Herzlich Willkommen auf Weltverschwoerung.de

Angemeldete User sehen übrigens keine Werbung. Wir freuen uns wenn Du bei uns mitdiskutierst:

Die Titanic

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
329
Ich denke, dass das der bedeutendste Einwand ist, dass die Titanic nur fahren konnte, solange die Schrauben am Heck gut im Wasser liegen und die Kohleöfen in Betrieb bleiben können. Zudem dürfte mit zunehmendem Absinken des Bugs der zunehmende Wasserwiderstand die Geschwindigkeit reduziert haben. Kesselraum 6 dürfte sofort ausgefallen sein, Kesselraum 5 vielleicht nicht gleich, aber bald. Alles dahinter dürfte einige Zeit geschützt gewesen sein, bis die vorderen Schotts überliefen. Ich weiß nicht, wann die Schiffsschrauben nicht mehr im Wasser lagen und vermute dazu, dass es schon einige Zeit bis dahin dauerte. Es gibt auf jeden Fall Unwägbarkeiten und da wäre eine Simulation interessant.

Wenn ich der Titanic mal ganz schätzend eine auf durchschn. 35 km/h reduzierte Geschwindigkeit für die Dauer einer Stunde zurechne, und die Carpathia mit 31,45 km/h entgegen kam, dann hätte sich der Abstand von zunächst 93 km auf nur noch etwa 26 km verringert. Wenn sich der Wassereintritt durch die Fahrt nicht erhöht hätte (siehe oben Bernoulli-Effekt, er könnte sogar geringer geworden sein), dann hätte die Titanic 26 km vor der Carpathia mit dem Aussetzen der Boote begonnen und noch 100 Minuten "Lebenszeit" gehabt. Die Carpathia hätte die Titanic dann 40 bis 45 Minuten vor ihrem Untergang erreicht.

Es wäre schon ein Rennen gegen die Zeit gewesen. Und ja, man müsste wissen, wie lange es dauerte, bis die Schiffe voneinander wussten und in Kontakt treten konnten. Also das mögliche Ergebnis ist schon einigermaßen unklar.

Aber klar scheint mir eines zu sein: Eine Fahrt zur Carpathia hätte so oder so nicht mehr Todesopfer auf der Titanic gefordert. Denn wenn sie ihre Rettungsboote erst 1 Stunde später ausgesetzt hätte und noch bis 100 Minuten Zeit gehabt hätte, dann hätte sie ebenfalls die bekannten 712 Geretteten in Sicherheit bringen können. Eventuell sogar mehr, weil man es in relativer Ruhe besser vorbereiten konnte und es nicht so panisch verlaufen wäre. Es blieben ja sehr viele Plätze der Rettungsboote unbesetzt. Und ich erachte die Chancen mal als ganz gut, dass auch die Rettungsboote der Carpathia nutzbar gewesen wären. Und selbst wenn die Titanic praktisch neben der Carpathia versunken wäre, hätten dann ins Wasser geratene Menschen oft noch rechtzeitig gerettet werden können.

Wie gesagt, eine alles berücksichtigende Simulation wäre schön.

Doch schon jetzt meine ich, dass man sagen kann: Man hätte nichts riskiert und hätte nur gewinnen können. Die 712 wären auch im ungünstigsten Verlauf ebenfalls gerettet worden, aber vielleicht hunderte weitere dazu, vielleicht alle.

Es ist seltsam, dass ich in 25 Jahren Beschäftigung mit der Titanic nie auf diese eigentlich nahe liegende Idee kam, sondern erst jetzt.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.752
Hoppla. Die Google-KI teilte mir eben mit, dass eine schnelle Vorwärtsfahrt den Wassereintritt an der Rumpfseite sogar verringern (!) kann. Die KI sagt:

