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Organe spenden - Ja oder Nein?

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
10.946
High, friends
im 'Abhaltungsthread' sind einige Beiträge zum Organspendeskandal aufgetaucht + ich denke, das könnten wir innem neuen Thread erörtern.
Ich selbst habe einen Ausweis, weil ich mal gedacht habe, dass mich die Ärzte bei 'nem üblen Unfall gar nicht erst an irgendwelche beschissene Maschinen anschließen, um mein katatonisch-lethargisches Leben zu erhalten.
Mittlerweile denke ich, dass die evtl. gar nicht erst ausreichend versuchen würden mein normales Leben zu retten("Ey, schau mal, der hat 'ne geile Leber, lassen wir das mit der Wiederbelebung!").
Wie siehts bei euch denn so aus?
 

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
AW: Organe spenden-Ja oder Nein?

Ich finde das menschlich durchaus nachvollziehbar, dass Ärzte sich zuerst um ihre Patienten kümmern und versuchen, sie auf der Warteliste nach oben zu pushen. Schließlich wurden die Organe nicht weggeworfen sondern ihrer angedachten Verwendung zugeführt.
 

Simple Man

Kanonenbootdiplomat
Teammitglied
4. November 2004
3.945
AW: Organe spenden-Ja oder Nein?

Schon richtig - nur wie weit ist es dann zum Arzt, der das für finanzielle Zuwendungen macht? Oder sich nicht in ausreichendem Maße um die Rettung eines anderen Patienten kümmert, weil er dessen Organe für "seinen" Patienten benötigt?
 

Lightning-Angel

Geheimer Sekretär
16. Mai 2002
698
AW: Organe spenden-Ja oder Nein?

DaMan schrieb:
Ich finde das menschlich durchaus nachvollziehbar, dass Ärzte sich zuerst um ihre Patienten kümmern und versuchen, sie auf der Warteliste nach oben zu pushen. Schließlich wurden die Organe nicht weggeworfen sondern ihrer angedachten Verwendung zugeführt.
Finde ich nicht, wenn ich a-roy jetzt erschiesse damit ich an seine Organe komme - sind diese zwar auch dem richtigen Verwendungszweck zugeführt worden aber der Weg war nicht rechtens und sicherlich nicht zu freuden von a-roy. ;)

Der Punkt ist, sie haben es nicht für Ihre Patienten getan sondern für Ihren Geldbeutel. Es gibt Listen und Kriterien an die sich alle zu halten haben.

Nehmen wir an
Patient A braucht eine Leber und lebt noch für 6 Wochen und er liegt im AKH Berlin
Patient B braucht eine Leber und lebt noch für 6 Monate und er liegt im AKH Hamburg

Der Hamburger Arzt hat eine gesunde Leber in der Hand und gibt nun an das diese eher kränklich ist und Notverpflanzt werden muss und gibt diese dann Patient B.

Patient A stirbt.

Sicherlich hätte es auch sein können das nur Patient A lebt und in 6 Monaten keine passende Leber für Patient B gefunden worden wäre, jedoch wäre die Chance dafür 4 1/2 Monate länger vorhanden gewesen, somit ist das schon fast so wie selbst den Abzug drücken.

Es gibt klare Bestimmungen und Richtlinien zur Vergabe und die werden nicht wahrheitsgemäß eingehalten.

Ich selbst werde sicherlich kein Organspender, wenn ich mal eins brauche und aufgrund dessen keins bekomme dann ist das halt Pech aber solange das System unddurchsichtig ist und ich nicht weiß ob ich letztlich behandelt werde oder auch nicht ;) interessiert mich das nüsse.

Ich wünsche selbstverständlich alle Leuten die eine Organspende brauchen nur das beste und hoffe persönlich das viele Leute mehr Vertrauen in das System haben und zu Spendern werden, für mich selbst aber ein no go.

Beste Grüße
LA
 

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Es geht doch nur um Organhandel. Davon dass Leute wegen ihrer Organe nicht behandelt oder umgebracht werden, sind wir doch weit entfernt. Oder bin ich da jetzt völlig fehlinformiert?
Nehmen wir an
Patient A braucht eine Leber und lebt noch für 6 Wochen und er liegt im AKH Berlin
Patient B braucht eine Leber und lebt noch für 6 Monate und er liegt im AKH Hamburg

Der Hamburger Arzt hat eine gesunde Leber in der Hand und gibt nun an das diese eher kränklich ist und Notverpflanzt werden muss und gibt diese dann Patient B.

