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Warntag "fehlgeschlagen"

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
10.847
Gestern war der Warntag. Da hat unsere Regierung überprüft ob die Warn und Informationssysteme in unserem Land gut funktionieren.

Zunächst möchte ich sagen:
Wir sind gewarnt worden das wir nicht gewarnt werden wenn es eine Katastrophe gibt.

Man muß sich das mal vorstellen, Monate vorher war allen bekannt an welchem Tag zu welcher Uhrzeit gewarnt werden soll.
Die Kinder in den Schulen (von denen ich weiß) haben sich pünktlich um 11:00 die Ohren zugehalten weil mit tierischem Lärm gerechnet wurde.
Dann ... nichts.
Weder hier wo ich arbeite noch in Potsdam noch dazwischen wurde es laut. Am Horizont konnte man eine Sirene am Bundeswehrquartier hören, na wenigstens das.

KATWARN hat mich um 11:27 für Schleswigholstein gewarnt, für Brandenburg garnicht.
NINA hat eine Entwarnung gegeben für etwas vor dem nie gewarnt wurde.

Hier wo ich arbeite, ein Industriegebiet an den Toren zu Berlin war N-I-C-H-T-S. Wirklich nichts, keine Sirene, keine Durchsage, keine Handyappwarnung.

Warum hat so ein grob Fahrlässiges Versagen unserer Regierung eigentlich keine Konsequenzen?
Wie kann es sein das etwas MONATELANG angekündigt wird und die Leute es selbst dann nicht auf die Straße bekommen die Sirenen anzustellen? Wie soll das in einem Ernstfall denn aussehen wenn die Situation PLÖTZLICH auftritt?

Wurdest Ihr gewarnt? Wie? Wo?

Für mich hat sich die Relevanz eines Kurbelradios damit in Luftaufgelöst. Im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls bekommt unser Land offensichtlich nichts auf die Straße und von Radiodurchsagen oder anderen Informationen kann man vermutlich Wochenlang nur träumen.
 

IchMagMeinStauder

Großmeister-Architekt
6. Februar 2017
1.298
Habe auch nichts mitgekriegt. In Hamburg habe ich was diesbezüglich gesehen, da waren die Sirenen zu hören.
Ansonsten hat das wohl nicht so gut geklappt lol.
 

Popocatepetl

Prinz des Tabernakels
27. August 2013
3.869
jetzt stell dir mal vor, sowas wie tschernobyl oder majak wäre irgendwo im westen passiert...

und nö, hier war ausser kirchenglocken auch nichts, die fand ich in dem moment aber dann irgendwie cool. vereinzelt gab es jedoch sirenen, vermutlich in den hauptdörfern der gemeinden, immerhin.
 

Vercingetorix

Intendant der Gebäude
22. Juli 2018
825
Findet dieser "Warntag" den regelmässig statt?

Bei uns gibt es den so genannten jährlichen Sirenen-test. Der findet immer am 1. Mittwoch im Februar um 13:30 Uhr statt. Ein paar Tage danach wird irgendwo auch eine Auswertung publiziert...
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.736
Die Kinder in den Schulen (von denen ich weiß) haben sich pünktlich um 11:00 die Ohren zugehalten weil mit tierischem Lärm gerechnet wurde.

Ernsthaft jetzt? Nicht einmal die Lehrer kannten noch Sirenen?

Regelmäßige Sirenentests gab es bei uns auch - früher. Dann endete der Kalte Krieg und das Ende der Geschichte brachte uns eine fette Friedensdividende ein. Wir bauten die Sirenen ab und ließen das Militär bis zur Kampfunfähigkeit verkommen. Leider sanken die Ausgaben dann doch nicht.

Nein, damit ist der "Warntag" nicht fehlgeschlagen, im Ggteil. Damit wissen wir, daß nichts funktioniert, daß alles besser werden muß und daß wir das zeitnah wiederholen müssen. Wir wollten herausfinden, obs klappt, und das haben wir.

Zum Vergleich: Wir hatten zu meiner Zeit einigemale die Alarmierungsübung "Bunter Faden", und ein einzigesmal habe ich die halbe Nacht herumtelefonieren müssen, niemanden erreicht und am Ende den Regimentskommandeur angerufen. Danach wurde ein standardisiertes Verfahren zur Mitteilung der neuen Telefonnummer im Umzugsfall eingeführt. Zweck der Übung erfüllt.
 

ElfterSeptember

Meister vom Königlichen Gewölbe
9. August 2012
1.367
Ich habe von diesem Warntag weder vorher noch nachher gewusst. Ich weiss nur, dass hier eigentlich alle 3 Monate Samstags die Sirenen getestet werden :egal:
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
10.847
Ernsthaft jetzt? Nicht einmal die Lehrer kannten noch Sirenen?