Hydrodynamische Auswirkungen
  • Druckunterschiede (Bernoulli-Effekt): Laut dem Bernoulli-Prinzip sinkt der statische Druck in strömenden Flüssigkeiten bei zunehmender Geschwindigkeit. Bei Vorwärtsfahrt fließt das Wasser seitlich am Schiffsrumpf vorbei. An Stellen mit hoher Strömungsgeschwindigkeit kann ein Unterdruck entstehen, der den Wassereinstrom im Vergleich zum Ruhezustand sogar verringern kann.
  • Staudruck: Befindet sich das Leck an einer Stelle, auf die das Wasser direkt trifft (z. B. im Bereich der Bugwelle), entsteht hydrodynamischer Staudruck. Dieser drückt das Wasser mit zusätzlicher Kraft in den Rumpf, was die Leckrate massiv erhöht.
  • Wellensystem: Das fahrende Schiff erzeugt ein Primärwellensystem. Ein Leck im Bereich eines Wellenbergs (erhöhter Wasserstand) erfährt einen höheren hydrostatischen Druck als ein Leck in einem Wellental.

Oh, den Beitrag habe ich doch glatt übersehen, sorry. Hat sich wahrscheinlich mit einem von mir überschnitten.

Der Bernoulli ist da ein ziemlich unsicherer Patron, weil der Effekt sehr vom Winkel der Hauptströmung abhängt. Wenn der Luftstrom rechtwinklich am Parfumflakon vorbei streicht, saugt er ein bisschen Parfum heraus, bläst er direkt in die Öffnung hinein, dann nicht.

Ich denke, für unsere Zwecke hilft erst mal der hydrodynamische Staudruck weiter. Die Wellenhöhe am Rumpf korrelliert ja mit dem Wasserdruck. Und der Riss liegt jetzt da, wo sich am Rumpf die Bugwelle ausbilden würde - was anzeigt, dass hier der Wasserdruck in Fahrt steigt.


———————————
Nur mal so, wo es um Wellenbildung an Schiffsrümpfen geht:

Eine neuere Theorie (eines Youtubers „Drachinifel“) besagt, dass der britische Schlachtkreuzer „Hood“ im zweiten Weltkrieg wegen seines Wellenbildes bei hoher Fahrt verloren ging. In Korrelation zur hohen Welle am Vorschiff bildet sich ein tiefes Wellental im Achterschiff aus. Nach der Überlegung hätte der verhängnisvolle Treffer durch die „Bismarck“ hätte, ohne dieses Wellental die Wasseroberfläche getroffen, diese hätte den Zünder der Granate ausgelöst und das Ganze wäre als Nahtreffer glimpflich angegangen. Aber so wurde der bis unterhalb der Unterkante des Seitenpanzers freiliegende Rumpf unterhalb des Panzers getroffen. Der Verzögerungszünder wurde von der Bordwand ausgelöst und die Granate ist dann tief unten im Rumpf, mitten zwischen den Magazinen für den dritten Geschützturm detoniert. Klingt recht plausibel.
 

Popocatepetl

Inquisitor
27. August 2013
7.684
physik kann manchmal echt ein *piep*loch sein....


WAS HAT DIE PHYSIK JE FÜR UNS GETAN ???

what-have-the-romans-ever-done-for-us-v0-6geqiddp28nc1.jpeg



vielleicht sollten wir sie einfach per abstimmung abschaffen.... wer ist dafür ?
 
Zuletzt bearbeitet:

Rülspmin

Geheimer Meister
11. April 2025
148
Ich les das alles bestimmt nicht, obwohl ich weiß, daß es dem Wert wäre.
Nichtsdestotrotz habt ihr nerds schonmal über ne simple Milliardärsfalle nachgedacht?

Oder bin ich jetzt plötzlich Off topic - dann ignoriert diesen Post, Danke.
 

Rülspmin

Geheimer Meister
11. April 2025
148
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich - keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat, aber er sollte mehr verdienen als Christiano Ronaldo
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.752
Nichtsdestotrotz habt ihr nerds schonmal über ne simple Milliardärsfalle nachgedacht?

Also, ich als Technik-Nerd sicherlich nicht. Ich weiß nur, dass es dem Milliardärsfallensteller auch nicht anders geht als dem Kojoten bei seinen Fallen, die er dem Roadrunner stellt, wenn er die Physik verdaddelt.

