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dodos Suche nach dem Sinn des Lebens

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
@dodo

da die zu Ihrer Frage, was denn außer Fortpflanzung sonst der Sinn des Lebens sein soll, gegebenen Antworten Sie entweder nicht befriedigen ist, hier nochmal meine Antwort in einem eigenen Thread:

Mal ganz grob gefragt: Wenn Sie darüber hinaus alles für sinnlos halten, handeln Sie dann im Sinne Ihres Lebens, wenn Sie Kinder wie am Fließband machen, diese irgendwo auf der Straße aussetzen und für sich selbst sorgen lassen - ein paar werden durchkommen und wer es nicht schafft, hat halt nix getaugt? Sicher nicht, das traue ich noch nicht mal Ihnen zu. Also, das mit der reinen Fortpflanzung als Sinn funktioniert nicht - jedenfalls nicht in einem im besten Sinne des Wortes humanen Umfeld.

Aber: Was lässt Sie davor zurück schrecken? Die Sinnlosigkeit einer derartigen Fortpflanzung? Was wäre denn in diesem Zusammenhang sinnstiftend? Haben Sie Vorstellungen, wie sich Ihr Nachwuchs entwickeln soll? Und schon haben Sie etwas, was über die bloße Fortpflanzung als einvernehmliche, vertraglich geregelte Nuzung der Geschlechtsteile in einer Ehe hinausweist und dem bloßen Vermehren Ihrer Gene einen Sinn verleiht.

Ein Sinn im Leben ist etwas, dem man sein Leben widmen kann. Wollen Sie sich von irgendwelchen anderen Menschen erklären lassen, was der Sinn des - und damit auch Ihres Lebens ist und wem oder was Sie Ihr Leben zu widmen haben? Nein? Sie wollen selbst etwas draus machen? Ja? Dann ist es allerdings ziemlich sinnlos, mir diese Frage zu stellen.
 

dodo

Geheimer Sekretär
22. Oktober 2021
650
@dodo

da die zu Ihrer Frage, was denn außer Fortpflanzung sonst der Sinn des Lebens sein soll, gegebenen Antworten Sie entweder nicht befriedigen ist, hier nochmal meine Antwort in einem eigenen Thread:

Sie haben meine Frage Mal ganz grob gefragt: Wenn Sie darüber hinaus alles für sinnlos halten, handeln Sie dann im Sinne Ihres Lebens, wenn Sie Kinder wie am Fließband machen, diese irgendwo auf der Straße aussetzen und für sich selbst sorgen lassen - ein paar werden durchkommen und wer es nicht schafft, hat halt nix getaugt? Sicher nicht, das traue ich noch nicht mal Ihnen zu. Also, das mit der reinen Fortpflanzung als Sinn funktioniert nicht - jedenfalls nicht in einem im besten Sinne des Wortes humanen Umfeld.

Aber: Was lässt Sie davor zurück schrecken? Die Sinnlosigkeit einer derartigen Fortpflanzung? Was wäre denn in diesem Zusammenhang sinnstiftend? Haben Sie Vorstellungen, wie sich Ihr Nachwuchs entwickeln soll? Und schon haben Sie etwas, was über die bloße Fortpflanzung als einvernehmliche, vertraglich geregelte Nuzung der Geschlechtsteile in einer Ehe hinausweist und dem bloßen Vermehren Ihrer Gene einen Sinn verleiht.

Ein Sinn im Leben ist etwas, dem man sein Leben widmen kann. Wollen Sie sich von irgendwelchen anderen Menschen erklären lassen, was der Sinn des - und damit auch Ihres Lebens ist und wem oder was Sie Ihr Leben zu widmen haben? Nein? Sie wollen selbst etwas draus machen? Ja? Dann ist es allerdings ziemlich sinnlos, mir diese Frage zu stellen.
Sie haben meine Frage immer noch nicht beantwortet!
Was ist ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
Sie haben meine Frage immer noch nicht beantwortet!
Was ist ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?

Doch. Ich habe Ihre Frage mittlerweile mehrfach beantwortet, wenn ich auch wahrscheinlich nicht die Antwort gegeben habe, die Sie hören wollen.