Es war angesagt das auch die Schulsirenen angehen. Zumindest die AMOK Sirene hat noch nie jemand gehört :roll:

Nein, damit ist der "Warntag" nicht fehlgeschlagen, im Ggteil. Damit wissen wir, daß nichts funktioniert, daß alles besser werden muß und daß wir das zeitnah wiederholen müssen. Wir wollten herausfinden, obs klappt, und das haben wir.

Sag ich ja. Wir wurden gewarnt das wir im Katastrophenfall nicht gewarnt werden und ich denke auch das uns nicht geholfen wird. Helfen ist ja noch schwieriger zu organisieren als warnen.

Zum Vergleich: Wir hatten zu meiner Zeit einigemale die Alarmierungsübung "Bunter Faden", und ein einzigesmal habe ich die halbe Nacht herumtelefonieren müssen, niemanden erreicht und am Ende den Regimentskommandeur angerufen. Danach wurde ein standardisiertes Verfahren zur Mitteilung der neuen Telefonnummer im Umzugsfall eingeführt. Zweck der Übung erfüllt.

Dennoch schauen wir auf ein unfassbares Versagen. Monatelang angekündigt und soweit ich es überblicken kann hat es massiv geklemmt.

Meinst Du denn wirklich das da jemand nun Konsequenzen zieht? Geld fließt? Das verbessert wird?
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.736
Keine Ahnung, woher soll ich das wissen? Ist ja nicht so kompliziert und beschwerlich, und einiges funktioniert ja auch immer noch sehr gut.
 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Warntag? Brauche ich nicht. Hier geht sowieso mindestens 2x die Woche der Feuermelder hoch und das ist auch allen wurscht.
 

Viminal

Großer Auserwählter
10. Juni 2009
1.854
Also jetzt mal ruhig mit den Empörungspferden. Die größte Erkenntnis aus dem Warntag läßt sich für mich aus den unsäglich hysterischen und kopflosen Kommentaren in Foren, sozialen Medien und Onlinezeitungen gewinnen. Die Fähigkeit auf irgendeinen Reiz besonnen zu reagieren ist bei vielen offenbar vollständig verloren gegangen. Es kann nur noch in Extremen und mit z.T. völligem Unsinn reagiert werden. Was ich in einigen Kommentarspalten für einen blanken Schwachsinn gelesen habe, dass lässt mich mal wieder an der Menschheit verzweifeln.

Zum Katastrophenschutz und dem Warntag selbst:
Die Reaktionen auf Katastrophen (Überschwemmungen, Brände, Sturmschäden, Terroranschläge, Chemieunfälle ...) waren in den letzten Jahren doch relativ gut. Die Feuerwehren, das THW, die medizinischen Rettungskräfte, die Polizeibehörden sind m.E. in Deutschland doch recht gut beim reagieren und helfen. Sogar so gut, dass wir die z.T. ins Ausland schicken wenn irgendwo was passiert.

Auch sind die Warnungen auf lokaler Ebene m.E. in Ordnung. Der Warntag jetzt hat nur offenbar dass das Auslösen eines bundesweiten Alarms nicht funktioniert und dass es in manchen Gegenden mangels Sirenen tatsächlich nur noch Informationen per App oder Medien geben kann.
Ich denke zudem schon dass daraus Lehren gezogen werden.

Edit: Bei mir gab es Sirenen, aber die NINA-App hatte eine halbe Stunde Verspätung. Radio/TV habe ich nicht angehabt, kann also nicht sagen ob da etwas kam.
 
Zuletzt bearbeitet:

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Hier haben wir gar nichts gehört, außer dem hausinterenen Feueralarm, der aber sowieso 2x die Woche sinnfrei losgeht.
 

William Morris

Ritter vom Osten und Westen
4. Mai 2015
2.472
Ich habe es 200 Meter Luftlinie bis zur Dorffeuerwehr. Die Sirene ging pünktlich um 11 Uhr einmal und noch 11.20 Uhr. Auch in der Umgebung hörte man einige Sirenen heulen.

Warnapps habe ich keine.
 

William Morris

Ritter vom Osten und Westen
4. Mai 2015
2.472
Ich hatte wahrscheinlich mal, einen Knopf falsch gedrückt, jedenfalls nichts bewusst gemacht und bekam dann ständig Stauwarnungen, Sturmwarnungen, entlaufene Krokodile, Vulkanausbrüche, Alieninvasionen usw. angezeigt. Das war dann wieder weg und seit dem ist nichts mehr passiert.
 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Ich hatte wahrscheinlich mal, einen Knopf falsch gedrückt, jedenfalls nichts bewusst gemacht und bekam dann ständig Stauwarnungen, Sturmwarnungen, entlaufene Krokodile, Vulkanausbrüche, Alieninvasionen usw. angezeigt. Das war dann wieder weg und seit dem ist nichts mehr passiert.

Es soll da so einen chinesischen Fluch geben, er lautet: Mögest Du in modernen Zeiten leben.