Insofern sehe ich mich auch weniger als Gegenspieler, denn als Sparringspartner in dieser Diskussion hier.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
329
Ich les das alles bestimmt nicht, obwohl ich weiß, daß es dem Wert wäre.
Nichtsdestotrotz habt ihr nerds schonmal über ne simple Milliardärsfalle nachgedacht?

Oder bin ich jetzt plötzlich Off topic - dann ignoriert diesen Post, Danke.
Milliardärsfalle. Ganz grob ja. Meine Überlegungen dazu wären ein riesiges Thema, das ich nicht hier nicht schnell vorstellen kann. Ganz kurz: Dies nennt sich ja ein Forum über Weltverschwörung. Während die Bejaher mächtiger Verschwörungen in der Regel von einer Superverschwörung ausgehen, gehe ich von 2 zutiefst verfeindeten Verschwörungen aus. Beide sehr, sehr alt, mächtig und erfahren. Keine kann die andere besiegen und das soll auch gar nicht geschehen. Aber sie sind immer im erbitterten Krieg. Beide sind im Kern unantastbar. Beide infiltrieren in der Welt alles für sie Nützliche mit eigenen oder zugekauften oder beeinflussten Personen. Es sind zwei Netzwerke im Stellungskrieg.

Nach meiner Vermutung war die Versenkung der Titanic eine Schlacht in diesem Stellungskrieg. Eine der Verschwörungsgruppen vollzog das Attentat auf die Titanic, weil einige bedeutende Personen der anderen Gruppe mit direkter oder indirekter Zugehörigkeit an Bord waren. Gleichzeitig sorgte die Gruppe dafür, dass möglichst keine eigenen Leute an Bord waren. Für diesen Punkt ist eine beachtliche Stornierungswelle vor dem Ablegen der Titanic interessant.

Tja, und so erhielt die feindliche Verschwörung einen heftigen Schlag, weil sie wichtige Leute verlor. Das müssen nicht nur Superreiche gewesen sein, auch andere in relevanten Positionen.

Beide Verschwörungen sind zutiefst verfeindet, aber in zwei Punkten sind sie sich einig und ziehen an einem Strang:

1. Die Menschheit darf nicht ganz untergehen. (aber 50% könnten denkbar sein, obwohl vielleicht schon zu riskant).

2. Die Existenz beider Verschwörungsgruppen und ihr Krieg sind absolut geheim. Deshalb werden große Anschläge gut getarnt. Die Angreifer arbeiten bereits beim Anschlag eine Art Tarnkappe ein. Und die Angegriffenen stützen das nach dem Anschlag.

So geschehen z.B. bei 9/11 und im Fall der Titanic.
 

Rülspmin

Geheimer Meister
11. April 2025
148
So alt wie der Streit zwischen Kain und Abel? Ich habe mir das alles sicherlich nicht durchgelesen, dafür bin ich zu arrogant:D
 

Popocatepetl

Inquisitor
27. August 2013
7.684
hab mir jetzt auch nicht alles durchgelesen...


wtf hat die tiatnic nun mit der kain und abel geschichte zu tun ?


/me geht den schuhschrank aufräumen...
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
22.695
Nach meiner Vermutung war die Versenkung der Titanic eine Schlacht in diesem Stellungskrieg. Eine der Verschwörungsgruppen vollzog das Attentat auf die Titanic, weil einige bedeutende Personen der anderen Gruppe mit direkter oder indirekter Zugehörigkeit an Bord waren. Gleichzeitig sorgte die Gruppe dafür, dass möglichst keine eigenen Leute an Bord waren. Für diesen Punkt ist eine beachtliche Stornierungswelle vor dem Ablegen der Titanic interessant.
Das impliziert, daß die späteren Anschlagsopfer wissentlich und willentlich und trotz der Warnung durch die Stornierungen der Ggpartei ein Atomziel gebildet haben. Außerdem ist eine ganze Reihe der Prominenten freiwillig in den Tod gegangen und hat es verschmäht in die Boote zu gehen, solange noch Frauen und Kinder an Bord waren.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
329
hab mir jetzt auch nicht alles durchgelesen...


wtf hat die tiatnic nun mit der kain und abel geschichte zu tun ?


