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end-entspannung? wellness auf dem o-salzberg

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
nicht ganz uninteressant die debatte um das wellnesshotel, dass interconti im frühjahr auf dem obersalzberg eröffnen will:

http://www.jungle-world.com/seiten/2005/01/4632.php?print=1

gängistes argument der befürworter: die landschaft könne ja nichts dafür dass hitler dort logierte und ich bin geneigt, dem zu zu stimmen.

andererseits: was spricht gegen eine gedenkstätte? der obersalzberg ist schließlich nicht der einzige ort, an dem man ein wellness-hotel bauen kann.

sind wir wirklich drüber weg oder zeugen aktionen wie diese von ignoranz un geschmacklosigkeit?

mich ziehts jedenfalls nicht hin und ich glaube auch nicht, dass die symbolik nachhaltig genug entkoppelt ist. andererseits könnt grad so ne hotelaktion genau das bewirken

*füranderemeinungeninteressier* :roll:
 

Don

Großer Auserwählter
10. April 2002
1.692
Ich denke wir haben nun bald genug Gedenkstätten in D-Land. Und wenn da ein Sanatorium, oops sry heute heißen die ja Wellness Institut - hinkommt fallen schon mal die Hitlerverehrer weg die zum Berg ihres Meisters pilgern.

Ich denke der Bevölkerung dort kann es nur helfen wenn da etwas hinkommt was auch die Komune weiterbringt (finanziell).


mfg Don
 

Mr. Anderson

Vorsteher und Richter
24. Februar 2004
704
Nun, mir scheinen zwar vielmehr die Taten der Nazibonzen ein gedenkenswertes Ereignis zu sein, und nicht deren Urlaub ...
aber wenn es eine Partei gibt, die ein Hotel bauen, und eine andere, die eine Gedenkstätte haben will, könnte man als Komprimis ja eine Gedenkstätte, oder ein Denkmal, im Hotelkomplex, oder abseits des Hotels errichten, wenn man denn will.
 

aufklaerer

Großmeister
12. Januar 2005
94
Baut das Hotel oder können die Arbeitslose die dadurch einen Arbeitsplatz(und hoffentlich keinen Job) bekommen, etwas für die Schandtaten einer ausgeflippten Partei vor 50 Jahren? Gut wir können uns ewig schuldig fühlen und ich möchte die Schandtaten nicht verherlichen, aber haltet Ihr das ewige Deutschland ist das NAZI-Land nicht langsam überholt?
Ich finde es zwar sehr wichtig, das wir weiterhin kulturelle Aufklärung betreiben, damit sich das niemals wiederholen kann, aber die AMI´s fühlen sich doch heute für ihre Kriegsverbrechen in all ihren Kriegen auch nicht mehr Verantwortlich, oder? Haben die AMI´s eigentlich jemals an irgend ein Land auf dieser Welt Reputationszahlungen geleistet? Oder Japan im 2. Weltkrieg, waren die besser? Was ich meine ist einfach nur, so ziemlich jedes Land auf der Erde hat genügend Kriegsverbrechen auf dem Kerbholz, aber den Verbrechen 50 Jahre zu Gedenken? So Verrückt können nur wir sein...

Und außerdem sollten wir eher dafür sorgen, daß sich in unserem Land jemals wieder so ein positiver Nährboden für solch uninformierte spinner entwickeln kann! Also eher für mehr Bildung sorgen(gebildete Menschen lassen sich weniger schnell zu so etwas hinreißen) und die Armut in unserem Land beseitigen...
 

Rupert

Geheimer Meister
9. September 2004
237
aufklaerer schrieb:
Was ich meine ist einfach nur, so ziemlich jedes Land auf der Erde hat genügend Kriegsverbrechen auf dem Kerbholz, aber den Verbrechen 50 Jahre zu Gedenken? So Verrückt können nur wir sein...

Sagen wir, seit Mai 1945, also seit der Krieg vorbei ist, haben wir jeden Tag so vieler ermordeter Juden gedacht, dass wir nun alle schuldfrei leben können. Runden wir diese Zeitspanne ein bisschen auf, dann haben wir ungefähr 21900 Tage (60x365), an denen wir der ermordeten Juden gedacht haben. Das heißt, jeder, der seit 1945 "dabei" gewesen ist, müsste pro Tag ungefähr die Erinnerung und die Trauer um 274 Juden (ca. 6 Millionen ermordete Juden, 6000000/21900) erlebt haben. Etwas viel, findest du nicht auch?

