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The Man From Earth - ein einziges Leben

Dieses Thema im Forum "Philosophisches und Grundsätzliches" wurde erstellt von die Kriegerin, 24. November 2017.

  1. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Halte ich immer noch für schwierig. Auch zu Handelsbeziehungen gehören Vertrauen und Vertrautheit, und um seine Alterslosigkeit zu verheimlichen, müßte er regelmäßig gänzlich neue Handelsbeziehungen aufbauen. Seine Waren und sein Kapital brauchen eine Heimat. Ein schwerreicher Kaufmann zu werden, ist unter diesen Bedingungen imho eher nicht möglich. Als unauffälliger Einzelkaufmann, der sich alle paar Jahre in einer anderen Stadt niederläßt, mag es angehen. Die eigentliche Schwierigkeit liegt ja darin, ein großes Vermögen rechtswirksam und gleichzeitig unerkannt von der einen Persönlichkeit auf die andere zu übertragen; mit einem eher kleinen Warenlager ist es immerhin denkbar. Inhaberaktien mit Coupons wären die früheste brauchbare Anlageform, die mir einfiele.

    Ich könnte mir vorstellen, daß ein beachtlicher Anteil der Hortfunde, von denen wir annehmen, daß sie in Kriegsgefahr vergraben wurden, von ihm stammen. Wann immer er eine größere Summe erworben hatte, hat er sie nicht vollständig reinvestiert, sondern einen Teil zum Nullzins für Notlagen zurückgelegt. ;-)
     
  2. Nachbar

    Nachbar Prinz von Libanon

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    Ferne Handelsreisen, die locker mehrere Jahre in Anspruch nehmen, könnte er selbst unternehmen. Würde er an einem Handelsort erkannt, hätte er sich bis weit in die Neuzeit hinein noch bequem als jüngerer Bruder oder, bei größerem zeitlichen Abstand, als Sohn ausgeben können. Wer behält schon über Jahrzehnte präzise ein Gesicht?

    Natürlich richtet er Niederlassungen ein, die er teils schriftlich, teils über wechselnde Vertraute verwaltet. Alle 30 bis 40 Jahre schaut er auch mal selbst vorbei. Möglicherweise trifft er alle 100 bis 200 Jahre auf eine herausragend ehrenhafte Familie, die er einweiht, die sein Geheimnis als Familienerbe bewahrt, die ihn vielleicht sogar als heiligen Mann verehrt, und auf deren Gütern er immer einen Ort zum Bleiben- und einen Speicher für seinen Besitz findet. Im Gegenzug leben sie in Wohlstand und Sicherheit.

    Kleingeld wird auch schon mal vergraben, weil's gerade hinderlich ist. Das sind die Hortfunde. Die echten Schätze aber würden wir auf den Gütern der eingeweihten Familien finden, bloß lassen die selbstverständlich nach wie vor keinen Archäologen auf ihre Ländereien.
     
  3. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Ach naja, ich könnte mir vorstellen, daß er eine Handelsreise von Venedig nach China unternimmt und nach zwanzig Jahren als sein eigener Sohn zurückkehrt, aber als ausgebautes System wird das doch etwas phantastisch. Insbesondere die absolut ehrenhaften Familien...
     
  4. Nachbar

    Nachbar Prinz von Libanon

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    Bei Bedarf bin ich eben Romantiker, genau wie Du. :wink:
     
  5. Viminal

    Viminal Großer Auserwählter

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    Der Jäger hat recht, Macht und Reichtum sind schwierig zu halten und schwierig auf andere Identitäten zu übertragen. Zudem wird man dadurch zum Ziel von jenen die etwas gegen die Machtposition haben oder das Vermögen wollen. Als jemand der als Hauptbedrohung seines ewigen Lebens v.a. Gewalt ansehen muss (Alter und Krankheiten die nicht von Verletzungen herrühren sind ja für die Unsterblichen nicht relevant), sind also genau diese Dinge mehr schädlich als hilfreich.
    Zusätzlich ist Vermögen und Position bedroht von Krisen, Umstürzen und Kriegen.
    Es würde aus meiner Sicht also darauf ankommen das Leben so zu führen dass man zwar versorgt und sicher ist, aber nicht durch personengebundenes Vermögen gebunden wird - außerdem muss man in der Lage sein den politischen Gefahren immer rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.

