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Sucht in jeglicher Hinsicht

arliuhtan

Geselle
23. August 2018
12
Hallo alle zusammen!

Thema Sucht: Ich rauche seit Jahren Zigaretten. Für mich gehört es einfach zu meinem Alltag dazu und ich kann ohne die fünf Minuten Auszeit zwischendurch gar nicht mehr. Alkohol oder Rauschmittel tangieren mich dagegen gar nicht. In welchem Lebensbereich fühlt ihr eine gewisse Sucht? Bis zu welchem Punkt kann man es noch als Genuss bezeichnen? Das definiert ja jeder für sich...
 

MatScientist

Erhabener auserwählter Ritter
21. März 2014
1.188
8 bis 12 Tassen Kaffee am Tag, 1.5 Schachteln am Tag, ich denke das kann man bei mir als Sucht bezeichnen.

Mein Onkel schnupft seit über 30 Jahren 2 Dosen Ozona am tag und meinte dann “ich kann nimmet aufhören, es is WIE eine Sucht“....ahahah :lol:
 

MatScientist

Erhabener auserwählter Ritter
21. März 2014
1.188
Da bevorzuge ich den Kendal Brown von Fribourg & Treyer. Aber ich mache das sehr sehr selten.
Die Marke hatte ich auch mal aber die ist staubtrocken und ohne Menthol. Das ist megaspeziell, muss man mögen.

McCrystal und Wilsons of Sharrow fan ich auch gut, wobei der extra Menthol letzterer Firma dir die Schleinhäute wegätzt
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
10.841
Für Blumig habe ich noch was aus Indien ... das Zeug ist original indischer Basar in der Nase :)

Und dann habe ich noch so einen ganz Krassen mit Chili der pustet die Nase vollumfänglich durch.
 

Drei&Zwanziger

Geselle
5. Juli 2018
16
Von Suchtverhalten kann ich mich auf jeden Fall nicht freisprechen. Kaffee gehört da eher noch zu den harmloseren Sachen. Täglich ein Pott Kaffee muss sein, um den Tag richtig zu starten. Ansonsten kann man mich wirklich vergessen. Meine Kollegen brauchen mich vor der ersten Tasse gar nicht ansprechen. Das wissen die mittlerweile. Früher habe ich sehr viel geraucht, irgendwann wurden es automatisch weniger Zigaretten. Unser Azubi kam letztes Jahr mit so einem Dampf-Teil um die Ecke. Sah richtig interessant aus, also musste ich es ausprobieren.

Zwar ist die E-Zigarette genau so schädlich wie gewöhnliches Rauchen, insgesamt riecht es aber weniger unangenehm. Außerdem kann ich mir meine Liquids selbst mischen und entscheiden, was reinkommt. Selberdrehen kam bei den Ziggis nie in Frage, jetzt finde ich es in Ordnung. Wie abgespaced sehen diese Geräte bitte aus: https://www.powercigs.net/desire-rage-155w Ist nicht Jedermanns Sache, mittlerweile bin ich aber Fan. Jedes Mal 'ne andere Sorte dampfen, so wird es niemals langweilig.
 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Es ist eine Krankheit unserer Tage, alles Mögliche als Sucht zu definieren. Nach heutiger sozialpsychologischer Definition giltst du schon als Alkoholiker, wenn du jeden Abend zwei Bier trinkst. Nicht, das es mich stören würde, so bezeichnet zu werden, ich wehre mich dagegen, den Begriff Sucht als solchen derartig zu entwerten. Denn wenn wir jeden oder eine große Mehrheit der Bevölkerung als "süchtig" definieren, dann ist der Begriff als solcher ohne Wert.

Noch im 19. Jh. galt ein Bierverbrauch von 1.000 l / Jahr für einen gutbürgerlichen Hausherrn als wenig, "normal" waren 2.000 l. Das sind dann 6 Liter pro Tag - 12 halbe Bier. Wie würden wir heute jemanden beurteilen, der pro Tag - jeden Tag - mal so knapp eine halbe Kiste Bier wegdrückt? Genauso sah man zu dieser Zeit ein Körpergewicht eines erwachsenen Mannes mit 1,70 m Größe mit 90 kg als "durchschnittlich" an.
Man sieht: Was normal, durchschnittlich oder als "gesund" angesehen wird, ist eine Frage der Definition und zeitabhängig.