Wir haben noch lange nicht ausgesühnt. Das hat nichts mit Verrücktheit zu tun, sondern mit berechtigter Schuld.

Die Zahl wäre übrigens noch wesentlich höher, wenn man grausam ermorderte Homosexuelle, Behinderte, andere verfolgte Randgruppen, Zwangsarbeiter und Soldaten dazurechnete.
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
Rupert: Es tut mir echt leid, sagen zu müssen, dass ich weder Trauer empfinde noch mich dafür schuldig fühle. Wieso auch? Bin ich etwa daran schuld? Wie kann ich mich für etwas schuldig fühlen, was ich nicht begangen habe? Wie kann ich um jemanden trauern, den ich niemals kannte? Ich will nichts schönreden oder verharmlosen; was geschehen ist, lässt sich nichtmehr rückgängig machen.

Dann müsste ich ja um jedes Opfer des zweiten Weltkrieges trauern, und des Ersten Weltkrieges auch,sowie des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871, und des 30 jährigen Krieges, mal abgesehen vom blutigen Mittelalter.Der Teutoburger Wald, da war auch n grausames Massaker. UNd daran bin ich genauso viel Schuld, wie am Holocaust.

Entschuldige, soviel Zeit hab ich nicht, und ich hab auch was besseres vor in meinem Leben, als mir andauernd einzureden, dass ich am Tod von Leuten schuld bin, die 40 Jahre vor meiner Geburt ermordet wurden.
Und wir brauchen keine Angst zu haben; der Schuldgedanke ist so fest in den Köpfen verankert, dass auch noch in hundert Jahren alle Deutschen sich wie Massenmörder vorkommen.
 

Mr. Anderson

Vorsteher und Richter
24. Februar 2004
704
Meine Herren! :k_schuettel:

Hier geht es nicht um Schuld. Schuld ist nicht kollektiv sondern persönlich, und niemand behauptet etwas anderes.

@aufklärer: was die Vergangenheit anderer Länder betrifft: es ist vielmehr deren Problem, wie sie damit umgehen. Und wenn du meinst, sie tun es nachlässig, dann gibt es keinen Grund, dies als Vorbild für die Deutschen heranzuziehen.

@haruc: als Hinweis: Rupert neigt bisweilen zu einer bestimmten Form der Ironie, also bitte nicht alles ernstnehmen; (das kann man mit obigem Posting sowieso nicht)

PS: es heißt nicht Reputations- sondern Reparationszahlungen
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
gestern kam in der ard eine längere doku über das wellnesshotel und ein statement traf bei mir ins schwarze: ich glaube auch, dass es einige jahre dauern wird, bis dort ein "ganz normaler" hotelbetrieb einkehrt. kritiker meinen, wenn überhaupt.

der regelrechte führerkult, der dort regelmäßig im mehr oder weniger verborgenen zelebriert wurde, fällt nun natürlich einigermaßen unter den tisch bzw. ins wellness-wasser und mir scheint auch, dass ist ein vorteil der entscheidung.
 

aufklaerer

Großmeister
12. Januar 2005
94
Seine_Neutralitaet schrieb:
Meine Herren! :k_schuettel:

Hier geht es nicht um Schuld. Schuld ist nicht kollektiv sondern persönlich, und niemand behauptet etwas anderes.

@aufklärer: was die Vergangenheit anderer Länder betrifft: es ist vielmehr deren Problem, wie sie damit umgehen. Und wenn du meinst, sie tun es nachlässig, dann gibt es keinen Grund, dies als Vorbild für die Deutschen heranzuziehen.

@haruc: als Hinweis: Rupert neigt bisweilen zu einer bestimmten Form der Ironie, also bitte nicht alles ernstnehmen; (das kann man mit obigem Posting sowieso nicht)

PS: es heißt nicht Reputations- sondern Reparationszahlungen
Nein ich finde nicht das andere Länder das zu Nachlässig machen, ich finde das wir in unserem typisch deutschen Wahn mal wieder maßlos übertreiben!
 

