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Entstehung und Wurzeln des Christentums

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
In manch Gemeinde hört man, dass das Christentum in gewisser Weise dem Judentum aufgepfropft wurde. Wird es im Neuen Testament so erklärt? Jungfrauengeburt, Opfer des Sohnes, das sind alles Einzelheiten, die in anderen Kulten vorgekommen sind, die älter sind. Abgekupfert? Eingebaut für eine einheitliche Religion? Wie hat sich die christliche Religion entwickelt/wie wurde ihre Entwicklung gelenkt? Vielleicht auch: was kennzeichnet sie und seine Anhänger?
 
G

Guest

Gast
Aufgepfropft kann man nicht sagen, im Gegenteil.

Christentum ist Judentum für Nichtjuden.

Zu Jesus`Zeit gab es verschieden Strömungen im Judentum die sich vor allem durch die Konseqenz in der Anwendung der religiösen Vorschriften unterschieden (und durch den Grad der Akzeptanz der Römischen Besatzung)

Die Diaspora Juden - also die, die in anderen Ländern lebten und vor allem die helenistischen konvertierten Juden wie Shaul (Paulus) wurden als Weicheier (wörtlich "die das Weiche lieben") betrachtet, weil sie die Gebote kaum noch beachteten.

Ja sie wurden sogar der Heresie bezeichnet, da sie durch die Erfindung der Synagoge gegen das Fundamentale Gesetz - das Gott nur in seinem Tempel in Jerusalem angebetet werden darf - verstießen.

Aus genau dieser Gruppe heraus entstand aber das Christentum.

Man kan also eher sagen, das Christentum ist das "uneheliche Kind" des Judentums.

Da vorallem in der Griechischen Kultur, wo das Christentum zuerst Fuß fasste ein Gott quasi immer von einer Jungfrau abstammen mußte wurden dieses und ähnliche Attribute zu Marketingzweckem aus älteren Kulten adaptiert.
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
ich verstehe christentum eher als eine art reform des judentums...
elemente älterer kulte und anderer religionen finden sich ja schon im judentum..
so finde ich etwa die frage interessant ob die monotheistische struktur nicht etwa der ägyptischen echnaton-religion entstammt.
die jungfrauengeburt des christentums hingegen tauchte z.b. schon im alten griechenland auf... dort wurden helden ja meines wissens auch gerne mal von einer jungfrau geboren bzw. entstammen der verbindung mit einem gott... in den geschichten um buddha herum tauchen solche vorstellungen auch irgendwann auf... wobei jetzt schwierig ist zu sagen wo da henne und wo ei ist.. waren die griechen doch mit alexander dem grossen in indien und könnten sie einerseits die ideen dort hingebracht haben.... andererseits könnten auch buddhistische vorstellungen aus indien nach griechenland bzw. in den nahen osten gelangt sein und könnten in die "reformbewegung" um jesus eingeflossen sein.

zum teil sind die heute christlichen element wohl auch als adaption an andere kulturkreise zu verstehen ...
 
G

Guest

Gast
Manche Autoren vertreten sogar die Theorie Echnaton und Moses seien identisch.

Ich hab das mal versucht auf einer Zeittafel irgendwie in Einklang zu bringen, ist aber aufgrund von zweifelhaften Jahreszahlen kaum möglich.

Nachdem sich Echnaton bei den Amun Priestern und bei großen Teilen des Volkes unbeliebt gemacht hatte ist er ja von der Bildfläche verschwunden. Angeblich gestorben - aber halt nur angeblich.

Ich könnte mir eher vorstellen, daß er mit seinem Gott (und einer Schar Anhänger) in das Sinai Gebiet gezogen ist wo er dann jenen Kult begründet hatte, den Moses dann dort kennen gelernt hat als die Habiru (proto Hebräer) nach der vertreibung der Hyksos aus Ägypten in den Türkiesminen dort Sklavenarbeit leisten mussten.
 
G

Guest

Gast
Also ich sehe das so. Ohne das alte Testament (Tanach) des Judentums hätte es kein Christentum (neues Testament) geben können.
Genauso hätte es auch kein Islam und keine Antichristen gegeben.
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
@ psst
Man sieht es schon in den Briefen, dass mit versucht wurde, die neue Religion mit Stellen aus AT zu untermauern.