Am Abend mal 20€ in den Automaten geworfen und dabei 4 Halbe geleert: Wunderbar, spiel- und alkoholabhängig, nebenbei 5 Zigaretten geraucht: Wow, ein Polytoxikoman! Unbedingt therapiebedürftig der Mann, am Besten mit Psychopharmaka. Natürlich nur dann, wenn sie der Arzt verschreibt. Nimmt er sie ohne den Arzt (aber auch nur dann), dann ist er auch noch tablettenabhängig. Mit Arzt ist das natürlich ein "Medikament".

Fuck You, Sozpäd, aber für ein asketisches Klosterleben bin ich nicht geboren. Wenn du zuhause abends deinen Kräutertee trinken willst um mit deiner vertrockneten Tante Familienaufstellen zu spielen ... bitte sehr, go ahead! Aber lass' mich bitte mit meinem Hedonismus in Ruhe, den du Sucht nennst, solange ich morgen früh wieder pünktlich und nüchtern auf der Matte stehe, um meinen Job zu machen!
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
10.841
Ich denke wir sehen eine Abkehr vom Genuß. Ales muß gesund und ohne Sucht sein.

Rauchen auf reine Sucht vollständig schwarz weiß zu definieren springt tatsächlich zu kurz. "Bist Du Raucher" erlaubt ein Ja oder Nein. Das ich alle paar Jahre mal eine Pfeife rauche kommt in den Köpfen der Leute kaum noch als Option vor.

Ein nicht suchtgeprägter Gebrauch von Alkohol und Drogen ist im Sprachgebrauch und Gesprächen nicht vorgesehen.

Alkohol auf die Suchtgefahren zu reduzieren ist auch unglaublich ignorant wenn man bedenkt was für ein Aufwand getrieben wird um einen guten Rum oder Whisky zu erzeugen und welche kulturelle Leistung es darstellt etwas 30 Jahre zu Lagern.

Genuß, Lebensqualität, ... findet in der heutigen Zeit lieber nicht statt.
 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Rauchen auf reine Sucht vollständig schwarz weiß zu definieren springt tatsächlich zu kurz. "Bist Du Raucher" erlaubt ein Ja oder Nein. Das ich alle paar Jahre mal eine Pfeife rauche kommt in den Köpfen der Leute kaum noch als Option vor.

Selbst Raucher und jemand, der schon alle möglichen Drogen konsumiert hat (außer: Opiate) sage ich sogar: Nikotin ist von allen Substanzen die am meisten suchterzeugende. Ich habe alles andere wieder eingestellt, aber der Tabak: Der bleibt dir treu, egal in welcher Lebenssituation.
Trotz allem ist es eine reine Kopfsache. Ich habe auch schon - erzwungenermaßen - mehrere Wochen nicht geraucht. Das bedeutet aber nicht, du würdest es deshalb lassen, wenn du das nicht unbedingt so willst. Du hast dich nicht willentlich vom Tabak verabschiedet, sondern erzwungenermaßen.

Ein nicht suchtgeprägter Gebrauch von Alkohol und Drogen ist im Sprachgebrauch und Gesprächen nicht vorgesehen.

Und das ist völlig scheinheilig, aus unserer gesamten Kulturgeschichte heraus, gesellschaftspolitisch sowieso.
Man kann es nicht verbieten und man will es nicht. Es hängen nicht nur viel zu viele Steuergelder daran, auch ganze Branchen mit vielen Arbeitsplätzen. Weltweit hängen - direkt - über 200 Millionen Arbeitsplätze am Tabak. Und da sind noch nicht einmal die mit inbegriffen, die indirekt für den Tabak arbeiten, Werbung z.B. u.v.a.
Man kann es aber dämonisieren und allen ein schlechtes Gewissen einreden.

In einem anderen Zusammenhang hat ein osteuropäischer Politiker mal gesagt: Man kann ein Volk nicht beherrschen, denn letztlich lässt sich ein Volk nicht beherrschen. Man kann aber so viele Gesetze schaffen, dass per Definition jeder Mensch ein Krimineller ist.
Man kann zwar nicht jeden Menschen als Kriminellen verfolgen, aber man kann jedem ein schlechtes Gewissen schaffen, sodass man in jeder Situation jeden immerzu gerade mal aus dem Verkehr ziehen kann.

