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Deutschland - Bleiben oder Gehen?

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.893
Es ging hier um die hausgemachten Probleme der Nachstellungen, die diese traumatisierten Mädchen nun zusätzlih tagtäglich erleben. Da kannst du noch so am Thema vorbeischreiben.

Am Thema vorbeischreiben tun wir beide ohnehin schon länger.
Natürlich ist es absolut zu verurteilen, wenn Menschen belästigt, beleidigt, angegriffen oder gedemütigt werden. Wenn sie sich nicht dagegen wehren können - Stichwort: Mädchen - dann noch um so mehr. Allerdings sind solche Vorfälle nicht auf Menschen mit Migrationshintergrung beschränkt.

Ansonsten wirst du nicht lange überleben, denn Unterschiede zu Leugnen, könnte gerade für Männer gefährlich sein.

Was will uns die Autorin damit sagen? Für Männer ist im Übrigen alles Mögliche gefährlich, und es sind die Männer, die sich diesen Gefahren aussetzen. Es sind Männer, die die Infrastrukturen aufbauen und pflegen, denn es sind Männer, die im Bau, Bergbau, als Elektriker oder in der Kanalreinigung arbeiten. Frauenanteil? Null Prozent.
Und selbst wenn es um das Thema Küche geht ... wenn es hart auf hart geht, in der Gastro, dann sind es Männer, die diesen "weibischen" Beruf tun.

Nein streng möchtest du nicht sein, lieber abfällig und arrogant, denn du bist kein kleiner Wicht,..."gähn"

Abfällig und arrogant - was für harte Worthülsen. Schon merkwürdig, dass eine Person, die das Soziale für sich reklamiert, derartig persönlich werden muss.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.863
@Sonsee , @Giacomo_S

Wenn ich Euren Disput so mitlese, frage ich mich, worum es eigentlich geht. Darf ich mal meine zwei Pfennige dazu geben?

Real sind doch nur die einzelnen Menschen und deren Interaktion untereinander. Nur dies verursacht Freud und Leid. Und jeder hat beides in der Hand und ist auch voll verantwortlich dafür, welche Option von beiden er da wählt. Völlig unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Vorgeschichte usw. Der Mensch ist keine Maschine, die von ihren Lebensumständen programmiert wird und keine andere Wahl hat, als gemäß Programmierung zu funktionieren. Er hat einen freien Willen, und es ist ihm immer möglich, guten Willen zu zeigen oder Mist zu bauen. Es ist seine Entscheidung, nicht seine Programmierung.

Eine rassistische Betrachtungsweise besagt das genaue Gegenteil. Wobei die Aussage “ein Mensch mit dunkler Hautfarbe ist im Grundsatz dumm und primitiv.“ letztlich genauso rassistisch ist wie „… ist im Grundsatz klug und überlegt.“. Es liegt am einzelnen Menschen, ob er sich dumm und primitiv oder klug und überlegt verhält, und das hat mit der Hautfarbe nichts zu tun. Das heißt, wir können und müssen die Hautfarbe aus unseren Betrachtungen herausstreichen, wenn wir der Realität näher kommen und dem einzelnen Menschen gerecht werden wollen.

Natürlich sind Herkunft und Erziehung auch nicht völlig bedeutungslos. Ein rückständiges Shithole wird logischerweise eine große Anzahl von Menschen mit einer ungünstigen Prägung erzeugen. Aber ein reflektierter Mensch wird sich von irgendwelchen Prägungen frei machen können, wenn er das will und diese Prägungen als für sich falsch erkennt. In einer modernen, stark arbeitsteiligen Gesellschaft, wird man mit Menschen, die dies nicht draufhaben und sich nicht auf die Art des Miteinanders in der Gemeinschaft einlassen können, nicht viel anfangen können.

Linkes Denken in Kollektiven und die daraus resultierende Identitätspolitik macht aber das genaue Gegenteil. Das Einteilen von Menschen in zahllose Gruppen, die entweder, weil bereits „privilegiert“ sind und deswegen im Sinne einer übergeordneten Gerechtigkeit benachteiligt werden müssen oder „unterdrückt werden“ und deswegen gezielt gefördert werden müssen ist aus meiner Sicht nichts anderes als ein im Kern multiples rassistisches Denken.

Ein Denken, das notorisch dem Einzelnen Unrecht tut, indem es den Einzeln ohne Beachtung seiner Person und damit unverdient und willkürlich benachteiligt oder fördert. Und unter diesem Aspekt liegt der völlig gleiche Fehler vor, ob nun bei einem zu besetzenden hohen Amt Männer von vornherein und unabhängig von ihrer Qualifikation nicht in Frage kommen, weil irgend eine Frauenquote erreicht werden muss, Oder jeder Migrant hier ungeprüft hineinkommt, auch wenn er z.B. aus einer Gegend kommt, von der man weiß, dass eine Frau dort wenig mehr als ein Gebrauchsgegenstand darstellt.

Unsere Politik und Gesellschaft hat, indem sie den Blick aufs Individuum verweigert, mit der Identitätspolitik nur den einen Rassismus durch einen anderen Rassismus mit umgedrehten Vorzeichen ausgetauscht.