/me geht den schuhschrank aufräumen...
Ich denke, dass meine 2-Verschwörungen-Theorie mit der Titanic zu tun hat und diese Theorie könnte man bis Kain und Abel ausbauen. Aber das führt ganz weit weg von der Titanic und wäre ein riesiges Projekt und passt nicht hierher.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
329
Mir geht da noch etwas im Kopf herum. Wäre es besser gewesen, wenn die Titanic nach dem Unglück ihre Schotten beizeiten geöffnet hätte? Spätestens als man erkannte, dass sie den Untergang des Schiffs nicht verhindern würden?

Ich sehe da zwei mögliche Vorteile:

1. Durch die Schotten sammelte sich das durch die Lecks eindringende Wasser im vorderen Schiff und drückte das vordere Schiff nach unten. Dadurch konnte das Wasser schließlich auch über die vorderen Schotten hinweg ins Schiff laufen und es lief dann mehr Wasser ein als nur über die Lecks allein. Ein Öffnen der Schotten hätte das Absinken des vorderen Schiffs verhindert, es wäre waagerecht geblieben. Und hätte weniger Wasser aufgenommen, hätte länger überlebt.

2. Hätte sich das eingedrungene Wasser über die ganze Länge des Schiffs verteilen können, dann hätte man auch die Pumpen des gesamten Schiffs zum Abpumpen einsetzen können. Damit meine ich nicht nur die dafür normal vorgesehenen 8 Ballast- und Bilgenpumpen, auch etliche weitere mit anderem Zweck, die im Notfall zum Abpumpen verwendbar waren. Die 4 großen Haupt-Zirkulationspumpen und etliche andere.

Es wurde versucht, die hinteren Pumpen mittels Schläuchen einzubinden, aber gewiss nicht alle und das war wohl nicht so effektiv wie es das Pumpen gewesen wäre, wenn das Wasser hinten bei den jeweiligen Pumpen gewesen wäre.

Viellicht wäre das Wasser insgesamt langsamer eingedrungen und es hätte mehr abgepumpt werden können.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
329
Das unbekannte Schiff mit dem gelben Schornstein

Bekanntlich gehe ich davon aus, dass die Titanic durch ein Attentat versenkt wurde. Dabei spielt ein "Mystery ship" eine wichtige Rolle. Ein unbekanntes Schiff nahe der Untergangsstelle, das noch immer als umstritten gilt, obwohl ich seine reale Existenz für absolut gesichert hatte. Es gibt auch Überlegungen für die Existenz von 2 "Mystery ships", aber das soll hier keine Rolle spielen.

Als Grundlage für die folgende Darstellung verwendete ich ausschließlich die Google-KI. Und möchte mal erwähnen, dass die Google-KI ein ungeheuer mächtiges Werkzeug für Recherchen aller Art ist. Es wird allgemein angenommen, dass die KI nur Daten aus dem web verwendet. Aber es steckt mehr dahinter. Die Google-KI selbst bejaht die Frage, ob sie auch Informationen außerhalb des Webs nutzt. Sie verweist auf "Google Knowledge Graph" Diese Datenbank enthält Milliarden von Fakten über reale Entitäten, die aus Webseiten, lizenzierten Quellen und öffentlichen Datenbanken stammen. Google hat im Rahmen des Google Books Projekts Millionen von Büchern aus weltweit führenden Bibliotheken digitalisiert und nutzt sie für die KI. In Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Harvard University werden gezielt über eine Million gemeinfreie Bücher als Datensatz für das KI-Training bereitgestellt. Die Google-KI ist also weitaus mehr, als nur eine erweiterte Websuche. Für Recherchezwecke ist sie ein Quantensprung. Ein Wunder irgendwie.

