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Amazon schmeißt neue Ware auf dem Müll

Hinz

Vorsteher und Richter
24. Januar 2015
766
Der Onlinehändler Amazon vernichtet in großen Mengen neuwertige Ware, dies schadet den Menschen und der Umwelt. Viele Menschen müssen für ihr Geld hart arbeiten, damit sie sich was leisten können. Und Amazon schmeißt die Dinge einfach weg. Viele Menschen arbeiten sich kaputt, weil Arbeitgeber verlangen, dass die Mitarbeiter immer schneller, besser und härter arbeiten für ihre niedrigen Lohn. Und sie bleiben trotz Arbeit arm. Das sinnlose verbrauchen von Ressourcen führt zur zerstört der Umwelt und der ganzen Erde.

Amazon vernichtet massenhaft neuwertige Produkte
  • Aktualisiert am 08.06.2018-14:02
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Das Amazon-Logistikzentrum in Leipzig (Sachsen). Bild: Picture-Alliance

Rücksendungen gehören im Online-Handel zum Alltag. Offenbar ist es bei Amazon aber auch Usus, ungewollte Artikel auf direktem Weg in den Müll zu verfrachten. Auch externe Anbieter nutzen diesen „Service“.
Der Onlinehändler Amazon vernichtet offenbar im großen Stil Retouren und neuwertige Produkte. Das berichten das ZDF-Magazin „Frontal 21“ (Dienstag, 12. Juni 2018, 21.00 Uhr) und die „Wirtschaftswoche“. Interne Produktlisten, Fotos und Aussagen von Mitarbeitern belegen demnach, dass in großem Umfang Güter aller Art in den deutschen Logistiklagern entsorgt werden – beispielsweise Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys, Tablets, Matratzen und Möbel.

Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtet, dass sie jeden Tag Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro vernichtet habe. Mehrere Beschäftigte kritisierten übereinstimmend, Amazon entsorge nicht nur unbrauchbare Produkte, sondern zerstöre auch funktionstüchtige, teilweise sogar neue Produkte.

Amazon bestreite die Vernichtung von Waren nicht, habe aber mitgeteilt, dass das Unternehmen jeden Tag an der Verbesserung von Prozessen arbeite, um „so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen“. Weiter heißt es: „Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeiten wir mit Aufkäufern von Restbeständen zusammen, die diese Waren weiterverwenden.“

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Günzburg wehrt sich : Kleinstadt gegen Internetriesen
Video: Deutsche Welle
Versandmethode „Destroy“
Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, fordert Amazon auf, die Vorwürfe aufzuklären. „Das ist ein riesengroßer Skandal, denn wir verbrauchen auf diese Weise Ressourcen mit allen Problemen insgesamt auf der Welt. Ein solches Vorgehen passt einfach nicht in diese Zeit.“ Und weiter: „Ich bin überzeugt, dass viele Verbraucher von einem solchen Verhalten schockiert sind und es auch nicht akzeptieren werden“, so Flasbarth.

Der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer nennt die Praxis von Amazon „unverantwortlich“. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert Konsequenzen: „Wir brauchen ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware“, sagt Greenpeace-Expertin Kirsten Brodde.

Deutschlands größter Onlinehändler bietet auch externen Anbietern, die den Logistikservice „Versand durch Amazon“ nutzen, die Möglichkeit, unverkaufte Lagerbestände zu entsorgen. „Sie können Ihren Lagerbestand auf Wunsch von uns entsorgen lassen“, heißt es in einer Angebotsübersicht von Amazon.

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Interne Dokumente zeigen den Medienberichten zufolge, dass der Service offenbar rege genutzt wird. Auf Produktlisten, die „Frontal 21“ und der „Wirtschaftswoche“ vorliegen, tauchen zum Beispiel Kinderturnschuhe, Kopfhörer sowie Hunderte weitere Artikel auf – für einen einzigen Tag, in einem einzigen Lager. Sie wurden intern mit der Versandmethode „Destroy“ gekennzeichnet.