Es soll Menschen gehobener Kreise geben, die nur zuhause saufen: Da sieht es dann keiner, und nach außen sind sie dann die Saubermänner.
Nach außen schauen sie dann auf die Leute herab, die in Kneipen feiern - und beschließen Maßnahmen, um das zu unterbinden, gerade mehr als sonst schon. Dabei unterscheidet sich der Kneipengänger kaum von anderen, nur tut er es eben öffentlich - und teuer. Und bezahlt damit den Wirt und dessen Mitarbeiter.

Warum gehen die Leute denn in Kneipen, saufen können sie zuhause schließlich auch, und das sehr viel billiger? Weil sie Gesellschaft suchen, weil sie reden wollen - und dabei reden sie dann über vieles, auch über die Politik. Vielleicht will man das von oben aber gar nicht ... sauf zuhause und halt die Klappe und schau dir im Fernsehen das an, was man dir vorsetzt.
 

MatScientist

Erhabener auserwählter Ritter
21. März 2014
1.188
Das stimmt Giacomo hatte mal einen Biolehrer der meinte mit einer Halben am Tag ist man schwerer Alkoholiker. Wenn man Leuten Probleme einredet kann man ihnen Geld abzocken, ganz einfach. Und die Abkehr vom Genuss ist politisch gewollt das Leben soll keinen Spass mehr machen. Man soll nur noch funktionieren. Und alles ist “krank“. Die Pharmabranche erfindet nachweislich krankheiten, so zb die prämenstruelle Bipolarstörung bei Frauen. Und haben gleich ein Medikament dagegen. Dabei ist es hormonell normal wenn Frauen stimmungsschwankungen haben
 

William Morris

Ritter vom Osten und Westen
4. Mai 2015
2.471
Generell würde ich eine Tasse guten schwarzen Tees fast immer einer Flasche Bier vorziehen. Freiwillig, schmeckt mir einfach besser. Wobei es natürlich Momente gibt, da ist das Bier einfach das ideale Getränk. Aber mich stumpf zu besaufen, da ist mir meine Zeit echt zu schade. Und ich habe viele Abende HINTER einer Bar verbracht und da sieht man schon sehr deutlich, Alkohol macht Menschen nicht besser. Am Anfang werden sie vielleicht etwas lockerer, aber das schlägt dann doch gern schnell in Dummheit und Aggression um.

Mit Rauchen braucht mir eigentlich keiner kommen, ich habe es bei meiner Frau gesehen, was man alles macht, um den Nikotinspiegel oben zu halten. Bei -10 Grad auf dem Balkon gehockt, 5 Zigaretten am Stück durchgezogen, damit man nicht so oft raus muss. Die hat sogar mitten in einer Tankstelle geraucht und mehrfach haben wir fast den Flieger verpasst, weil die Raucherinsel so weit weg war und sie für 2 Stunden Flug noch Nikotin tanken musste. Von dem widerlichen Gestank mal ganz abgesehen. Unter Genuss stelle ich mir was anderes vor.

Und aus medizinischer Sicht bist du Alkoholiker, wenn du JEDEN Abend deine Flasche Bier brauchst.
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
10.841
Mit Rauchen braucht mir eigentlich keiner kommen, ich habe es bei meiner Frau gesehen, was man alles macht, um den Nikotinspiegel oben zu halten. Bei -10 Grad auf dem Balkon gehockt, 5 Zigaretten am Stück durchgezogen, damit man nicht so oft raus muss. Die hat sogar mitten in einer Tankstelle geraucht und mehrfach haben wir fast den Flieger verpasst, weil die Raucherinsel so weit weg war und sie für 2 Stunden Flug noch Nikotin tanken musste. Von dem widerlichen Gestank mal ganz abgesehen. Unter Genuss stelle ich mir was anderes vor.

Also, nur weil Deine Frau vollständig süchtig war schließt Du aus das andere Menschen nur aus Genuß Pfeife rauchen und nicht aus Sucht?

Klar, macht voll Sinn so zu denken.
 

MatScientist

Erhabener auserwählter Ritter
21. März 2014
1.188
Nikotin macht mega süchtig. Ist glaube ich genauso süchtig machend wie Heroin. Da ist nicht mal Kokain so schlimm. Habs einmal ausprobiert, danach keine Sucht garnix. War total idiotisch. Upper Class Business Party in München, da werden so einige Nasen gezogen
 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Nikotin macht mega süchtig. Ist glaube ich genauso süchtig machend wie Heroin. Da ist nicht mal Kokain so schlimm. Habs einmal ausprobiert, danach keine Sucht garnix. War total idiotisch. Upper Class Business Party in München, da werden so einige Nasen gezogen

So genau funktioniert Kokain: Indem man es unterschätzt.

