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Sozialsystem und seine ungerechte Verteilung von Eigentum

MatScientist

Groß-Pontifex
21. März 2014
2.983
btw

die Nachbarländer Deutschlands kapierens

Dänemark löst Ausländerghettos auf, gibt Quoten vor und reißt Blocks ab
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.329
Hm. Das ist wahrscheinlich sogar weniger problematisch als die Frage, was denn heute überhaupt als „gerecht“ bezeichnet wird.

Eine so genannte „Gerechtigkeit“, die von Seiten des Anspruchsdenkens als Kampfbegriff nur dazu mißbraucht wird, ständig neue „Ungerechtigkeiten“ zu (er-)finden und daraus immer neue Forderungen an die Leistungsträger zu stellen, bis sich Leistung nicht mehr lohnt und das ganze Sytem zusammenkracht, ist wohl eindeutig zu etwas mutiert, was mit dem ursprünglichen Begriff nichts mehr zu tun hat.
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
12.867
Hm. Das ist wahrscheinlich sogar weniger problematisch als die Frage, was denn heute überhaupt als „gerecht“ bezeichnet wird.

Eine so genannte „Gerechtigkeit“, die von Seiten des Anspruchsdenkens als Kampfbegriff nur dazu mißbraucht wird, ständig neue „Ungerechtigkeiten“ zu (er-)finden und daraus immer neue Forderungen an die Leistungsträger zu stellen, bis sich Leistung nicht mehr lohnt und das ganze Sytem zusammenkracht, ist wohl eindeutig zu etwas mutiert, was mit dem ursprünglichen Begriff nichts mehr zu tun hat.

Ich komme immer mit dem Anspruchsdenken nicht klar. Da wird immer so getan als hätte man aus dem Leben heraus Anspruch auf all diese Dinge. Hat man aber nicht, es zeigt sich in allen Bereichen, das Leben selbst ist in keiner Form "gerecht" oder sowas. Auch muß jede Spezies um das ÜBERleben kämpfen und dafür sozusagen "arbeiten".
Es sind nur menschliche Systeme die dies anders machen und ich finde das auch recht GUT. Finde aber dieses "Ich habe ein Recht darauf", "Man muß mich Unterstützen" und so weiter wirklich ziemlich undankbar am Ende des Tages.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.329
Gerechtigkeit funktioniert eben - genau wie Toleranz oder Solidarität - nicht als einseitige Verpflichtung, sondern nur auf Gegenseitigkeit.

Dass man jemanden, der in Not gerät, nicht restlos verelenden und zu guter Letzt verhungern lassen kann, ist auch kein Gebot der Gerechtigkeit, sondern der Menschlichkeit.

Dieses “Was Dein ist, ist auch mein - was mir gehört, geht Dich nix an!“ hat weder mit dem einen, noch dem anderen etwas zu tun.
 

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
11.122
Thema Gerechtigkeit:
Mein Dad flüchtete als 24-jähriger Beinamputierter von Godullahütte(Oberschlesien nach Delmenhorst/Niedersachsen, wo er als Bügler Arbeit fand, während er in Abendkursuen seinen kaufmännischen Angestellten machte, um in der Familientradition einen Tante Emma Laden eröffnen zu können, was er 1961 auch mit Bankkrediten tun konnte.
So entstand auch ein Einfamilelienhaus im Stadtteil Düsternort.
Nachdem er den Laden aufgeben musste, weil immer mehr Kunden in die aus dem Boden schießenden Supermärkte einkauften, arbeitete er als Kassierer an der Tankstelle von REAL-Kauf, bis er, 58-jährig, krankheitsbedingt 1983 in Frührente gehen musste.
Inzwischen waren seine Mutter(1970) und Ehefrau(1979) verstorben und ich Einzelkind seit 1978 Lehramtsstudent, zuerst in Hannover, dann in Oldenburg i.O..
So saß er denn alleine in diesem riesigen Haus!
Immer, wenn ich ihn jedes 2.Wochenende besuchte, bekam ich mit, dass 1 Laib Brot 1 Woche und 1 Dose Eintopf 2 Tage reichen mussten, denn da waren ja noch die zu bezahlenden Bankkredite.
Das Haus wollte er nicht verkaufen, denn das sollte mein Erbteil sein.
Nachdem ich ihm klar gemacht hatte, dass ich dieses Erbteil nach seinem Ableben sowieso verkaufen würde, weil ich nicht in Delmenhorst als Lehrer tätig werden wollte, verkaufte er es im Oktober 1984 und war richtig glücklich, nicht mehr knapsen zu müssen und lud mich immer am Sonntag, wenn ich zu Besuch war, zum Mittagessen in Restaurants ein! Speziell die griechische Küche hatte es ihm angetan!
Am 14. Februar 1985 setzte er sich auf sein Sofa und fiel tot um, da war er gerade 60 geworden.
Als man mir die Botschaft seines Ablebens überbrachte, legte ich spontan 'Sexcime' von den Eurythmics auf (Warum, weiß ich nicht mehr), dreht den Lautstärkeregler voll auf und brüllte nur:
"DAS IST UNGERECHT!"
An dem Tag hab' ich den Floh, den mir meine Eltern in's Ohr gesetzt haben, nämlich arbeite ehrlich und genieße dann mit deiner Ehefrau den wohlverdienten Ruhestand, erschlagen!
 