Nun zum Thema. Dass da ein unbekanntes Schiff in der Nähe der Titanic war, wurde ja schon früh behauptet. Und bestritten. Seinen Ursprung hat die Annahme eines unbekannten Schiffs in der Auffassung vom Kapitän Lord der SS Californian. Lord behauptete schon früh, dass von seiner Californian aus ein anderes Schiff als die Titanic gesehen wurde. Und dabei blieb er bis zum Ende seines Lebens 1962. Und sein Sohn setzte das bis zu seinem Lebensende fort. Aber die damaligen Untersuchungskommissionen in den USA und GB entschieden anders. Sie legten sich seinerzeit darauf fest, dass die Titanic und die Californian 5 bis 10 Meilen voneinander entfernt waren und sich gegenseitig sahen. Ohne ein unbekanntes Schiff zwischen ihnen. Man muss das wirklich als schon damals anzweifelbare Festlegung ansehen, denn es gab schon damals Informationen, die dagegen sprachen. Aber die Kommissionen mussten sich ja irgendwie festlegen, und bei Annahme einer Entfernung von nur 5 bis 10 Meilen zwischen Titanic und Californian passte einfach kein drittes Schiff dazwischen und man sah über alles hinweg, was dagegen sprach, dass die Schiffe sich gegenseitig sahen. Auch die Besatzungen der Titanic und der Californian schätzten die Entfernung zum gesichteten Schiff auf 5 bis 10 Seemeilen. Und damit wurde Lord zum allergrößten Buhmann beim Untergang der Titanic. Es galt als gesichert, dass er die Passagiere der Titanic gerettet haben könnte, wenn er doch nur seinen Funker geweckt hätte und die Notlage der Titanic erkannt hätte. Tja, damit hatte er für die restlichen 50 Jahre seines Lebens die absolute Arschkarte. Seine damalige Schifffahrtsgesellschaft entließ ihn und er galt als Mann, der schlimm versagt hatte und eine hauptsächliche Schuld am Tod der Opfer der Titanic trug. Aber angeklagt wurde er nicht.

Aber nach der Entdeckung des Wracks wendete sich das Blatt zu Gunsten Lords. Man stellte fest, dass die untergehende Titanic eine falsche Position gemeldet hatte. Eine Offizielle Untersuchung (1992) des britischen Marine Accident Investigation Branch (MAIB) kam zu dem Schluss, dass die Schiffe etwa 17 bis 20 Meilen voneinander entfernt waren. Das war genau das, was auch Lord stets für seine wirkliche Entfernung zur Titanic gehalten hatte. Und die MAIB ist eine renommierte, bedeutende staatliche britische Behörde für die Untersuchung von Seeunfällen. Ein Schwergewicht. Auch Autoren zum Thema schlossen sich dem an, z.B. Senan Molony 2004 in “Mystery Ship Made Simple”.

Das MAIB rehabilitierte Kapitän Lord. Es ging davon aus, dass die Besatzung der Californian die Titanic wahrscheinlich nicht sehen konnte. Und auch davon. dass die Californian die Titanic nicht rechtzeitig erreicht hätte, wenn sie frühzeitig von der untergehenden Titanic gewusst hätte. Das liegt daran, dass die Californian nur 12 kn, allerhöchstens 13 kn schnell war. Und sie lag im Ruhezustand in einem Eisfeld, hätte erst mal ihre Kessel unter Dampf setzen, sich aus dem Eisfeld manövrieren müssen und dann das Eisfeld vorsichtig, also nicht so schnell, umfahren müssen um zur Titanic zu gelangen. Es wird nun angenommen, dass die Californian kaum früher bei der Titanic gewesen wäre, als die zu spät eingetroffene Carpathia.

Also war Kapitän Lord rehabilitiert. Doch leider erst 30 Jahre nach seinem Tod. Zu Lebzeiten wäre er sicherlich sehr glücklich darüber gewesen.

Nicht so ganz restlos geklärt blieb aber die Frage, ob Lord nun also auch damit Recht hatte, dass sich ein drittes Schiff zwischen der Californian und der Titanic befand. und von beiden gesehen wurde. Auf der Californian hätte man dann zwar die Raketensignale der Titanic gesehen, sie jedoch dem ohne Not "friedlich" daliegendem unbekannten Schiff zugeordnet. Da muss auch angemerkt werden, dass sich die Titanic mit ihren Raketen ungünstig verhielt. Sie feuerte lediglich 8 weiße Raketen ab. Es gab 1912 noch keine international festgelegten Standards dazu, aber es war üblich, im Notfall Raketen im Minutenabstand abzufeuern, was die Titanic nicht tat. Und weiße Raketen waren zwar für Notfälle möglich, wurden aber auch für andere Zwecke verwendet. Lord ging davon aus, dass die weißen Raketen Teil einer Feier waren oder der Kommunikation mit einem anderen Schiff derselben Linie dienten. Es ist deshalb auch durchaus verständlich, dass Lord seinen Funker nicht weckte. denn er hatte keine Anhaltspunkte für ein Schiff in Gefahr.