Warnungen und Alarme sind nur so gut, wie man sie ernst nehmen kann.
Wie ich bereits schrub, geht hier bei mir laufend der Feueralarm los, weil irgendwelche Schwachmaten der Meinung waren, man müsste in der Küche auch Feuermelder installieren. Bereits drei Mal habe ich den Alarm selbst ausgelöst: Zweimal durch das ordnungemäße Braten von Fleisch bei geöffnetem Fenster, einmal durch verbrannten Toast im Toaster (habe den anschließend weg geworfen).

Es dürfte klar sein, dass hier Niemand einen Feueralarm ernst nimmt. Schließlich vergeht hier keine Woche ohne Feueralarm. Die gewollte Funktion - Menschen vor Unfällen zu schützen - erfüllten die Rauchmelder damit letztlich nicht mehr. Aber wenigstens kann nachher gesagt werden: Warum hast Du nicht reagiert, selbst schuld, es gab ja einen Alarm.

Es ist eine Unsitte unserer Zeit, alles Mögliche mit piepsenden und pfeifenden Sensoren auszustatten. Zuweilen nervt es mich, mir von einer Technologie ein übertriebenes Verhalten diktieren zu lassen, das auf DAUs ausgelegt ist. Zumal man oft genug den Kram durch andere Einstellungen nicht abschalten kann. In der Vergangenheit habe ich mehr als einmal nutzlose Piepssignale mit der Kneifzange deprogrammiert.
 

Lupo

Prinz der Gnade
3. Oktober 2009
4.360
Es ist eine Unsitte unserer Zeit, alles Mögliche mit piepsenden und pfeifenden Sensoren auszustatten. Zuweilen nervt es mich, mir von einer Technologie ein übertriebenes Verhalten diktieren zu lassen, das auf DAUs ausgelegt ist. Zumal man oft genug den Kram durch andere Einstellungen nicht abschalten kann. In der Vergangenheit habe ich mehr als einmal nutzlose Piepssignale mit der Kneifzange deprogrammiert.

Das Ganze geht aber auch ganz ohne Technologie, Bürokratie wirkt genau so. Hört denn wirklich noch jemand dem stereotyp-geistlosen Warnhinweis „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie ...“ zu bzw. hat dem jemals zugehört? Und gibt es einen Adressaten, der derartige Hinweise als hilfreich empfindet?

Im Prinzip geht es doch gar nicht darum, irgend jemanden auf eine echte Gefahr aufmerksam zu machen, sondern sich selbst schon mal vorsorglich zu exculpieren. Wer will sich schon gerne so in der Pressen wieder finden:

 

Giacomo_S

Prinz von Jerusalem
13. August 2003
2.259
Im Prinzip geht es doch gar nicht darum, irgend jemanden auf eine echte Gefahr aufmerksam zu machen, sondern sich selbst schon mal vorsorglich zu exculpieren.

Es gibt moderne Geräte, die mich zur Weißglut bringen.
Einer Freunde hat einen neuen Herd bekommen, von einem deutschen Markenhersteller, Magnet-Induktion. Zieht man den Topf vom Herd, schaltet sich die Platte ab - warum eigentlich? Sie wird ja nicht einmal von selbst warm! Gut, damit kann ich leben - leider muss das Ding aber dauernd pfeifen, zieht man mal einen Topf vom Herd. Das geht mir auf die Nerven.
Manchmal geht dann gar nichts mehr: Aha, wieder mal auf die "Kindersicherung" gekommen. Die "Kindersicherung" ist ein Touchbutton auf der Herdoberfläche, der dann aufleuchtet, kinderleicht zu bedienen. Was für eine "Kindersicherung" soll das denn sein? Das ist mehr eine Kinderverscheisserung - wenn ihr wirklich eine Kindersicherung wollt, dann auch eine richtige, einen Schlüsselschalter vielleicht. Aber der würde dann ja mal 3,- kosten.

C'mon, ihr Leute vom Produktdesign: Haltet ihr mich wirklich für so blöd, dass ich nicht einmal einen Haushaltsherd bedienen kann? Muss mich Euer bescheuertes Gerät jetzt dauernd belehren, wie ich denn zu kochen hätte? Zudem: Das Gerät umprogrammieren, das blöde Gepfeife abschalten? Fehlanzeige, nicht möglich.
Wäre es mein Herd: Ich hätte längst die Kneifzange genommen und die Pips-Nervensäge totgelegt.
 

William Morris

Ritter vom Osten und Westen
4. Mai 2015
2.472
Das Ganze geht aber auch ganz ohne Technologie, Bürokratie wirkt genau so. Hört denn wirklich noch jemand dem stereotyp-geistlosen Warnhinweis „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie ...“ zu bzw. hat dem jemals zugehört? Und gibt es einen Adressaten, der derartige Hinweise als hilfreich empfindet?

Ich glaube, da geht es eher um Versicherungsdinge, da kann man dann nicht dauf festgenagelt werden, von Kopfschmerztabletten auch Kopfschmerzen bekommen zu haben. Das stand ja im Beipackzettel, dass das möglich ist.
 
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