In meinen Antworten rede ich über den selbst zu suchenden Sinn des eigenen Lebens, und nicht des Lebens generell. Sie verwerfen diese Antworten und fragen nach einem festgelegten, generellen Sinn des Lebens allgemein. Sie sind also überzeugt, dass die eigene Sinnsuche und -erfüllung vollkommen unerheblich ist, weil es einen übergeordneten Sinn des Lebens gibt, dem jeder Einzelne ungeachtet seines eigenen Willens unterworfen ist.

Daraus ergäbe sich, dass der Mensch nicht Herr seiner selbst, nicht Subjekt, sondern Objekt ist, nicht der Zweck, sondern bloßes Mittel zum Zweck wäre. Als humanistisch kann man das nicht bezeichnen. Sehr erstaunlich für ein Mitglied eines dem Humanismus verschriebenen Bundes.

An dieser Stelle bleiben zwei Möglichkeiten, mir einen Reim drauf zu machen:

1. Sie meinen das ernsthaft.
2. Sie wollen bloß ein bisschen trollen.

Im ersten Fall hätte ich Ihnen nichts zu sagen und Sie sollten sich lieber irgend einen Guru suchen, der Ihnen, im Gegensatz zu mir, das erzählt, was Sie hören wollen, damit Sie sich wichtig, weise und erleuchtet fühlen, während er Sie ausnimmt.

Aber beides kommt für mich aufs Gleiche hinaus, denn beides ist keine Grundlage für ein ernsthaftes Gespräch. Und in beiden Fällen kann ich auf Ihre seinerzeit gegebene Antwort „Meine …“ nur „Nicht alle!“ entgegnen.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
Irrtum. Sie haben keine Antwort bekommen, die Sie hören wollten. Ja, was wollten Sie denn hören?

“Stimmt, dodo. Mir fällt auch nichts anderes ein, als die Fortpflanzung zum Sinn des Lebens zu erheben. Sie haben ja sowas von recht und ich bin zu dumm, das zu erkennen.“ Wäre aber gelogen. Und auch völlig falsch. Denn, um sich fortpflanzen zu können, muss man selbst leben. Dazu muss man atmen. Machen wir also die Atmung zum Sinn des Lebens! Oder lieber das Essen?

Andererseits, wenn ich mir vorstelle, dass sie womöglich tatsächlich so sind, wie sie sich hier geben, dann weiß ich nicht, ob Fortpflanzung wirklich immer so sinnvoll ist. Aber dann macht ja Essen und Atmen auch keinen Sinn mehr oder wie war das?

Oder, nochmal:

Wir leben in einer Welt, die aus realen und auch ideellen Dingen besteht. Die sind einfach da, ob Sie sie nun für gut oder schlecht, für schön oder häßlich, für sinnvoll oder sinnlos halten. Das alles sind keine objektiven Eigenschaften, sondern menschliche, subjektive Bewertungen.

Das Leben ist auch so ein Ding. Reden kann und will ich nur über mein eigenes, weil ich dieses auch kenne und in den Schuhen dessen stecke, der es lebt. Nichts davon werde ich Ihnen auf die Nase binden. Und es steht mir nicht zu, das Leben anderer zu bewerten.

Also. Leben Sie mit den Antorten, die Sie bekommen haben. Sie haben damit bei weitem mehr erhalten, als Sie selbst in den Hut geworfen haben.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
Dann gäbe es uns bald nicht mehr. Daraus erschließt sich nichts.

Nehmen wir als Analogie das Auto hinzu. Der definierte Sinn eines Autos ist Mobilität.

Was wäre, wenn keine Autos mehr hergestellt würden? Dann gäbe es bald keine Autos mehr. Erschließt sich daraus der Sinn eines oder generell des Autos?
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
Nutze ich doch einfach mal die Zeit, die dodo für einen grätzigen Zweizeiler braucht, sofern er sich nicht ohnehin wieder komplett von diesem Acker gemacht hat, für einen kleinen Monolog zu dieser Diskussion als Zwischenspiel.

Wir holen die Welt in unseren Kopf, indem wir den Dingen die diese Welt ausmachen und ihren Eigenschaften Bezeichnungen geben. Die Dinge können materiell, imateriell und ideell sein.

