Giacomo_S
Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
- 13. August 2003
- 4.896
Davon hatte ich tatsächlich noch nie gehört, interessant.
Bekanntlich überwacht der chinesische Staat mit allen möglichen digitalen Mitteln seine Bürger möglichst lückenlos. Im Jahr 2023 soll es westlichen Hackern gelungen sein, in dieses System einzubrechen. Sie fanden u.a. eine nationale Liste mit IDs usw., ihr Umfang betrug allerdings knapp 1 Mrd. Einträge.
Gewisse Kernzahlen gehen außerdem nicht auf, Verbrauchs- und Einkaufszahlen lebensnotwendiger Güter, Nahrungsmittel, zum Vergleich des anzunehmenden Bedarfs für eine Bevölkerung von 1,4 Mrd. Menschen. Städte und Departments blähen selbst ihre Zahlen auf, weil hiernach Steuerzuwendungen aus Peking berechnet werden.
Spektakuläre Behauptungen aus der Wissenschaft und Technik aus China haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten viele gehört, oft genug war es aber auch nur heisse Luft. Man lässt die Puppen tanzen und nennt das dann Robotik.
Das Knacken von Verschlüsselungen ...
besteht, im Wesentlichen, aus der rechenintensiven Aufgabe, das Produkt zweier möglichst großer Primzahlen wieder in seine Faktoren zu zerlegen. Das mehr oder weniger einzige Verfahren hierzu beruht auf der Mathematik Pierre Fermats aus dem 17. Jh., eine Art Intervallschachtelung aufgrund eines der binomischen Sätze. Der Algorithmus ist np-vollständig:
vollständig: Ohne Einsprünge von außen lösbar und endlich
np: nur in nicht polinominaler Zeit lösbar
Der Rechenaufwand steigt sehr schnell und exponentiell , sobald die Primzahlen-Faktoren größer werden.
Es ist einfach und schnell, die Primzahlen-Faktoren größer werden zu lassen, und auch ein Quantencomputer - sofern er überhaupt überlegen ist - wird schnell an seine Grenzen und darüber hinaus geraten. Auch die Aufgabe, einen Code zu knacken, kann nicht einfach durch mehr Rechenpower gelöst werden. Vielleicht kann man damit den Status Quo knacken, aber die Systeme werden schnell nachrüsten und die Verschlüsselung einfach länger machen.