Patient A stirbt.
Dann freut sich Patient C über die Leber.
Du gehst davon aus, dass Patient A mit Leber überlebt hätte und Patient B ein zweites geeignetes Organ bekommen hätte und ebenfalls überlebt hätte. Das ist leider nicht garantiert. Von daher finde ich das Verhalten des Arztes in Hamburg für nachvollziehbar. Rechtlich ist das natürlich eine völlig andere Frage.

Ich wünsche selbstverständlich alle Leuten die eine Organspende brauchen nur das beste und hoffe persönlich das viele Leute mehr Vertrauen in das System haben und zu Spendern werden, für mich selbst aber ein no go.
Und du maßt dir an, die Handlungen der behandelnden Ärzte moralisch zu verurteilen?

Oder sich nicht in ausreichendem Maße um die Rettung eines anderen Patienten kümmert, weil er dessen Organe für "seinen" Patienten benötigt?
Gibt es den geringsten Hinweis, dass dies passiert?
 

Simple Man

Kanonenbootdiplomat
Teammitglied
4. November 2004
3.945
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Keine Ahnung, hab ich aber auch nicht behauptet. Es könnten allerdings Gedanken sein, die potentiellen Organspendern durch den Kopf gehen und sie von einer Zustimmung abbringen. Und dann hätte man einen weiteren Schaden, der durch das menschlich evtl. nachvollziehbare Bevorzugen der eigenen Patienten entstanden ist. Wieviele Menschen sterben jetzt, weil es infolge schlecht umgesetzter Organspendevergaben weniger Spender gibt?
 

es könnte ja sein

Ritter vom Osten und Westen
22. September 2010
2.582
AW: Organe spenden-Ja oder Nein?

Schon richtig - nur wie weit ist es dann zum Arzt, der das für finanzielle Zuwendungen macht? Oder sich nicht in ausreichendem Maße um die Rettung eines anderen Patienten kümmert, weil er dessen Organe für "seinen" Patienten benötigt?

das ist der punkt

die kranken müssen darunter leiden
 

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Keine Ahnung, hab ich aber auch nicht behauptet. Es könnten allerdings Gedanken sein, die potentiellen Organspendern durch den Kopf gehen und sie von einer Zustimmung abbringen. Und dann hätte man einen weiteren Schaden, der durch das menschlich evtl. nachvollziehbare Bevorzugen der eigenen Patienten entstanden ist. Wieviele Menschen sterben jetzt, weil es infolge schlecht umgesetzter Organspendevergaben weniger Spender gibt?
Das ist eine rein spekulative Frage.

Wieviele Menschen würden nicht sterben, wenn das Thema nicht in den Medien breitgetreten werden würde?
 

Simple Man

Kanonenbootdiplomat
Teammitglied
4. November 2004
3.945
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Natürlich ist das spekulativ. Aber es liegt im Bereich des möglichen. Und darum braucht es transparente und klar formulierte Vergaberichtlinien, an die sich auch gehalten wird. Jetzt den Medien eine Schuld geben zu wollen, weil sie darüber berichten, halte ich im Übrigen für einen unsäglichen Ablenkungsversuch deinerseits, bei dem du den Boten als Prügelknaben zu mißbrauchen versuchst. Die Schuld liegt bei den entsprechenden Ärzten. Wie gesagt, es ist menschlich nachvollziehbar, wenn diese dem eigenen Patienten eher das Organ zuschustern wollen - es ist aber auch verdammt kurzsichtig, weil sie damit das gesamte System diskreditieren.
 

Lightning-Angel

Geheimer Sekretär
16. Mai 2002
698
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

DaMan, Deine Gegenfrage haben eben so viel Gewicht wie die gestellten Fragen

Würden Patient A & B noch leben? Du weißt es nicht, ich eben so wenig die Chance ist jedoch wesentlich Höher das ein geeigneter Spender in 6 Monaten gefunden wird als in 6 Wochen?

DaMan schrieb:
Das ist eine rein spekulative Frage.

Wieviele Menschen würden nicht sterben, wenn das Thema nicht in den Medien breitgetreten werden würde?