@ forcemagick
Diskussion zu Echnaton und Monotheismus hattest du schon angestossen. Zu welchem Ergebnis sind wir damals denn gekommen. Wie historisch ist Mose?


@ shechinah
Zur Jungfrauengeburt habe ich mal nach Quellen gesucht. Einschlägig - wie so oft: Wiki Jungfräuliche Geburt
Mit der Jungfrauengeburt wurde Jesus zum Heroen hochstilisiert (Marketing, wie du es treffend sagst).
Mit der These: Judentum für die Heiden tue ich mir noch ein wenig schwer. Allerdings ist die Frage des Motivs für die Gründung einer neuen Religion eine spannende. Der Denker Rousseau meinte, dass die Römer die christliche Religion als Gefahr gesehen habe, da sie quasi ein Parallelreich aufbaute und womöglich auf einen "Umsturz" abzielte.
 
G

Guest

Gast
Wie Wiki schon sreibt, bedeuted Almah nicht Jungfrau sonder sowas wie TEenager. Jungfrau im gebräuchlichen Sinn würde Betulah heißen.

Jesus war meilenweit davon entfernt eine neue Religion zu gründen.
Als gläubiger Jude wäre das auch eine Häresie sondergleichen gewesen.

"Gegründet" hat das Christentum Paulus von Tarsus. Ein konvertierter Jude der diener des Hohenpriesters in Jerusalem war.

Er ist es auch der von der Urgemeinde in den Schriftrollen von Qumran als "Verspritzer der Lügen" und " Lügenpriester" bezeichnet wir.

Im Römerbrief Schreibt Paulus: Er wolle eine Gemeinschaft gründen, die keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen maht.

Er hatte deshalb scharfe Auseinandersetzungen mit Jakobus, dem Bruder, Nachfolger von Jesus und damit amtierender MEssias.

Jakobus mit dem Beinamen "der Gerechte" - was sich auf die extrem strenge Auslegung der Religiösen Vorschriften bezog - war natürlich entsetzt. Nach diesen Vorschriftn war es einem gläubigen juden nicht mal erlaubt mit einem Heiden (in dem Fall die Griechen )auch nur an einem Tisch zu essen.

Desweiteren unterstützte Paulus damit natürlich das Haus Herodes (das ja ebenfalls nur zum Judentum konvertiert war) und ihre Anhänger, ja er ging sogar so weit zu behaupten jeder Herscher sei von Gott eingesetzt und legitimierte damit die Römische Besatzung was natürlich das genaue gegenteil von Jesus`Plan war selbst König von Jerusalem zu werden.

Paulus entging nur knapp einer Steinigung durch die Aufgebrachten Bürger im Tempel, weil sir in ihm den Mann erkannten, der in Ephesus gegen die Gemeinschaft und das Gesetz gepredigt hatte.
 

Benkei

Geheimer Meister
10. September 2004
447
Religionsstifter

Von den Menschen die wir heute als "Religionsstifter" bezeichnen (Konfuzius, Lao-Tse, Buddha Shakyamuni, Mahavira, Jesus, Mohammed, Guru Nanak, etc.) würden sich selbst wahrscheinlich die wenigsten als solche betiteln.

Teilweise sahen sie sich sogar selbst als Menschen an, die durch ihr eigenes Leben die Ideale und Ziele ihrer Herkunftsreligion verwirklichten.

Was Jesus angeht, so würde er sich selbst wohl kaum als Religionsstifter betiteln, sondern einfach nur als radikaler Jude der aber in einigen Punkten von den althergebrachten Traditionen abweicht. Also kein Gründer einer neuen Religion, sondern höchstens ein Reformer.

Ich sehe es auch so, dass Paulus Jesus seine neue jüdisch-hellenistische Religion "angehängt" hat. Später passten dann Römer wie Kaiser Konstantin oder Augustinus die neue Religion an die Erfordernisse des römischen Weltreiches an.
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
shechinah schrieb:
Wie Wiki schon sreibt, bedeuted Almah nicht Jungfrau sonder sowas wie TEenager. Jungfrau im gebräuchlichen Sinn würde Betulah heißen.
Wir dieses Wort in den Bibeln in unseren Regalen konsequent falsch übersetzt?