Ein materielles Ding ist einfach zu beschreiben. Ein Tisch ist eine waagerechte Platte, die von vier Beinen in einer bequem zu erreichenden Höhe gehalten wird. Man muss nur einmal einen Tisch gesehen und verstanden haben, wozu er dient, dann ist alles klar. Immaterelle Dinge lassen sich eindeutig definieren. Ein Meter ist der 40millionste Teil der Erdumfangs, das Soundsovielfache der Wellenlänge der Emission eines bestimmten Atoms oder einfach die entsprechende Strecke auf einem Maßband. Damit lassen sich die Eigenschaften der materiellen Dinge beschreiben.

Gäbe es keine Menschen auf der Welt, ließe sich die Welt damit vollständig und wertfrei beschreiben und verstehen. Der Mensch braucht aber, um existieren zu können, für ihn günstige Bedingungen. Er ist also gezwungen, alles, was er vorfindet, danach zu beurteilen, ob es für ihn günstig oder ungünstig ist. Sein Leben hängt davon ab. Außerdem lebt er nicht nur vom Brot allein und hat ein reiches, individuell unterschiedlich ausgeprägtes Seelenleben, für das individuell unterschiedliche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit er nicht nur existiert und überlebt, sondern auch wohl fühlt.

All dies wird durch ideelle Begriffe beschrieben, für die es keine eindeutige Definition gibt. Einem Gegenstand lässt sich eine eindeutige Temperatur zuweisen. Aber ist das Wasser in einem Schwimmbecken mit 19 Grad nun warm oder kalt? Selbst hier scheiden sich schon die Geister. Und je abstrakter die Begriffe werden, desto unsicherer die Bewertung. Und es wird bis heute gestritten und Kriege geführt, weil es eben viele, bis zur völligen Unvereinbarkeit individuell verschiedene Vorstellungen von „Freiheit“ oder „Sinn des Lebens“ gibt, die man für sich selbst kaum zufriedenstellend in Worte fassen und mitteilen kann.

“Sich wohl fühlen“ ist bereits ein menschliches Konzept, das keine Entsprechung in der Natur hat. Für die materielle, dingliche Seite, für die Natur und die Arterhaltung reicht es aus, wenn er existiert und lange genug überlebt, um fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zu bekommen.

Hier sind wir schon bei der ersten Ungereimtheit von dodos Ausführungen. Der Sinn eines Tisches ist, Dinge in eine bestimmte Arbeitshöhe zu bringen, und der Tisch hat dann eine sinnvolle Höhe, wenn die Arbeitshöhe, die er herstellt, für den Benutzer bequem oder günstig ist. Der Sinn ist also die Befähigung eines materielles Dinges, einer menschlichen, ideellen Anforderung zu genügen. „Der (einzige) Sinn des Lebens ist Fortpflanzung“ geht genau den umgekehrten Weg. Ein ideelles Ding soll dinglichen Anforderungen genügen, und allein dies genierert bereits eine Widersprüchlichkeit.

Jeder Hefepilz schafft es sehr erfolgreich, sich zu vermehren. Man muss also nicht mehr können als ein Hefepilz, um dieser Aussage zum (einzigen) Sinn des Lebens zu genügen. Diese Aussage erklärt also alles, was den Menschen vom Hefepilz unterscheidet, für sinnlos. In einem anderen Thread beklagte dodo die “Dummheit“ und „dumme“ Menschen als die größte Gefahr. Er beklagt also Sinnloses. Obendrein ist Dummheit kein Hinderungsgrund für Fortpflanzung (sagt schon der Volksmund). Im Gegenteil, es gibt sogar sehr erfolgreiche Lebewesen, die bei völliger Abwesenheit eines Verstandes nichts anderes können als sich zu vermehren.

Was dodo zu verschiedenen Themen zu sagen hat, ist nicht kompatibel zu einander. Intellektuelle Versatzstücke, die nicht aneinander passen. Realität und Wahrheit ergeben jedoch ein bruchloses Kontinuum. In mindestens einem der beiden Gedanken, die dodo hier so vollmundig formuliert, ist der Wurm drin.