Das selbe Prinzip, wieviele Menschen werden nun sterben? Mit diesem Hin und Her drehen wir uns im Kreis da es wie du geschrieben hast reine spekulation. Ich geh nun nicht davon aus das eingetragene Spender nun Ihren Spendenausweis abgegeben aufgrund der aktuellen Presse - aber neue Spender oder potentiellen Spender die noch unsicher waren kommen nun evtl. von ihrem Vorhaben ab. Und langfristig gesehen kann dies unter Umständen zu einem weiteren Toten führen der keine Lebensrettende Spende bekommen hat.

Sammeln wir doch mal die aktuellen Anhaltspunkte

- Patienten haben gegen Finanzielle Mittel bevorzugt ein Spenderorgan erhalten
- Akten wurden Manipuliert in Göttingen und in Regensburg (Details erfahren wir evtl. nach dem Kriesentreffen am 27.08)
- Eigene Patienten sind voraussichtlich bevorzugt behandelt worden und um das zu verschleiern wurden falsche Angaben zur Organ Qualität gemacht (27.08)

Habe ich noch was vergessen?

DaMan, nun kläre mich doch bitte auf was an den Vorgängen nicht falsch ist? Und natürlich, es gab noch kein Endergebnis und noch keine Verurteilung also sind auch diese Vorwürfe rein spekulativ ;)
 

Mondprinzessin

Geheimer Meister
1. August 2011
262
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Also ich bin OrgangSpender und habe keine Angst das mein Arzt mich irgendwie sterben lassen würde, da er ja pontentielle Empfänger ja gar nicht kennt, oder kennen werden wird.
Wer nun mein Organg bekommt kann ich ja leider nicht beeinflussen, darum muss einfach darauf vertrauen das es die richtige Person bekommt.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Ich glaube, daß hier ein wichtiger Punkt (der mich ziemlich erschreckt hat) gerade nicht beachtet wird.
Lassen wir mal die schwarzen Schafe außen vor, die sich haben bestechen lassen, um Laborwerte zu fälschen
und damit die Dringlichkeitswertung ihrer Patienten verändert haben.
Nehmen wir den Normalfall, daß eine Klinik einen potentiellen Organspender auf dem Tisch hat
und die vorgeschriebene Meldung an Eurotransplant macht.
Von da an dauert es mehrere Stunden, bis endlich die Rückmeldung kommt welches Organ in welcher Klinik
gebraucht wird. Und das ist dann kritisch für die Organe älterer Menschen.
Deshalb hat man diese Schnellregelungen eingeführt. Bevor das Organ gar nicht mehr zu gebrauchen ist,
hat es eben der nächstgelegene Kandidat bekommen.
Das ist Pragmatismus, den ich verstehen kann.
Was ich nicht verstehen kann, ist diese Bearbeitungszeit bei Eurotransplant.
Eine irgendwie geartete behördliche Kontrolle/Organisation wäre wünschenswert, allerdings unter der
Voraussetzung, daß sie die Bearbeitungszeit verkürzt und weiterhin international arbeitet.

Meine Einstellung zur Organspende deckt sich übrigens mit der von xkcd.
 

Dirtsa

Meister vom Königlichen Gewölbe
15. Januar 2011
1.314
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Die Fragen wie Gerechtigkeit bei der Verteilung verbessert werden kann, welche Kriterien dafür gelten sollen und wie die Gefahr damit Schindluder zu treiben reduziert werden kann, ist eine Sache.


Die grundsätzliche Entscheidung, zur Organspende bereit zu sein oder eben nicht ist eine Entscheidung, die jeder nach seinen eigenen Kriterien trifft und sollte meiner Ansicht nach, nicht damit vermischt werden.


Wenn ich Organspende grundsätzlich bejahen und mich persönlich dazu bereit erklären würde, hätte ich keinen Einfluss darauf, wer Organe von mir erhält.


Im Gegensatz zu Mondprinzessin finde ich das auch gut. So lange die Organe irgendjemandem das Leben verlängert oder verbessert, ist ein Leben so wertvoll wie das Andere. Ob auf der Warteliste oder im Schnellverfahren. In dem Punkt gehe ich mit Daman konform, sie haben hoffentlich ihren Zweck erfüllt.


Andernfalls hätte jeder seine eigenen Kriterien Der eine sympathisiert mit denen, die schon seit Jahren warten, der andere fände es dringlicher, dass Menschen mit Kindern Vorrang haben, der nächste würde bestimmte Gruppenzugehörigkeiten für weniger rettenswert als Andere einschätzen.
 