Dass Händler dafür kritisiert werden, Ware zu zerstören, ist indes nicht neu. So berichtete die „New York Times“ schon vor acht Jahren, dass die Modehändler H&M neuwertige Kleidung verbrennt, im vergangenen Herbst wurde diese Praxis abermals von dänischen Journalisten aufgedeckt. H&M sagt, dass es sich dabei um mangelhafte Ware handele. Ähnlich wie bei Elektronikartikeln wird von KIeidung deutlich mehr produziert als verkauft wird. Zudem wird in Zeiten der massenhaften Warenbestellung im Internet auch immer mehr Ware von Kunden retourniert. Deutsche kaufen allein 100 Millionen Paar Jeans im Jahr, Europäer besitzen im Schnitt 10.000 Dinge.

 

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
Macht das nicht jeder so? Was soll Amazon machen, wenn die Leute keine gebrauchten Sachen kaufen wollen?
 

Nachbar

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
20. Februar 2011
4.981
Nein, das macht nicht jeder so. Retouren sind auch keine "gebrauchten Sachen", sondern i.d.R. Neuware mit bereits geöffneter Verpackung. Mit einem Nachlass von 10 bis 30% liessen sich die Dinge sicher bequem verkaufen, wenn denn der Wille da wäre. Die Vernichtung ist aber vermutlich ein kleines bisschen günstiger. Und "ein kleines bisschen günstiger" rechtfertigt inzwischen ja nahezu alles, - nicht allein seitens der Händler, sondern auch der Konsumenten.
 

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
Würde mal sagen "komm drauf an", nech? Natürlich ist das gebraucht. Ausgepackt, angezogen, benutzt wieder eingepackt.
Wenn ich Ware als neu kaufe erwarte ich auch genau das, Amazon bietet durchaus gebrauchte/nicht-neue Ware an, die scheint halt niemand zu wollen.

Und du kannst mir auch nicht erzählen, dass Amazon der einzige Laden ist, der das so handhabt.
 

dtrainer

Wiedergänger
17. Dezember 2008
10.562
...wobei gern übertrieben wird. Meine Erfahrung (UE-Geräte)war schon traurig. Da gab es Kunden, die darauf bestanden, in originalverpacktes Gerät zu bekommen, wenn es auch nur kurz im Regal gestanden hatte(oder gar gelaufen war) wollten sie es nicht. Dabei ist das ihr Nachteil: hat das Ding eine Macke, fällt das dem Händler auf und die wird beseitigt, bevor es beim Kunden zum Garantiefall wird. Leider gibt es auch Richter, die so einen Unfug verlangen, und ein Gerät als gebraucht oder Vorführgerät einstufen, wenn es auch nur kurz eingeschaltet wurde.
Es hat schon seine Gründe, wenn ein Händler besonders billige Ware wegwirft und nicht erneut zu verkaufen sucht.
 

Nachbar

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
20. Februar 2011
4.981
Würde mal sagen "komm drauf an", nech?
Kommt vielleicht erst einmal darauf an, ob man sich den Beitrag angeschaut hat, nech?
Da geht es um Geräte, nicht um Klamotten. Die haben vielleicht einen Kratzer am Gehäuse oder passen nicht an den Ort, weil jemand zu doof war die verfügbare Höhe auszumessen. Oder sie gefallen aus irgendeinem anderen Grund nicht, zurück senden kann man ja bequem.

Und du kannst mir auch nicht erzählen, dass Amazon der einzige Laden ist, der das so handhabt.
Habe ich das probiert?
Ich mache Amazon übrigens auch keinen riesigen Vorwurf. Die rechnen das halt durch, kommen zu einem Ergebnis, und dementsprechend wird gehandelt. Und letztlich: ob der Krempel gleich beim Händler weggeworfen wird oder eine Weile später vom übersättigten Konsumenten, das ist auch schon bald egal.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
18.900
Schlechtes Deutsch: Wer Klamotten wegschmeißt, gehört gehauen.

Gutes Deutsch: Wer Kleider wegwirft, gehört geschlagen.

Meine Güte, daß zieht langsam wirklich Kreise. Egal.

