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Die aktuelle Debatte zur Cannabis Legalisierung in Deutschland 2022

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
19.850

Giacomo_S

Prinz von Libanon
13. August 2003
3.487
Cannabis use does not increase actual creativity, but ...

Pers√∂nlich habe ich nie in Frage gestellt, dass eine behauptete Kreativit√§tssteigerung von Cannabis, ja von Drogen im Allgemeinen, bestenfalls √ľbersch√§tzt ist.
Ist mit Alkohol ja auch nicht anders, der Begriff "Schnapsidee" kommt ja nicht von ungefähr.

M√∂glicherweise kommt man unter Drogen auf andere Ideen als n√ľchtern - weil der Verstand andere Verkn√ľpfungen zul√§sst - das heisst aber noch lange nicht, sie w√§ren z√ľndend. Zumal man unter Drogeneinfluss meist das Problem hat, diese Ideen auch zu behalten oder zu dokumentieren. Und selbst wenn man dies schafft, die verbliebenen Notizen, n√ľchtern betrachtet, entweder unverst√§ndlich oder banal sind.

Daher habe ich von Worth√ľlsen wie "Bewusstseinserweiterung" auch nie viel gehalten. Unter Drogeneinfluss spielt einem der Verstand Streiche und ergeht sich in Albernheiten, darum geht's ja gerade. Aber daraus einen Bezug zu irgendeiner anderen, hypothetischen Realit√§t ableiten zu wollen: Das ist, als schaute man sich Das Leben des Brian an, und sei der Meinung, man erf√ľhre dabei etwas √ľber die Religionsgeschichte.
Der Erkenntnisgewinn durch Drogen ist marginal.
Im Grunde gewinnt man nur eine Erkenntnis daraus: Dass das Bewusstsein letztlich ein Produkt der eigenen Sinne ist, die nunmehr unter Drogeneinfluss in der einen oder anderen Weise gest√∂rt sind: Eine Binsenweisheit, f√ľr die man keine Drogen nehmen muss.

Man sollte, auch wenn dies in der Vergangenheit oft passiert ist und immer noch passiert, die Einnahme von Drogen nicht mit einem wie auch immer gearteten Erkenntnisgewinn sch√∂nreden. Oft wird dergleichen auch mit dem Verweis auf bedeutende K√ľnstler getan, die Drogen nahmen.
Allerdings war es meistens so, dass sie bereits vor ihrer Drogeneinnahme bedeutende K√ľnstler waren. Und oft nach ihren Drogeneinnahmen nicht mehr so gut.
Allerdings ist Erkenntnisgewinn auch nicht alles. Auch Das Leben des Brian schaut man sich schließlich nicht wegen eines zu erwartenden Erkenntnisgewinns an, sondern um Spaß zu haben.
 

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
11.122
Nun, Giacomo, ich hab' zu 'Wahrnehmung unter Drogeneinfluss (ich zähle Alk auch dazu) folgendes Bild kreiert:
Die Welt, wie sie IST, it isn einer Kugel mit vielen Fentern.
Unter Drogeneinfluss sieht man durch Fenster, durch die man ohne Drogen nicht sehen w√ľrde!
Und ob Cannabis bewusstseinserweiternd ist, kann ich nicht sagen, aber wenn man es 'korrekt' anwendet, kann es, ähnlich wie Meditation oder Yoga', bewusstseinsverändernd sein!
 

Giacomo_S

Prinz von Libanon
13. August 2003
3.487
Unter Drogeneinfluss sieht man durch Fenster, durch die man ohne Drogen nicht sehen w√ľrde!

Unbestritten, insbesondere unter Halluzinogenen.
Was ich bestreite, das ist, dass man durch das Sehen durch diese Fenster zu einem Erkenntnisgewinn gelangt.

Insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren war man, vor allem in der "Szene" dieser Ansicht. LSD-User sprachen von "experienced" (dt.: erfahren).
F√ľr mich ist diese Ansicht eine Art intelektueller Rechtfertigungsversuch f√ľr den Rausch, also man tut dies alles nur, um sich intellektuell oder spirituell weiter zu entwickeln. Oder wie der amerikanische Hunter S. Thompson in seinem Pop-Roman Fear and Loathing in Las Vegas schrieb (sinngem√§√ü zitiert): Es ist ein Trugschluss zu glauben, man k√∂nne mit einem 1-Dollar-LSD-Trip in k√ľrzester Zeit das erreichen, wof√ľr andere viele Jahre der Meditation ben√∂tigen.