Zurück zu den ideellen Begriffen. Man kann Freiheit als die Möglichkeit, sich seine eigene Definition ideeller Begriffe zu machen bezeichnen und Toleranz als die Fähigkeit, die jeweilige Definition eines anderen Menschen zu akzeptieren. Das sind letztlich Zugeständnisse. Die Grenzen von Freiheit und Toleranz beruhen auf Gegenseitigkeit. Wenn das Zugeständnis einseitig wird, ist die Grenze überschritten.

„Was ist der Sinn des Lebens?“. Diese Frage impliziert, das es einen Sinn des Lebens gibt, der unabhängig von meinen Vorstellungen darüber existiert und verbindlich ist. So, als würde irgendwo, analog zum Urmeter in Paris, ein „Ursinn“ herumliegen, an dem man bloß Maß zu nehmen braucht.

Diesen Ursinn gibt es selbstverständlich nicht. Und ich bin im Sinne des vorletzten Absatzes frei und tolerant erzogen worden. Die korrekte Antwort aus meiner Position lautet also, dass ich nicht für alles Lebendige, sondern nur für mich selbst sprechen kann. Und mein Leben hat genau den Sinn, den ich selbst darin sehe. Keinen anderen.

Wenn diese Antwort noch nicht mal als solche aufgenommen wird, reden wir komplett aneinander vorbei. Wir meinen nicht das selbe. Das wenigstens in Anklängen vorhandene gemeinsame Verständnis ideeller Begriffe ist nicht mehr vorhanden, und die Unterschiedlichkeit der Denkwelten lässt keine Verständigung mehr zu. Auch, wenn wir die gleiche Sprache sprechen.

“Was ist der Sinn des Lebens?“ Mit anderen Worten: „Ja, das muss man mir doch sagen, damit ich korrekt leben kann.“. Na prima. Dann gibt es, angeführt von einer Greta die Sinnmoleküle sehen kann, einen Konsens der damit befassten Wissenschaft (unter Ausschluss aller Wissenschaftler, die es anders sehen) und dann ist „Follow the Science!“ der Sinn des Lebens.

Wirklich so abgedreht? Die Realität ist fast noch schlimmer. Da ist Rassismus nicht mehr ein Begriff für ethisches Fehlverhalten in Form von Benachteiligung Einzelner aufgrund äußerlicher Gruppenmerkmale, sondern ein aufgrund äußerlicher Gruppenmerkmale unterstelltes Fehlverhalten eines deswegen zu benachteiligenden Einzelnen. Absurd, einen Begriff in sein genaues Gegenteil zu verkehren. Wer das schafft, schafft auch, einen für ihn vorteilhaften, verbindlichen Sinn des Lebens zu definieren und durchzusetzen.

Ich merke es an so vielen Dingen, dass irgend etwas grundliegend gekippt ist. Meine angeheiratete, rund 40 jährige Nichte fand die Blödheit der Behörden, während Corona „Verweilverbote“ zu verhängen, nur lustig. Sie konnte unsere Empörung über die Anmaßung, uns unter Strafandrohung mit offensichtlichem Blödsinn zu traktieren, nicht nachvollziehen. Sie sieht nur das, das für sie Richtige und Rechtmäßige falsch oder blöd gemacht wurde, während ich mich über die Unrechtmaßigkeit und Herrsucht ärgere, die obendrein auch noch Blödsinn hervorbringt. Und dass es reiner Zufall ist, dass dieser Mist nur relativ Unwichtiges betrifft. Mit der Energieverknappung sind wir da schon in erheblich existenzbedrohenderen Dimensionen.

Eine Kleinigkeit nur, ich mag sie trotzdem, aber wenn man dieser Diskrepanz auf den Grund gehen wollte, müsste man sehr tief graben. Und landet dann genau bei Sachen wie dieser aussichtslosen Diskussion über den Sinn des Lebens. Hier wäre es wohl eher Freiheitsbegriff.

Nun, ich hätte nicht damit gerechnet, beim älter werden einsamer zu werden, weil die Begriffswelten, in denen ich denke, sich so drastisch verschieben. Und wenn doch, hätte ich eher damit gedacht, dass diese Verschiebung einen Fortschritt bedeutet und alles viel besser und klüger wird als ich es bin. Statt dessen sehe ich nur absurden, Blödsinn sprießen, der bereits knapp unter der Oberfläche vollkommen willkürlich ist und nur so strotzt vor inneren Widersprüchen. Ähnlich, wie Unkraut, dass sich einen mühsam gut angelegten, aber nicht gepflegten Garten erobert.