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
11.122
Aber so war diese Genertion gestrickt, Malakim, jedenfalls die Normalos!
Ehrliche Arbeit (schwarzarbeitende Handwerker waren auch normal, sonst hätten sich die Kleinverdiener manches nicht leisten können und das Geld blieb ja im Land!) und dann denn Ruhestand genießen!
Vorher:
Der Sonntagsbraten, ein Fernseher, ein (kleines) Auto und a bisserl Urlaub mussten im bescheidenen Wohlstand sein!
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
12.867
Ja aber gerade ein Haus baut/kauft man doch um gleich besser zu wohnen und nicht im Hinblick auf die Rente.
Ein abbezahltes Haus ermöglicht es natürlich mit Flaschensammeln über die Runden zu kommen :)
 

Giacomo_S

Prinz von Libanon
13. August 2003
3.487
Eine so genannte „Gerechtigkeit“, die von Seiten des Anspruchsdenkens als Kampfbegriff nur dazu mißbraucht wird, ständig neue „Ungerechtigkeiten“ zu (er-)finden und daraus immer neue Forderungen an die Leistungsträger zu stellen, bis sich Leistung nicht mehr lohnt und das ganze Sytem zusammenkracht, ist wohl eindeutig zu etwas mutiert, was mit dem ursprünglichen Begriff nichts mehr zu tun hat.

Das ganze Sozialsystem ist über viele Jahrzehnte zu einem derartigen Dschungel an Paragraphen angewachsen, dass es niemand mehr durchschaut. Die vermeintliche Gerechtigkeit, es jedem Recht machen zu wollen, ist dann auch keine. Denn es belohnt jene, die sich jeden Popanz zu Nutze machen und bestraft andere, die sich dazu nicht in der Lage sehen.

Es sind allerdings nicht nur die Betroffenen, die von diesem System profitieren. Genaue Zahlen kann ich hier jetzt nicht nennen, letztlich geht es mir auch nicht darum. Darstellen möchte ich mehr so eine Art Größenordnungen.

Die größten Arbeitgeber Deutschlands:

#2: Öffentlicher Dienst: Die Kommunen (1.487.590. Zu ihnen gehören die Mitarbeiter von Krankenhäusern, Einwohner- und Meldeämtern, Theatern und Volkshochschulen sowie der Sozialämter)
#9: Öffentlicher Dienst: Sozialversicherungsträger (370.065. Dazu gehören Rentenversicherungen, Krankenkassen, Berufsgenossenschaften sowie die Bundesagentur für Arbeit.)
Insgesamt: Der öffentliche Dienst ist mit Abstand der größte Arbeitgeber in Deutschland. Bei ihm sind rund 4,69 Millionen Menschen beschäftigt.
Quelle: Capital, Das sind Deutschlands größte Arbeitgeber

Rechnet man nun noch Arbeitsplätze in gemeinnützigen Organisationen wie etwa den Kirchen, diversen eingetragenen Vereinen, private Firmen im Sozialbereich (Schulungen, Coaching o.ä.) usw. usf. hinzu, dann würde es mich nicht wundern, wenn dabei heraus käme: Es leben mehr Menschen von dem Sozialsystem, es gibt mehr bezahlte Arbeitsplätze um Menschen zu verwalten, zu unterstützen, zu schulen etc. - als es überhaupt Betroffene gibt.

