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Heidnische Elemente im Christentum

Feenkrieger

Geselle
8. Juni 2019
10
Ich wollte das eigentlich als Antwort in den bereits zu dem Thema existierenden Thread schreiben, dafür wurde es aber zu lang

AW: Elemente des Christentums, die bereits Teile früherer, heidnischer Kulte waren.
. Zu den verschiedenen Namen - heidnischer Natur - lt. Christentum.

egal ob Monotheismus oder Polytheismus - einen Hauptgott gibt/gab es immer.

Die älteste "Religion", wenn man so will ist der Glaube an die Mutter Erde, Weltenseele, Himmelskönigin oder wie auch immer man sie genannt hat, in Zusammenhang mit dem Sonnengott - also die "Göttin" der Erde und der "Gott" des Himmels. Die "Götter" des Polytheismus waren meistens Helden und Könige, die ähnlich verehrt wurden wie heute die "Heiligen" in der Katholischen Kirche.

Bei den Germanen trat Odin erst als "Göttervater" in den Vordergrund, als sie kriegerische Auseinandersetzungen hatten, entweder untereinander oder mit den Römern. Davor gab es einen Priesterinnenkult um die Göttin Nerthus, hauptsächlich auf einem heiligen Hein auf einer Insel im Norden. Natürlich sind die Quellen alle von den Römern und können daher als nicht hundertprozentig zuverlässig bezeichnet werden, aber es gibt auch allerhand archäologische Beweise an den Glauben an eine Mutter- bzw. Fruchtbarkeitsgöttin (z.B. die Venus von Willendorf)
Odin bzw. Wotan war ein Kriegsgott und trat erst nach den kriegerischen Auseinandersetzungen in den Vordergrund. Die ganzen Mythen und Sagen entwickelten sich natürlich mit den Menschen.

Jesus hatte ja laut Bibel ziemlich heftige Diskussionen mit diesen Schriftgelehrten, die schließlich damit endeten, dass er hingerichtet wurde. Soviel zum historischen Jesus - seine Anhänger wurden in der Frühzeit "Christianer" genannt und interpretierten die Aussagen des Jesus von Nazareth, der selbst keine Schriften hinterlassen hatte. Das radikale Bild, das damals von Jesus und/oder seinen Anhängern verbreitet wurde, war den damaligen Obrigkeiten natürlich ein Dorn im Auge, vor allem die Sicht auf die Frauen, denn in dieser Gesellschaft galten Frauen noch immer als Besitz. Bei den frühen Christen waren Frauen und Männer beinahe schon gleichgestellt, was schon fast Rebellion gegen die Normen der Gesellschaft war.

Daher verfolgte man die "Christianer" sehr heftig. Als die Römer bemerkten, dass dies nicht viel brachte und die Anhänger trotzdem - oder vielleicht sogar deswegen - immer mehr wurden, weil durch die vielen "Märtyrer" natürlich der Eindruck entstand, an der Botschaft "Christi" wäre etwas dran. Die Geschichte von der Auferstehung war damals schon weit verbreitet und so musste etwas unternommen werden, um das Volk wieder unter Kontrolle zu bringen.

Man sandte also den ehemaligen Christenverfolger Saul von Tharsus aus, ein Mann aus der Partei der Pharisäer und ein römischer Staatsbürger, obwohl er Israelit war, um die Christianer zu infiltrieren. Dies gelang ihm, indem er behauptete, Jesus selbst wäre ihm erschienen und hätte ihn beauftragt, die ersten christlichen Gemeinden zu besuchen. So begannen die Missionsreisen und Briefe des "Paulus" - vom Saulus zum Paulus ist übrigens Schwachsinn, Paulus war lediglich der römische Name des Saul von Tharsus. Der Plan ging aber auf und die ersten Schritte zur organisierten Religion des "Christentums" waren getan. Dies setzte sich darin fort, dass viele sogenannte "gnostische" Schriften aus der Bibel verbannt wurden, die damals noch gar nicht fertiggestellt war und gipfelte darin, dass Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion ausrief. Die römisch-katholische Kirche war geboren und mit ihr die Bibel, wie wir sie heute kennen, damals noch in Form ihrer Urtexte, von denen behauptet wurde, nur Eingeweihte könnten sie verstehen. Somit entstand der Klerus, allen voran der Papst, der aufgrund einiger Interpretationen verschiedener Bibelverse als Nachfolger des Paulus und als Stellvertreter Christi auf Erden ausgerufen wurde. Aber eigentlich ist der Papst nach wie vor der römische Kaiser. Die Kleriker verfolgten sogenannte "Ketzer" und die "Juden" und "Hebräer" als "Gottesmörder". Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass im Mittelalter Hexen verbrannt wurden, dies geschah erst in der frühen Neuzeit, im Mittelalter konzentrierte die Kirche sich eher auf die Hinrichtung von Juden und Ketzern. Der Klerus berief sich dabei auf die Bibel, besser gesagt auf ihre Interpretation der Bibel und übte so Kontrolle über das Volk aus. Der "gemeine Pöbel" konnte ja auch nicht nachlesen, was wirklich in der Bibel stand, denn die meisten konnten nicht einmal lesen und nur der Klerus konnte Latein, etc.