Adept

Erlauchter Auserwählter der Fünfzehn
11. Dezember 2010
1.009
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie klingt es abartig wenn Herzen, Lungen, Lebern, oder was auch immer, hin und her verpflanzt werden.
Und dann ist der Spender ja noch nicht mal richtig tot wenn die Organe entnommen werden. Er ist zwar so gut wie tot, aber die Ärzte geben ihn ja erst den Rest.

Und wieso kann man sich eigentlich nicht aussuchen wer seine Organe bekommt?
Ich würde zum Beispiel gar nicht wollen das jemand der ungesund gelebt hat nun auf einmal eine Lebensverlängerung bekommt, und damit sozusagen den Tod austrickst.
Der soll gefälligst die Konsequenzen tragen für seinen Lebensstil und nicht auf den Tod eines passendes Spenders warten...auf den Tod eines anderen warten um zu überleben, das klingt auch nicht ganz normal, scheint aber so der Fall zu sein.

Ich halte diese Organspende Geschichte für eine üble Fehlentwicklung des medizinischen Fortschritts...es hat was von Frankenstein.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Deshalb und um den ganzen anderen Fallen aus dem Weg zu gehen bastelt man ja auch heftig an künstlichen Organen.
Also nicht Maschinen sondern aus speziellen Zellen (vielleicht sogar denen des Empfängers) gezüchtet.
Wären deine Bedenken damit ausgeräumt?
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Wann ist man denn deiner Meinung nach richtig tot, Adept?
 

Dirtsa

Meister vom Königlichen Gewölbe
15. Januar 2011
1.314
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

@ gaia
es ist schon ein Unterschied, ob jemand per Definition hirntot oder ob der Sterbeprozess abgeschlossen ist. Mit der Einverständniserklärung zur Organspende stimmst du zu, dass dein Sterbeprozess anders verläuft.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Was passiert dann mit dem Körper eines Menschen, nachdem man den Hirntod festgestellt hat. gehen wir mal davon aus, dass die Organe nicht entnommen werden sollen. Und lassen wir mal alle Maschienen weg die den Körper am Leben erhalten.
Hirntod zu sein bedeutet, dass das Gehirn keinerlei Arbeit mehr leisten kann.
Hirntod - DocCheck Flexikon
 

Mondprinzessin

Geheimer Meister
1. August 2011
262
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

@adept
also ich würde mir nicht gerne die Empfänger aussuchen (wie auch ich bin ja so gut wie tot....). so eine Entscheidung einen einzelnen Menschen treffen zu lassen empfinde ich als sehr schwierig, da ist es schon besser wenn es Kriterien gibt die das irgendwie handhaben...
 

Dirtsa

Meister vom Königlichen Gewölbe
15. Januar 2011
1.314
AW: Organe spenden - Ja oder Nein?

Ich argumentiere nicht dagegen, den Hirntod als ausreichende Voraussetzung für die Organentnahme anzunehmen.
Für mich würde ich davon ausgehen, dass ich von dem, was danach noch abläuft, nichts mehr mitbekomme.

Wenn ich aber jemanden begleite, der mir sehr nahe steht, ist es etwas anderes, ob ich dann emotional realisiere, dass derjenige gegangen ist, wenn der Hirntod festgestellt wird oder wenn alle Lebensfunktionen aufgehört haben.

Säße ich am Bett meines verunfallten Kindes, hätte ich das Bedürfnis, bis ganz zum Ende bei ihm zu bleiben. Würde ich einen noch warmen Körper mit noch vorhandenen Funktionen zurücklassen, käme ich mir vor, ich hätte es im Stich gelassen. Mein Kind in seinem Sterbeprozess nicht kurz vor dem Ende noch alleine zu lassen, wäre mir wichtiger als die Vorteile für einen mir unbekannten Organempfänger.

Würde ich sterben, denke ich auch, es wäre für meine jüngeren Kinder eine andere Situation, mich als Leiche zu sehen und meinen Tod zu realisieren, als mit noch sichtbaren Körperfunktionen.

Bevor ich Kinder hatte, habe ich einer Organspende zugestimmt, derzeit lehne ich das für mich und meine Kinder, so lange sie darüber keine eigene Entscheidung treffen können, ab.

Wäre eine Organentnahme nach Abschluß des Sterbeprozesses möglich, würde ich auch jetzt zustimmen.

Es ist durchaus möglich, dass ich mich in einigen Jahren nochmal umentscheide.
 

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