Der Fernsehbeitrag soll aufrütteln, deswegen wird ein wenig skandalisiert und übertrieben. Man kann darüber streiten, ob das legitim ist. Ich möchte einen der ersten Sätze herausgreifen. Es geht um "neuwertige" Ware, als Beispiel werden Kaffeevollautomaten im Werte von mehr als € 2000,- genannt. (Der Konservative in mir sieht die Ressourcen-, Energie- und Lebenszeitvergeudung schon in der Herstellung dieses Zeugs.) Dann heißt es: "Natürlich waren da schonmal kleine Macken dran, kleine Schönheitsfehler, aber die funktionierten fast alle noch." Ich möchte meinen, daß solche Geräte nur dann verschrottet werden, wenn sie kleine Macken haben. Daß da nicht manchmal kleine Schönheitsfehler waren, sondern immer. Luxusware mit kleinen Macken läßt sich nur noch mit größeren Abschlägen verkaufen. "Der Lack ist ab", wie die Redensart sagt. Entweder man eröffnet mit dieser Schönheitsfehlerware ein neues, weniger zahlungskräftiges Kundensegment, oder, wenn es das nicht gibt, man kannibalisiert die eigene unbeschädigte Ware. Ein Verweis auf den eingeklammerten Satz oben sei gestattet. Ich bin kein Verfechter der Wegwerfgesellschaft.

Gerade zieht eine Dame aus der weiteren bekanntschaft heim nach Serbien. Für ihre sehr gut gepflegte Küche bekommt sie € 300.-, für die (fast neuwertigen) Möbel nichts oder so gut wie nichts. Sozialkaufhäuser weisen sehr gute Möbel ab, wollen sie nicht einmal geschenkt. So läuft das hier in der Überflußgesellschaft.
 

Lupo

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
3. Oktober 2009
4.821
Die künstliche Empörung über Amazon hat durchaus etwas Scheinheiliges.

In Zeiten, in denen die lieben Kunden billig billig eine Bohrmaschine kaufen, innerhalb der Rückgabefrist ihre Wohnung damit perforieren und dann mit Geld-zurück-Garantie zurück geben, kann Amazon die Ware nicht unbesehen wieder in den Handel geben. Und ist ein kleiner Lackschaden am Gehäuse nur ein Schönheitsfehler oder nur ein äußeres Indiz für einen kapitalen Transportschaden?

Wer bei Amazon soll denn das tagtäglich an allen denkbaren Artikeln im Wert von mehreren 10000,- EUR qualifiziert prüfen können? Wer hat denn dann die Verantwortung, wenn der kleine Schönheitsfehler an der Kaffeemaschine den stolzen nächsten Besitzer per Stromschlag umbringt? Wenn man die Waren guten Gewissens im Verkehr lassen will, müssen sie zurück zum Hersteller.

Und das heißt: Transportkosten. Sofern überhaupt möglich, Demontage und Prüfung des Gerätes - natürlich manuell außerhalb der regulären Serienfertigung. Wenn erforderlich und nötig, Reparatur. Dokumentation. Neu verpacken. Transportkosten. Das kostet schon mal Vielfaches mehr als die Neuproduktion. Um dann das Teil als B-Ware zum reduzierten Preis mit zusätzlichem Verlust zu verkaufen? Kein Hersteller von Wegwerfwaren kann (sich) das leisten.

Das alles ist absolut logisch und wenn sich jetzt Minister und deren Bedienstete darüber aufregen, dann frage ich mich schon, im welcher Welt die eigentlich blauäugig vor sich hinleben. Wegwerfware bleibt Wegwerfware und es ist in Summe und ökologisch völlig egal, wer sie letzten Endes wegwirft.

Wie gesagt: Scheinheilig. Das ist eben die unweigerliche Kehrseite des "Geiz-ist-geil"-Wahns, bei dem jeder jeden Schnickschnack billig, billig haben muss.
 
Zuletzt bearbeitet:

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
...wobei gern übertrieben wird. Meine Erfahrung (UE-Geräte)war schon traurig. Da gab es Kunden, die darauf bestanden, in originalverpacktes Gerät zu bekommen, wenn es auch nur kurz im Regal gestanden hatte(oder gar gelaufen war) wollten sie es nicht. Dabei ist das ihr Nachteil: hat das Ding eine Macke, fällt das dem Händler auf und die wird beseitigt, bevor es beim Kunden zum Garantiefall wird. Leider gibt es auch Richter, die so einen Unfug verlangen, und ein Gerät als gebraucht oder Vorführgerät einstufen, wenn es auch nur kurz eingeschaltet wurde.
Wie gesagt. Wenn ich unbenutzte Neuware bestelle und bezahle (besonders von einem Wildfremden im Internet) dann möchte ich auch unbenutzte Neuware bekommen.