Das alles änderte sich, als Luther, Zwingli, etc. die Bibel übersetzten. Plötzlich gab es die Bibel auch in Gemeinsprachen und viel mehr Menschen konnten sie lesen. Der Protestantismus war geboren und vor allem die sogenannte "Täuferbewegung" berief sich auf ein Verständnis der Bibel, das für jedermann gelten sollte, vom Bauern bis zum Edelmann. Diese Bewegung fand natürlich bald Anerkennung und erfuhr vor allem vom Volk regen Zuwachs, bis die Kirche die Täufer natürlich ebenfalls verfolgte und als Todesstrafe für die "Wiedertäufer", wie man sie nannte, ertränkten. Ähnlich wurden auch die Mystiker verfolgt, die zT sogar auch auf persönliche Gotteserfahrungen aus waren, oft sogar ohne Bibel und die Gott in der Natur suchten und erfuhren. Natürlich waren den Römern schon von Anfang an die "Heiden" ein Dorn im Auge gewesen, die ebenfalls Gott, die Göttin oder ihre Götter in der Natur suchten und keine Kirchen brauchten. Diese wurden über mehrere Jahrhunderte zwangschristianisiert.

Viele Anhänger der Täuferbewegung und Protestanten flohen ab der Entdeckung Amerikas in die "Neue Welt", wo sie aber ähnlich mit den Ureinwohnern dort verfuhren, wie die Katholiken mit den "Heiden" - sie zwangschristianisierten und/oder töteten die "Wilden" dort, ähnlich wie es die Kirche mit Germanen, Kelten, Wikingern, etc. getan hatten. Heute ist diese "Eroberung der Neuen Welt im Namen Gottes" als "Manifest Destiny" bekannt. Auf der Täuferbewegung wurden übrigens die heutigen evangelikalen Freikirchen wie Baptisten, Mennoniten, Methodisten, etc. gegründet, z.B. auch die Amish-People. Auch der Ku Klux Klan war am Anfang noch evangelikal motiviert.

Später im Mittelalter gewann eine neue Religion eine große Anhängerschaft: Der Islam. Es kam zu den großen sogenannten "Glaubenskriegen", bei denen es in erster Linie aber auch eher um Macht und Kontrolle ging, dennoch passierte dies immer "im Namen Gottes." Bei den Kreuzzügen war "Gott will es!" oft ein beliebtes Motto.

Die Doppelmoral dieser Geschichte: auf der anderen Seite absorbierte die katholische Kirche verschiedene Figuren, Helden, Götter und Rituale aus Kulten, die sie als "heidnisch" beschimpften.
Beispielsweise ist die "Wandlung" der Hostie ein altägyptischer Kult, wo die Hostie den Sonnengott darstellt. Auch das Pentagramm wurde am Anfang von der Kirche übernommen und auf die fünf Wunden Christi umgedeutet, während das invertierte Pentagramm als "Drudenfuß", heute als Symbol für den Satanismus sehr beliebt, als Schutz vor bösen Mächten angewandt. Also eigentlich wurde das Zeichen, das man heute als Symbol für den Teufel "kennt", im Mittelalter als Schutzsymbol vor eben diesem verwendet.

