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Was kennzeichnet ein gutes Leben?

Markus von Stoiker

Geheimer Meister
20. Mai 2010
324
Was kennzeichnet ein gutes Leben? Die Frage der Lebenskunst ist zwar so alt wie die Philosophie, wird heute von ihr aber nur mit einer gewissen Zurückhaltung behandelt. Dringlich scheint sie trotzdem zu sein. Studoigast: Helmut Heit, Philosoph; Moderation: Jürgen Wiebicke

Im antiken Griechenland wurde ein wohlgeratenes, gesegnetes und wunschgemäßes Leben zu führen eudaimonia genannt (wörtlich: »einen guten Dämon besitzen«). Dass alle Menschen danach strebten und dies das oberste Ziel sei, darin stimmen alle Leute überein, schreibt Aristoteles (384–322 v. Chr.). Das heißt: Glück ist ein Endziel. Wir verfolgen es um seiner selbst willen, und nicht, um damit etwas anderes zu erreichen, wie etwa dann, wenn wir Geld verdienen, um damit Nahrung und Kleider zu kaufen. Wir streben nach dem Glück nicht als Mittel zu einem Zweck, sondern um seiner selbst willen.
– Jonas Pfister, Philosophie - Ein Lehrbuch

Interessant: Im Podcast beantworten die Studiogäste die Frage fast ausschließlich mit Pflichten. Lediglich der Philosoph Helmut Heit, redet vom persönlichen Umgang mit der Frage, um das eigene Leben zu meistern.
 
Zuletzt bearbeitet:

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
10.946
Für mich:
Halbwegs gesund zu sein, nicht hungern zu müssen, keinen Durst zu haben, einen trockenen, warmen Platz zum Schlafen zu haben, Menschen, die mich verstehen.
 

Markus von Stoiker

Geheimer Meister
20. Mai 2010
324
Der Gastphilosoph ist im Gespräch mit Nietzsche angetreten. Ein bekannter Ausspruch von Nietzsche lautet: »Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.« (Damit wollte Nietzsche seine lebensbejahende Philosophie zum Ausdruck bringen.)

Im Talmud heißt es: »Der Mensch lebt um zu arbeiten.« Das entspricht der Pflichtethik von Immanuel Kant: man lebt nicht um glücklich zu sein, sondern um seine Pflicht zu erfüllen.

Mit »Gott ist tot« erkannte Nietzsche den neuen Zeitgeist. Dem Leben wird eine neue Qualität zugeschrieben, der selbstformulierte Sinn der eigenen Existenz: der Individualismus.

Unter den Studiogästen, die sich zum Thema äußerten, befand sich hörbar kein Jungvolk. Ich würde sie Ü-50 schätzen. Wer die Frage, nach dem guten Leben, mit Pflichten beantwortet, ist kein ausgeprägter Individualist. Der Individualist würde zuerst sich erwähnen, egozentrisch antworten. Deswegen:

Dem guten Leben würde ich mehr, als Pflichterfüllung und die Absicherung der Primärbedürfnisse zuschreiben. Das gute Leben hat gewiss auch einen Spaß- und Genussfaktor, besteht aus Interessenverwirklichung, Freizeitaktivitäten, Enthusiasmus und einem zuverlässigen sozialen Umfeld.

Ein gutes Leben ist ohne zielführende Interaktionen mit anderen Menschen nicht möglich. Ganz klassisch nach Freiherr von Knigge... Den Umgang mit sich selbst und mit anderen Menschen lernen.

Soziale Kompetenz, der Erwerb von elementaren Fähigkeiten, die zu einem guten Leben besteuern. Dazu die kleinen und großen Dinge, die unser Leben persönlich bereichern.
 
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