Insofern sieht @Giacomo_S “seine“ Migranten als Individuen, die mit ihrem Entschluss, zu arbeiten und sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, schon mal eine Hürde geschafft haben. @Sonsee sieht eben nur die häufige Herkunft der gesichtslosen und anonymen Peiniger der von ihr betreuten Mädchen und Frauen.

Es sind zwei Seiten einer Menschengruppe, die man ungeprüft ins Land gelassen hat. Hätten wir unvoreingenommen und im Einzelnen geprüft, wen wir da eigentlich ins Land lassen, hätte @Giacomo_S vielleicht mehr zu berichten als @Sonsee . Dummerweise haben wir uns aus ideologischen Gründen an genau der Stelle, wo wir genau hinschauen müssten, blind gemacht. Sei es nun im Auswahlprozess für wichtige Positionen oder bei der Einreise von Migranten.

Und dies beschert uns scharenweise sowohl komplett unfähige Frauen in wichtigen Positionen als auch irgendwelche eingereisten archaischen Steinzeit-Männer, die hier eine völlige Narrenfreiheit genießen und ausleben. Und, solange die dahinter stehende Ideologie tonangebend bleibt, ist auch keine Abhilfe möglich, noch nicht einmal die Einsicht, dass wir überhaupt ein Problem haben, wie ja auch die Debatten in der Politik und Berichterstattung in den der Politik nahestehenden Medien zeigt.

Und wir stehen irgendwo zwischen einen angeblich guten und unstrittig bösen Rassismus, die beide als Leitbild für eine annehmbare Gesellschaft ungeeignet sind und gemeinsam den Zugang zu einem aussichtsreichen Weg verschütten. Das war auch ein Aspekt meiner Überlegungen zu „hierbleiben oder gehen“ - insofern passt die Eure Diskussion durchaus ins Thema.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
33.254
"Wir fragten völlig rein zufällig ausgewählte Jugendliche, wie sie so drauf sind in Sachsen und Thüringen"


Zoe, 20
"
Ich bin Zoe und benutze keine Pronomen.
"

Leander, 20

"Mir ist vor allem Offenheit wichtig, dass es weder Diskriminierung noch Ausgrenzung gibt"

Karin, 29

"Trotzdem sehe ich vor meinem Fenster jede Woche die Montagsdemos, die Corona-Demos wurden zu Pro-Russland-Demos. "

Tino, 20

"Hier ist die AfD sehr groß. Aber es gibt auch immer Menschen mit anderen Werten und eine Art Gegenbewegung. Wichtig sind mir vor allem die Werte, die meine Familie mir beigebracht hat. Mein Vater hat mich zum Beispiel Dankbarkeit gelehrt für das, was ich habe. Damals kamen meine Eltern als Vertragsarbeiter hierher und haben viel geschuftet"


FAZIT für den Leser:
Eigentlich finden alle Jugendlichen in ganz Ostdeutschland die AfD doof (wirklich ohne Witz) und wir können uns überhaupt nicht erklären wo die hohen AfD Wahlergebnisse unter jungen Leuten herkommen.


Wohl ein klassischer journalistischer Bestätigungsfehler.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.863
Und wieder mal hole ich meinen Thread aus der hintersten Gerümpelecke des Forum hervor, fege mal den gröbsten Staub runter - hust, hust - und hänge etwas neues dran. Nichts Weltbewegendes im Zusammenhang mit dem Machtwechsel in Ungarn, dazu sehe ich mich völlig außerstande.

Eher etwas ganz harmloses - was aber vielleicht doch zum Nachdenken anregen könnte. Sagen wir mal so: Wenn man so durchgeistigt ist, zu behaupten, dass der Schlag einer Schmetterlingsflügels den Gang der Welt beeinflussen kann, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass er wenig gutes bewirkt, wenn er zu allem, was an ihn herangetragen wird, gleich ungehemmt und mit allen zugehörigen Begleiterscheinungen herumzufurzen anfängt.

Also. Wir waren jetzt mal mit dem “Levéli Borbarátok Köre“ - Dem Leveler Weinfreundeskreis - unterwegs. Ein Reisebus, also rund 50 Menschen, davon wir 5 Deutschsprachige. Also war es eine einheimische Veranstaltung. Und sie war bescheiden, sie führte uns nicht weiter als 40 … 50 km von Levél weg in den Umkreis von Györ. Erste Station:

Die Kirche von Lebeny. Lebeny (gesprochen: Lebenje, mit ganz ultrakurzem je):


Lebeny ist ein Dorf und damit ist eigentlich alles drüber gesagt. Aber diese Kirche wirkt von außem völlig überproportioniert für dieses kleine Nest, von innen bietet sie aber wieder nur einer kleinen Dorfgemeinde Platz. sie ist die kleinste romanische Kirche mit Doppelturm und Seitenschiffen und allem Brimborium, die ich je gesehen habe und insofern zumindest für mich bemerkenswert.