Rupert

Geheimer Meister
9. September 2004
237
Seine_Neutralitaet schrieb:
@haruc: als Hinweis: Rupert neigt bisweilen zu einer bestimmten Form der Ironie, also bitte nicht alles ernstnehmen; (das kann man mit obigem Posting sowieso nicht)

:O_O:

Das war ausnahmsweise ein Posting ohne ironische Ansätze. Dass sich weder Haruc noch du noch ich in dieser Form "schuldig" fühlen müssen für die Verbrechen im Dritten Reich, das ist klar; vielleicht würde ich es eher als "Scham" bezeichnen. Scham darüber, dass womöglich nur ein paar Kilometer von dir weg vor 60 Jahren ein Arbeits- bzw. Vernichtungslager gestanden haben könnte.

Jedoch glaube ich schon, dass sich jeder, der zu dieser Zeit gelebt und in der Wehrmacht/SS/HJ/NSDAP "gedient" hat, in der ein oder anderen Form schuldig fühlen sollte. Denn er hat, ob er es wollte oder nicht, diese grausigen Zustände unterstützt. Dann mit dem Totschlagargument zu kommen, man habe doch nichts mitgekriegt, halte ich für falsch. Wir auf dem Forum kriegen auch einigermaßen mit, wie die Zustände und Hintergründe aussehen, ohne dass man es uns unter die Nase reiben müsste.

Das Posting war allerdings auch mehr als Reaktion auf den sinngemäßen Ausspruch von Aufklärer, wir seien doch bekloppt, dass wir immer noch der Opfer des Dritten Reiches gedenken, gedacht. Im Gegensatz zu anderen Völkern betreiben wir nämlich selbstkritische Aufklärung, weswegen wir meines Erachtens besser dastehen als ein Amerikaner oder Franzose, der täglich seine Flagge hisst, ohne über die Unterstützung grausamer Diktatoren in Südamerika, Afrika und dem Nahen Osten (Amerika) oder eine knüppelharte Kolonialherrschaft (Frankreich) nachzudenken. Das kann doch nur vorteilhaft sein und sollte nicht als "verrückt" abgestempelt werden.
 

aufklaerer

Großmeister
12. Januar 2005
94
Rupert schrieb:
Seine_Neutralitaet schrieb:
@haruc: als Hinweis: Rupert neigt bisweilen zu einer bestimmten Form der Ironie, also bitte nicht alles ernstnehmen; (das kann man mit obigem Posting sowieso nicht)

:O_O:

Das war ausnahmsweise ein Posting ohne ironische Ansätze. Dass sich weder Haruc noch du noch ich in dieser Form "schuldig" fühlen müssen für die Verbrechen im Dritten Reich, das ist klar; vielleicht würde ich es eher als "Scham" bezeichnen. Scham darüber, dass womöglich nur ein paar Kilometer von dir weg vor 60 Jahren ein Arbeits- bzw. Vernichtungslager gestanden haben könnte.

Jedoch glaube ich schon, dass sich jeder, der zu dieser Zeit gelebt und in der Wehrmacht/SS/HJ/NSDAP "gedient" hat, in der ein oder anderen Form schuldig fühlen sollte. Denn er hat, ob er es wollte oder nicht, diese grausigen Zustände unterstützt. Dann mit dem Totschlagargument zu kommen, man habe doch nichts mitgekriegt, halte ich für falsch. Wir auf dem Forum kriegen auch einigermaßen mit, wie die Zustände und Hintergründe aussehen, ohne dass man es uns unter die Nase reiben müsste.

Das Posting war allerdings auch mehr als Reaktion auf den sinngemäßen Ausspruch von Aufklärer, wir seien doch bekloppt, dass wir immer noch der Opfer des Dritten Reiches gedenken, gedacht. Im Gegensatz zu anderen Völkern betreiben wir nämlich selbstkritische Aufklärung, weswegen wir meines Erachtens besser dastehen als ein Amerikaner oder Franzose, der täglich seine Flagge hisst, ohne über die Unterstützung grausamer Diktatoren in Südamerika, Afrika und dem Nahen Osten (Amerika) oder eine knüppelharte Kolonialherrschaft (Frankreich) nachzudenken. Das kann doch nur vorteilhaft sein und sollte nicht als "verrückt" abgestempelt werden.

