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Fragen an einen Freimaurer

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
Liebe Forenten,

da ich offen mit meinem Freimauertum umgehe,
werde versuchen eure Fragen zu beantworten solange
dies nicht gegen die Regeln der Arkandisziplin verstösst.

Verzeiht mit bitte, wenn ich nicht sofort auf Eure Fragen antworte,
aber als Br. Redner meiner guten Loge ist meine Zeit leider knapp bemessen.

Euer

Lufton
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Fragen an einen Freimaurer

Liebe Forenten,

da ich offen mit meinem Freimauertum umgehe,
werde versuchen eure Fragen zu beantworten solange
dies nicht gegen die Regeln der Arkandisziplin verstösst.

Verzeiht mit bitte, wenn ich nicht sofort auf Eure Fragen antworte,
aber als Br. Redner meiner guten Loge ist meine Zeit leider knapp bemessen.

Euer

Lufton


Hallo Lufton,

Herzlich willkommen! Mich würde interessieren warum "Du" Freimaurer geworden bist.

Und welcher Art der Maurerei du zugehörst.

LG.Schechina
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo !

Ich bin Mitglied einer humanitären Freimaurerloge nach A.F.u.A.M. der Vereinigten 5 Hamburger Logen und arbeite nach dem Ritual von Friedrich Ludwig Schröder.
Ich stehe im Meistergrad und bin zur Zeit der Br. Redner meiner vollkommenen
und gerechten Loge.

Mein Wunsch nach einer Bruderschaft, wo sich freie Männer von gutem Rufe, getragen
von Toleranz und Humanität, auf dem Weg gemacht haben um ihre Selbstveredelung
anzustreben, brachte mich zur Freimaurerei.

Ich möchte allen Forenten empfehlen, sich die Oper "Die Zauberflöte" unseres Br.
Wolfagang Amade´Mozart, einmal anzuhören, oder zumindest einmal das Libretto
durchzulesen. In dieser Oper ist der vollständige Sinngehalt der Freimaurerei enthalten.

In diesen heil'gen Hallen
Kennt man die Rache nicht,
und ist ein Mensch gefallen,
führt Liebe hin zur Pflicht.
Dann wandelt er an Freundes Hand
Vergnügt und froh ins beßre Land.
In diesen heil'gen Mauern,
Wo Mensch den Menschen liebt,
kann kein Verräter lauern,
Weil man dem Feind vergibt.
Wen solche Lehren nicht erfreun,
Verdienet nicht, ein Mensch zu sein.


Tamino, Sarastro, die Königin der Nacht, Zarathustra. Alles symbolische Figuren,
welche den Weg des Freimaurers begleiten.

Oder ein weiteres schönes Beispiel von Br. Mozart:

Brüder, reicht die Hand zum Bunde!
Diese schöne Feierstunde
Führ’ uns hin zu lichten Höh'n!
Laßt, was irdisch ist, entliehen!
Unsrer Frendschaft Harmonien
Dauern ewig, fest und schön!

Für den, der reinen Herzens an die Tore der Freimaurerei klopft, werden diese
sich dem Suchenden nicht verschliessen.

Ich freue mich auf weitere Fragen

Lufton





 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,

Mein Wunsch nach einer Bruderschaft, wo sich freie Männer von gutem Rufe, getragen
von Toleranz und Humanität, auf dem Weg gemacht haben um ihre Selbstveredelung
anzustreben, brachte mich zur Freimaurerei.

Wie bist du dann auf die Freimaurer gekommen? Wenn ich das richtig verstehe, war erst der Wunsch nach so einer Vereinigung vorhanden.
Schechina
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Schechina !

Ja, es war mein Wunsch. Nur so ist man ein "Suchender".

Ich könnte jetzt die alte Geschichte: Wenn der Mann den ersten Baum gepflanzt, das Haus gebaut und das erste Kind gezeugt........ was dann ?
beginnen.

Aber diese Begrifflichkeiten wären einfach zu abgenutzt.

Nein, es war in mir der Wunsch den alltäglichen plattheiten des Lebens
zu entfliehen. Es war mein Wunsch nach Selbsterkenntnis. Der Wille den
alltäglichen Bosheiten, Intoleranz und Hass zu entfliehen. Ich wollte mich
üben im humanitären und toleranten Umgang mit Menschen.
Dies konnte und kann ich nur in einem "geschützten Raum unter Brüdern"
erleben und erfahren.

Es ist recht schwierig, bei Berücksichtigung der Arkandisziplin, nicht ins
Schwärmen über die Freimaurerei zu geraten. Aber die unbedingte Gewissheit, das Du einem Br. unbedingtes Vertrauen entgegenbringen kannst und das dieses Vertrauen genauso erwidert wird, ist doch schon allein unwahrscheinlich wertvoll, ganz besonders heutzutage in unserer Ellenbogengesellschaft.

Die Freimaurerei tritt nicht von aussen an Dich heran, nein sie muss schon
in Dir in den Grundzügen vorhanden sein. Nur so findet man den Weg zur Freimauerei. Nicht jeder Mensch eignet sich als Freimaurer und wir werden
jeden Suchenden prüfen, ob dieser sich eignet um in unserem Bunde aufgenommen zu werden. Genauso raten wir jedem sich selbst gewissenhaft
zu prüfen, denn wir schliessen einen Bund fürs Leben.

Weiter geht´s mit Fragen !