Die Chronik weist aus, dass sie seit ihrem Bau im 13. Jahrhundert mehrfach von den Osmanen/Türken zerstört wurde. Wie in Rumänien. Ein Sauvolk sondersgleichen. Wenn man sich anschaut, was für eine Geißel diese Muselmanen für alle Länder in ihrem Dunstkreis waren, bis man sie endlich mühsam in die Knie gezwungen hatte, dann verstehe ich wirklich die deutsche Politik von wegen „Der Islam gehört zu Deutschland“ nicht. Der Islam hat sich seit all den Kämpfen nicht gewandelt - aber genau das wäre die Voraussetzung gewesen, um dem Islam anders als wachsam und misstrauisch entgegen zu treten. Vergeigt.

Zweite Station - eine Käserei bei Györ, laut Eigendarstellung eine der Besten in Ungarn. Bisher hatte ich Ungarn als eine Art Käsenotstandsgebiet wahrgenommen - aber nein: Sie können es auch sehr gut. In der Kirche hat uns eine Fremdenführerin eindn rund einstündigen Vortrag gehalten. Auf Ungarisch und wohl auch sehr gut, aber die Nicht-Muttersprachler hat‘s da allesamt aus dem Sattel gehauen. Aber damit war „Kultur“ erstmal abgehakt und der Käse ließ sich auch ohne viele Worte genießen.

Dritte Station: ein Weingut bei Györ - wir sind ja schließlich auch mit den Weinfreunden unterwegs - das eine deftige Brotzeit serviert und dazu seine vier verschiedenen Weine vorstellt. Von einem Riesling, der mich sehr an Gurkenbrühe erinnert hat, bis zu einem Rosé und einem Roten, in denen man durchaus auch mal ein Bad nehmen könnte. Toll. Unverkennbar ist das der gesellige Höhepunkt dieser kleinen Reise. Alles schlürft Wein und gibt sich der Gemütlichkeit hin. Und ein Ungar ergreift sein Akkordeon und beginnt, als Quetschkommödiant für die musikalische Untermalung zu sorgen.

Und was spielt der Musikus? Deutsche Gassenhauer aus den vierziger/fünfziger/sechziger Jahren. Man sollte doch meinen, dass die Ungarn genug eigene Trinklieder haben - aber nein, unser Akkordeonspieler hatte die gleiche Angewohnheit wie auch viele seiner deutschen Kollegen - zwar die ersten 5 Takte eines jeden beliebigen Liedes zu kennen und anzuspielen und dann innerhalb der nächsten drei Takte doch wieder wieder bei „La Paloma ohé“ zu landen.

Das war auch keine Reminiszens an uns fünf deutsche Hanseln in der Gruppe, wir saßen am anderen Ende des Saales. Wir haben erst auf uns aufmerksam gemacht als wir die einzigen waren, die „Trink, trink, Brüderlein trink“ halbwegs textsicher mitsingen konnten. Da kam dann unser Musikus zu uns rüber und fragte, was er denn für uns spielen könnte. Au verdammt - wir mussten passen. Mir ging zwar noch „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ durch den Kopf, abber näh, das ist doch einfach zu peinlich, odder?

Zum Schluss hat er dann „Opladi, oplada“ von den Beatles für uns gespielt und „A Kör“ von Edda Müveg, ein sehr bekannter ungarischer Titel:


den er auch sehr gut auf‘s Akkordeon gebracht hat. Aber ein bisschen ein fader Nachgeschmack bleibt. Zwei Punkte bleiben auf der Liste:

a) Man sollte eine Auswahl deutscher Gassenhauer aus dem letzten Jahrtausend parat haben, falls mal ein Akkordeonspieler fragt, was er spielen soll. Meine Güte, mein ach so spießiger Vater hätte diesen Musikus den Nachmittag auf Trab halten können! Und sein, drei Stöcke verschluckt habender Sohnemann … Sachdienliche Hinwise und Ideen sind jederzeit willkommen.

b) Mist. Die Ungarn spielen diese Titel gerne - die uns nur peinlich sind, weil sie ja ach, so spießig sind. Wir vergessen diese Titel, fragen, ob sie nicht vielleicht was von den Beatles spielen können oder was ungarisches, wir verleugnen es - und benehmen uns in unserer Selbstverleugnung einfach nur noch blöde.

Anscheinend sind wir nur noch gut, wenn wir als moralinsauere und politisch korrekte Spaßbremse auftreten können und sind vor lauter Political Correctness noch nicht mal mehr imstande, ein Led zu nennen, das ein Akkkrdeonspieler mal anspielen könnte, bevor er nach 5 Takten dann eh wieder bei La Paloma landet.

Irgendwie habe ich da das Gefühl, eine Bühne zu betreten, die an einem Ende mit so einem Kleinkram anfängt und am anderen Ende mit idiotischer Energie- und Migrationspolitik aufhört. Einfach blöde. Verstehen tut das niemand.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
22.894
Schöne Kirche. Daß die Ungarn keinen Weißwein können - keine Überraschung. Bleib beim Roten. Der Musikus hätte doch bestimmt Ännchen von Tharau gekannt?
 

