwärmte (und ihm ein Buch widmete).

    Und ich finde, damit landet Rousseau den schwersten Schlag, den man gegen Adam Smith (den ich übrigens auch sehr schätze), seine unsichtbare Hand (die er eigentlich in einem ganz anderen Kontext brachte) und seine Markttheorie überhaupt landen kann.

    Warum also lasse ich den Philosophen der Englischen gegen den Wirbelwind der Französischen Schule gegeneinander antreten? Weil ich denke, dass diese beiden Positionen relativ exakt viele gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Diskussionen unserer heutigen Zeit vorweg genommen haben.

    Wenn Smith recht hat, warum erleben wir dann diese großen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen?

    Wenn Rousseau recht hat, warum ist die Marktwirtschaft dann doch so relativ erfolgreich?

    Und warum führen wir diese Diskussion nun schon seit fast 250 Jahren ohne weiter zu kommen?
     
  2. KB_Snatch

    KB_Snatch Geheimer Meister

    Beiträge:
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    Bevor der Einwand kommt: Mir ist bewusst, dass Rousseau da eher über eine Art Gesellschaftvertrag nachdachte, wohingegen Smith über Märkte sinnierte.

    Dennoch, oder gerade da der Eigenwille (Rousseau) mit den Eigeninteressen (Smith) bei geistig gesunden Menschen in der Regel konform geht, habe ich mir erlaubt, diese Brücke hier zu bauen.

    Nicht ganz unbeabsichtig, nenne ich hier Wirtschaft und Gesellschaft in einem Atemzug.
     
  3. William60

    William60 Geselle

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    Sollte man auch nicht, aber machen wir es doch mal. Ein mir bekannter MdB Linke hat ja auch 2 Consulting Firmen. Und das klappt.
    Führe dies nicht zur Gleichschaltung? Gut...von da bis zur Diktatur ist noch ein Stück Weg, auf dem sie auch vermieden werden kann. Wenn es im kleinen geht...haben die Grossen wohl etwas dagegen. Und da sind wir beim Willen.
    Der Weg scheint kürzer als Vermutung es zulässt und wird so weitere 250 j dauern.
     
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  4. KB_Snatch

    KB_Snatch Geheimer Meister

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    Danke für deinen interessanten Beitrag. An welche Art Gleichschaltung denkst du dabei? Der historisch belastete Begriff hat hier mehr getan als nur Wirtschaft und Gesellschaft gleich zu schalten. Aber ich denke das meinst du nicht, sondern eher die Verschmelzung von Gesellschaft und Wirtschaft.

    Betrachten wir das: Muss das denn per se schlecht sein? Ich denke darüber nach, ob der Entwurf eines Staates ohne Gesellschaft und Wirtschaft überhaupt denkbar ist. Wie stabil er überhaupt sein könnte, würden diese beiden Bereiche menschlicher Kooperation (diese Begrifflichkeit habe ich gerade sehr bewusst gewählt) nicht halbwegs in die gleiche Richtung laufen. Denn was ist ein Staat im aufklärerischen, demokratischen Entwurf denn anderes, als die Organisation von Kooperation seiner Teilnehmer?

    Führe ich diesen Fragekomplex zurück auf den Eingangspost (Genf hatte ich hier ja schon erwähnt), krankt es dann vielleicht daran, dass wir die Wirtschaft eher in eine Smith´sche Richtung, die Gesellschaft aber in eine Richtung wie Rousseau sie dachte versuchen zu führen?
     
  5. William60

    William60 Geselle

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    Denke bitte laut weiter...

    Extrahiert bilden die beiden keinen Gegensatz, also müssten syergieansätze da sein. Damit kommmen zeitliche Wirkungen (würde auch Preferenzen, schreiben, könnte ich es richtig),,die zu leicht absehbar und nutzbar wären,weil völlig unprofitabel.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Januar 2018
  6. William60

    William60 Geselle

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    14. Januar 2018
    Ich denke gerade an ein simples Beispiel.
    Die Abschreibungen auf ein Auto (Staat/FA) 8 Jahre, Finanzierungsgrenze (z.T. auch Staat /Landesbanken) 8 Jahre; Auto hält 8 Jahre. Autos könnten auch sicher 15 und mehr Jahre halten aber wieso? Es wird offensichtlich gleichgeschaltet. Lobbyarbeit Wirtschaft /Politik im Verborgenem und möglichst ohne Aufsehen. Nur nicht zum Nutzen der Bevölkerung. Genau so als würde der Staat es so einstellen, das jeder nur alle 20 Jahre einen Anspruch auf ein neues Auto hätte. Beides Realitäten. Es geht besser, keiner der Entscheider will es. Sozialmodelle wie bei Schott oder Pensionskassen werden doch zurückgefahren. Einfach unsere Ausgangsprotagonisten als Utopisten in die Geschichtsbücher verbannen. Eine Fortführung deren Gedanken und Umsetzung ist doch nun mehr als leicht.
     
  7. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    18. November 2007
    Der Augenschein lehrt anderes. Ich kenne PKW der Mittelklasse, die deutlich über zehn bis an die 20 Jahre alt sind und vom Erstzulasser immer noch genutzt werden. Kein PKW fällt mit dem Ende der Abschreibungsfrist auseinander, er soll ja weiterverkauft werden... Plädieren Sie gerade ernsthaft für eine Abschreibung über 20 Jahre?
     

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