    Als Alternative zum Handelsreisenden-Dasein schlage ich daher folgende Dinge vor:
    1. die eremitische Lebensweise außerhalb der Zivilisation, z.B. in der Tundra, in unzugänglichen Bergen oder Waldgebieten. Der Wohnsitz muss dann wesentlich seltener gewechselt werden.
    2. Die Nutzung der Unsterblichkeit um von einer religiösen Gefolgschaft über die Jahrhunderte versorgt zu werden, z.B. könnte man sicher in einem buddhistischen Kloster unterkommen ohne als Dämon verbrannt zu werden weil man nicht altert. Oder man zieht sich halt selbst eine Sekte heran. Wichtig ist dabei dass man von dieser Gruppe vor der Öffentlichkeit geschützt und von ihr versorgt wird.
    3. Eventuell wäre es auch möglich sich als Heiratsschwindler(in) oder Berater(in) durch die Jahrhunderte und Länder zu mogeln - auch dabei braucht man kein eigenes Vermögen sondern lebt quasi parasitär. Ist natürlich gefährlicher weil man wieder in soziale Gruppen und deren Konflikte reingezogen wird - anders ausgedrückt: Wenn man als Berater am Hof des letzten Zaren lebt, lebt man sicher gut - aber die Bolschewiki richten einen dennoch hin. Wenn man eine reiche Witwe bezirzt, haben vielleicht deren Kinder was dagegen ...
     
  6. Nachbar

    Nachbar Prinz von Libanon

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    Mir ging's um den beiläufigen Erwerb von Reichtum, nicht von Macht. Zumindest nicht von institutionalisierter Macht.

    Ich reise für mein (begrenztes) Leben gern, und habe mich wahrscheinlich deshalb sofort in der Option des fern reisenden Händlers heimisch gefühlt.
    Deine Alternativen finde ich aber durch die Bank gut. Am besten gefällt mir die 2. Da sehe ich mich einige Jahrhunderte lang einen Zen-Garten geniessen. Von denen man ja auch weiß, daß deren Reife bis zur vollendeten Schönheit Jahrhunderte dauern kann. Ich dürfte der gesamten Vollendung zuschauen, oder noch besser, sie gestalten... Wundervoller Gedanke...
    Leider ist Buddha, gerechnet auf mein Alter von 14.000 Jahren, ziemlich spät geboren. Also den gesamten Rest der Zeit als Eremit in der Tundra? Hmmmm..... ?
     
  7. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Wanderhandwerker. Als unauffälliger Scherenschleifer kommt man ein paar hundert Jahre lang bescheiden durch. Als Handwerksgeselle (Steinmetz vielleicht?) kann man durch ganz Europa auf die Walz gehen, Wanderbücher lassen sich leicht fälschen. Vor ihrer Einführung braucht man nur die Losungsworte und Handschläge, aber wem sage ich das? Schwierig nur, erst einmal die Kunst zu lernen.
     
  8. Nachbar

    Nachbar Prinz von Libanon

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    Man fängt als Lehrling an. Das ist die bewährte Methode.
     
  9. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Leider müssen Lehrlinge ihre eheliche Geburt nachweisen (soziale Einbindung) und sind meist höchstens 14 Jahre alt... Ich weiß nicht, ob man in fortgeschrittenen Jahren noch behaupten kann, man sei ein entlaufener Leibeigener, habe gehört, daß Stadtluft frei mache und wolle gern ein Handwerk erlernen.
     
  10. Grubi

    Grubi Moderator Mitarbeiter

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    Ich würde es als Wandergärtner für Zen Gärten versuchen, gefällt mir spontan.
    Bäume vom Sämlingsstadium bis zum Verrotten begleiten, stelle ich mir enorm beruhigend vor.
    Nebenbei ein bischen Antiquitätenhandel, ein gutes grosses Versteck wäre von Vorteil.
    Nur wie schlage ich die Zeit bis zur ersten Heckenscheere tot?

    Wesentliche Fragen die in dem Film unbeantwortet blieben...

    Was passiert mit John bei Nahrungs oder Flüssigkeitsmangel?
    Muss er überhaupt essen oder macht er das nur zum Spass?
    Kann man ihn einfrieren oder trocknen und später wieder auftauen oder in Wasser einweichen wie ein Bärtierchen?
    Was passiert wenn er ein Bein oder einen Arm verliert, wächst das nach wie bei Lurchen im Larvenstadium?

    Zumindest treibt er sich schon seit Generationen in der Nähe von Forschern und Gelehrten herrum, die eine oder andere Frage ans Universum wird er noch haben.

    In einer Vortsetzung würde ich gerne etwas über seine Genetik erfahren... sein Erbgut scheint sich ja perfekt zu halten, was aber evolutionär kein Vorteil sein muss.
    Der muss auch dringend mal geklont werden.

    Spannend finde ich die Frage, wie lange es noch dauert bis sich die Menschheit weiterentwickelt hat, dass er als "Menschenaffe" im Zoo landet und er den sich weiterentwickelnden Trockennasenaffen hoffnungslos unterlegen is, weil er garnicht weiss wovon die reden.
    Irgendwann ist sein Erbgut auch nicht mehr mit einer höher entwickelten Art kompatibel, es könnten Jahrmillionen Einsamkeit vor ihm liegen...

