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Bücherwurmecke

paisley

Großmeister-Architekt
11. Februar 2014
1.229
AW: Bücherwurmecke

Kapitel 22 * der Weichensteller

Kapitel 22

wenn ich eine feste Vorstellung im Kopf habe von wie-was-wohin
und du ebenfalls eine feste Vorstellung davon hast, dann kann es sein, wir treffen uns nie.
das macht aber überhaupt nix - würde der Weichensteller sagen - weil, dafür ist er ja da.

Kinder sind in der glücklichen Lage
ohne den Druck von grösserer Verantwortung,
absichtslos der Neugier freien Lauf zu lassen.
Die Stofffetzen-Puppe langt für ein 'heimatliches Gefühl' im Gepäck ..denkt sich der kleine Prinz.

Weichensteller haben - Berufserfahrung - ein natürliches Gespür für neuralgische Punkte...

Der Weichensteller muss nicht deine Wunschvorstellung kennen,
aber er hilft mit, dass du von a nach b kommst.
Er ermöglicht, dass jeder seiner Berufung folgen kann - ohne dass es kollidiert


*jede Ähnlichkeit zu den hiesig beheimateten Moderatoren ist rein zufällig*
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Bücherwurmecke

Ich bin jetzt mitten in der Planetentour des Prinzen. Er kommt gerade auf der Erde an. Auf der Erde sind viele viele Laternenanzünder. Auf dem Planeten des Laternenanzünders ist es nur einer gewesen. Obwohl dem Laternenanzünder seine Tätigkeit mehr Sinn für den Prinzen gemacht hat, als das Sein der großen Leute, denen er vorher begegnet ist, dem Geschäftsmann, dem Eitlen, dem König ohne Volk, macht mir dem Laternenanzünder seine Tätigkeit nicht so viel Sinn, da er sie für niemanden tätigt. Die Bilder, die Saint-Exupéry von den Planeten gemalt hat, zeigen mir, dass die jeweiligen Bewohner mehr für sich leben als für andere. Sie leben auf ihren eigenen, kleinen Planeten. Alleine. Der Prinz lebte dagegen ein Leben für andere. Er sorgte sich besonders für die kleine, leicht arrogant wirkende Rose. Es machte ihm wohl auch ein wenig was aus, dass sie ihn leicht herabwürdigend behandelte, aber er sah durch sie hindurch und wußte, dass sie sehr stark fühlt und weil sie so stark fühlt, verbirgt sie sich, sich selbst schützend, hinter ihrer Dornigkeit.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Bücherwurmecke

Bei der Reise auf die verschiedenen Planeten und dem Kennenlernen der Bewohner geht's für mich irgendwie darum, welchen Lebenssinn Menschen haben mögen und ob sie der glücklich macht. Die jeweilige Bewohner sind ja ausschließlich mit dem beschäftigt, was sie glauben tun zu müssen. Der kleine Prinz stellt das ja in Frage- oder versucht etwas zu verändern, was aber keinen Erfolg hat. Wohl weil die Bewohner sich nicht mehr aus ihrem eigenen Lebenstrott befreien können, selbst wenn sie unzufrieden sind. Sie akzeptieren ihre Situation und sind auch nicht bereit darüber nachzudenken, ob das was sie tun Sinn macht.
Der Geograph, der nicht reist sondern auf Forscher wartet denen man vertrauen kann. ein Mensch der viele Dinge zwar kennt, aber noch die gesehen hat, für den das Wort mehr zählt, als das was es bedeutet( ein Vulkan ob nun erloschen oder nicht- ganz egal)
Eventuell soll man sich bei der Reise auf die Planeten ja selber entdecken können( oder hoffentlich nicht)
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Bücherwurmecke

Ich habe den Eindruck, dass der Prinz Interesse an den Personen hat, während die Planetenbewohner Interesse an sich selbst und ihren Tätigkeiten haben und den Prinzen lediglich zur Erfüllung ihrer Interessen und Tätigkeiten benutzen wollen. Der Prinz fragt ja immer, wer die Bewohner sind und was sie so machen. Die Bewohner erzählen, was sie machen, fragen nicht zurück, wer der Prinz ist und was er so macht. Sie versuchen, den Prinzen in eine Rolle zu schieben. Die Ausnahme ist der Laternenanzünder. Bin mir aber nicht sicher, warum. Hat vielleicht was mit den vielen Sonnenaufgängen zu tun und mit dem Licht der Laterne.
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Bücherwurmecke

Ich glaube ja, dass der Prinz auf der Person des Freundes von Saint-Exupéry basiert. Der Prinz scheint mir ein Seelengefährte des Erzählers in der Geschichte zu sein, so wie es der Freund von Saint-Exupéry gewesen sein dürfte.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.169
Zum Preppen gehört natürlich auch die adäquate Versorgung mit geistigem Nährstoff, und Bücher haben den Vorteil, aus komprimiertem ebensolchem zu bestehen und auch ohne Strom zu funktionieren. Bei manchen davon wäre es sogar ausgesprochen schade, wenn man erst auf ein Unglück wartet, weil es auch schon vorher lohnt, einen Blick hinein zu werfen.