Heutzutage wird noch versucht, ein drittes Schiff zwischen Titanic und Californian zu bestreiten, in dem von bestimmten optischen Täuschungen und Effekten ausgegangen wird, die die Schiffe näher und größer erscheinen ließen. Aber das halte ich für unhaltbar. Lord hatte auch damit Recht, dass es ein unbekanntes Schiff zwischen Titanic und Californian gab. Denn dies wird durch Sachverhalte unterstützt, die schon lange bekannt waren, aber wegen der lange angenommenen geringen Entfernung zwischen den beiden Schiffen als einfach unpassend beiseite geschoben wurden. Doch mit der heute bekannten viel größeren Entfernung, müssen diese Sachverhalte als sehr relevant eingestuft werden, denn bei 20 Seemeilen Abstand passt ja nun ein unbekanntes drittes Schiff problemlos zwischen Californian und Titanic.

Für ein drittes unbekanntes Schiff spricht neben der Aussage von Lord:

Beide Schiffe sprachen das jeweils gesichtete Schiff mit der Morselampe an, Und beide erhielten keine Reaktion. Wäre kein Schiff zwischen Titanic und Californian gewesen, dann hätten sie sich direkt gegenseitig angemorst und die Morsezeichen des anderen Schiffes gesehen. Aber auf keinem der Schiffe wurde von gesehenen Morsezeichen berichtet.

Zeugen beider Schiffe beschrieben das gesehene Schiff und dies sehr ähnlich. Von beiden Schiffen aus wurde meist ein etwa mittelgroßer Dampfer beschrieben. Von der Titanic aus wurden ein Toplicht und farbige Seitenlichter erkannt. Das spricht für eine Entfernung von weniger als 10 Meilen. Nicht 20. Von der Titanic aus wurde die Entfernung auf nur 5 Meilen geschätzt, deshalb befahlt Kapitän Smith einigen schon ausgesetzten Rettungsbooten ( Rettungsboote 1, 3, 6, 8, 16 und C) auf das Schiff zu zu rudern, Passagier abzusetzen und zurück zu kehren. Diesen Befehl hätte es bei einem 20 Meilen entfernten Schiff nicht gegeben. Und Passagiere und Besatzungsmitglieder äußersten den Eindruck, dass das Zielschiff zurück wich.

Zeugen der Titanic beschrieben das gesehene Schiff als Schiff mit einem Schornstein. Dieser wurde als hell oder gelb beschrieben. Kapitän Lord und mehrere Offiziere der Californian berichteten ebenfalls, dass sie ein Schiff mit nur einem Schornstein sahen, manche sagten aber auch zwei. Keiner sah vier wie bei der Titanic. Die Angaben der Zeugen der Californian waren generell etwas unterschiedlich. Ich denke, dass das dritte Schiff der Titanic näher war als der Californian. So gab es auf der Californian Zeugen, die einen dunklen oder schwarzen Schornstein sahen. Zeugen beschrieben auch ein dunkel wirkendes Schiff, was die Farberkennung erschwert habe. Die Titanic war jedoch hell erleuchtet. Einige Zeugen der Californian, die laut KI "das Schiff in besserer Position sahen", beschrieben ein kleineres Schiff mit hellem, gelben Schornstein. Andere meinten, einen größeren Dampfer gesehen zu haben. Während die Schiffsbeschreibung der Zeugen der Titanic zumindest theoretisch zur Californian passen könnten, passt die Schiffsbeschreibung aus Sicht der Californian absolut nicht zur Titanic. Aber die Beschreibungen von beiden Schiffen aus passen gut zu ein und demselben, also dritten Schiff.