Die Sprache ist das größte Problem bei meinem Umzug nach Ungarn. Wirklich? Eine Verständigung in grundsätzlichen Fragen ist ja auch in Deutsch nicht mehr möglich. Und das ungarische Wort für Tisch zu lernen „asztal“ ist nicht sooo schwer. Und man merkt auch ohne große Worte, dass sich die Vorstellungen über ideelle Dinge eher gleichen.
 

dodo

Geheimer Sekretär
22. Oktober 2021
650
Nutze ich doch einfach mal die Zeit, die dodo für einen grätzigen Zweizeiler braucht, sofern er sich nicht ohnehin wieder komplett von diesem Acker gemacht hat, für einen kleinen Monolog zu dieser Diskussion als Zwischenspiel.

Wir holen die Welt in unseren Kopf, indem wir den Dingen die diese Welt ausmachen und ihren Eigenschaften Bezeichnungen geben. Die Dinge können materiell, imateriell und ideell sein.

Ein materielles Ding ist einfach zu beschreiben. Ein Tisch ist eine waagerechte Platte, die von vier Beinen in einer bequem zu erreichenden Höhe gehalten wird. Man muss nur einmal einen Tisch gesehen und verstanden haben, wozu er dient, dann ist alles klar. Immaterelle Dinge lassen sich eindeutig definieren. Ein Meter ist der 40millionste Teil der Erdumfangs, das Soundsovielfache der Wellenlänge der Emission eines bestimmten Atoms oder einfach die entsprechende Strecke auf einem Maßband. Damit lassen sich die Eigenschaften der materiellen Dinge beschreiben.

Gäbe es keine Menschen auf der Welt, ließe sich die Welt damit vollständig und wertfrei beschreiben und verstehen. Der Mensch braucht aber, um existieren zu können, für ihn günstige Bedingungen. Er ist also gezwungen, alles, was er vorfindet, danach zu beurteilen, ob es für ihn günstig oder ungünstig ist. Sein Leben hängt davon ab. Außerdem lebt er nicht nur vom Brot allein und hat ein reiches, individuell unterschiedlich ausgeprägtes Seelenleben, für das individuell unterschiedliche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit er nicht nur existiert und überlebt, sondern auch wohl fühlt.

All dies wird durch ideelle Begriffe beschrieben, für die es keine eindeutige Definition gibt. Einem Gegenstand lässt sich eine eindeutige Temperatur zuweisen. Aber ist das Wasser in einem Schwimmbecken mit 19 Grad nun warm oder kalt? Selbst hier scheiden sich schon die Geister. Und je abstrakter die Begriffe werden, desto unsicherer die Bewertung. Und es wird bis heute gestritten und Kriege geführt, weil es eben viele, bis zur völligen Unvereinbarkeit individuell verschiedene Vorstellungen von „Freiheit“ oder „Sinn des Lebens“ gibt, die man für sich selbst kaum zufriedenstellend in Worte fassen und mitteilen kann.

“Sich wohl fühlen“ ist bereits ein menschliches Konzept, das keine Entsprechung in der Natur hat. Für die materielle, dingliche Seite, für die Natur und die Arterhaltung reicht es aus, wenn er existiert und lange genug überlebt, um fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zu bekommen.

Hier sind wir schon bei der ersten Ungereimtheit von dodos Ausführungen. Der Sinn eines Tisches ist, Dinge in eine bestimmte Arbeitshöhe zu bringen, und der Tisch hat dann eine sinnvolle Höhe, wenn die Arbeitshöhe, die er herstellt, für den Benutzer bequem oder günstig ist. Der Sinn ist also die Befähigung eines materielles Dinges, einer menschlichen, ideellen Anforderung zu genügen. „Der (einzige) Sinn des Lebens ist Fortpflanzung“ geht genau den umgekehrten Weg. Ein ideelles Ding soll dinglichen Anforderungen genügen, und allein dies genierert bereits eine Widersprüchlichkeit.