Ich greife mal einen deutschen Science-Fiction-Author heraus: Herbert W. Franke

Warum ausgerechnet Science-Fiction? Das vorherrschende Thema in Herbert W. Frankes Romanen ist der Konflikt der Freiheit des Einzelnen mit der Macht des Kollektivs. Freiheit, Macht, Missbrauch und Berechtigung von beidem. Direkt in diesen Begrifflichkeiten diskutiert, scheitert man meist schon an ihrer Definition. Aber der Gedanke lässt sich in eine fiktive Wirklichkeit transformieren, in der er bereits umgesetzt wurde. Was wären die Konsequenzen für den Einzelnen? Eine Arena für den Konflikt des Einzelnen mit der Macht und ihrer Willkür, aber auch mit der Realität, die zuweilen kaum davon zu unterscheiden ist. Die Realität bestimmt die Möglichkeiten und das Maß des Richtigen, aber zuweilen ist sie schwer zu erkennen.

Ein paar Romane von ihm sind turbulente und unterhaltsame Frühwerke ohne großen Tiefgang (z.B. Hiobs Stern), und es gibt auch den einen oder anderen, der relativ schwach ist (z.B. Schule für Übermenschen). Aber sehr viele haben mich sehr nachdenklich zurück gelassen (z.B. Der Elfenbeiturm, Der Orchideenkäfig, Das Gedankennetz, Die Glasfalle). Daneben hat er noch Kurzgeschichten und Hörspiele verfasst, die ebenfalls lesenswert sind.

Ich bin da nicht ständig auf der Suche, habe aber den Eindruck, dass Herbert W Franke weitestgehend in Vergessenheit geraten ist, Sehr zu Unrecht, wie ich finde. Mein Tipp: Wenn sich bei Booklooker oder so etwas findet: Zuschlagen!
 

MatScientist

Ritter Rosenkreuzer
21. März 2014
2.784
Zum Preppen gehört natürlich auch die adäquate Versorgung mit geistigem Nährstoff, und Bücher haben den Vorteil, aus komprimiertem ebensolchem zu bestehen und auch ohne Strom zu funktionieren. Bei manchen davon wäre es sogar ausgesprochen schade, wenn man erst auf ein Unglück wartet, weil es auch schon vorher lohnt, einen Blick hinein zu werfen.

Ich greife mal einen deutschen Science-Fiction-Author heraus: Herbert W. Franke

Warum ausgerechnet Science-Fiction? Das vorherrschende Thema in Herbert W. Frankes Romanen ist der Konflikt der Freiheit des Einzelnen mit der Macht des Kollektivs. Freiheit, Macht, Missbrauch und Berechtigung von beidem. Direkt in diesen Begrifflichkeiten diskutiert, scheitert man meist schon an ihrer Definition. Aber der Gedanke lässt sich in eine fiktive Wirklichkeit transformieren, in der er bereits umgesetzt wurde. Was wären die Konsequenzen für den Einzelnen? Eine Arena für den Konflikt des Einzelnen mit der Macht und ihrer Willkür, aber auch mit der Realität, die zuweilen kaum davon zu unterscheiden ist. Die Realität bestimmt die Möglichkeiten und das Maß des Richtigen, aber zuweilen ist sie schwer zu erkennen.

Ein paar Romane von ihm sind turbulente und unterhaltsame Frühwerke ohne großen Tiefgang (z.B. Hiobs Stern), und es gibt auch den einen oder anderen, der relativ schwach ist (z.B. Schule für Übermenschen). Aber sehr viele haben mich sehr nachdenklich zurück gelassen (z.B. Der Elfenbeiturm, Der Orchideenkäfig, Das Gedankennetz, Die Glasfalle). Daneben hat er noch Kurzgeschichten und Hörspiele verfasst, die ebenfalls lesenswert sind.

Ich bin da nicht ständig auf der Suche, habe aber den Eindruck, dass Herbert W Franke weitestgehend in Vergessenheit geraten ist, Sehr zu Unrecht, wie ich finde. Mein Tipp: Wenn sich bei Booklooker oder so etwas findet: Zuschlagen!
Das ist einer der wenigen Hyperintellektuellen in Deutschland, der nicht nur Fachidiot ist, sondern mit seinem überlegenen Verstand mehrere Felder bespielt. Von Physik über Kunst zu Gesellschaftstheoremen. Da gibts nicht viele davon.
Frei sprühende Geister die unabhängig sind von der Scheu, gegen irgendwelche Denkverbote zu verstoßen mit ihren Logikschlüssen. Vergleichbar vlt mit Gunnar Heinsohn.

Ich bin buchtechnisch leider ausgelastet weil Franzen jetzt den ersten Teil seiner Trillogie (!) veröffentlicht hat, Crossroads.
Wer die älteren Werke von Franzen kennt weiß wieviel diese Trilogie zu lesen wird...da hat ein einzelnes Buch normalerweise 700 oder 800 Seiten bei ihm.

"Freiheit" von Franzen ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, weil er komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge im Kondenspunkt der Gesellschaft, der Familie, in den Kampf führt.
"Unschuld" der Nachfolger hatte schon auch Drive war aber nicht ganz so grandios.

"Crossroads" soll wieder ein Hammer sein.
 

Popocatepetl

Ritter Kadosch
27. August 2013
5.021
aus aktuellem anlass werde ich das hier nochmal lesen...

cover


 
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