Im √úbrigen ist dieses Denken nicht auf (illegale) Drogenuser beschr√§nkt. Im Grunde gibt es dieses Denken bei z.B. Wein- oder Whiskytrinkern auch. Die behaupten auch gern, sie t√§ten dies nur - auch wenn sie das Ma√ühalten betonen - f√ľr den geschmacklichen, kulturellen oder intelektuellen Gewinn.

Oder anders herum:
Man macht es, um einen gewissen Spaß zu haben ... na und? Ist es nicht legitim, auch einmal Spaß zu haben - oder muss jeder Spaß auch gleich mindestens mit einer Art intelektueller "Belehrung" einhergehen?
 

William Morris

Groß-Pontifex
4. Mai 2015
2.883
F√ľr mich immer ein sch√∂nes Beispiel von Drogenkonsum und der Bewusstseinserweiterung, da unterhielten sich 2 Typen an der Bar, etwas angetrunken und auch bekifft, wie sie ein Pilzbuch gestalten wollen. Das ging so mindestens eine Stunde hin und her und auch sehr detailversessen und ich habe innerlich nur gelacht, als Barkeeper bin ich ja immer n√ľchtern. Aus dem Buch wurde nat√ľrlich nichts und wahrscheinlich hatten die beiden Pappnasen am n√§chsten Morgen schon alles vergessen.
 

Giacomo_S

Prinz von Libanon
13. August 2003
3.487
... der Bewusstseinserweiterung, da unterhielten sich 2 Typen an der Bar, etwas angetrunken und auch bekifft, wie sie ...

Das erinnert mich an einen alten Szene-Witz:

Ein Säufer, ein LSD-User und ein Kiffer kommen nach einer Wanderung an ein verschlossenes Stadttor, in das sie hinein wollen.
Der Säufer sagt: "Komm, wir nehmen diesen Baumstamm da und brechen das Tor auf."
Der LSD-User sagt: "Leute, wir machen uns ganz klein und fliegen alle durch das Schl√ľsselloch."
Der Kiffer sagt: "Ach was, alles Unsinn. Wir setzen uns jetzt erst einmal hin, rauchen einen ... und irgendwann wird das Tor schon wieder öffnen."
 

dodo

Vollkommener Meister
22. Oktober 2021
536
Wenn die Bundesregierung tatsächlich Cannabis zum Teil freigeben,
muß sie auch sagen, wie sie das kontrollieren will. Vieleicht mit einem
Atemtest im Auto, der das Starten ggfls. verhindert?
 

Popocatepetl

Ritter Kadosch
27. August 2013
5.191
wie bei alkohol auch, bei auffälligkeit testen...

 

Popocatepetl

Ritter Kadosch
27. August 2013
5.191
in #34 hab ich eine seite verlink, wo ausf√ľhrlich auf cannabis im stra√üenverkehr eingegangen wird. einfach mal durchlesen :)

und nat√ľrlich sollte man unter keinerlei umst√§nden berauscht am stra√üenverkehr teilnehmen !
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
19.850
Na, wir haben ja gelernt, da√ü der Cannabisrausch gar kein echter Rausch ist und man da eher fokussierter, wacher und reaktionsschneller wird. Cannabispflicht f√ľr Autofahrer wann?
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
12.867
Na, wir haben ja gelernt, da√ü der Cannabisrausch gar kein echter Rausch ist und man da eher fokussierter, wacher und reaktionsschneller wird. Cannabispflicht f√ľr Autofahrer wann?

Ich halte die positive Lobhudelei f√ľr ein Symptom eines Konsumenten.
Ist halt voll das tolle Zeug und es gibt keine Gr√ľnde das zu reduzieren oder gar damit aufzuh√∂ren.

Ich kenn das.
 

Giacomo_S

Prinz von Libanon
13. August 2003
3.487
Na, wir haben ja gelernt, da√ü der Cannabisrausch gar kein echter Rausch ist und man da eher fokussierter, wacher und reaktionsschneller wird. Cannabispflicht f√ľr Autofahrer wann?

Ach, das ist doch alles ein Unfug und jeder weiß es. Berauscht, ob nun unter Alkohol oder unter Cannabis, sollte man nicht mehr ... Auto fahren.
Am "Straßenverkehr teilnehmen" tut aber auch ein Fußgänger, und das lasse ich mir - ob nun besoffen oder bekifft - von niemandem verbieten.
Cannabis wird sowieso schon seit einigen Jahren auch im Zusammenhang mit Polizeikontrollen und Autofahren kontrolliert.
Bislang handelte es sich, wenn ich das richtig verstanden habe (fahre selbst kein Auto) um einen vergleichsweise empfindlichen, qualitativen Test. Es bedeutet, dass jemand als "Cannabis-positiv" u.U. auch dann gilt, wenn er morgens n√ľchtern f√§hrt und am Vorabend einen Joint geraucht hat.