Um die Gestalt des Teufels zu kreieren wurden die Berichte über "Dämonen" und "unreine Geister" aus der Bibel verwendet, neu interpretiert und mit den Geschichten eines "gefallenen Engels", des Höllensturzes, den man in Jesaja 14 bzw. Hesekiel 28 zu finden glaubt, verbunden. Hinzu kamen noch die Geschichten der Versuchung Christi durch den "Diabolos" und die Behauptung von Petrus, der Widersacher, der "Teufel", würde wie ein brüllender Löwe um die Herde schleichen, sowie die Bilder der alten Schlange aus dem Alten Testament und des Roten Drachen aus der Offenbarung. So wurde eine Person erfunden, ein Höllenfürst der Finsternis, Gegenspieler Gottes, kurz das, was wir heute als den "Teufel" kennen. Dass dieser scheinbare "Gegenspieler" im Buch Hiob erst um Erlaubnis fragen muss, wird dabei gern ignoriert. Außerdem fragt man sich natürlich, wie ein allmächtiger Gott einen Gegenspieler zulassen kann, ohne diesen zumindest zu bekämpfen oder warum wurde die Entstehung des Teufels von einem allwissenden Gott nicht gleich verhindert?
Auch wenn die katholische Kirche es heute wahrscheinlich leugnet, so gibt es tatsächlich heidnische Elemente und Kulte, die von anderen Religionen übernommen worden waren. Die röm.-kath. Kirche ist eigentlich wirklich ein Puzzle aus verschiedenen Elementen, die sich zT stark widersprechen bzw. widersprachen: Im Mittelater wurden Juden verfolgt und getötet, vielleicht sogar mehr als im Holocaust (darüber gibt es eben keine oder nur ungenaue Aufzeichnungen und man kann es auch nicht mehr beweisen...) und auf der anderen Seite wurde das alte Testament, das zum Großteil aus Tanach und Tora besteht, ergo den heiligen Schriften der Juden, natürlich als Teil der Bibel anerkannt. Auf der einen Seite wurden "Heiden" verfolgt, auf der anderen Seite verwendete man altägyptische Rituale während der Messe. Wer auch immer etwas dagegen sagte, wurde brutal verfolgt oder sogar ermordet, sofern man das so nennen kann, denn die Kirche sah diese Hinrichtungen ja als gerechtfertigt. Es herrschte und herrscht vielleicht auch heute noch eine ähnliche Doppelmoral, wie es in allen organisierten Religionen der Fall ist - angefangen mit dem Zoroastrismus über den tibetischen Buddhismus bis zum heutigen radikalen Islam.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.956
Die Juden im mittelalterlichen Deutschland standen unter dem Schutz des Kaisers und der Kirche, die wiederholten Judenverfolgungen etwa in der Frühphase der Kreuzzüge oder während der Pest waren jeweils spontane Exzesse des Pöbels oder marodierender Ritter.
Beispielsweise ist die "Wandlung" der Hostie ein altägyptischer Kult, wo die Hostie den Sonnengott darstellt.
Quelle?

Was die germanische Götterwelt angeht, würde ich noch einmal ein Buch lesen. Da wäre beispielsweise vor Wotan noch Ziu. Wotan war afaik eine Art Adels- oder Oberschichtgott und eher intellektuell.
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
11.259
Was die germanische Götterwelt angeht, würde ich noch einmal ein Buch lesen. Da wäre beispielsweise vor Wotan noch Ziu. Wotan war afaik eine Art Adels- oder Oberschichtgott und eher intellektuell.

Nicht eher magisch, exstatisch und "Druiden" statt Adel?
Machtwachstum zum magischen?


... ist eh spekulation fürchte ich.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.956
Ja genau, magisch. Germanische Druiden gab es afaik nicht, zumindest scheint die Überlieferung zum Thema Priesterschaft extrem lückenhaft zu sein.
 