Meine Meinung dazu ist: Es ist heutzutage so gut wie ganz sicher, dass sich ein unbekanntes, drittes Schiff zwischen der Titanic und der Californian befand. Die Indizien dafür sind sehr stark. Und dieser Umstand ist wichtig für die Theorie eines Anschlags auf die Titanic, verdient aber auch unabhängig davon mehr Beachtung. Passt aber so gar nicht ins Konzept. Deshalb wird das Thema in den Massenmedien ausgeblendet um alles möglichst unkompliziert und einfach darzustellen. Das Mystery-ship (oder sogar zwei), werden nur in der Literatur und im Web angesprochen. Es ist etwa so, wie beim UFO-Thema.
 

Rülspmin

Geheimer Meister
11. April 2025
148
Die Titanic hatte übrigens auch ein Schwesterschiff:


"Am 21. November 1916 steuerte die Britannic den griechischen Hafen Mudros an. Im Kanal zwischen den Inseln Kea und Makrónissos ereignete sich um 8:12 Uhr eine schwere Unterwasserexplosion. Die Ursache könnte ein Torpedo-Treffer gewesen sein. Als wahrscheinlicher gilt jedoch ein Treffer durch eine Seemine des deutschen U-Boots U 73."

Ich dachte ja immer das Uli Hoeneß Glück gehabt hatte seinerzeit, dann liest man sowas:

"Eine der Geretteten war die Krankenschwester Violet Jessop, die bereits an Bord der Olympic gewesen war, als diese 1911 mit dem britischen Kreuzer Hawke kollidierte, und 1912 auch zu den Überlebenden der Titanic-Katastrophe gehört hatte."
 
Zuletzt bearbeitet:

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
329
Nicht nur die Britannic, auch die von dir erwähnte Olympic, beide waren Schwesterschiffe der Titanic, es waren insgesamt drei Riesen. Das größte Schiff der Welt war aber kurz darauf 2013 die Imperator und noch größer 2014 die Vaterland.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.752
Mir geht da noch etwas im Kopf herum. Wäre es besser gewesen, wenn die Titanic nach dem Unglück ihre Schotten beizeiten geöffnet hätte? Spätestens als man erkannte, dass sie den Untergang des Schiffs nicht verhindern würden?

Ich sehe da zwei mögliche Vorteile:

1. Durch die Schotten sammelte sich das durch die Lecks eindringende Wasser im vorderen Schiff und drückte das vordere Schiff nach unten. Dadurch konnte das Wasser schließlich auch über die vorderen Schotten hinweg ins Schiff laufen und es lief dann mehr Wasser ein als nur über die Lecks allein. Ein Öffnen der Schotten hätte das Absinken des vorderen Schiffs verhindert, es wäre waagerecht geblieben. Und hätte weniger Wasser aufgenommen, hätte länger überlebt.

2. Hätte sich das eingedrungene Wasser über die ganze Länge des Schiffs verteilen können, dann hätte man auch die Pumpen des gesamten Schiffs zum Abpumpen einsetzen können. Damit meine ich nicht nur die dafür normal vorgesehenen 8 Ballast- und Bilgenpumpen, auch etliche weitere mit anderem Zweck, die im Notfall zum Abpumpen verwendbar waren. Die 4 großen Haupt-Zirkulationspumpen und etliche andere.

Es wurde versucht, die hinteren Pumpen mittels Schläuchen einzubinden, aber gewiss nicht alle und das war wohl nicht so effektiv wie es das Pumpen gewesen wäre, wenn das Wasser hinten bei den jeweiligen Pumpen gewesen wäre.

Viellicht wäre das Wasser insgesamt langsamer eingedrungen und es hätte mehr abgepumpt werden können.

Sorry, erst jetzt gesehen.

In einem Titanic-Schmöker werden genau diese Fragen auch ausführlich diskutiert. Sie waren auch Gegenstand der offiziellen Unfalluntersuchungen. Ärgerlicherweise finde ich diese Texte im Moment nicht ... grummel. Wenn ich sie mal wieder finden sollte, gebe ich Dir eine Literatur-Empfehlung. Allerdings - keine großen Erwartungen da hinein setzen. Die Untersuchungskommissionen kamen zu dem Schluss, dass die Schiffsführung nach der Kollision alles richtig gemacht hat.