Jesus war meilenweit davon entfernt eine neue Religion zu gründen.
Als gläubiger Jude wäre das auch eine Häresie sondergleichen gewesen.
Wie ist seine Bergpredigt einzuordnen? Ist es "seine"?

Er ist es auch der von der Urgemeinde in den Schriftrollen von Qumran als "Verspritzer der Lügen" und " Lügenpriester" bezeichnet wir.
Interessant. Jesus erwähnen die Rollen anscheinend nicht. Die Urgemeinde der Qumramschriftrollen ist aber auch eine besondere Gruppierung.

Desweiteren unterstützte Paulus damit natürlich das Haus Herodes (das ja ebenfalls nur zum Judentum konvertiert war) und ihre Anhänger, ja er ging sogar so weit zu behaupten jeder Herscher sei von Gott eingesetzt und legitimierte damit die Römische Besatzung
Das ist eine Stelle, die ohnehin den aufmerksamen Leser stutzig machen sollte: damit würde Gott jeden Tyrannen einsetzen. Der Christ bekommt eine gewisse politische Passivität aufgedrückt, denn Gott setzt ja ein.


@ Benkai
Meilenstein in der Entwicklung des Christentums ist die endgültige Zusammenstellung der Bibel. Das AT war in seiner Zusammenstellung ca. um 200 abgeschlossen. Bei der Verstaatlichung der Religion wurden wohl Elemente von regionalen Kulten übernommen. Welche eigentlich?
 

arius

Großer Auserwählter
16. Juli 2003
1.555
streicher schrieb:
Meilenstein in der Entwicklung des Christentums ist die endgültige Zusammenstellung der Bibel. Das AT war in seiner Zusammenstellung ca. um 200 abgeschlossen.

Die Abschreiberei und Fälscherei durch die Hohen Prister und Schriftgelehrten nahm aber kein Ende. Daher bezeichnete Jesus sie als Natterngezücht und Lügengriffel.

Im Übrigen ging es Jesus ja nicht um Gründung einer neuen Religion, sondern darum, seinen Auftrag als Erlöser zu erfüllen und Zeugnis davon zu geben. Andere hohen Geister des Himmels hatten ja bereits im Jahrtausend zuvor als Propheten ebenfalls die Menschwerdung angetreten, um die Vorbereitungen für einen Gottesglauben unter den Menschen weltweit zu treffen und den Weg für die Befreiung zu ebnen.

Da aber die meisten Menschen [auch Papier-Christen] sich darüber so wenig Gedanken machen, zersplittern sie ihre Gedanken darin, Trennendes statt Gemeinsames zwischen den Religionen zu finden, was natürlich seine Ursachen im Treiben der niederen Geisteswelt hat. Denn Luzifer geht es ja letztendlich darum, den Aufstieg der Menschen zu bremsen... Man sieht das zur Zeit ganz deutlich wieder bei den Vorgängen im nahen Osten. Ein Volk im Aufstieg, früher an führender Rolle - wird von Europa eingeholt, überholt... Das hat alles seine Ursachen im Geistigen - und diese Auseinadersetzungen werden noch lange andauern...
 

Artaxerxes

Meister vom Königlichen Gewölbe
18. Juni 2004
1.323
@arius,

na ja, von Luzifer mal ganz abgesehen, es waren doch die politischen Verhältnisse jeder Epoche, die einzelne "Religionsgemeinschaften" fördern oder verdammen konnten.

Und der "Glaube" des Volkes war auch stets identisch mit dem "Glauben" des jeweiligen Herrschers. Nur so konnte z. b. Amenophis IV (Echnaton) seinen Sonnenkult (Aton-Kult) durchsetzen - was ihm ja auch kaum Freunde bescherte. Das er diesen von seiner Frau Nofretete übernommen haben könnte - die ihn wiederum aus dem Land Mitanni übernahm - wird ja auch spekuliert.

Sei's drum, auch das Christentum wäre ohne Konstantin wahrscheinlich in der Versenkung verschwunden wie viele andere Religionsgemeinschaften vor- und nachher. Und ob Jesus tatsächlich gelebt hat oder nur von Evangelisten hochstilisiert wurde - alles eine reine Glaubensfrage.