Lufton
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo,

einmal eine kleine Erklärung, welche ich anlässlich eines Gästeabends
verfasst habe:

Freimaurerei ist das Streben nach einer Menschheit, die in Frieden und gegenseitiger Achtung lebt. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt und setzt sich für Brüderlichkeit, Grundrechte und Würde aller Menschen ein. Oder in kurzen Sätzen: Freimaurerei...
  • ist eine Bruderschaft
  • ist das Wertesystem der Freimaurer
  • ist eine einzigartige Methode der Selbsterziehung
  • benützt auch Symbole und Rituale, um ihre Mitglieder zu unterweisen
  • ist auch eine Lehre über moralisches Verhalten
  • weist den Weg zu einer eigenen Lebensphilosophie und -haltung
  • basiert auf dem festen Glauben an eine höhere Macht
Obschon die Logen im Detail unterschiedlich arbeiten, ist das Ziel aller Logen das gleiche, nämlich die Menschenveredelung. Im Sprachgebrauch und der Symbolik der Freimaurer, "aus einem unbehauenen rauen einen behauenen kubischen Stein" machen.

Und ergänzend:

Heute finden wir überall Symbole, im Alltag in der Werbung genau so wie bei verschiedenen Weltanschauungen. Freimaurer arbeiten oft und gerne mit Symbolen. Sie gebrauchen die Symbolik als sinnbildliche Darstellung oder Umsetzung einer Aussage. Beispiele sind:

Der raue und behauene Stein

Der unförmige, raue Stein beginnt sich zu verändern; er nimmt Konturen an und lässt sich so in das Gemeinschaftswerk eingliedern. In diesem Sinne arbeitet der Freimaurer am Tempel der Humanität. Die Symbolsprache des rauen und behauenen Steins ist die zentrale Aussage, auf der das freimaurerische Gedankengut aufbaut. Humanität ist eine der drei Tugenden, zu denen sich der Freimaurer verpflichtet: Humanität, Kosmopolitismus, Toleranz. Der Freimaurer steht ein für Humanität und Gerechtigkeit. Als Glied einer grossen Bruderschaft arbeitet er mit am Bau des Salomonischen Tempels. Er ist, symbolisch, der Stein, der dazu benötigt wird. Der Stein, das Ebenbild des Freimaurers, ist zur Zeit des Lehrlings noch rau. Kaum geeignet, sich in ein ideelles Gemeinschaftswerk einzufügen. Der Lehrling beginnt, an sich zu arbeiten.
Der Lehrling hat den Stein bis zur vollendeten Form bearbeitet. Der Stein kann jetzt in das Fundament des Tempels eingesetzt werden. Der behauene Stein ist das Sinnbild des Gesellen.
Bibel, Winkelmass und Zirkel
Dieses «Dreigestirn» ist das Logo der internationalen Freimaurerei. Ist die Freimaurerei Religion oder Religionsersatz? Weder noch. Sie verlangt von ihren Mitgliedern kein Glaubensbekenntnis und bemüht sich, Männer verschiedener Religionen im Sinne der Toleranz zu vereinen. Die Freimaurerloge ist der Treffpunkt fühlender Menschen, die die Kraft des Glaubens bei gemeinsamen Arbeiten erleben möchten. Die Bibel ist das Symbol für das Wahre, Schöne, Gute und Erhabene. Dabei geht es uns nicht um den buchstäblichen Inhalt, sondern um die Erkenntnis: Gott lebt im Menschen. Das Winkelmass ist das Sinnbild für Ordnung und Gesetz. Das Winkelmass vergegenwärtigt, dass Ordnung und Gesetz die ersten Bedingungen zur Freiheit sind. Der Zirkel, schliesslich, ist das Sinnbild der Mässigung und der umfassenden Liebe. Die eine Spitze des Zirkels ist fest im Herzen verankert, während die andere die endlose Kreislinie zieht und alle Menschen einschliesst.



Lufton
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,

Das hat jetzt nur indirekt mit FM zu tun, wenn ein Bruder an Reinkarnation glaubt, würde dieser Bund ja eventuell über das eine Leben hinausgehen.

Ich hab so einen Fall mal im Film gesehen, wo sich der Betroffene allerding auch vorher schon für FM interessierte und dann eine Rückführung machte.

Nein, es war in mir der Wunsch den alltäglichen plattheiten des Lebens
zu entfliehen. Es war mein Wunsch nach Selbsterkenntnis. Der Wille den
alltäglichen Bosheiten, Intoleranz und Hass zu entfliehen. Ich wollte mich
üben im humanitären und toleranten Umgang mit Menschen.
Dies konnte und kann ich nur in einem "geschützten Raum unter Brüdern"
erleben und erfahren.

Das ist ein nachvollziehbare Erklärung, ich denke auch im Sinne des Hermes Trismegistos, wie im Mikro,- so im Makrokosmos.
Es ist eine aktive Handlung, um erstmal bei sich selbst und in der "Gruppe" die Dinge auch umzusetzen.

LG.Schechina
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Schechina,

etwas anderes Voran.

Der grosse Baumeister aller Welten wohnt nicht nur beim Menschen,
er wohnt auch in jedem Menschen. Für mich hat der göttliche Funke in jedem Menschen seiner Nachhall.

Die Freimauerei beschäftigt sich nur mit dem Diesseits des Lebens. Wir
würden uns niemals anmassen über das Jenseits zu spekulieren respektive zu urteilen.

Wenn ein Br. stirbt, so heisst es:

"Der grosse Baumeister aller Welten hat dem Br. die irdischen Werkzeuge
aus den Händen genommen und ihn zu höherer Arbeit abberufen."

Dies Kennzeichnet auch das Bestreben der humanitären Freimaurerei
jedem Br. seinen eigenen Glauben zu lassen. In der humanitären Freimaurerei gilt:

Die Religion in der alle Menschen miteinander übereinstimmen.

Dies bedeutet, das alle Angehörigen der grossen Buchreligionen eine Heimat in der humanitären Freimauerei finden können. Sehr schön bringt dieses
Vaterunser es zum Ausdruck:

Das Aramäische Vaterunser

Oh du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmerndenKlanges,
Du scheinst in uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.

Hilf uns einen heiligen Atemzug zu atmen,
bei dem wir nur Dich fühlen und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.

Lass Deinen Rat unser Leben regieren und unsere Absicht klären
für die gemeinsame Schöpfung.