Feenkrieger

Geselle
8. Juni 2019
10
Was meinst du mit "Quelle"? Ob ich mich persönlich irre oder jemand anderer ist doch egal.
Ja, was ich schreibe ist meistens reine Spekulation. Zu hundert Prozent kann man ja nie sicher gehen, weil keiner von uns dabei war.
Ich gehe davon aus, dass Dokus wie z.B. Terra X gut recherchiert sind. Wenn nicht, dann ist mir eben der Fehler unterlaufen, der mM nach am Weitesten verbreitet ist: Lehrer geben nicht nur ihr Wissen weiter, sondern auch ihre Fehler.
Rein objektive Berichterstattung ist mM nach nicht möglich, vor allem nicht zu diesem Thema, weil es da schon seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden keine Zeitzeugen mehr gibt und auch deren Wahrnehmung subjektiv wäre.
Daher lehne ich Quellenangaben meistens ab, da es für mich keine objektive und schon gar keine absolute Wahrheit gibt.
Auch hat keiner das Monopol auf die Wahrheit, am Wenigsten ich und auch nicht der Papst oder die Kirche, auch wenn sie es gerne hätten.
Damit du nicht denkst, ich würde mir das alles nur aus den Fingern saugen:
(leider etwas evangelikal geprägt, aber wie schon gesagt gibt es leider kaum bis gar keine Objektivität, dafür gibt es hier ein paar nette Fußnoten zu Quellenangaben)
 

Feenkrieger

Geselle
8. Juni 2019
10
Ja genau, magisch. Germanische Druiden gab es afaik nicht, zumindest scheint die Überlieferung zum Thema Priesterschaft extrem lückenhaft zu sein.
Lückenhaft, ja, wie die meisten Überlieferungen, die ja von Anfang an mündlich weitergegeben wurden.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Meiste, was man über Kelten bzw. Germanen zu wissen glaubt von Römern aufgezeichnet wurde und daher kennen wir quasi nur die römische Propaganda und das nicht so schmeichelhafte Feindbild (z.B. behaupten ja noch immer viele evangelikale Christen, die Druiden hätten zu Samhain Jungfrauen geopfert und lehnen Halloween mit diesen "Argumenten" ab)
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
11.259
Was meinst du mit "Quelle"? Ob ich mich persönlich irre oder jemand anderer ist doch egal.
Ja, was ich schreibe ist meistens reine Spekulation. Zu hundert Prozent kann man ja nie sicher gehen, weil keiner von uns dabei war.

Also es gibt ja sowas wie eine wissenschaftliche Untersuchung der Geschichte. Da stützt man sich dann auf Funde, Texte etc.
Quellen kann man auch bewerten und dann somit erschließen wie gut die "Spekulation" ist.

Ich gehe davon aus, dass Dokus wie z.B. Terra X gut recherchiert sind. Wenn nicht, dann ist mir eben der Fehler unterlaufen, der mM nach am Weitesten verbreitet ist: Lehrer geben nicht nur ihr Wissen weiter, sondern auch ihre Fehler.

Im TV würde ich jetzt alles mögliche erwarten nur keine anständig fundierte Information. Das ist doch reine Unterhaltung oder "Infotainment"

Daher lehne ich Quellenangaben meistens ab, da es für mich keine objektive und schon gar keine absolute Wahrheit gibt.

Mit der Angabe "TerraX" würde man sich ja auch eher lächerlich machen.
 

Feenkrieger

Geselle
8. Juni 2019
10
Sorry für das Off-Topic, ich war schon in vielen Foren und weiß daher, wie das meistens abläuft.
Die meisten glauben, mit Quellenangaben kann man alles irgendwie untermauern und manche geben dann vielleicht sogar irgendwelche veralteten Quellen an, um nicht irgendwie "nackt" dazustehen. Dann kommen meistens Leute, die behaupten irgendwas studiert zu haben (was man glauben kann oder auch nicht) und die oft sehr vehement diskutieren, was dann bis zur Beleidigung geht.
Ich persönlich bin aber ein Anhänger der Philosophie von Marcus Aurelius und dessen berühmtem Zitat: "Alles, was wir hören, ist eine Meinung und keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, keine Wahrheit."

Es ist mir schon klar, dass Dokumentationen von TerraX, etc. rein zur Unterhaltung dienen und gerne Futter für irgendwelche Leute bietet, die Menschen, deren einzige Informationsquelle solche Dokus sind, als lächerlich darzustellen. Meistens kommt dann auch noch irgend ein Troll daher, der beleidigt und das Ganze schaukelt sich dann so weit auf, bis irgendein User dann gesperrt wird oder von alleine geht. So erlebe ich die menschliche Natur, vor allem online, wo sich bestimmte Leute dann auch schreiben trauen, was sie im wahren Leben niemals sagen würden.