Keine Droge macht instantan abhängig, selbst Opiate nicht. Sucht ist ein schleichender Prozess mit vielen Facetten und genau das macht Drogen so gefährlich. Anfangs bewirkt Kokain einen entspannt-euphorischen Zustand, der einen in den smarten Gentleman Sherlock Holmes verwandelt, kombiniert mit einer Spur Giacomo Casanova.
Der literarische Polytoxikoman William S. Buroughs schrub mal (sinngemäß): Kokain ist die Droge, für die du mit dem Geld in der Hand die halbe Nacht dreimal quer durch die Stadt und zurück gondelst, um dann mit der Schulter zu zucken, wenn es sie nicht gibt.

Mit der Zeit und einer besseren Versorgungslage geschuldet (ehrlicher: eine solche geschaffen, denn mittlerweile hat man Wege gefunden, andere Liebhaber zu versorgen, die jeden Preis bezahlen und einen in abenteuerliche Situationen befördern) führt fortgesetzter Kokainkonsum dazu, dich in ein arrogantes Monster mit Ego-Allüren zu verwandeln, das sich für einen Nobelpreisträger mit Schwarzenegger-Muskulatur hält.
Die weitere Überschätzung der eigenen Person führt dann zu ernst zu nehmenden ökonomischen Krisen, die man ohne auch nur nachzudenken mit dem Versatz seines Inventars zu überbrücken gedenkt ...

... und wenn man noch einen Rest an gesundem Menschenverstand hat, dann ist spätestens jetzt der Punkt erreicht, an dem man aussteigen sollte.
Ich war schon an genau diesem Punkt und ich habe genau diese Entscheidung getroffen: Auszusteigen.
Was dann folgt, ist nicht die Hölle schlechter Anti-Drogen-Filme, aber man schaut erst einmal in ein schwarzes Loch.

Es handelt sich nicht um einen körperlichen Entzug in diesem Sinne, aber in einen neurologisch-psychischen, was auch heftig ist. Diese Art von Entzug zieht sich über einige Wochen hin und in dieser Zeit darf man keinen Uumgang mit den lustigem Party-Volk pflegen, mit denen man die letzten Monate nun einmal herumgehangen hat.
 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
In den 70er Jahren gab es diese STERN-Serie, die Furore machte, "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", es wurde später auch als Buch veröffentlicht. Es handelte sich um die Lebensgeschichte eines Berliner Mädchens, das im Alter von 14 Jahren in Berlin heroinabhängig wurde und am Ende ihre Sucht mit Prostitution finanzierte.
In meiner Jugend war das eine von uns selbst ausgesuchte Standardlektüre und sicher hat diese schonungslose Literatur auch dazu geführt, ahnungslose Jugendliche vom Drogenkonsum abzuhalten - ich würde sogar davon ausgehen: Die Mehrheit.
Es gab aber auch Kandidaten, für die war das eine Art Inspiration ... auch Anti-Werbung ist Werbung.

Später wurde die Geschichte verfilmt, mit der Musik von David Bowie, der damals in Berlin lebte und einem Konzert von ihm als Spannungsbogen. Der Film war allerdings schwer pädagogisch. Wenn man ihn sieht, dann fragt man sich, warum die Menschen überhaupt Drogen nehmen, wenn es ihnen dabei immer nur so schlecht geht.
Und genau das kann im Grunde kein Antidrogenfilm glaubhaft darstellen: Das es auch Gründe gibt, warum Menschen Drogen nehmen. Denn es würde signalisieren, dass es DEN Kampf gegen Drogen nicht geben kann.

Zumal dann nicht, wenn die ganze Anti-Drogen-Diskussion völlig unehrlich ausgefochten wird.
Bis heute kann man nicht wirklich sagen, welche Substanz eine "Droge" ist und welche ein "Medikament". Ein und dieselbe Substanz kann mal Droge sein, mal Medikament.
 

MatScientist

Erhabener auserwählter Ritter
21. März 2014
1.188
Bin irgendwie nicht so suchtanfällig bei Drogen zum Glück. Aber einmal ausprobieren (ausser Heroin)....ja mei, wär ja langweilig was verpasst zu haben.
 

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