Möge der brennende Wunsch Deines Herzens Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.

Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen: das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.

Löse die Stränge der Fehler, die uns binden,
wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.

Laß oberflächliche Dinge uns nicht irreführen, sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.

Aus Dir kommt der allwirksame Wille, die lebendige Kraft zu handeln,das Lied, das alles verschönert und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert.

Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen! Mögen sie der Boden sein, aus dem alle meine Handlungen erwachsen. Besiegelt im Vertrauen und Glauben. Amen.

Mit diesem Vaterunser kann sich jeder Freimaurer der humanitären Freimaurerei identifizieren.

Freimaureri wirbt nicht und sie missioniert nicht. Gewiss, Logen veranstalten Tage der offenen Tür. Dies um zu zeigen, das wir keine Geheimnisse haben und wir keinerlei Gefahr darstellen. Wer will, kann alle unsere Rituale im Internet nachlesen. Doch was bringt dies dem Lesenden?
-Nichts !

Es ist das erhebende Moment, mit seinen Brr. in einer Bruderkette zu stehen, die Gewissheit neben mir steht ein Br., der mir mit gleicher brüderlicher Nächstenliebe zugetan ist, wie ich ihm.

Es gibt nur ein freimaurerisches Geheimnis, es ist das Geheimnis welcher
jeder Br. in seinem Herzen trägt.

Lufton
 
Zuletzt bearbeitet:

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,

Erstmal Danke für diese Auskünfte, ok jede Glaubensrichtung kann also vertreten sein.

Freimaureri wirbt nicht und sie missioniert nicht. Gewiss, Logen veranstalten Tage der offenen Tür. Dies um zu zeigen, das wir keine Geheimnisse haben und wir keinerlei Gefahr darstellen. Wer will, kann alle unsere Rituale im Internet nachlesen. Doch was bringt dies dem Lesenden?
-Nichts !

Hier gibt es Veranstaltungen von der Volkshochschule, unter dem Motto vom Dunkel zum Licht, Freimaurerei heute.

Ich selbst habe schon allein weil ich mit Freimaurern befreundet bin, massive Anschuldigungen zu hören bekommen.

Es ist unglaublich, was für dumme Gerüchte da immer noch grasieren.
Die meisten Leute haben sich absolut einseitig, über die Quellen der Gegnerschaft informiert, kennen keinen einzigen FM persönlich und brabbeln immer nur irgendwas muß ja dran sein....wenn van Helsing das sagt.

Bei meinem letzten Gespräch mit einer Gegnerin, kam tatsächlich das Argument ich habe ein Buch darüber gelesen.:dancingnormas:


Es ist das erhebende Moment, mit seinen Brr. in einer Bruderkette zu stehen, die Gewissheit neben mir steht ein Br., der mir mit gleicher brüderlicher Nächstenliebe zugetan ist, wie ich ihm.

Das kann ich mir vorstellen, die FM hat ja auch intelektuell sehr viel zu bieten, man kann sich geistig mit Sicherheit bereichern.
Das letzte Mal als ich die FM besucht habe, hatten wir das Thema Realität und Wahrnehmung, welches von einem Dr. vorgetragen wurde, danach diskutierten wir das Ganze noch mit praktischen Beispielen durch.

Ich glaube es ist tatsächlich notwendig Öffentlichkeitsarbeit zu machen, um diese bekloppten Vorurteile endlich in der Bevölkerung abzubauen.

LG.Sche
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,

Es würde mich außerdem interessieren wie der Begiff Freimaurer entstanden ist.
Die Vorsilbe Frei wovon, Free- mason auch im Englischen usw, ich nenne mich auch immer Freidenkerin.
Wie entstand diese Bezeichnung?

LG.Schechina
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,

Erstmal Danke für diese Auskünfte, ok jede Glaubensrichtung kann also vertreten sein.



Hier gibt es Veranstaltungen von der Volkshochschule, unter dem Motto vom Dunkel zum Licht, Freimaurerei heute.

Ich selbst habe schon allein weil ich mit Freimaurern befreundet bin, massive Anschuldigungen zu hören bekommen.

Es ist unglaublich, was für dumme Gerüchte da immer noch grasieren.
Die meisten Leute haben sich absolut einseitig, über die Quellen der Gegnerschaft informiert, kennen keinen einzigen FM persönlich und brabbeln immer nur irgendwas muß ja dran sein....wenn van Helsing das sagt.

Bei meinem letzten Gespräch mit einer Gegnerin, kam tatsächlich das Argument ich habe ein Buch darüber gelesen.:dancingnormas:




Das kann ich mir vorstellen, die FM hat ja auch intelektuell sehr viel zu bieten, man kann sich geistig mit Sicherheit bereichern.
Das letzte Mal als ich die FM besucht habe, hatten wir das Thema Realität und Wahrnehmung, welches von einem Dr. vorgetragen wurde, danach diskutierten wir das Ganze noch mit praktischen Beispielen durch.

Ich glaube es ist tatsächlich notwendig Öffentlichkeitsarbeit zu machen, um diese bekloppten Vorurteile endlich in der Bevölkerung abzubauen.

LG.Sche


Hallo,

einmal der Versuch einer Erklärung auf die Frage:

Warum wirkt unsere Esoterik auf Außenstehende geheimnisvoll?

Wir leben in einer Welt, die ungebremst die Schlüssellochperspektive liebt. Die Medien gaukeln uns vor, man könne ungestraft und ungeniert in jeden Intimbereich einbrechen. Der banale Lebenswandel in Königshäusern wird zum Zerrbild einer Gesellschaft, denen der Blick in die Schlafzimmer anderer ein höherer Wert zu sein scheint, als das stille Menschsein ihrer Nachbarn. Auch die Freimaurerei existiert nicht ungeschützt gegenüber dieser unangemessenen Neugierde.