Ebenso verhält es sich mit dem Alten Testament. Neben den Texten die sich auch in anderen Kulturen (so oder so ähnlich) wiederfinden, scheint das AT eine Sammlung von Erzählungen zu beinhalten, welche die Nomaden auf ihrer Wanderung gehört, weitererzählt und später aufgeschrieben haben. Daher ist der Gott der Bibel auch so vielschichtig und wandelbar.

Hier sei dem Interessierten mal das Buch von Jack Miles "Gott - eine Biographie" empfohlen in der sich Miles - durch alle Bücher der Bibel hindurch - mit dem jeweiligen Charakter von Gott auseinandersetzt und diese Vielschichtigkeit herausarbeitet.

... von der Genesis bis zum Buch Hiob, zeigt er ein anderes Gesicht: als Schöpfer, Zerstörer, Freund der Familie, Befreier, Henker, Feind, Zuschauer, Vater, Liebender oder Frau.

Gruss Artaxerxes
 

Benkei

Geheimer Meister
10. September 2004
447
Jesus = historische Persönlichkeit

streicher schrieb:
@Benkei
Meilenstein in der Entwicklung des Christentums ist die endgültige Zusammenstellung der Bibel. Das AT war in seiner Zusammenstellung ca. um 200 abgeschlossen. Bei der Verstaatlichung der Religion wurden wohl Elemente von regionalen Kulten übernommen. Welche eigentlich?
Zum Beispiel
- für Jesu Geburt den 24.12. festzulegen (angeblich wurde an diesem Tag zuvor das Fest des Sonnengottes gefeiert);
- den Tag von Jesu Auferstehung (Ostern) auf das heidnische Frühlingsfest fallen zu lassen;
- die Anbetung Jesu Mutter Maria, welche mit dem Isis-Kult verglichen werden kann;
- die Institutionalisierung des Priestertums die in dieser Form bei den Juden wohl nicht bekannt war;
um nur einige zu nennen die mir gerade einfielen.

Artaxerxes schrieb:
Und ob Jesus tatsächlich gelebt hat oder nur von Evangelisten hochstilisiert wurde - alles eine reine Glaubensfrage
Ich denke das Jesus gelebt hat kann wohl angenommen werden. Schließlich wird er von mehren zeitgenössischen Historikern (z. B. dem Juden Flavius Josefus) erwähnt.

Allerdings trifft es wahrscheinlich auch zu, dass die Evangelisten ihn "hochstilisiert" haben, zumal die kannonischen Evangelien teilweise erst Jahrzehnte nach Jesu Ableben verfasst wurden.
 
G

Guest

Gast
Na ja, einfach wegen des Titels.

Christus ist die griechische Übersetzung von Meshiach (MEssias).

Das Wort stammt (wie so vieles im Judentum) vom ägyptischen Messeh ab, was Krokodil heißt, bzw. sich auf das salben eines Königs mit Krokodilfett bei der Krönungszeremonie bezieht.

Jesus "Christus" heißt also nichts anderes als der gekrönte (gesalbte) König.
Stand ja angeblich auch auf seinem Kreuz.

Es gab eine ganze reihe von Königen die als Meshiach oder Moshiach bezeichnet wurden alle Ägyptischen Könige natürlich und außerdem z.B. David, Salomo und sogar Alexander der Großee. Alle haben sich übrigends auch als Sohn Gottes bezeichnet. :roll:
 

gloeckle

Geheimer Sekretär
20. Oktober 2002
699
shechinah schrieb:
Da vorallem in der Griechischen Kultur, wo das Christentum zuerst Fuß fasste ein Gott quasi immer von einer Jungfrau abstammen mußte wurden dieses und ähnliche Attribute zu Marketingzweckem aus älteren Kulten adaptiert.

Naja, das stimmt so nicht.
Jungfrauen sind zu allen Zeiten als besonders reine Menschen angesehen worden, die griechischen Göttern vergnügten sich aber oft auch mit Göttinnen oder sterblichen Frauen, die schon Kinder bekommen hatten.