Es handelt sich um einen gewaltigen Apparat, eine Geldmaschine, ggf. einen riesigen Wasserkopf, der sich selbst erhält und der im Grunde - entgegen eigener Lippenbekenntnisse - überhaupt kein Interesse daran hat, den sozial Betroffenen wieder auf die Beine zu stellen.
Denn schließlich würde der Apparat damit auf Dauer seine eigene Existenzberechtigung unterminieren.

Die Schaffung von abgehobenen Wasserköpfen ist übrigens keineswegs auf den Staat begrenzt. Man kann dergleichen auch in "staatsähnlichen" Firmen finden. Was solche Wasserköpfe am Ende hervorbringt, das weiß ich auch nicht so genau. Es scheint eine Art Selbstläufer im System zu sein, ein Prozess, der sich durch die Bedingungen selbst erschafft.
Während meiner Bewerbungsphase geriet ich in eines dieser unsäglichen Meetings - dabei war ich noch nicht einmal eingestellt und wurde es auch nicht - des BRK Starnbergs: Da berät sich dann ein Gremium von 8 Abteilungsleitern, Bereichsleitern, Personalchefs, und anderen Wichtigtuern über teils lächerliche Detailfragen, vor allem aber über eine Arbeit, die gerade einmal 2,5 Mitarbeiter zu leisten haben. Wobei letztere natürlich weder auch nur die kleinste Kleinigkeit selbst zu entscheiden haben, auf dieser Ebene absolut arbeitseffizient zu arbeiten ist, jedes Gramm genau ausgewogen und jede Portion genau abzuzählen ist, und jede Zwiebel im Buchhaltungssystem ein- und auszubuchen ist.
Und am Ende erzählt uns auch noch die obligatorische "Ökotrophologin", wie wir denn an den Behältern die Temperatur zu messen hätten. Und ein eigentliches Kernproblem des ganzen Problems hatten sie noch nicht einmal ansatzweise gelöst ...

... cmon, Leute: Was ihr denn so alles kostet: Komisch, darüber redet kein Mensch. Und mal Hand auf's Herz: Um ein Thermometer in eine Behälter zu halten: Dafür braucht's keinen Akademiker, ich jedenfalls nicht.
 

Popocatepetl

Ritter Kadosch
27. August 2013
5.191
das bild hier triffts eigentlich ganz gut :)

1123-115.jpg

 

Vercingetorix

Großer Auserwählter
22. Juli 2018
1.627
Ja aber gerade ein Haus baut/kauft man doch um gleich besser zu wohnen und nicht im Hinblick auf die Rente.
Ein abbezahltes Haus ermöglicht es natürlich mit Flaschensammeln über die Runden zu kommen :)
Ein Haus zu bauen oder zu kaufen kann sich aus meiner Generation keiner mehr leisten. Zumindest nicht, wenn er nicht vermögende Eltern hat, oder einen super job mit einem Einkommen jenseits der 150k pro Jahr.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.329
@Popocatepetl
Das Bild ist unvollständig. Es fehlen noch der Betriebsrat und ein Arbeitssicherheitsbeauftragter, neuerdings auch jemand von der Rechts- und auch der Zollabteilung. Vielleicht ist der Auftraggeber des Lochs im Boden ja ausländisch, und dann muss man schon klären, ob es sich um ein dual-use-Loch handelt. Abegsehen davon sieht man, dass es sich um eine kleine Firma mit erfrischend wenig Wasserkopf handelt. Sonst würden noch im Rahmen einer Matrixorganisation mehrere Leute des lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Geschäftsbereichs anwesend sein sowie mehrere Hierarchien der Koordinatoren für den jeweiligen Anwendungsbereich des zu grabenden Lochs.

Was natürlich überhaupt nicht geht: Der Mann mit der Schaufen macht eine gefahrgeneigte Tätigkeit und arbeitet alleine. Aber ein zweiter Mann mit Schaufel kommt bei dem Wahnsinnsgehalt dieses Mannes nun mal nicht in Betracht: Das kann sich heutzutage niemand leisten.
 

Popocatepetl

Ritter Kadosch
27. August 2013
5.191
und ganz wichtig, der LTQBIYSDNGR*+- und genderbeauftragte !

wo kämen wir denn schließlich hin, ohne tampons auf der herrentoilette ?!
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.329
An dem Tag hab' ich den Floh, den mir meine Eltern in's Ohr gesetzt haben, nämlich arbeite ehrlich und genieße dann mit deiner Ehefrau den wohlverdienten Ruhestand, erschlagen!