Karacho Heinz

Geheimer Meister
1. September 2024
306
Naja, warum sollte es in Ungarn denn anders sein als wie überall sonst auf dem Planeten? Es werden nur noch Idioten ins Amt gewählt und da kommt man dann halt einfach zu dem schluss, dass es nicht unbedingt an der Menge der idioten die gewählt werden wollen liegt (zumindest nicht ausschließlich) sondern an der menge die wahlberechtigt ist.

Was ich damit meine ist, klar kann man sich über diverse Energiepolitik aufregen oder den Genderkram aber man muss halt auch klar sagen dass die beste und vernünftigste Energiepolitik nichts bringt wenn dir Bomben aufs Dach fallen. Wir mussten das leider auch feststellen dass, nur weil man aus D weg ist, es nicht unbedingt besser geworden ist. An der ein oder anderen Stelle schon, aber generell? Eher nicht. Es hat sich einfach nur verlagert. So zumindest meine Meinung.

Sorry für den Rant.
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.893
Und was spielt der Musikus? Deutsche Gassenhauer aus den vierziger/fünfziger/sechziger Jahren.
[...]
b) Mist. Die Ungarn spielen diese Titel gerne - die uns nur peinlich sind, weil sie ja ach, so spießig sind. Wir vergessen diese Titel, fragen, ob sie nicht vielleicht was von den Beatles spielen können oder was ungarisches, wir verleugnen es - und benehmen uns in unserer Selbstverleugnung einfach nur noch blöde.

Meinereiner hat solche Titel immer und immer wieder, begleitet von einem Akkordeon, des Nächtens in einer Münchener Boazn vor Publikum gesungen. Ein bunt gemischtes Publikum i.Ü. aus allen Teilen der Gesellschaft. Mit der Zeit hatte sich so eine lose Sängertruppe gebildet und andere sangen Lieder, die ich nicht in meinem Repertoire hatte.

Man muss eigentlich gar nicht so gut singen können, um mit diesen Liedern mehr als nur zu punkten. Textsicher muss man sein, und insbesondere diese Lieder verlangen eine klare, akzentuierte Aussprache ... ob nun schon selbst einen Schwips hat, oder nicht. Sie gefallen vor allem,

- weil diese Lieder jene aus dem Pool sind, die übrig blieben. Die Zeit entscheidet bekanntlich alles, und die meisten vergessenen Lieder sind dies nicht ohne Grund.
- weil sie harmlos sind, Anspielungen enthalten, ja heutzutage mehr als Satire gesehen werden - wenn sie dies nicht schon immer waren. Es gibt sehr beliebte Titel (Freddy Quinn: Heimat (1)), die so ein Schnulzen-Vokabular innehaben, dass man sie nur noch parodistisch vortragen kann - augenzwinkernd eben.
- man spontan eine kleine Show mit an sich immer vorhandenen Mitteln um sie machen kann. (2)
- wenn sie nicht zu lang sind, die Aufmerksankeitsspanne für ein Lied liegt nur bei etwa 3 Minuten. (3)

Peinlich? Ja, vielleicht, aber hoffentlich auch nur das.
Merke: Lieder aus anderen Sprachen sind oft noch viel peinlicher.
Besser: Wenn sie peinlich sind, dann mach sie, als der Künstler, ganz bewusst zu dem, was sie sind: Peinlich. Mach sie zur Satire. Dann hast Du ein Publikum, welches Dich anlacht, statt Dich auszulachen.

Randnotizen:

(1) Auf den ausdrücklichen Wunsch meiner damaligen Chefin trug ich auf einer Weihnachtsfeier für externe, geladene Gäste dieses Lied ("Brennend heisser Wüstensand ...") vor. Ich trug einen sandfarbenen Leinenanzug und einen (echten) Tropenhelm, sowie eine Steampunk-Sonnenbrille.
Ich hob die Zeilen "Viele Jahre schwere Fron. Harte Arbeit, karger Lohn." besonders hervor (Betrieb!) . Ich änderte die Zeile "Kein Glück, kein Heim." in "Kein Tipp, kein Schein.", da ich angrefressen war, dass es vor Weihnachten keine Trinkgeld-Ausschüttung gegeben hatte.
Bei der Zeile "Hört mich an, ihr goldenen Sterne" warf ich goldenes Glitzerkonfetti in die Luft und ließ es ungerührt auf meinen Vortrag und mich selbst herabschneien.
Das begeisterte Publikum rief nach einer Zugabe, also blieb ich im Tropenkleid und sang Bill Ramseys "Zuckerpuppe".

(2) Auch "Kriminal Tango", in der deutschen Fassung des Hasi Osterwald Sextetts, ist eine beliebte Nummer. Mit nur ein wenig Unterstützung kann bei der Zeile

- " ... doch dann löscht sie schnell das Licht" jemand das Licht ausschalten, und plötzlich sitzen alle im Dunkeln. Eine Zeile später wird es wieder eingeschaltet, auch wichtig.

- "... und dann fällt ein Schuss" man eine Papiertüte oder einen Ballon platzen lassen, peng!

Sehr einfach umzusetzende, aber unbedingt wirksame Effekte!

(3) Der Konzertmeister der Boazn spielte drei oder vier Lieder, dann erst einmal wieder Pause. Man muss die Menschen auch reden lassen, so meinte er. Dann wieder Lieder, während dieser er aber auch Zuhören verlangte.
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.893
Zurück zum Thema, Deutschland gehen oder bleiben?