    Gruss Grubi
     
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  11. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

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    Apropos. Wenn er älter wäre, dann würde mich brennend interessieren, wie das damals mit den Neandertalern war. Wie. Anders. Waren die?
     
  12. Popocatepetl

    Popocatepetl Großer Auserwählter

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    meine damen und herren, hier ein beispiel wie man:

    1. einen film perfekt spoilern kann. (nicht meckern, "spoilern" steht bald im duden :D )
    2. ein fantasieprodukt völlig überinterpretiert.


    aber hey, ist alls besser als über wein oder whisky zu plaudern... :roll:
     
  13. Grubi

    Grubi Moderator Mitarbeiter

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    zu 1. Der Streifen ist was älter irgendwann muss man über die Handlung reden können, ich persönlich spinne nun ein bischen rum.

    zu 2. Ach das ist alles nur Phantasie?
    Ja was machen wir denn nun?

    Gruss Grubi
     
  14. Popocatepetl

    Popocatepetl Großer Auserwählter

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    das licht aus...
     
  15. Grubi

    Grubi Moderator Mitarbeiter

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    Moin

    Ich kann dich beruhigen...
    Das Buch ist völlig unreligiös, die Handlung spielt nicht vor 2000 Jahren sondern heute in einem völlig unreligiösen Umfeld in einer alternativen Gegenwart.
    Beim Lesen wird zunehmend unklarer was der Bursche mit Jesus zu tun haben soll ;)
    Das Buch erzeugt eine merkwürdige Stimmung die kaum zu beschreiben ist, man ist dazu geneigt jederzeit mit allem zu rechnen, aber es plätschert eher so vor sich hin...

    Gruss Grubi
     
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  16. die Kriegerin

    die Kriegerin Geheimer Meister

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    https://www.forschung-und-wissen.de...eber-70-jahren-auf-essen-und-trinken-13371967

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deinococcus_radiodurans

    https://de.wikipedia.org/wiki/Axolotl




    Ich sehe in diesem Film nicht allzuviel Relgion(Glauben), aber beschäftigt unser Leben UNS nicht die Rückführung?
    Frömmigkeit...wird wie Magie nicht durch Wissen vermittelt.

    Kriegerin
     
  17. ElfterSeptember

    ElfterSeptember Vorsteher und Richter

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    Ich schliesse mich da Popo an und finde auch, daß der Film nicht nur hier viel zu überinterpretiert wird und ihn in eine religiöse Ecke drückt, wo er gar nicht hingehört. Was soll schon passieren, wenn man ihn z.b. eine schnittwunde zugefügt hätte? r hätte vielleicht geblutet und die Wunde wäre nach 1 bis 2 Wochen geheilt, wie bei einem normalen Menschen, nur ohne bleibende Narben, weil sich seine Zellen komplett regenerieren. Durch Hunger und Durst würde er vielleicht erkranken, und schwach werden, genau so wie er auch an Pocken und der Pest erkrankt is, aber nicht gestorben ist, weil sich seine Zellen perfekt regenerieren.
    Man kann vieles in den Film reininterpretieren aber es bleibt immer noch ein Film und nicht die Bibel.
    Dabei kann ich mich noch besser mit der Unsterblichkeit eines einzelnen Menschen anfreunden, als mit einem Menschen der über Wasser läuft, Wasser zu Wein macht und Kranke durch handauflegen heilt oder sonstigen hokuspokokus
     
  18. die Kriegerin

    die Kriegerin Geheimer Meister

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    Leider selbst Udocnser wie BRD-
    Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
    ist der BIBEL ausgelegt - 10 Gebote und erst in der USA:

    Ich habe noch was , hier werden wissentschaftlich Wunder erklärt.

     
  19. Nachbar

    Nachbar Prinz von Libanon

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    Verflixt, irgendwas ist immer.
    Aber so schnell gebe ich den Gedanken nicht auf, als Steinmetz, also als der erklärte Urvater der modernen Freimaurerei, hätte man eine praktikable Option auf ein schadloses Überstehen von Jahrhunderten. Der Gedanke reizt natürlich... :wink:

    Ich sage mal, er hatte im Hochmittelalter schon längst seine kleinen Gold-Depots angelegt und konnte sich einen privaten Lehrmeister der Steinmetzkunst locker leisten. Bis zum Meistergrad. Aber was ist mit Zeichen, Wort und Griff? Herrje... Und was ist, wenn er behauptet, er hätte zuletzt am Dom zu Pisa gewerkelt, und trifft dann auf einen Kollegen der wirklich dort war? Schwierig... Vielleicht doch besser Scherenschleifer oder Barbier.
     
  20. Lupo

    Lupo Groß-Pontifex

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    Kesselflicker ... damals Wandergewerbe, heute als Klempner problemlos anwendbar.
     

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