Eine Tatsache, sofern als solche zu bezeichnen, ist aber, dass von anderer Stelle bestimmt wird, was in der Gesellschaft gewusst und erfahren werden "darf" und was nicht. Meistens ist dabei Geld im Spiel. Was ich damit sagen möchte: von wissenschaftlichen Forschungen und diesen sogenannten Beweisen wie z.B. Funden, etc. erfährt man nur dann etwas, wenn die Mainstream-Medien, bzw. jene, die dahinter stehen, dies auch zulassen und/oder der Ansicht sind, die Öffentlichkeit sollte davon erfahren. Forschung kann übrigens nur dann fortgesetzt werden, wenn sie gefördert - ergo finanziert - wird. Wissenschaftler, denen es ein Anliegen ist, die "Wahrheit" ans Tageslicht zu bringen, bezahlen daher oft aus ihrer eigenen Tasche oder müssen sich Sponsoren suchen, die vielleicht bereit sind, ein Risiko einzugehen.
Für alles andere gibt es eben keine "Quellen" und man kann nur spekulieren.

Gerade in diesen Zeiten und gerade über diese Medien werden oft und zum Teil sogar gerne Falschmeldungen verbreitet, meistens von Klugscheißern, die zu jedem Preis Recht haben müssen, auch wenn bestimmte Fakten schon gegen sie sprechen. Ein Faktum ist für mich etwas, das wirklich von mehreren Seiten, durch mehrere Meinungen und zusätzlich durch handfeste Beweise untermauert ist. Daher gibt es für mich nur sehr wenige wirkliche Fakten. Gerade in Zeiten von Influencern, etc. glaubt man oft jeden Müll, nur weil er irgendwie sympathisch rüber gebracht wird oder weil die Influencerin auf YouTube physisch sehr attraktiv ist (und dadurch an die niederen Instinkte appelliert wird) Meistens werden Diskussionen auch durch Appelle an niedere Instinkte "gewonnen", denn meistens gewinnt jener (leider) die Oberhand, der am Lautesten schreit, sich am aggressivsten artikuliert, etc.

Was ich damit sagen möchte: Wie genau sind Quellenangaben wirklich? Natürlich ist man es gewohnt, Zitate und Ähnliches wiederzugeben, weil wir ja in einem System leben, in dem diejenigen den größten Erfolg haben, die am Besten auswendig lernen und wiedergeben können. Selbst im Philosophie-Studium ist es meistens der Fall, dass dort irgendwas auswendig gelernt hat, was irgendwann irgendwer gesagt hat. Dabei werden andere Standpunkte und Meinungen gerne vernachlässigt.
Zugegeben habe auch ich Informationen, die ich irgendwann einmal irgendwo auswendig gelernt habe wiedergegeben, aber nur um meine Meinung zu dem Thema zu äußern, dass sich in der katholischen Kirche noch immer Elemente des "Heidentums" (sofern als solches zu bezeichnen) finden.
 

Vercingetorix

Erlauchter Auserwählter der Fünfzehn
22. Juli 2018
1.013
was man über Kelten bzw. Germanen zu wissen glaubt von Römern aufgezeichnet
Also Kelten oder Germanen? Das ist ja nicht ganz das gleiche, schon alleine von der Epoche her nicht.

Es ist zwar richtig, dass alle schriftlichen Quellen von den Römern stammen, aber es gibt auch archäologische Forschung.
Gerade im Bereich der keltischen Kultur gab es da in den letzten 50 Jahren einiges an Forschung.

Hier zu nennen wäre z.B. das Laténium. Die Ausstellung in diesem Museum beruht im wesentlichen auf Funden aus la Tène.
Ich kenne die dazugehörende Literatur nicht im Detail, würde aber meinen, dass es da für Interessierte einiges zu finden gäbe.
 

Feenkrieger

Geselle
8. Juni 2019
10
Also Kelten oder Germanen? Das ist ja nicht ganz das gleiche, schon alleine von der Epoche her nicht.