Mal grundsätzlich:
IMHO wird Deutschland weltweit von vielen als ein modernes Vorzeigeland angesehen, auch wenn es nicht perfekt ist und nie sein wird. Ich teile diese Meinung, und sollte ich Deutschland verlassen, dann gehe ich nicht aus Frust, Wut oder Enttäuschung.

Allerdings habe ich mir überlegt, Deutschland zu verlassen, wenn ich in Rente gehe. Nicht deshalb, weil es mir in Deutschland schlecht erginge oder auch nur schlechter erginge. Sondern weil mir mein Wohlstand es überhaupt erlaubt, so etwas zu tun: Sich noch einmal komplett neu aufzustellen, ja sich gänzlich neu zu erfinden.

Mein kürzlicher Besuch in Fronkreisch hat mich sehr bewegt und tut es noch.
Die Menschen waren so höflich, im Alltag, im Bus, das hat mir sehr gefallen. Natürlich erwarten sie von dir, dass du auch höflich bist, aber das ist ja nur fair. Sie liegt mir ohnehin, die Höflichkeit.

Sprichst du keine Fremdsprache, dann bist du für Franzosen irrelevant. Zu Recht, finde ich.
Sprichst du Englisch ... das können sie schon auch, wollen sie aber nicht können. Sie bleiben dann höflich, aber formell.
Sprichst du ein erkennbar schulisches Französisch, und sei es nur ein wenig - dann öffnen sich dir alle Türen. Sie kommen aus sich heraus und manchmal muss man sie bremsen (" ... nicht so schnell, nicht so viel ..."). Du giltst als der Mann von Welt, der sich eine für ihn fremde Weltsprache der Kultur angeeignet hat - und dies sehen sie als Kompliment.

Französisch habe ich in der Schule gelernt, nicht so lang wie Englisch und es ist etwas eingerostet. Offenbar habe ich aber eine gute Schule besucht und hatte gute Lehrer, denn die Basis ist im Grunde nach wie vor vorhanden. Bereits nach wenigen Tagen wurde alles flüssiger, und die Franzosen, höflich wie sie sind, freuten sich und wir machten auch schon mal kleine Witze.
Erfuhren die Einheimischen, dass ich Deutscher bin, so habe ich nicht den Hauch von Ressentiments oder Ablehnung gespürt, ganz im Gegenteil.
Selbst in jungen Anarchokreisen - Szenebar in Toulouse, tagsüber - war ich ein angesehener Gast, als einer, der sofort irgendwie dazu gehört.
Ich war gut gekleidet, das mögen Franzosen ... nun, zu Recht, denn sie selbst sind es auch. Auch das ist eine Form der Höflichkeit.

Ich glaube, es täte mir gefallen, in paar Jahren in Okzitanien zu leben.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.863
Schöne Kirche. Daß die Ungarn keinen Weißwein können - keine Überraschung. Bleib beim Roten. Der Musikus hätte doch bestimmt Ännchen von Tharau gekannt?

Ja, mit dem Weißwein ist das so eine Sache … wobei ich da aber auch kein richtiger Maßstab bin. Mir schmeckt da ziemlich wenig, und wenn, dann am ehesten die fränkischen Weine, die nun auch wieder nicht jedermann‘s Sache sind. Also von daher ist mir der Rote doch schon viel lieber - aber da haben die Ungarn, was mich betrifft, das Pech, dass die Österreicher im Burgenland mit ihrem Blauen Zweigelt schwer zu toppen sind.

Hm. Bestimmt hätte der Musikant das Ännchen von Tharau gekannt …. ähmm, im Gegensatz zu mir. Also, das hätte uns auch nicht gerettet.

Die ollen Freddy-Quinn-Titel, die Giacomo so nennt, sind natürlich auch geläufig - natürlich auch die betreffende Textstelle im „Brennend heißen Würstchenstand“. Auch der Kriminaltango, den mein Schatz überhaupt nicht kannte, und den ich ihr dann textsicher vorgetragen habe - zumindest nicht so schlecht, dass sie mich nicht trotzdem geheiratet hätte. Aber das sind eben alles keine Titel für die Quetschkommode. Da hat mich der Kerl auf dem falschen Fuß erwischt. Obwohl - “Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“ oder „What shall we do with a dunken sailor.“ wäre wohl gegangen. Falscher Fuß eben …

Zu den anderen Punkten geht‘s dann in einem weiteren Beitrag weiter. Das würde hier nicht richtig dazu passen.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.863
Allerdings habe ich mir überlegt, Deutschland zu verlassen, wenn ich in Rente gehe. Nicht deshalb, weil es mir in Deutschland schlecht erginge oder auch nur schlechter erginge. Sondern weil mir mein Wohlstand es überhaupt erlaubt, so etwas zu tun: Sich noch einmal komplett neu aufzustellen, ja sich gänzlich neu zu erfinden.

Bei uns kam recht vieles zusamen - aber der Punkt, dass es wohl auch eine der letzzten Chancen ist, in diesem Leben nochmal von Grund auf was Neues zu machen, spielte auch eine ganz gewichtige Rolle für uns.