Zur Frage der Rezeption fällt mir der Mithraskult ein (Soldatenkult, im römischen Reich stark verbreitet)

Parallelen:

# Mithras wurde von einem Vatergott ausgeschickt, um als Weltretter das Dunkle und Böse in der Welt zu überwinden.
# Mithras wurde von einer Jungfrau in einer Felshöhle (nach anderer Überlieferung in einem Stall) geboren; bei seiner Geburt waren Hirten und Tiere anwesend.
# Mithras hielt mit 12 seiner Anhänger ein letztes Abendmahl bevor er starb, wurde begraben, und auferstand von den Toten.
# Als "Sol invictus" wurde Mithras mit einem Strahlenschein um den Kopf dargestellt (vgl. Heiligenschein).
# die Mithraisten glaubten ähnlich wie der Zoroastrismus an Himmel und Hölle, an ein Jüngstes Gericht, eine Auferstehung der Toten und eine Wiederkehr Mithras zur endgültigen Überwindung des Bösen.
# Da Mithras als Sonnengott angesehen wurde (siehe Sol (Gott)), war der "dies solis", der Sonntag der ihm geweihte Tag
# die Mithraisten feierten ein Untertauch-Ritual zur Aufnahme in die Religionsgemeinschaft (vgl. Taufe).
# die Mithraisten feierten einen Ritus mit Brot und Wasser oder Wein, vgl. Abendmahl.
# die vier grössten Mithraischen Feste fanden zur Sommer- und Wintersonnwende und zur Frühlings-Tagundnachtgleiche und Herbst-Tagundnachtgleiche statt. (vgl. Weihnachten, Ostern).
# Der höchste Priester des Mithrakults wurde „Papa“ genannt und trug als Amtszeichen eine rote phrygische Mütze (die „Mitra“, der Vorläufer der Bischofsmütze), ein rotes Gewand, einen Ring und einen Hirtenstab

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Mithraismus_und_das_Christentum


Wer weiterdenken möchte darf gerne auch einmal Sokrates mit Jesus vergleichen.

Generell bleibt zu sagen, dass das Christentum gerade wegen seiner Fähigkeit zur Rezeption, zur Einverleibung kultureller Merkmale anderer Völker, so groß werden konnte. Die Tatsache ist den Theologen aber durchaus bewusst, stellt also keine wissenschaftlich neue These dar.
Scheut euch nicht, als Gasthörer in eine theologische Vorlesung zu sitzen. Dort werden diese Dinge objektiv, wissenschaftlich behandelt.
 

arius

Großer Auserwählter
16. Juli 2003
1.555
"Mein Reich ist nicht von dieser Welt"

Zur Frage des Königreiches:

Jesus sagte immer wiederholt: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt".

Damit müsste einem vernunftbegabten Menschen doch klar sein, dass sich dies rein auf die geistige Welt bezog und nicht auf die irdische Welt.

Aber er wurde damals schon nicht von allen Menschen verstanden und auch jetzt ist mancher auf einer noch so niederen Entwicklungsstufe, so dass ihm ein geistiges Verständnis dafür abgeht.

Schuld daran sind vordergründiges materielles Denken in Geistesdingen.

Dass Christus durch Gott zum König der Geisterwelt gesalbt wurde, und dies vor allen hohen Fürsten der Himmel, ist einer der Punkte, die selbst bei vielen Gläubigen vergessen wird, und natürlich ist sein einstiger Bruder, der frühere Lichtbringer verantwortlich für diese Entwicklung. Er ist bestrebt, den Aufstieg zu bremsen und den Menschen Stolper-Steine in den Weg für ihre Höherentwicklung in den Weg zu legen, weil er immer noch seine bei seiner verheerenden Niederlange in der Schlacht mit Christus verbliebenen Rechte ausnutzt bis ans Limit.

Darum ist jeder Mensch gut beraten, sich mit der Geisteslehre zu befassen. Denn das Wissen um die Zusammenhänge erleichtert ihm das Verständnis für den Sinn seines Lebens und den Sinn und Grund des Bösen und des Leides in der Welt, deren Herrscher Luzifer ist.

Der Mensch muss sich im Kapf der niederen und hohen Geisterwelt bewähren, Gott lässt ihm den freien Willen, darum greift er nicht ein.
 

Artaxerxes

Meister vom Königlichen Gewölbe
18. Juni 2004
1.323
Re: Jesus = historische Persönlichkeit

Hallo Benkei,

Benkei schrieb:
Artaxerxes schrieb:
Und ob Jesus tatsächlich gelebt hat oder nur von Evangelisten hochstilisiert wurde - alles eine reine Glaubensfrage
Ich denke das Jesus gelebt hat kann wohl angenommen werden. Schließlich wird er von mehren zeitgenössischen Historikern (z. B. dem Juden Flavius Josefus) erwähnt.