Unsere Erlebnisse vertragen allerdings auch nicht den Mantel der Geheimnistuerei. Nur durch Verschwiegenheit können wir sie der öffentlichen Neugierde entziehen. Gegen künftige Verunglimpfungen gibt es nur das Mittel, nämlich unsere Ziele mit der gebotenen Offenheit zu vertreten.



Der einzelne Bruder ist daher aufgerufen mutig die Freimaurerflagge zu hissen.



Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt!



Freimaurerei ist jene Reise, die erst beendet ist, wenn wir eines Tages in die Form einer anderen Existenz wechseln werden. Solange sind wir auf der Suche, das Wunder des Lebens verstehen zu lernen, dem Rätsel unserer Existenz näher zu kommen und dem Unerklärlichen mit Ehrfurcht entgegen zu treten.


Freimaurerei ist die Kunst als Mensch leben zu lernen.


Eine königliche Kunst.





Lufton
 

Grubi

Moderator
Teammitglied
1. Juni 2008
6.662
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo lufton

Vielen dank für deine vielen Informationen.

Ich stelle mal mehrere Fragen gleichzeitig die ich in einem Gesammtzusammenhang betrachte...

Wenn es keine FM gäbe, würdest du eine Alternative dazu finden oder gibt es in deinen Augen etwas vergleichbares ?

Siehst du eine Möglichkeit die Kunst des Lebens zu lernen ohne die Freimaurerei?

Wenn sich jemand nicht den Freimaurern anschliesen möchte, was würdest du ihm raten damit er den Zielen der FM doch nahe kommt.

Aus deinem letzten Beitrag entnehme ich dass du für eine Öffnung der Freimaurerei nach aussen einstehst, du sprichst von Flagge zeigen und
davon dass die FM ihre Ziele offen vertreten sollen.
Ich denke dass es an der Zeit ist dass die FM ihre Ziele aber auch ihre Fähigkeiten der ganzen Menscheit zukommen lassen sollten....
Siehst du da Möglichkeiten etwas an der Verschlossenheit der FM zu ändern ?

Gruss Grubi
 

Kalimera

Geselle
29. August 2008
17
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,
ich habe auch Fragen.
1. Ich habe gehört, dass es 360 Grade in der Freimaurerei gibt,
dass für den Normalfreimaurer beim 3. Grad Schluss ist, dass es dann noch so eine Art oberer Mittelklasse bis zum 32. Grad gibt, darüber in der Oberschicht bis Grad 360 soll alles strengstens geheim zugehen. Wie ist die Hierarchie deines Wissens nach strukturiert?
2. Hat der Begriff "Aufgestiegene Meister" was mit Freimaurerei zu tun?
3. Welche Kriterien muss ein Freimaurer erfüllen, um einen Grad höher befördert zu werden?
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
Hallo !

Wenn es keine FM gäbe, würdest du eine Alternative dazu finden oder gibt es in deinen Augen etwas vergleichbares ?

Ja, aber eher nein.
Die Freimaurerei ist in meinen Augen unvergleichlich, aber der Idee der Freimauerei kommen wohl die Odd Fellows am ehesten nahe.


Siehst du eine Möglichkeit die Kunst des Lebens zu lernen ohne die Freimaurerei?

Jeder Mensch mit dem Anspruch an sich selbst, ein ethisches, von Humanität und Toleranz, geprägtes Leben führen zu wollen, hat sich schon auf den richtigen Weg
gemacht. In der Freimauerei gibt es den Auspruch: "Er ist ein Maurer ohne Schurz". Dies bedeutet, das man auch ein freimauerisches Leben führen kann, auch ohne unserem Bunde anzugehören. Hierzu könnte das Studium aller Schriften von Immanuel Kant, ganz besonders die Schrift: "Zum ewigen Frieden" oder die Schriften von Michel de Montaigne: "Die Kunst das Leben zu lieben", "Nathan der Weise, die Ringparabel" unseres Br. Gotthold Ephrahim Lessing und zu allerletzt der Brief von Br. Mathhias Claudius an seinen Sohn Johannes, beitragen.


Wenn sich jemand nicht den Freimaurern anschliesen möchte, was würdest du ihm raten damit er den Zielen der FM doch nahe kommt.

Siehe oben.

Aus deinem letzten Beitrag entnehme ich dass du für eine Öffnung der Freimaurerei nach aussen einstehst, du sprichst von Flagge zeigen und
davon dass die FM ihre Ziele offen vertreten sollen.
Ich denke dass es an der Zeit ist dass die FM ihre Ziele aber auch ihre Fähigkeiten der ganzen Menscheit zukommen lassen sollten....
Siehst du da Möglichkeiten etwas an der Verschlossenheit der FM zu ändern ?

Besondere Fähigkeiten besitzen die Brr. Freimauer nicht.
Wir sind hier alle nur Menschen auf diesem Erdenrund, mit unseren begrenzten Fähigkeiten, Sorgen und Nöten. Wenn es aber uns Brr. gelingen könnte, dem einzelnen Menschen etwas mehr ethische Handlungen, etwas mehr Humanität und zuletzt ein wenig mehr Toleranz vorzuleben und dadurch Beispielgebend zu Wirken, hätten wir schon Grosses vollbracht.


Du fragst nach unseren Zielen ?

Wir Freimaurer bauen am Kathedralenbau der Humanität und Toleranz.
Gewiss wir betreiben eine Verschwörung, eine Verschwörung zum Guten. Wir wollen den Menschen loslösen von der Sklaverei der Vorurteile und Inhumanität.

Unsere Tempelarbeiten bestehen aus alten Ritualen. Diese kann jeder im
Internet nachlesen. Doch was würden diese Rituale einen Profanen sagen können ? Nichts !

Es ist das Erlebnis der Tempelarbeit, der Hauch der Ewigkeit, die Nähe zur Transzendenz, welche jeder Br. erleben kann. Wie soll ich dies jemals
erklären können ? Dies ist mein freimaureisches Geheimnis welches ich in meinem Herzen trage.