Es ist zwar richtig, dass alle schriftlichen Quellen von den Römern stammen, aber es gibt auch archäologische Forschung.
Gerade im Bereich der keltischen Kultur gab es da in den letzten 50 Jahren einiges an Forschung.

Hier zu nennen wäre z.B. das Laténium. Die Ausstellung in diesem Museum beruht im wesentlichen auf Funden aus la Tène.
Ich kenne die dazugehörende Literatur nicht im Detail, würde aber meinen, dass es da für Interessierte einiges zu finden gäbe.
Wie Malakim bereits erwähnte würde ich diese ganzen Infotainment Sendungen eher nicht als Referenz verwenden.
Nein, nicht die gleiche Epoche, daher habe ich ja auch Kelten bzw. Germanen und nicht Kelten UND Germanen geschrieben.
Aber über beide Kulturen wurden von den Römern etwas aufgezeichnet.
Archäologische Ausgrabungen und Aufzeichnungen sind leider nicht ganz dasselbe, da man über die Fundstücke bzw. Gebäude, die man da ausgräbt, ebenfalls wiederum nur spekulieren kann...
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
11.259
AUsgerechnet bei den Germanen ist nicht viel Freiraum um von Tatsachen zu reden denke ich.
Wir wissen sogut wie nichts darüber. Umso spannender sind Spekulationen die sich wenigstens noch im Bereich der Wahrheit befinden können.

Quellenangaben dienen zwei Zielen:
Erstens Untermauerung und zweitens Material für Interessierte.

Ich bin am Thema Germanen und Magie interessiert und würde mich dementsprechend auch freuen wenn ich durch eine solche Diskussion auf neues Material stoßen würde. Wilde Spekulationen kann man auch machen, in meiner Erfahrung ist Odin dann schnell ein Alien und Ratatosk ein rotes Raumschiff.

Was Jäger und ich oben ausgetauscht haben ist ja ebenfalls reine Spekulation ;)

Ansonsten sind Deine Beobachtungen von Foren richtig und wird auch hier zutreffen, eine Angst kann ich Dir nehmen:
Ich habe nix dieser Art studiert.

Bei den Römischen Aufzeichnungen zu den Germanen sollte man auch im Kopf behalten das die Römer auch in der Situation waren Kriege finanzieren zu müssen und es dementsprechend auch Propaganda gab.
 

Vercingetorix

Erlauchter Auserwählter der Fünfzehn
22. Juli 2018
1.013
Archäologische Ausgrabungen und Aufzeichnungen sind leider nicht ganz dasselbe, da man über die Fundstücke bzw. Gebäude, die man da ausgräbt, ebenfalls wiederum nur spekulieren kann...
Nun wenn man z.B. Gräber findet und diese auch als solche Identifizieren kann, weil wir unsere Toten z.B. auch noch nach ähnlichen Prinzipien vergraben, dann ist es zwar immer noch Spekulation, aber doch sehr wahrscheinlich, dass es sich eben um ein Grab handelt.

Nach Deiner Argumentation gibt es eigentlich keine Erkenntnis, da letztlich alles nur Spekulation ist.
Oder verstehe ich das falsch?
 

Giacomo_S

Ritter vom Osten und Westen
13. August 2003
2.504
Um die Gestalt des Teufels zu kreieren wurden die Berichte über "Dämonen" und "unreine Geister" aus der Bibel verwendet, neu interpretiert und mit den Geschichten eines "gefallenen Engels", des Höllensturzes, den man in Jesaja 14 bzw. Hesekiel 28 zu finden glaubt, verbunden.

Wie so manches ist der Teufel, so wie wir ihn heute kennen, eine mittelalterliche Konstruktion, die sich wörtlich aus der Bibel kaum ableiten lässt.
Heutzutage kann man Texte, wie auch den der Bibel, mit Suchmaschinen durchsuchen.
Gibt man in die Suchmaschine die Begriffe "Teufel", "Luizifer" oder "Satan" ein, dann findet sich erstaunlich wenig. Die Suchergebnisse lassen sich dann in drei Kategorien einordnen:

1. Aussprüche von Propheten oder Jesus an seine Zuhörer: "Ihr seid des Satans, wenn ihr ..."

2. Die Geschichte Hiobs, aber in dieser ist der Teufel nicht der Gegenspieler Gottes. Vielmehr ist er ein Engel unter anderen, der von Gott beauftragt wird, Hiob "zu prüfen". Quasi eine Art Ankläger und Vollstrecker in einer Person.

