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das Schicksal der Hagia Sophia zu Istanbul

Manesse

Ritter Rosenkreuzer
3. Oktober 2010
2.767
Sie soll nun wieder Moschee werden.

Die bildlichen Darstellungen waren in der osmanischen Zeit mit Gips zugekleistert und erst 1931 unter Atatürk wieder freigelegt worden. 1934 wurde aus dem Gebäude ein Museum. Nach Ansicht vieler islamischer Religionsgelehrter ist ein islamisches Gebet weniger wert, wenn es im Angesicht bildlicher Darstellungen verrichtet wird.
Mehr dazu: https://www.krone.at/2190072

Ein Rückschlag.
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.182
Dann sollen sie halt mal beten, denn das werden sie brauchen in der Türkei. Ihre Träume von der EU-Mitgliedschaft können sie sich jedenfalls erst einmal schenken, wohl für lange Zeit.
Und ob das die Russen so toll finden, mit denen Erdogan zuletzt gekuschelt hat, das bleibt auch noch abzuwarten.
Genauso, was für andere osmanische Großmachtträume jetzt noch kommen werden.
 

Nachbar

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
20. Februar 2011
4.811
Allgemein wird in der Welt recht viel gebetet, und mit Vorliebe in zu diesem Zweck errichteten Gebäuden, wie der Hagia Sophia. Wenn die türkische Regierung entscheidet, sie ihrem originären Zweck wieder zuzuführen, dann weiß ich nicht was es daran zu meckern gibt. Ich finde es lediglich wünschenswert, die bildlichen Darstellungen in einer Weise zu kaschieren, die schadlos zurückgebaut werden kann.
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.182
Allgemein wird in der Welt recht viel gebetet, und mit Vorliebe in zu diesem Zweck errichteten Gebäuden, wie der Hagia Sophia. Wenn die türkische Regierung entscheidet, sie ihrem originären Zweck wieder zuzuführen, dann weiß ich nicht was es daran zu meckern gibt. Ich finde es lediglich wünschenswert, die bildlichen Darstellungen in einer Weise zu kaschieren, die schadlos zurückgebaut werden kann.
Zu originären Zweck errichtet wurde die Hagia Sophia als christliche Kirche 532-537 und zur Moschee wurde sie nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch Mehmed II. Argumentiert man also mit dem originären Zweck, dann war die Hagia Sophia nicht nur zuerst byzantinische Kirche (und die größte), sondern sie war auch erheblich länger Kirche, als sie je Moschee gewesen ist.

Auch als Museum seit 1934 ist die Hagia Sophia immer ein kitzeliges Gebäude gewesen. Ihre Restauratoren haben in der Vergangenheit viel Fingerspitzengefühl gezeigt, um das kulturelle Erbe sowohl des Christentums als auch des Islams in und an dem Gebäude zu erhalten.
Ist die Hagia Sophia wieder eine Moschee, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch wieder islamistische Schreihälse und Fanatiker durchsetzen und sich in altbekannter islamischer Manier als Bilderstürmer betätigen.
 

Nachbar

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
20. Februar 2011
4.811
[...] Argumentiert man also mit dem originären Zweck [...]
Der originäre Zweck des Gebäudes ist der eines Gotteshauses, nicht der eines Museums.

Mir ist jedwede Zerstörung von Kulturgut zuwider. Allerdings kommt es häufiger vor, daß Kulturgut einer aktuell höher gewichteten Nutzung schlicht im Weg steht. Sei es weil oberhalb antiker Fundamente ein Gebäude errichtet werden soll oder weil sich da wo der Tempel steht demnächst ein Stausee befindet. Dann sind kluge Lösungen gefragt, und ich hoffe daß die türkische Regierung, die ja nicht völlig ohne Sinn und Verstand agiert, in diesem Fall eine solche anstrebt und findet.
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.182
Der originäre Zweck des Gebäudes ist der eines Gotteshauses, nicht der eines Museums.
Richtig: Der einer orthodoxen Kirche.