Traurige Geschichte von Deinem Vater. Man hätte ihm - wie so Vielen dieser Kriegsgeneration - gerne mehr Glück gegönnt. Aber mal ganz ehrlich und bei allem Verständnis für Deine immer noch spürbare Verbitterung: Ist er Opfer von Ungerechtigkeit gworden oder hat er einfach nur Pech gehabt? Ich denke, die Gesellschaft kann nicht mehr tun, als Chancen bieten. Die hat er gehabt. Und Entscheidungsfreiheiten lassen. Die hat er genutzt. Aber eben nicht auch noch Erfolgsgarantien. Und ihm blieb der Erfolg leider versagt.

Eine Gesellschaft, die nicht nur Chancen vergibt, sondern auch durch entsprechende Regularien deren Erfolg sicher stellt, wäre wohl kaum als frei zu bezeichnen. Aber Freiheit ist nicht gleichbedeutend mit Glück, und es ist sehr traurig, wenn dabei ein Lebensweg herauskommt wie Du ihn geschildert hast.

Mir hat im gleichen Alter eigentlich niemand so wirklich ausdrücklich einen Floh betreffend meiner Lebensführung ins Ohr gesetzt. Meine Grundidee war und ist, sein Leben so zu leben, dass man sich hinterher bei niemandem bedanken, aber auch nicht entschuldigen muss. Daraus ergibt sich vieles von dem, was Du als „Floh“ erschlagen hast, von selbst.

Allerdings dreht sich die Fragestellung nach der Gerechtigkeit genau um. Es ist nicht die Frage, ob ich im Namen der Gerechtigkeit auch genug bekomme, sondern, ob es gerecht ist, ausgenommen zu werden wie eine Weihnachtsgans, um das dann irgendwo sinnlos zu vergeuden, während das Gemeinwesen in existenzbedrohender Weise vor die Hunde geht.
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
12.867
Oh das spielt auf eine heftige Diskussion an die ich mit meiner Frau hatte und ich habe meine Meinung danach geändert.

Ich war lange auf dem zweifelhaften Pfad ein Gesellschaftssystem am Glück der Menschen messen zu wollen.
Viele glückliche Menschen = gutes System.

Meine Frau vertrat sehr stark die Ansicht das dies vollständig falsch sei und man müsse an der Freiheit der Menschen ein System bewerten.

Zunächst muß man mal innerlich durchschalten das dies nicht gleich ist!

Am besten hat mich überzeugt das die NSDAP ein recht hohes Maß an Glück in der Bevölkerung erzielen konnte durch:
Umerziehung schon bei Kindern
Beseitigung der Zweifler

Autsch.
 

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
11.122
Nun, Lupo, mit 'ungerecht' meinte ich, dass da ein Mensch sein Leben lang hart gearbeitet hat und lediglich 4 Monate die materiellen Früchte dieser Maloche genießen konnte!
Und dabei bezog ich mich eher auf die 'göttliche Gerechtigkeit', die es nach katholischer Ansicht gibt (ich bin in einer katholischen Gegend aufgewachsen und christlich erzogen/sozialisiert worden, das hängt mir immer noch an!).
Back to Topic:
Ich find's interessant, dass sich die CDU/CSU an ein Gesetz klammert, das 2005 von der rot-grünen ReGIERung erlassen wurde!
Und wenn ich das richtig mitbekommen hab', nähert sich die FDP der CDU/CSU-Forderung an, in den ersten 6 Monaten des Bezugs keine Sanktionen zu erlassen, sondern schon vom ersten Tag an!
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
12.867
Ich find's interessant, dass sich die CDU/CSU an ein Gesetz klammert, das 2005 von der rot-grünen ReGIERung erlassen wurde!
Und wenn ich das richtig mitbekommen hab', nähert sich die FDP der CDU/CSU-Forderung an, in den ersten 6 Monaten des Bezugs keine Sanktionen zu erlassen, sondern schon vom ersten Tag an!

Die klammern sich ja nicht an das Gesetz weil sie es so toll finden, sondern weil Ihre Vorstellungen und Werte noch weiter als DAS erodiert werden sollen.
Ich finde es eigentlich recht und billig Auflagen dafür zu bekommen von der Gesellschaft ausgehalten zu werden.
 

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