3. Jesus fastet in der Wüste, der Teufel will ihn verführen. Jesus lehnt aber ab und der Teufel hat auch keine Macht über ihn.

Das war es dann aber auch schon, keine Hörner, kein Pferdefuß, überhaupt keine bildliche Darstellung und nach Schwefel riecht auch nichts.

Lückenhaft, ja, wie die meisten Überlieferungen, die ja von Anfang an mündlich weitergegeben wurden.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Meiste, was man über Kelten bzw. Germanen zu wissen glaubt von Römern aufgezeichnet wurde und daher kennen wir quasi nur die römische Propaganda und das nicht so schmeichelhafte Feindbild (z.B. behaupten ja noch immer viele evangelikale Christen, die Druiden hätten zu Samhain Jungfrauen geopfert und lehnen Halloween mit diesen "Argumenten" ab)

Ob dies zu Samhain passiert ist, das lässt sich nicht mehr feststellen, wohl aber, dass es Menschenopfer gegeben hat - und nicht nur von Frauen. Man hat eine Reihe von Moorleichen gefunden, die kaum einen anderen Schluss zulassen, als dass es sich um Menschenopfer gehandelt haben muss. Darunter welche, die nahelegen, dass es sich um privilegierte Menschen ihrer Zeit gehandelt haben muss, "Könige", denn aus den anatomischen Befunden wird klar, dass sie in ihrem Leben nie haben körperlich arbeiten müssen. Außerdem wurden sie nicht einfach nur hingerichtet, sondern es fand ein "Overkill" statt. Möglicherweise musste ein "König" aufgrund schwieriger Lebensumstände dran glauben, Missernten, schlechte Wetterperioden o.ä., weil er als Bindeglied zwischen Menschen und Göttern galt.
Wie verbreitet so eine Praxis war und ob sie als "Standard" ausgeübt wurde, das lässt sich nicht mehr feststellen. Vermutet wird aber, aufgrund der vergleichsweisen Seltenheit der Funde, dass man Menschenopfer nur selten und nur in sehr schweren Zeiten ausgeführt hat.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.956
Ich persönlich bin aber ein Anhänger der Philosophie von Marcus Aurelius und dessen berühmtem Zitat: "Alles, was wir hören, ist eine Meinung und keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, keine Wahrheit."
Das soll aus den Selbstbetrachtungen sein, steht da aber nicht so. Das ist jetzt ein wenig symptomatisch für Ihr Verständnis von Quellenarbeit. Mich interessiert, wie Sie auf einen Ursprung der Hostie im ägyptischen Sonnenkult kommen.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.956
Zu der verlinkten Quelle: Das ägyptische KRST-Ritual heißt in der korrekten Umschrift qrs.t, wobei das t eine neutrische Endung ist und aus dem Verb qrs, beisetzen, begraben, das Substantiv Beisetzung macht. Das zugehörige Determinativ ist ein Kasten oder Sarg, man könnte also viell. korrekter als einsargen bzw. Einsargung übersetzen. Ausgesprochen wid das Wort ungefähr "Kerres", das mit den e ist aber nur Ägyptologenägyptisch, weil wir keine Vokale haben... Christos wird dagegen im Griechischen wirklich mit ch gesprochen, die beiden Worte haben absolut nichts miteinander zu tun. Diese Quelle versucht leider geradezu zwanghaft, alles passend zu machen und in allen Religionen eine einheitliche Christustheologie zu finden. Sie steht damit ironischerweise in einer sehr katholischen Tradition, da ja auch die katholische Kirche versuchte, jede Überlieferung ihrer Theologie einzuverleiben und heidnische Götter zu Dämonen zu machen.
 

MatScientist

Meister vom Königlichen Gewölbe
21. März 2014
1.497
Interessant wäre auch die Frage welche ideologischen Aspekte eigentlich im Vatikan die Auffassung von "Christentum" beeinflussen....
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.956
Dann halt Sozialismus. Ich empfehle Beschäftigung mit der Geschichte der Jesuiten und z.B. den Jesuitenreduktionen.
 

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