Sorry Rupert, Ich glaube du hast mich ein wenig missverstanden! Lese meine AW´s bitte nochmal alle ganz genau!
 

Rupert

Geheimer Meister
9. September 2004
237
Das glaube ich kaum. In deiner ersten Antwort steht explizit, dass "die Amis" überhaupt keine Aufklärung betrieben und "die Japaner" auch nicht besser seien. Anhand dieser Orientierung bezeichnest du es als "verrückt", dass wir uns so viel Mühe um Aufarbeitung geben, weil das - sinngemäß - jede andere Nation einen Dreck kümmere. Beschwichtigend fügst du vorher an, wir sollten weiterhin kulturelle Aufarbeitung betreiben, jedoch behauptest du einige Zeilen danach, das fünfzigjährige Gedenken an grausamste Verbrechen (die im Namen einer ethnischen und damit kulturellen "Reinigung" begangen wurden) sei unsinnig.

Wo habe ich dich hier nun missverstanden? :roll:
 

aufklaerer

Großmeister
12. Januar 2005
94
Rupert schrieb:
Das glaube ich kaum. In deiner ersten Antwort steht explizit, dass "die Amis" überhaupt keine Aufklärung betrieben und "die Japaner" auch nicht besser seien. Anhand dieser Orientierung bezeichnest du es als "verrückt", dass wir uns so viel Mühe um Aufarbeitung geben, weil das - sinngemäß - jede andere Nation einen Dreck kümmere. Beschwichtigend fügst du vorher an, wir sollten weiterhin kulturelle Aufarbeitung betreiben, jedoch behauptest du einige Zeilen danach, das fünfzigjährige Gedenken an grausamste Verbrechen (die im Namen einer ethnischen und damit kulturellen "Reinigung" begangen wurden) sei unsinnig.

Wo habe ich dich hier nun missverstanden? :roll:
`
Sorry aber das statement in meinem ersten Beitrag ist jawohl eindeutig, oder? Ich habe im 2. nie gesagt das das Gedenken an den Holocaust (oder alle NAZI-Verbrechen) unsinnig sei, sondern lediglich das ich das andauernde Gedenken in Deutschland in der Art wie wir es betreiben übertrieben finde. Man das Geld lieber dafür ausgeben sollte, einen größeren kulturellen Background bei den Menschen zu schaffen, damit sich so etwas schreckliches niemals wiederhohlt. Und ich mag es gar nicht in die rechte Ecke geschoben zu werden *beleidigtsei* 8O
 

arius

Großer Auserwählter
16. Juli 2003
1.555
Das Bergwelt-Panorama der mautpflichtigen Oberen Roßberg-Panornama-Ringsrasse ist jedenfalls bezaubernd, das kann sicher jeder bestätigen, wenn er dort schon mal war.

http://austria-insiderinfo.com/seilbahn_etc/rossfeld.htm

Berchtesgadener Bürgermeister freut sich auf Obersalzberg-Hotel
....Interconti erwartet, dass rund 30 Prozent der Gäste aus dem Ausland kommen, vorwiegend aus den USA und Großbritannien.





Im Übrigen hat sich der Einbau einer Welness-Anlage immer gerechnet, siehe Flims Waldhaus. Das dortige Hotel sollte schon verkauft werden, da kam die rettende Idee, und es wurde ein Welness-Schlager und das Hotel wurde zum Hotel des Jahres !

http://www.parkhotel-waldhaus.ch/deutsch/start/start.html
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Wie viele arbeitslose Skins können sich einen Besuch des Holokaustmahnmals leisten, wie viele einen Besuch in Buchenwald, und wie viele einen Besuch im Wellness-Hotel? Was muß an qua Gesetz jeden vermietet werden, der es will - die öffentliche Nibelungenhalle, oder eine private Hotelhalle?

Der privatisierte Obersalzberg wäre einmal ein historisch belasteter Ort, der garantiert keine neonazistische Wallfahrtsstätte wird.
 
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Verfasser Titel Forum Antworten Datum
L The End of the World.. Zeitgeschehen, Politik und Gesellschaft 12

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