Allerdings trifft es wahrscheinlich auch zu, dass die Evangelisten ihn "hochstilisiert" haben, zumal die kannonischen Evangelien teilweise erst Jahrzehnte nach Jesu Ableben verfasst wurden.

Du bezogst Dich wahrscheinlich auf diese Stelle:

Flavius Josephus schrieb:
"Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen.

So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu.

Denn er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausemd andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort."

Anhand der Aussage sollte aber klar sein, dass diese Zeilen (so oder so ähnlich) erst nach der Kreuzigung entstanden sein können - wahrscheinlich etliche Jahre später. Josephus war zwar Zeitzeuge, höchstwahrscheinlich aber kein Tatzeuge.

Sonst hätte er seine Bermerkung - wie andere Schilderungen auch - etwas konkreter gefasst. Überdies berufen sich fast alle christlichen Religionen auf diese Schilderungen, um die Existenz Jesu zu beweisen.

Ob man das jetzt als Indizienbeweis akzeptieren kann?

Gruss Artaxerxes
 

Benkei

Geheimer Meister
10. September 2004
447
Indiz genug

Artaxerxes schrieb:
Du bezogst Dich wahrscheinlich auf diese Stelle:

Flavius Josephus schrieb:
"Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen.

So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu.

Denn er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausemd andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort."

Anhand der Aussage sollte aber klar sein, dass diese Zeilen (so oder so ähnlich) erst nach der Kreuzigung entstanden sein können - wahrscheinlich etliche Jahre später. Josephus war zwar Zeitzeuge, höchstwahrscheinlich aber kein Tatzeuge.

Sonst hätte er seine Bermerkung - wie andere Schilderungen auch - etwas konkreter gefasst. Überdies berufen sich fast alle christlichen Religionen auf diese Schilderungen, um die Existenz Jesu zu beweisen.

Ob man das jetzt als Indizienbeweis akzeptieren kann?
Genau auf diese Stelle bezog ich mich, besser gesagt auf den ersten Halbsatz.

Die Tatsache, dass ein Historiker und Zeitzeuge nicht daran zweifelt, dass Jesus gelebt hat ist für mich Indizienbeweis genug.

Mögen andere anders sehen - dürfen sie natürlich auch :wink:
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Daß Josephus das ganze christliche Glaubensbekenntnis als Tatsachen abspult überrascht mich jetzt doch. Ich hatte die Stelle bisher nie im Wortlaut gelesen, nur als Zusammenfassung und ich muß sagen, daß diese Ausführlichkeit und dieser Mangel an Zweifel mir sehr dafür zu sprechen scheint, daß es sich um einen späteren, christlichen Einschub handelt.

Meines Wissens predigte Jesus das unmittelbar bevorstehende Reich Gottes. Das würde schlecht zu der Absicht passen, irdischer Herrscher in Jerusalem zu werden.

Wo kann ich mehr von dem Krokodilfett erfahren? Ich war bisher davon ausgegangen, daß immer schon mit Olivenöl gesalbt worden war.
 

arius

Großer Auserwählter
16. Juli 2003
1.555
Re: Indiz genug

Benkei schrieb:
Genau auf diese Stelle bezog ich mich, besser gesagt auf den ersten Halbsatz. Die Tatsache, dass ein Historiker und Zeitzeuge nicht daran zweifelt, dass Jesus gelebt hat ist für mich Indizienbeweis genug.

Es ist ja gerade die Prüfung für uns Menschen, auf eigenem Nachdenken seinen Glauben zu finden und nicht durch blindes Nachsprechen vorbefohlener Sprüche römischer Pfaffen !

Darin besteht ja der freie Wille, den Gott jedem seiner vernunftbegabten Geschöpfe schenkte.

Wie langweilig wäre alles sonst geworden !

Selbst in den himmlischen Familien herrscht ein lebhafter Wettstreit um Fragen der Ausgestaltung der Städte und Landschaften und die Art des besten Unterstützens eines aufsteigenden Menschen in seinem Lebensplane.. welcher Art von Förderung ect...
 
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