Warum Geheimhaltung?

In alten Zeiten waren die Bauhütten der Steinmetze, welche an den Kathedralen Europas arbeiteten, der weltlichen und kirchlichen Gerichtsbarkeit entzogen. In diesen Bauhütten wurde so mancher Disput
ausgetragen, welcher ausserhalb des geschützen Raumes der Bauhütte
(Loge), sicherlich den Strang oder das Richtschwert zur Folge gehabt hätte. Auch diente die Verschwiegenheit der Bruderschaft dem Schutze
des Wissens um die Technologie des Bauhandwerkes im Kathederalenbau. Die drei Garde, Lehrling, Geselle, Meister und deren
Erkennungszeichen, dienten dem Schutz des Grades und dessen gerechte Entlohnung. Ohne das Wissen um das richtige Zeichen, Wort und Griff, konnte kein Handwerker den seines Grades gerechten Lohn erhalten. Kurz, es war ein Schutz gegen einen know-how transfer.
Dies ist der einfache Grund für die Verschwiegenheit der früheren
Brr. Maurer.

Die heutige, moderne Freimaurerei ist ein Kind der Aufklärung, nicht
umgekehrt. Die Aufklärung hätte auch ohne die Freimaurerei stattgefunden, aber die Freimaurerei war ein Katalysator der Aufklärung.
Im Wandel von der operativen Werkmaurerei (d.h. die Brr. haben tatsächlich Steine bewegt) zur spekulativen Freimauerei (d.h. es konnten auch Mitglieder aus anderen Berufskreisen Aufnahme in den Logen finden, es werden nur noch symbolisch Steine bewegt), begab sich die Freimaurerei auf ein gefährliches Terrain. Wir schreiben das frühe
18. Jahrhundert:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; nämlich die von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen. Denn jeder Mensch ist berufen, selbst zu denken.

Gefährliche Sätze und Gedanken für die Herrschenden !

Dies waren die Sätze und Gedanken die in den Logen diskutiert wurden.
Das schlimmste daran war, das hierüber ein Querschnitt der früheren Gesellschaft in einem Raume zusammensass. Es sass der Handwerksmeister neben dem Kaufmann, neben dem Offizier, neben dem Apotheker, neben dem Arzt.

Das war neu !


Bislang war es den absolutistischen Herrschern immer gelungen das Heft
der Macht fest in der Hand zu halten und die einzelnen Schichten fein gegeneinander isoliert zu halten.


Es ist klar, das die damaligen Brr. sich sehr bedeckt hielten über ihre
Treffen und Gedankenaustausche. Denn unter einem absolutistischen Herrscher konnte man, unabhängig vom Stand, sehr schnell in einem Kerker landen.


So mag sich denn daraus die freimaurerische Verschwiegenheit auch heute noch begründen.

In unseren Logen herrscht ein freier Meinungsaustausch. Jedem Br. ist es
ungenommen seine Gedanken frei gegenüber der Bruderschaft zu entwickeln. In unserem "geschützen Raum" kann sich jeder Br. gewiss sein, das seine Gedanken diesen Raum nie verlassen werden, auch wenn ein Br.einen anderen Br. etwas anvertraut, wird der andere Br. darüber auf ewig schweigen. Dies allein ist heute schon schützenswert.

Ist es unser Ritual, welches die Neugier erweckt ?
Doch was hat man damit gewonnen wenn man es kennt ? Ich glaube nichts. Die Worte sind für Profane sinnleer. Nur durch das Erlebnis innerhalb der Bruderschaft öffnet sich der Sinngehalt dieser Rituale.

Somit ist klar erkenntlich, das die Verschwiegenheit der Brr. einen
Sinn ergibt. Jeder Br. Freimaurer wird den Br. an seiner Seite schützen,
denn noch heute, dank der unsäglichen Arbeit der Familie Ludendorf
und dem Irrsinn eines ehemaligen Gefreiten aus Braunau am Inn, kann
es auch heute noch Irritationen geben, wenn sich ein Br. Freimaurer zu erkennen gibt. Ich habe dieses Problem, dank meiner Stellung, nicht.
Nie, aber auch niemals, wird ein Br. den anderen Br. als Freimaurer outen.

Dabei ist ein Br. Freimaurer nur Mitglied eines ethischen Männerbundes
welcher sich der Humanität und Toleranz verpflichtet fühlt.

Weltverschwörung ?

Ja ! Immer !

Hin zur Toleranz, Humanität und Nächstenliebe !

Entschuldigung, ist etwas länger geworden.

Lufton


Hallo Lufton,
ich habe auch Fragen.
1. Ich habe gehört, dass es 360 Grade in der Freimaurerei gibt,
dass für den Normalfreimaurer beim 3. Grad Schluss ist, dass es dann noch so eine Art oberer Mittelklasse bis zum 32. Grad gibt, darüber in der Oberschicht bis Grad 360 soll alles strengstens geheim zugehen. Wie ist die Hierarchie deines Wissens nach strukturiert?
2. Hat der Begriff "Aufgestiegene Meister" was mit Freimaurerei zu tun?
3. Welche Kriterien muss ein Freimaurer erfüllen, um einen Grad höher befördert zu werden?

@ Klaimera

Es gibt mehrere Lehrarten, die sich in ihren Graden unterscheiden.
Beim 33 Grad ist allerdings im Schottischen Ritus das Ende erreicht.

In Deutschland sind die Logen unter dem Dachverband der
vereinigten Grosslogen von Deutschland vereinigt.

Hierzu gehören:


  1. Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (GL AFuAMvD)
  2. Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLL FvD)
  3. Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" (GNML 3WK)
  4. American Canadian Grand Lodge A.F. & A.M (ACGL)
  5. Grand Lodge of British Freemasons in Germany (GL BFG)
Jeder Freimauer durchschreitet die ersten drei Grade der Johannisfreimaurerei. Lehrling, Geselle, Meister. Diese Logen werden auch
als "Blaue" Logen bezeichnet. Die Systeme die weiterfühende Meistergrade
enthalten, werden als "Rote" Logen bezeichnet.