Hier wäre, wenn es zur Debatte gestanden hätte, es spätestens an meinem Veto gescheitert. Ich hatte ja mein ganzes Berufsleben das Vergnügen, mit französischen Kollegen zusammen arbeiten zu müssen. Und ich muss sagen - je länger das dauerte, desto mehr sind sie mir auf die Nerven gegangen. Wenn ich‘s jetzt begründen müsste: Sie sind in der Zusammenarbeit genau so, wie man es eigentlich den Deutschen vorwirft und zusätzlich noch nationalistisch.

Dann lieber Italien - das sind liebenswerte Chaoten, die das Herz auf dem rechten Fleck haben. Aber das ist Geschmackssache. Vor allem freut es mich, wenn Du es ganz anders kennen gelernt hast und es Dir gefällt. Da will ich dann auch nichts mies machen.

Naja, warum sollte es in Ungarn denn anders sein als wie überall sonst auf dem Planeten? Es werden nur noch Idioten ins Amt gewählt und da kommt man dann halt einfach zu dem schluss, dass es nicht unbedingt an der Menge der idioten die gewählt werden wollen liegt (zumindest nicht ausschließlich) sondern an der menge die wahlberechtigt ist.

Hm. Wir haben Ungarn, Sopron, erstmals Ende März 2022 besucht, als zwar bei uns die Coronapanik noch allgegenwärtig war, aber Reisen schon wieder möglich war. In Sopron gab es ganz normales und völlig unaufgeregtes Leben. Für mich war es eine Zeitreise zurück in etwa die 80er Jahre.

Es mag durchaus sein, dass sich die Ungarn bei ihrer Wahl keinen Gefallen getan haben. Andererseits: Orbán wa jetzt 16 Jahre lang an der Macht. Fraglos hat er einen guten Job gemacht - aber wenn Wohl und Wehe dieses Landes daran hängt, ob Orbán 4 oder der 5 Legislaturperioden macht, dann passt da was nicht. Eigentlich bin Verfechter einer Amtszeitbegrenzung auf maximal zwei Legislaturperioden. Entsprechend kann ich da jetzt nicht maulen. Und ich kann Orbán auch nicht den Vorwurf ersparen, dass er vielleicht beizeiten einen Nachfolger hätte aufbauen sollen.

Was ich damit meine ist, klar kann man sich über diverse Energiepolitik aufregen oder den Genderkram aber man muss halt auch klar sagen dass die beste und vernünftigste Energiepolitik nichts bringt wenn dir Bomben aufs Dach fallen.

Das mag sein. Aber wenn Du genug Genderkram und Energiewende und Antirassismus treibst, brauchst Du irgendwann keine Bomben mehr um im Arsch zu sein.

Wir mussten das leider auch feststellen dass, nur weil man aus D weg ist, es nicht unbedingt besser geworden ist. An der ein oder anderen Stelle schon, aber generell? Eher nicht. Es hat sich einfach nur verlagert. So zumindest meine Meinung.

Sorry für den Rant.

Nö, nix Sorry, ist doch alles bestens. Du bist doch hier nicht der Münchner im Himmel, der nur frohlocken und „Hosianna!“ lispeln darf.

Hier ist nicht „alles“ besser. Im Gegenteil: Einiges, und sei es nur das Bier, ist deutlich schlechter als in Deutschland. Die Frage ist, was für Dich zählt und wichtig ist und was nicht. Wenn wir hier Bilanz ziehen, dann sind wir immer noch froh, diesen Schritt getan zu haben.

Auch, wenn hier auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
 

Sonsee

Prinz von Libanon
1. Juni 2016
3.483
Ich bin schon einmal ausgewandert, um festzustellen, dass sich innerhalb von Europa dadurch nicht viel ändert.
Zudem gab es andere Probleme, wie die Sprache oder das ich dort keine angemessene Arbeit finden konnte.War trotzdem toll und ich habe es nie bereut. Jetzt habe ich nach fast 20 Jahren, ganz einfach das Bundesland gewechselt und hier ist es auch völlig anders als in Niedersachsen. Aber die Sprache, die Arbeit usw. sind problemlos. Die Leute hier sind aufgeschlossen und ich habe schon nach kurzer Zeit, mehr Kontakt mit den Nachbarn als ich es in meiner Heimat, nach 20 Jahren hatte. Es gibt soviel neues zu entdecken, so das ich nichts bereue. Und ich kann auch jederzeit meine Kinder und Freunde besuchen. Veränderung fühlt sich für mich gut an, ansonsten wird es langweilig.
 

Karacho Heinz

Geheimer Meister
1. September 2024
306
Das mag sein. Aber wenn Du genug Genderkram und Energiewende und Antirassismus treibst, brauchst Du irgendwann keine Bomben mehr um im Arsch zu sein.
Aber dann doch eigentlich nur wenn man das an sich ran lässt oder? Bei den Bomben wirds da doch schwieriger. Aber ja, du hast recht, doofer vergleich.