Nachbar schrieb:
Ich mache Amazon übrigens auch keinen riesigen Vorwurf.
Du nicht, der Artikel und das Video schon. Dabei kann Amazon da am wenigsten für.
 

dtrainer

Wiedergänger
17. Dezember 2008
10.562
Wie gesagt. Wenn ich unbenutzte Neuware bestelle und bezahle (besonders von einem Wildfremden im Internet) dann möchte ich auch unbenutzte Neuware bekommen.
.....und auch, wenn ein neudefektes Gerät ist. Bin ich froh, daß ich nichts mehr mit der Branche zu tun habe...
 

Hinz

Vorsteher und Richter
24. Januar 2015
766
Und warum gibt Amazon nicht die ganze Ware an die Tafeln und den Umsonstläden? Weil Wegwerfen billiger ist! Ist das nicht Irrsinn?
 

DaMan

Ritter-Kommandeur des Tempels
30. Januar 2009
4.517
Wenn die Tafeln 2000 Euro Kaffemaschinen und 70 Zoll Fernseher verschenken häng ich meinen Beruf an den Nagel, werd Tafelkunde und vertick die Ware bei eBay.
Kannstedirnichtausdenken
 

Lupo

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
3. Oktober 2009
4.821
Supi. Ich kauf mir die Kaffeemaschine, mache einen Kratzer rein, schicke sie zurück und kann sie dann umsonst abholen.
Supi. Ich hol mir die Kaffeemaschine irgendwo kostenlos ab und verticke sie gleich weiter ... sagen wir halber Neupreis?
Supi. Ich hol mir die kostenlose Kaffeemaschine, und sie hat doch einen schweren Schaden und fackelt mir die Wohnung ab.

Ist, glaube ich nachvollziehbar, dass ein Verkäufer, der nebenbei auch von etwas leben will, all das nicht will.
 

Nachbar

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
20. Februar 2011
4.981
Vor ein paar Tagen wurde mir von Amazon eine Bluetooth-Tastatur geliefert. Ich habe dann schnell festgestellt, daß sie für meine Hände einfach zu winzig ist. Also fix die Rücksende-Option geklickt, das Etikett gedruckt und alles wieder eingepackt. Ganz sorgfältig, ich bin das so gewohnt. Sogar das USB-Ladekabel habe ich wieder so gefaltet wie es war, es mit dem Draht umwickelt und wieder ins Tütchen gepackt.
Erst als ich damit fertig war wurde mir bewusst, daß sie sowieso in der Schrottpresse landet. Teils kam ich mir ob meiner Mühe bescheuert vor, teils tat mir die kleine Tastatur wirklich leid. Sie konnte nämlich überhaupt nichts dafür. Sie sah gut aus, war auch ordentlich gemacht, mit weichem aber präzisem Anschlag, und auch sonst war nichts an ihr auszusetzen, sie war lediglich für mich zu klein. Ein anderer Mensch hätte auf ihr aber viele Jahre prima schreiben können.

Ich verstehe die Gründe, verstehe die Kalkulationen die zu ihrer Vernichtung führen, das ist mir alles klar. Trotzdem blieben ein Bedauern und das Gefühl, daß in unserer Welt inzwischen einfach zu viel verkehrt läuft.
Ich weiß nicht wie man die Entwicklung bremsen kann, daß das Diktat der Kosteneffizienz alles andere dominiert, aber ich weiß das der Werdegang dieser Tastatur nicht richtig ist - und mit der Zunahme der Erdbevölkerung immer falscher wird.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.054
das liegt daran das alle Konsumartikel mehr oder weniger "wertloser Müll" sind.
Sie dienen nur temporär der Unterhaltung bzw. dem eigenen Ego. Schreiben kann
man auch mit den Händen auf Papier. Okay in der heutigen Zeit nicht mehr so
en vogue. Eigentlich könnte Amazon ein Vernichtungsprotokoll beilegen - so kann
man sich den Gang zur Post sparen und schmeißt es direkt in den Abfalleimer
mit Beweisfoto.
 
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