Mir ist jedwede Zerstörung von Kulturgut zuwider. Allerdings kommt es häufiger vor, daß Kulturgut einer aktuell höher gewichteten Nutzung schlicht im Weg steht. Sei es weil oberhalb antiker Fundamente ein Gebäude errichtet werden soll oder weil sich da wo der Tempel steht demnächst ein Stausee befindet. Dann sind kluge Lösungen gefragt, und ich hoffe daß die türkische Regierung, die ja nicht völlig ohne Sinn und Verstand agiert, in diesem Fall eine solche anstrebt und findet.
Aber um so eine höher gewichtete Nutzung geht es in dem Fall doch gar nicht. Moscheen zum Beten gibt es in Instanbul und der Türkei genug - und es wäre durchaus mal interessant zu wissen, wie gut die eigentlich besucht sind, zumal in Istanbul.
Es handelt sich vielmehr um ein Politikum.
Es wird ein Signal gesetzt und die Fanfaren werden geblasen, weil man zu den wirklichen Problemen des Landes nicht mehr viel zu sagen hat.
Die Wirtschaft der Türkei ist seit dem Putschversuch und dessen Folgen in der Erosion, die türkische Lira in den Ramschbereich gefallen. Der Tourismus in der Türkei ist seit 2016 in der Krise und Corona dürfte diesem den Gnadenstoß versetzt haben.

In der Folge wird, wieder einmal mehr, die Religion bedient - wie das in den östlichen Ländern halt immer so gemacht wird, wenn die Zeiten für die Menschen schwierig werden. Da können sie dann Islam, Islam, Islam rufen und schuld an ihrer Misere sind dann immer nur die anderen.
Dem Islam haftete schon immer der Geruch des Fanatismus an, und Herr Erdogan ist sicherlich nicht gut beraten, hier weiter Öl ins Feuer zu gießen.
 

Nachbar

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
20. Februar 2011
4.811
Richtig: Der einer orthodoxen Kirche.
Na und?

1453 hat das Christentum das Ding nun mal endgültig versemmelt, weshalb die Hagia Sophia heute dem türkischen Volk gehört. So wie die Moschee von Cordoba dem spanischen Volk gehört – und heute Mariä-Empfängnis-Kathedrale heisst.

Die mehr oder minder sorgsame Behandlung altchristlicher Darstellungen ist doch aber auch nicht der tatsächliche Kern des Anstosses. Allgemein glaube ich das nicht, und beim Themenstarter schon mal garnicht. Als ob das hier irgendjemandes Lebensglück ernstlich beschattet...
Tatsächlich passiert das Jammern doch, weil der Erdogan seine Finger dran hat. Nicht bloß daß der Moslem ist, sondern obendrein auch noch ein Türke der gelegentlich unser Land provoziert. Dieser Typ, DER! Seine Finger! An IHR! Deshalb wird daraus solch ein Politikum, wenn man mal ehrlich ist.

Natürlich sagt man das eher nicht, sondern lieber, daß man so mit einem Weltkulturerbe nicht umgeht. Gehört sich einfach nicht. Und da ist ja auch ein bisschen was dran. Man würde schliesslich auch keine Brücke mitten durch ein Weltkulturerbe wie die "Kulturlandschaft Dresdner Elbtal" fräsen. Da darf man sich schon mal aufregen.
 

Manesse

Ritter Rosenkreuzer
3. Oktober 2010
2.767
Reaktionen:

Die russisch-orthodoxe Kirche ist entsetzt, nun hat sich auch Papst Franziskus in die Umwidmung der Hagia Sophia eingeschaltet.
 

William Morris

Ritter vom Osten und Westen
4. Mai 2015
2.423
Meine Güte - Es ist doch nur ein Gebäude.
Hier werden aus Kirchen Gaststätten und
Diskotheken.
Das passiert aber, weil es nicht mehr genug Leute gibt, die den Sonntagvormittag damit verbringen müssen, in die Kirche zu rennen.

Die Umwidmung der Hagia Sophia ist eine rein politische Entscheidung, Erdogan will den Islamisten etwas Zucker geben, damit die ihm die Treue halten. Und vielleicht noch, um Atatürks Erbe zu schmälern.
 
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