Hier ist nicht „alles“ besser. Im Gegenteil: Einiges, und sei es nur das Bier, ist deutlich schlechter als in Deutschland. Die Frage ist, was für Dich zählt und wichtig ist und was nicht. Wenn wir hier Bilanz ziehen, dann sind wir immer noch froh, diesen Schritt getan zu haben.

Auch, wenn hier auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
Das sind wir auch, keine frage, aber hin und wieder reflektiert man dann doch mal und da muss ich halt dann zugeben dass die Erwartungshaltung vielleicht doch etwas hoch angesetzt war meinerseits. Das Gras auf der anderen Seite wirkte aus der Entfernung auf jeden fall grüner als es der fall ist wenn man jetzt drin steht.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.863
Die Erwartung betreffend Ungarn war nicht, dass hier alles besser ist. Aber dass die Ungarn es im Gegensatz zu den Deutschen es weder dulden, von irgendwelchen Volkserziehern kirre gemacht zu werden, noch zulassen, bejubeln, wenn man ihre Art zu leben attackiert und zerstört.

Und das ist die ganz simple Erkenntnis - die Leute hier leben einfach. Und sind nicht ständig auf irgendwelchen Missionen im Kampf um den Klimawandel, die rabiateste wirkungslose Coronamaßnahme, wittern nicht überall Nazis und haben auch keine Ambitionenen, in Chile irgendwelche Radwege zu bauen.

Mit einem Wort - sie sind normal geblieben. Das reicht schon. Wie lange sie das noch sein werden, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich denke, sie werden sich auch von einem Péter Magyar nicht so viel bieten lassen wie wir von einem Habeck oder Merz. Aber das wird sich ja zeigen.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
22.894
Aber dann doch eigentlich nur wenn man das an sich ran lässt oder?
Genderkram muß ich nicht an mich ranlassen. Vor ein paar Tagen war mein Radio verstellt, und statt Klassikradio hatte ich Deutschlandfunk Kultur. Aus Neugier habe ich reingehört und etwa eine halbe Minute durchgehalten, danach fühlte ich mich schmutzig und angeekelt von mir selbst und vom Programm, und habe Deutschlandfunk Kultur sicherheitshalber aus den Favoriten geworfen. Vorher hatte ich das seit Mitte März '25 nicht gehört, man kommt also gut ohne aus.

Den Energieausstieg kann ich leider nicht von mir fernhalten. Die Windräder rücken jetzt auch bei uns immer näher, Historische, denkmalgeschützte Häuser werden in Styropor eingepackt, die Steinbauten natürlich nicht, ohne vorher alle Gesimse abzuschlagen. Die Parteien denken darüber nach, das Gasnetz aus den Straßen zu reißen, damit man den Gasausstieg nicht irgendwann vor lauter Schreck wieder rückgängig machen kann. so wie man das auch mit der Straßenbahn gemacht hat.

Ebenso wenig kann ich die Wirtschafts- und Einwanderungspolitik von mir fernhalten, sie betrifft mich und jeden anderen ganz direkt. Wer das von sich fernhalten kann, ist privilegiert, entweder als Rentner oder als Beamter, oder einfach sehr reich.

Endlich stellt sich auch die Frage, wieso man als guter und verantwortungsbewußter Staatsbürger eigtl. alles ignorieren soll, was einen nicht direkt betrifft.
 

Karacho Heinz

Geheimer Meister
1. September 2024
306
Gut, bei der Energiepolitik gehe ich noch mit, beim Rest nicht. Ich meine seit den 90ern oder sogar noch davor hört man von den Deutschen "Die bösen Ausländer nehmen uns die Jobs weg, vergewaltigen unsere Frauen und kommen nur her um [bitte hier die gewünschte Anschuldigung einsetzen}. Nirgends kann man mehr Einkaufen gehen überall hört man nur noch Ausländisch" usw usf.

So oder so ähnlich tönt es seit Jahren, oder gar Jahrzehnten. Stellt man dann aber mal konkrete Fragen wie: Ja dann versuch du doch mal beim aldi an der kasse zu sitzen, oder mach doch du mal den putzjob oder arbeite dort wo die Ausländern arbeiten, wird man plötzlich um Ausreden nicht verlegen. Das reicht dann von "Warum soll ich was arbeiten was ich nicht gelernt habe" über "für den stundenlohn steh ich nichtmal auf morgens" bis hin zu "Jo, würd ich ja machen, aber ist ja nirgends mehr was frei wegen den Ausländern".

Da wird dann also alles mögliche an Ausreden aufgefahren nur um nicht zugeben zu müssen dass man sich selbst zu fein ist die Arbeit zu machen welche die Ausländer in Deutschland tätigen. Oder haben Sie schonmal im Discounter an der kasse gearbeitet? Im Restaurant oder in sonstigem Etablisment die toiletten geputzt etc? Denn im Grunde könnte man, und das würde den Beschwerern ja recht sein nehme ich an, die ganzen Ausländer draussen lassen, aber dann müssten halt Deutsche die Arbeit verrichten wozu sich die meisten deutschen, am ehesten die die am lautesten schreien, zu schade oder zu fein sind zu tun.