Man mag sich trefflich über die weiterführenden Gradsysteme streiten,
ich bin kein Befürworter dieser Lehrarten, denn schon die Hiramslegende
kannte nur die drei Stufen der Maurer, jedoch steht es jedem Maurer frei
sich für eines dieser Systeme zu entscheiden.

Schlussendlich durchschreitet jeder Mauer zuerst die ersten drei Grade.

Ein Klassensystem innerhalb der Freimaurerei gibt es nicht. Ein Freimaurer
aus den Hochgraden hat keinen anderen, oder höheren Status innerhalb der Freimaurerei.

Ich erinnere mich noch an meine Gesellenwanderzeit. Hier besucht der Br. Geselle andere Logen. Hierbei besuchte ich eine Lehrlingsarbeit des Freimaurerordens. Danach wurde ich einen besuchenden "Hochleuchtenden Tempelmeister" vorgestellt. Was soll ich ich sagen ?
Es war auch nur ein Mensch und Bruder und sehr erfreut, das ein Geselle einer anderen Lehrart die Loge besuchte.
Hier gibt es kein Erschauern vor dem Amte und der Person.

Nicht umsonst trägt der Grossmeister den selben Aphron wie ein Lehrling. Der Grossmeister wurde auch nur in freier Wahl durch die Bruderschaft gewählt und ist auch nur ein Bruder, ein "primus inter pares".

Also: Es gibt keinen Buder Freimaurer: Standard, Mid-Class oder Deluxe !

Wir sind in unseren Logen nur Brüder !

Geheime Logen existieren nicht.

Einen "aufgestiegenden Meister" gibt es nicht. Aber es gibt im fortschreiten
der freimaurerischen Entwicklung eine Gesellenbeförderung und eine Meistererhebung.

Nach seiner Aufnahme arbeitet der Freimauer im Allgemeinen ein Jahr lang
als Lehrling. Je nach Anwesenheitszeit an den Arbeiten und dem fortschreiten auf dem freimauerischem Weg entscheiden der Meister vom Stuhl, der Bürge des Lehrlings und der Werkmeister für den Lehrlingsunterricht, über den Zeitpunk der Beförderung.
Die Lehrlingszeit kann aber auch verlängert werden. Genauso ist die Vorgehensweise zur Meistererhebung.

Weitere Fragen bitte !

Lufton
 
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Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo Lufton,

Nach wie vor, wüßte ich gern woher der Name Freemason kommt, also wie er entstanden ist.

LG.Schechina
 

Grubi

Moderator
Teammitglied
1. Juni 2008
6.662
AW: Fragen an einen Freimaurer

Hallo fufton

Vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen, ich sehe da ist ein Mensch mit Leidenschaft bei der Sache.
Für deine Ausschweifungen musst du dich nicht entschuldigen, leidenschaftsloses Gelaber scheint den FM nicht zu liegen ;)
Über FM nachlesen könnte ich ja auch woanders, so von Mensch zu Mensch ist mir aber lieber.

Du sprichst eine esoterische Komponente in der Freimaurerei an, ich meine sowas vorher noch nicht so deutlich von einem Freimaurer gelesen zu haben...
ich denke du hast das ganz gut ausgedrückt und diese Komponente in ein rechtes Licht gerückt.

Ich möchte da ein wenig nachbohren.
Auch wenn ich immer wieder lese dass die FM nicht über religiöse Themen diskutieren so nehme ich doch wahr dass sich die Idee der Freimaurerei nicht ohne die Vorstellung einer "göttlichen Instanz" erklären lässt...
Würdest du mir zustimmen wenn ich behaupte dass die FM in der Vergangenheit mit den Angeboten der grossen Religionen nicht ganz glücklich waren und dadurch weitergehende Ideen in Richtung Toleranz und Nächstenliebe entwickelt haben ?

Würdest du sagen dass auch der Wunsch nach einer erfüllteren Spiritualität bei deinen Brüdern vorhanden ist ?

Ich frage deshalb weil der Freimaurerei ja auch hier und da die Position einer Religion "angedichtet" wird.

Gruss Grubi
 

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
Hallo Lufton,

Nach wie vor, wüßte ich gern woher der Name Freemason kommt, also wie er entstanden ist.

LG.Schechina


Hallo !

Eine Antwort findet man in Ernst und Falk, dem fünften Gepräch. Ein
Auszug hieraus:

FALK. Wie die Freimäurerei geheißen, ehe sie Freimäurerei hieß, fragst Du? – Massoney –
ERNST. Nun ja freilich! Masonry auf Englisch –
FALK. Auf Englisch nicht Masonry, sondern Masony. – Nicht von Mason, der Maurer, sondern von Mase, der Tisch, die Tafel.
ERNST. Mase, der Tisch? In welcher Sprache?
FALK. In der Sprache der Angelsachsen, doch nicht in dieser allein, sondern auch in der Sprache der Goten und Franken, folglich ein ursprünglich deutsches Wort, von welchem noch jetzt so mancherlei Abstammungen üblig sind, oder doch ohnlängst üblig waren, als: Maskopie, Masleidig, Masgenosse. Selbst Masoney war zu Luthers Zeiten noch häufig im Gebrauche; nur daß es seine gute Bedeutung ein wenig verschlimmert hatte.
ERNST. Ich weiß weder von seiner guten, noch von seiner verschlimmerten Bedeutung.
FALK. Aber die Sitte unserer Vorfahren weißt Du doch, auch die wichtigsten Dinge am Tische zu überlegen? – Mase also der Tisch, und Masoney eine geschlossene, vertraute Tischgesellschaft. Und wie aus einer geschlossenen, vertrauten Tischgesellschaft ein Saufgelach worden, in welchem Verstande Agricola das Wort Masoney braucht, kannst Du leicht abnehmen –
ERNST. Wäre es dem Namen Loge vor einiger Zeit bald besser gegangen?
FALK. Vorher aber, ehe die Masoneyen zum Teil so ausarteten, und in der guten Meinung des Publikums so herabkamen, standen sie in desto größerem Ansehn. Es war kein Hof in Deutschland, weder klein noch groß, der nicht seine Masoney hatte. Die alten Lieder- und Geschichtsbücher sind davon Zeugen. Eigene Gebäude, die mit den Schlössern und Palästen der regierenden Herrn verbunden oder benachbart waren, hatten von ihnen ihre Benennung, von der man neuerer Zeit so manche ungegründete Auslegung hat – Und was brauche ich Dir zu ihrem Ruhme mehr zu sagen, als daß die Gesellschaft der runden Tafel die erste und älteste Masoney war, von der sie insgesamt abstammen?
ERNST. Der runden Tafel? das steigt in ein sehr fabelhaftes Altertum hinauf –
FALK. Die Geschichte des Königs Arthur sei so fabelhaft als sie will, die runde Tafel ist so fabelhaft nicht.
ERNST. Arthur soll doch der Stifter derselben gewesen sein.
FALK. Mit Nichten! Auch nicht einmal der Fabel nach – Arthur, oder sein Vater, hatten sie von den Angelsachsen angenommen, wie schon der Name Masoney vermuten läßt. Und was versteht sich mehr von selbst, als daß die Angelsachsen keine Sitte nach England herüber brachten, die sie in ihrem Vaterlande nicht zurückließen? Auch sieht man es an mehreren deutschen Völkern damaliger Zeit, daß der Hang, in und neben der großen bürgerlichen Gesellschaft, kleinere vertraute Gesellschaften zu machen, ihnen eigen war.
ERNST. Hiermit meinest Du? –
FALK. Alles was ich Dir jetzt nur flüchtig und vielleicht nicht mit der gehörigen Präcision sage, mache ich mich anheischig das nächstemal, daß ich mich mit Dir in der Stadt unter meinen Büchern befinde, schwarz auf weiß zu belegen – Höre mich jetzt nur, wie man das erste Gerücht irgend einer großen Begebenheit hört. Es reizt die Neugierde mehr, als daß es sie befriedigt.
ERNST. Wo bliebst Du?
FALK. Die Masoney also war eine deutsche Sitte, welche die Sachsen nach England verpflanzten. Die Gelehrten sind uneinig, wer die Mase-Thanes unter ihnen waren. Es waren allem Ansehen nach die Edlen der Masoney, welche so tiefe Wurzeln in diesem neuen Boden schlug, daß sie unter allen nachfolgenden Staatsveränderungen blieb, und sich von Zeit zu Zeit in der herrlichsten Blüte zeigte. Besonders waren die Masoneyen der *** im zwölften Jahrhundert und im dreizehnten in sehr großem Rufe. Und so eine *** Masoney war es, die sich, bis zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts, trotz der Aufhebung des Ordens, mitten in London erhalten hatte – Und hier fängt die Zeit an, wo die Fingerzeige der niedergeschriebenen Historie freilich ermangeln; aber eine sorgfältig aufbewahrte Tradition, die so viel innere Merkmale der Wahrheit hat, ist bereit diesen Mangel zu ersetzen.
ERNST. Und was hindert, diese Tradition endlich einmal durch schriftliche Verzeichnung zur Geschichte zu erheben?
FALK. Hindert? Nichts hindert! Alles rät vielmehr dazu an – Wenigstens fühle ich, ich fühle mich berechtigt, ja verpflichtet, Dir und Allen, welche sich mit Dir in dem nämlichen Falle befinden, länger kein Geheimnis daraus zu machen.
ERNST. Nun denn! – Ich bin in der äußersten Erwartung.
FALK. Jene *** Masoney also, die noch zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts in London bestand, aber in aller Stille bestand, hatte ihr Versammlungshaus ohnfern der Sankt Pauls-Kirche, die damals neu erbauet ward. Der Baumeister dieser zweiten Kirche der ganzen Welt war –
ERNST. Christoph Wren –
FALK. Und Du hast den Schöpfer der ganzen heutigen Freimäurerei genannt –
ERNST. Ihn?
FALK. Kurz! Wren, der Baumeister der St. Pauls- Kirche, in deren Nähe sich eine uralte Masoney, von undenklichen Jahren her, versammlete, war ein Mitglied dieser Masoney, welche er die dreißig Jahre über, die der Bau dauerte, um so öfterer besuchte.
ERNST. Ich fange an ein Mißverständnis zu wittern.
FALK. Nichts anders! Die wahre Bedeutung des Worts Masoney war bei dem englischen Volke vergessen, verloren – Eine Masony, die in der Nähe eines so wichtigen Baues lag, in der sich der Meister dieses Baues so fleißig finden ließ, was kann die anders sein, als eine Masonry, als eine Gesellschaft von Bauverständigen, mit welchen Wren die vorfallenden Schwierigkeiten überlegt? –
ERNST. Natürlich genug!
FALK. Die Fortsetzung eines solchen Baues einer solchen Kirche interessierte ganz London. Um Nachrichten davon aus der ersten Hand zu haben, bewarb sich jeder, der einige Kenntnisse von Baukunst zu haben vermeinte, um Zutritt zu der vermeinten Masonry – und bewarb sich vergebens. Endlich Du kennst Christoph Wren, nicht bloß dem Namen nach, Du weißt, welch ein erfindsamer, tätiger Kopf er war. Er hatte ehedem den Plan zu einer Sozietät der Wissenschaften entwerfen helfen, welche spekulativische Wahrheiten gemeinnütziger, und dem bürgerlichen Leben ersprießlicher ma chen sollte. Auf einmal fiel ihm das Gegenbild einer Gesellschaft bei, welche sich von der Praxis des bürgerlichen Lebens zur Spekulation erhöbe. »Dort, dachte er, würde untersucht, was unter dem Wahren, brauchbar; und hier, was unter dem Brauchbaren, wahr wäre. Wie, wenn ich einige Grundsätze der Masoney exoterisch machte? Wie, wenn ich das, was sich nicht exoterisch machen läßt, unter die Hieroglyphen und Symbole desjenigen Handwerks versteckte, was man jetzt unter dem Worte Masony so hartnäckig zu finden glaubt? Wie wenn ich die Masony zu einer Free- Masonry erweiterte, an welcher Mehrere Teil nehmen könnten?« – So dachte Wren, und die Freimäurerei ward – Ernst! Wie ist dir?
ERNST. Wie einem Geblendeten.
FALK. Geht Dir nun einiges Licht auf?
ERNST. Einiges? Zuviel auf einmal.
FALK. Begreifst Du nun –
ERNST. Ich bitte Dich Freund, nichts mehr. – Aber hast Du nicht bald Verrichtungen in der Stadt?
FALK. Wünschest Du mich da?
ERNST. Wünsche? – nachdem Du mir versprochen –
FALK. So hab ich der Verrichtungen daselbst genug – Noch einmal! ich werde mich über manches aus dem Gedächtnisse zu schwankend, zu unbefriedigend ausgedruckt haben – Unter meinen Büchern sollst Du sehen und greifen – Die Sonne geht unter, Du mußt in die Stadt. Lebe wohl! –
ERNST. Eine andre ging mir auf. Lebe wohl!