Jeder Hefepilz schafft es sehr erfolgreich, sich zu vermehren. Man muss also nicht mehr können als ein Hefepilz, um dieser Aussage zum (einzigen) Sinn des Lebens zu genügen. Diese Aussage erklärt also alles, was den Menschen vom Hefepilz unterscheidet, für sinnlos. In einem anderen Thread beklagte dodo die “Dummheit“ und „dumme“ Menschen als die größte Gefahr. Er beklagt also Sinnloses. Obendrein ist Dummheit kein Hinderungsgrund für Fortpflanzung (sagt schon der Volksmund). Im Gegenteil, es gibt sogar sehr erfolgreiche Lebewesen, die bei völliger Abwesenheit eines Verstandes nichts anderes können als sich zu vermehren.

Was dodo zu verschiedenen Themen zu sagen hat, ist nicht kompatibel zu einander. Intellektuelle Versatzstücke, die nicht aneinander passen. Realität und Wahrheit ergeben jedoch ein bruchloses Kontinuum. In mindestens einem der beiden Gedanken, die dodo hier so vollmundig formuliert, ist der Wurm drin.

Zurück zu den ideellen Begriffen. Man kann Freiheit als die Möglichkeit, sich seine eigene Definition ideeller Begriffe zu machen bezeichnen und Toleranz als die Fähigkeit, die jeweilige Definition eines anderen Menschen zu akzeptieren. Das sind letztlich Zugeständnisse. Die Grenzen von Freiheit und Toleranz beruhen auf Gegenseitigkeit. Wenn das Zugeständnis einseitig wird, ist die Grenze überschritten.

„Was ist der Sinn des Lebens?“. Diese Frage impliziert, das es einen Sinn des Lebens gibt, der unabhängig von meinen Vorstellungen darüber existiert und verbindlich ist. So, als würde irgendwo, analog zum Urmeter in Paris, ein „Ursinn“ herumliegen, an dem man bloß Maß zu nehmen braucht.

Diesen Ursinn gibt es selbstverständlich nicht. Und ich bin im Sinne des vorletzten Absatzes frei und tolerant erzogen worden. Die korrekte Antwort aus meiner Position lautet also, dass ich nicht für alles Lebendige, sondern nur für mich selbst sprechen kann. Und mein Leben hat genau den Sinn, den ich selbst darin sehe. Keinen anderen.

Wenn diese Antwort noch nicht mal als solche aufgenommen wird, reden wir komplett aneinander vorbei. Wir meinen nicht das selbe. Das wenigstens in Anklängen vorhandene gemeinsame Verständnis ideeller Begriffe ist nicht mehr vorhanden, und die Unterschiedlichkeit der Denkwelten lässt keine Verständigung mehr zu. Auch, wenn wir die gleiche Sprache sprechen.

“Was ist der Sinn des Lebens?“ Mit anderen Worten: „Ja, das muss man mir doch sagen, damit ich korrekt leben kann.“. Na prima. Dann gibt es, angeführt von einer Greta die Sinnmoleküle sehen kann, einen Konsens der damit befassten Wissenschaft (unter Ausschluss aller Wissenschaftler, die es anders sehen) und dann ist „Follow the Science!“ der Sinn des Lebens.

Wirklich so abgedreht? Die Realität ist fast noch schlimmer. Da ist Rassismus nicht mehr ein Begriff für ethisches Fehlverhalten in Form von Benachteiligung Einzelner aufgrund äußerlicher Gruppenmerkmale, sondern ein aufgrund äußerlicher Gruppenmerkmale unterstelltes Fehlverhalten eines deswegen zu benachteiligenden Einzelnen. Absurd, einen Begriff in sein genaues Gegenteil zu verkehren. Wer das schafft, schafft auch, einen für ihn vorteilhaften, verbindlichen Sinn des Lebens zu definieren und durchzusetzen.