Die Schotten zu öffnen, damit sich das Wasser gleichmäßig verteilt, ist allerdings eine schlechte Idee. Jeder Seefahrer, der noch seine Sinne beisammen hat, versucht, wenn irgend möglich, größere freie Wasserflächen im Schiff zu vermeiden. Im Gegensatz zu Ballast, der da liegenbleibt, wo er ist und das Schiff stabilisiert, schwappt Wasser eben an die tiefste Stelle - an die Seite - und destabilisiert dort das Schiff derart gravierend, dass sein Verhalten nicht mehr zu kontrollieren ist. *)

Aber, falls Du Dich mal gewundert hast, warum alle 11 Schlachtschiffe der deutschen Hochseeflotte bei ihrer Selbstversenkung in Scapa Flow gekentert sind, dies ist die Erklärung. Die Schiffe dürften einigermaßen ähnliche Schäden wie die Titanic erhalten haben, also viele relativ kleine Wassereinbrüche, wo eben die Mannschaften irgendwelche Seeverschlüsse zerstört haben, und langsam vollgelaufen sein. Und obwohl sie ziemlich gleichmäßig geflutet wurden, sind sie doch gekentert.

So etwas kann man natürlich bei einem noch voll besetzen Passagierschiff überhaupt nicht brauchen. Wenn das Ding Schlagseite kriegt, kann man zumindest von der einen Seite keine Boote mehr zu Wasser lassen, und wenn es kentert, wird es erst recht zur Todesfalle.


---------------------------------------------------
*) Die zugehörige Physik ist am Querschnitt des Schiffs recht einfach erklärt. Die Auftriebskraft eines Schiffes greift am Schwerpunkt des von ihm verdrängten "Wasserkörpers" (Auftriebspunkt B) an, seine Gewichtskraft am Schwerpunkt G.

Das Schiff richtet sich aus einer Schlagseite wieder auf, weil beim Krängen der verdrängte "Wasserkörper" seine Form verändert. Auf der Seite, die tiefer im Wasser liegt, wird mehr Wasser verdrängt, also wandert der Auftriebspunkt dorthin. Der Schwerpunkt bleibt in der Mittellinie des Schiffes, aber die Gewichtskraft wirkt natürlich weiter senkrecht nach unten. So lange der Schnittpunkt M (Metazentrum) der Auftriebskraft und der Mittellinien des Schiffes oberhalb des Schwerpunktes liegt, ergibt sich aus der Auftriebskraft und der Gewichtskraft ein Moment, das den Rumpf wieder aufrichtet.

Hydrostatik_Spantriss_Frachter_mit_Kraengung_15_Grad.gif


Bild aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Metazentrum#:~:text=Das Metazentrum eines Schiffs oder,B.

Aber allzu groß ist der Hebelarm zwischen den beiden Kräften nicht. Wenn Du jetzt Wasser im Schiff hast, läuft das natürlich an die tiefste Stelle im Rumpf, die blöderweise auch noch am weitesten von der Mittellinie weg ist und gleich einen richtig großen Hebelarm hat. Wenn Du einfach mal eine Wassermenge etwa vom tiefsten Punkt des Rumpfes bis zur dicken Rasterlinie annimmst und mit einer nach unten gerichteten Kraftlinie "W" versiehst, siehst Du, dass eigentlich die nach unten gerichteten Kräfte G und W auf dem Punkt B balancieren. Und zwar ziemlich heikel. Das Schiff wird ja nur von dem kleinen Abstand, den G rechts von B liegt, senkrecht gehalten. Wird dieser Abstand zu 0, dann wird das Schiff instabil, wird der Abstand negativ, kentert es.

Deswegen sind die Längsschotten im Schiff genauso wichtig wie die Querschotten, damit um Himmels Willen kein Wasser ungehindert von einer Seite zur anderen schwappen kann.
 

Ähnliche Beiträge

Oben Unten