Eine weitere, sehr einfache Erklärung:

Ein Freimauer ist ein "Freier Mann von gutem Rufe". d.h. dieses ""Frei"
bezieht sich wortwörtlich auf eine freie Denkungsart.

Lufton

Hallo fufton

Vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen, ich sehe da ist ein Mensch mit Leidenschaft bei der Sache.
Für deine Ausschweifungen musst du dich nicht entschuldigen, leidenschaftsloses Gelaber scheint den FM nicht zu liegen ;)
Über FM nachlesen könnte ich ja auch woanders, so von Mensch zu Mensch ist mir aber lieber.

Du sprichst eine esoterische Komponente in der Freimaurerei an, ich meine sowas vorher noch nicht so deutlich von einem Freimaurer gelesen zu haben...
ich denke du hast das ganz gut ausgedrückt und diese Komponente in ein rechtes Licht gerückt.

Ich möchte da ein wenig nachbohren.
Auch wenn ich immer wieder lese dass die FM nicht über religiöse Themen diskutieren so nehme ich doch wahr dass sich die Idee der Freimaurerei nicht ohne die Vorstellung einer "göttlichen Instanz" erklären lässt...
Würdest du mir zustimmen wenn ich behaupte dass die FM in der Vergangenheit mit den Angeboten der grossen Religionen nicht ganz glücklich waren und dadurch weitergehende Ideen in Richtung Toleranz und Nächstenliebe entwickelt haben ?

Würdest du sagen dass auch der Wunsch nach einer erfüllteren Spiritualität bei deinen Brüdern vorhanden ist ?

Eindeutige Antwort: JA !


Ich frage deshalb weil der Freimaurerei ja auch hier und da die Position einer Religion "angedichtet" wird.

Die Br. des Freimauerordens bezeichnen explizit Jesus von Nazareth als Obermeister des Ordens. Der Freimaurerorden hat daher eine eindeutig chistliche Ausrichtung und ein Kandidat muss das christliches Glaubensbekenntnis abgelegt haben. Dies ist der Unterschied gegenüber der humanitären Freimauerei aber keinerlei Wertung. Im Gegenteil, meine
gute Loge hat, bedingt durch historische Umstände, eine Tochterloge, welche dem Freimaurerorden angehört. wir pflegen die besten Kontakte untereinander über die Grenzen aller Religionen hinweg. Nur mit dem kleinem Unterschied, das in meiner guten Loge der Prostestant neben dem Katholiken, dem Moslen, dem Juden, dem Hindu, dem Buddisten, dem Daoisten, dem Konfuzianer, dem
Zarathustristen sitzt.
Und alle üben sich in brüderlicher Nächstenliebe, Toleranz und Humanität.

Gibt es etwas Schöneres ?
Ist meine Begeisterung für die Freimauerei zu verstehen ?


Ein Geist, ein Wille und ein Gedanke eint alle Brüder über alle Lehrarten hinweg !

Es ist wirklich eine Weltverschwörung, ja, eine Verschwörung zum Guten für alle Menschen auf unserem Erdenrund.

Wobei die Freimaurerei ausdrücklich keine Ersatzreligion sein will. Wie gesagt, die Freimauerei beschäftigt sich ausschliesslich mit dem Diesseits, nicht mit dem Jenseits.




Viele Grüsse und die Bitte um weitere Fragen.

Lufton
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

lufton

Geheimer Meister
10. September 2004
142
AW: Fragen an einen Freimaurer

@ sedge

Nur weil Du es behauptest, muss es diese Geheimlogen nicht geben.
Falls es geheime Verbindungen sind, sind es ganz bestimmt nicht Logen welche
von der Londoner Grossloge, b.z.w vom Grande Orient de France anerkannt wurden.
Denn jede Loges verpflichtet sich zur Anerkennung der "Alten Pflichten" und deren
Landmarken.
Ergo sind diese keine Logen im Sinne der Freimauerei und haben mit der Freimaurerei nichts, aber auch garnichts, zu schaffen.

So einfach ist das.

ES SIND KEINE FREIMAUER !

P U N K T !

Sondern unter Umständen vieleicht ganz profane, kriminelle Vereinigungen.
Nicht was sich Loge nennt ist auch automatisch Freimaurerei und nicht
jeder Geheimbund ist automatisch eine Freimauerloge.

Lufton
 

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