Fahrrad fahren ... ist auch noch so eine Sache. Juristisch gesehen darf ich auch noch mit 1.6 Promille Fahrrad fahren: Solange ich kein auff√§lliges Fahrverhalten habe und vor allem keinen Unfall baue (und per se keinen F√ľhrerschein habe, aber da wird es nun kompliziert).
Zumal ein Fahrrad ein Gleichgewichtsgef√ľhl voraussetzt, das man in einem gewissen Zustand sowieso nicht mehr hat. Es ist keine Frage mehr, ob man mit dem Fahrrad nach Haus f√§hrt oder nicht, man kann es eh nicht mehr.
Dennoch hat man mir in M√ľnchen zeitweise die "Fahrerlaubnis f√ľr fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge entzogen" - was es so nur in Bayern gibt und in der Dimension nur in M√ľnchen. Denn eigentlich ist das nicht m√∂glich, es handelt sich um eine Art Grundrecht, ein Fahrrad zu fahren. Schlie√ülich darf das sogar ein Kind, und es gibt keine Fahrerlaubnis f√ľr ein Fahrrad.
Sie machen es aber einfach, und man m√ľsste ein Grundsatzurteil durchziehen, um daran etwas zu √§ndern. Und bislang hat das noch keiner getan.
 

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
11.122
Joh, Fahrrad fahren!
Besoffen ging's nicht mehr, da bin ich lieber abgestiegen und hab's geschoben!
Bekifft bin ich 'geschwebt'!
Zu Fuß besoffen getorkelt, bekifft die Umwelt bewusster wahrgenommen!
 

Giacomo_S

Prinz von Libanon
13. August 2003
3.487
Joh, Fahrrad fahren!
Besoffen ging's nicht mehr, da bin ich lieber abgestiegen und hab's geschoben!
Bekifft bin ich 'geschwebt'!
Zu Fuß besoffen getorkelt, bekifft die Umwelt bewusster wahrgenommen!

Besoffen auf dem Fahrrad siehst Du einen engen Kanal und torkelst hin und her. Bekifft auf dem Fahrrad siehst Du ein weites Szenario und genießt die frische Luft.
Ich wei√ü nicht, was besser ist und was weniger gef√§hrlich, f√ľr mich oder andere. Bekifft ist mir das aber egal. Besoffen letztlich auch. Denn mit dem Fahrrad gef√§hrde ich - in der einen oder anderen Art und Weise - des N√§chtens nur mich selbst und niemanden anderen. (Und ja, ein anderer muss ausweichen, und f√§hrt einen anderen Fussg√§nger tot - m√∂glich, aber wie wahrscheinlich?).
 

Zerch

Großmeister aller Symbolischen Logen
10. April 2002
3.073
Ich halte die positive Lobhudelei f√ľr ein Symptom eines Konsumenten.
Ist halt voll das tolle Zeug und es gibt keine Gr√ľnde das zu reduzieren oder gar damit aufzuh√∂ren.
Stimmt schon, ich bin gerne Konsument. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß Alkohol gefährlicher und gleichzeitig verkehrsuntauglicher als Cannabis ist, was wiederum nicht bedeuten soll, daß auch berauscht am Straßenverkehr teilgenommen werden solle.

Ich konsumiere schon mein gesamtes Leben √ľber, und das Gef√§hrlichste waren dabei gewisse Mitmenschen, vor denen man sich sch√ľtzen und verstecken musste.
 
Zuletzt bearbeitet:

paisley

Großmeister-Architekt
11. Februar 2014
1.276
ich möchte mal erklären, wie ich zu meiner Frage kam
dass Kiffende m√∂glicherweise gar keine Lust haben sich √ľberhaupt in ein Auto zu setzen

-ich meine nicht ob sie fahren können und wie wenn dann- sondern das in einem Vehikel zu sitzen und zu schalten plus diese Art von Konzentration ggf. etwas vom chillout wegnimmt,
so wie man (schätze ich mal) nicht erst kifft und danach Gewichte im Fitnessstudio stemmt vom Lustprinzip

also ich rauche nicht ich kiffe nicht ich trinke keinen Alkohol, das letztere hat mich immer nur m√ľde gemacht
mein Eindruck √ľber das was ich grade schreibe
st√ľtzt sich lediglich auf dieses Video,
(was einem nicht mehr aus dem Kopf geht wenn man es einmal gesehen hat)

 
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