Ich merke es an so vielen Dingen, dass irgend etwas grundliegend gekippt ist. Meine angeheiratete, rund 40 jährige Nichte fand die Blödheit der Behörden, während Corona „Verweilverbote“ zu verhängen, nur lustig. Sie konnte unsere Empörung über die Anmaßung, uns unter Strafandrohung mit offensichtlichem Blödsinn zu traktieren, nicht nachvollziehen. Sie sieht nur das, das für sie Richtige und Rechtmäßige falsch oder blöd gemacht wurde, während ich mich über die Unrechtmaßigkeit und Herrsucht ärgere, die obendrein auch noch Blödsinn hervorbringt. Und dass es reiner Zufall ist, dass dieser Mist nur relativ Unwichtiges betrifft. Mit der Energieverknappung sind wir da schon in erheblich existenzbedrohenderen Dimensionen.

Eine Kleinigkeit nur, ich mag sie trotzdem, aber wenn man dieser Diskrepanz auf den Grund gehen wollte, müsste man sehr tief graben. Und landet dann genau bei Sachen wie dieser aussichtslosen Diskussion über den Sinn des Lebens. Hier wäre es wohl eher Freiheitsbegriff.

Nun, ich hätte nicht damit gerechnet, beim älter werden einsamer zu werden, weil die Begriffswelten, in denen ich denke, sich so drastisch verschieben. Und wenn doch, hätte ich eher damit gedacht, dass diese Verschiebung einen Fortschritt bedeutet und alles viel besser und klüger wird als ich es bin. Statt dessen sehe ich nur absurden, Blödsinn sprießen, der bereits knapp unter der Oberfläche vollkommen willkürlich ist und nur so strotzt vor inneren Widersprüchen. Ähnlich, wie Unkraut, dass sich einen mühsam gut angelegten, aber nicht gepflegten Garten erobert.

Die Sprache ist das größte Problem bei meinem Umzug nach Ungarn. Wirklich? Eine Verständigung in grundsätzlichen Fragen ist ja auch in Deutsch nicht mehr möglich. Und das ungarische Wort für Tisch zu lernen „asztal“ ist nicht sooo schwer. Und man merkt auch ohne große Worte, dass sich die Vorstellungen über ideelle Dinge eher gleichen.
Das ist viel Gerede um Nichts.
 

dodo

Geheimer Sekretär
22. Oktober 2021
650
Ich rede vom Sinn des Lebens und sie reden von:
Rassismus, Blödheit der Behörden, Energieverknappung,
Unkraut im gepflegten Garten, usw.
Wie kann man das mit dem Thema "Sinn des Lebens" verstehen?
 

Sonsee

Prinz von Jerusalem
1. Juni 2016
2.366
Ich rede vom Sinn des Lebens und sie reden von:
Rassismus, Blödheit der Behörden, Energieverknappung,
Unkraut im gepflegten Garten, usw.
Wie kann man das mit dem Thema "Sinn des Lebens" verstehen?
Dodo erzähl doch mal, was ist dein Sinn des Lebens? Wieviele Kinder hast du bis jetzt gezeugt und wieviele sollen es noch werden?
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
Wie kann man das mit dem Thema "Sinn des Lebens" verstehen?

Eingentlich ganz einfach, aber klar, dass Sie nicht drauf kommen:

Indem man diesen Text liest und nachvollzieht. Ich beschreibe, wie sich aus meiner Sicht die Art und Weise, in der man sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigt, auf das Leben selbst auswirkt.

Sie halten das für irrelevant? Dann verraten Sie doch mal, welchen Sinn die Beschäftigung mit dem Sinn des Lebens für Sie hat, wenn Sie dies ohnehin als konsequenzlos und irrelevant für das Leben, das Sie tatsächlich führen, erachten.

Oder entwickeln Sie nur eine neue Masche, um die Mädels anzubaggern? „Hach, mit Dir würde ich gerne mal Sinn machen!“.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
5.425
Nachsatz und Randnotiz: Hirnrissigkeiten, wie z.B. gleichzeitg sowohl Strom zu verknappen als auch Elektromobilität zu fördern, wird wohl genau durch diese Unfähigkeit, in Zusammenhängen und Konsequenzen zu denken, befördert bzw überhaupt erst ermöglicht. Das ist exakt der gleiche Blödsinn wie über den Sinn des Lebens zu grübeln, ohne daraus Rückschlüsse auf das Leben abzuleiten, bzw dies sogar noch abzulehnen.

Und so jemand prahlt dann mit seinem auf Gästeabenden in der Loge erweiterten Horizont. Sehr beeindruckend, wirklich.
 

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