Nichts für ungut, ich wollte ihnen da jetzt nichts unterstellen oder irgendwelche wilden anschuldigungen aussprechen. Ich kenne Sie ja nicht. Ich hab mich da jetzt nur auf die "Einwanderungspolitik" bezogen und wie das bei mir ankam.

Zu der Frage warum man alles ignorieren sollte was einen nicht direkt betrifft haben Sie ja schon indirekt die Antwort gelliefert. Um sich nicht schmutzig zu fühlen und vor sich selbst zu ekeln. in einem Wort: Selbstschutz.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bunter Hund

Auserwählter Meister der Neun
2. Juni 2025
921
Hallo zusammen,

ist Deutschland noch das Land, in dem man gut und gerne leben kann? Warum oder warum nicht? Was ist für die Zukunft zu erwarten bzw zu befürchten? Was böte sich denn als Alternative an? Gibt es überhaupt eine oder mehrere? Stellen sich diese Fragen vielleicht gar nicht, weil Heimat nun mal Heimat ist?

Fragen über Fragen, Unmengen an Aspekten und viel für und wider …

Ein guter Ort, sich dazu auszutauschen, wäre vielleicht hier! Ich freue mich, wenn hier eine interessante Diskussion zustande kommt!
Die BRD ist für mich ein reaktionärer, plutokratischer, kapitalistischer, transatlantischer, schlechter Staat, in den es sich nicht lohnt zu leben. Wenn es für mich eine Alternative gebe wurde, wurde ich sofort auswandern. Leider sind die anderen Staat vom Westen stark dominiert, und werden stark durch den Westen ausgebeutet und ausgenutzt, und die Menschen leben dort im großen Elenden. Und die Staaten, die sich nicht dem Westen fügt, werden durch die westlichen Staaten und ihren Helferstaaten in die Steinzeit gebombt oder durch dem Westen kaputt sanktioniert, deshalb gibt es kaum gute Alternativen.
Wenn ich sehr gut russisch oder chinesisch sprechen könnte, wurde ich natürlich nach Russland oder China auswandern.
Aber leider, muss ich hier in Deutschland ein beschie... Leben führen, weil es für mich keine andere Möglichkeit gibt. Ich bedauere es, dass ich als Kind und Jugendlicher nicht richtig gut Russisch oder Chinesisch gelehrt habe.
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.893
Die BRD ist für mich ein reaktionärer, plutokratischer, kapitalistischer, transatlantischer, schlechter Staat, in den es sich nicht lohnt zu leben.

Bumm!
Eine krasse Ansage ... die ich aus einer linken Position, die ich nicht teile, aber nachvollziehen kann.
Dreht man die Fragestellung jedoch um, dann erhält man: Wo willste denn sonst leben & wie? Und wovon?

Klar, man kann sich anderen anschließen und in der Gruppe mehr erreichen ... hat dann aber auch persönliche Opfer zu bringen.
Ich komme mit solchen Ideen & Menschen an sich gut zu recht, schließlich scheitern aber doch alle an meiner Natur.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
22.894
Sie beschreiben die deutsche Migrationspolitik so, als ob Deutschland gezielt Ausländer für unattraktive und unterprivilegierte Arbeiten anwürbe. Wenn das so wäre, dann weiß ich nicht, wieso man diesen Menschen nicht ein befristetes Arbeitsvisum erteilen und sie nach dessen Ablauf in ihre Heimat entlassen sollte, in der ihre Ersparnisse und ihre Rentenansprüche offensichtlich viel mehr wert wären als hier. Denn wäre es etwa wünschenswert, hier eine fremdstämmige Unterschicht dauerhaft anzusiedeln? Die Gesellschaft auf Dauer in wohlhabende Alt- und arme und unterprivilegierte Neudeutsche zu spalten?

Abgesehen davon erkenne ich die tatsächliche Migrationspolitik der Bundesrepublik in dieser Beschreibung aber auch nicht wieder. Seit Jahrzehnten wird davon gesprochen, "Fachkräfte" anzuwerben, man erinnert sich noch an den dagg. gerichteten Slogan "Kinder statt Inder", das muß über 25 Jahre* her sein. Tatsächlich geschieht nichts dergleichen. In homöopathischem Maßstabe gibt es das, hier drei Busfahrer, dort drei Metzgerlehrlinge, weil ja niemand mehr Metzger sein will. Tatsächlich nimmt Deutschland aber zu Millionen "Schutzsuchende" aus Ländern und Kulturen auf, die unserer nicht unähnlicher sein könnten. Sie kommen ungebeten und oft unter Bruch der Gesetze ins Land und genießen sogleich einen rechtlichen Schutz, der ihre Ausschaffung so gut wie unmöglich macht. Mächtige politische Interessengruppen tun alles ihnen mögliche, um diese Menschen so schnell wie nur möglich mit der deutschen Staatsbürgerschaft auszustatten, die bekanntlich nur unter den allergrößten Schwierigkeiten und nur im Einzelfalle wieder entzogen werden kann.

Die starke Überrepräsentation in der Kriminalstatistik leugnen zu wollen, wäre ein sinnloses Unterfangen, und die Messerstechereien, Bahnsteigschubsereien, Vergewaltigungen und Drogenschiebereien, um von der endemischen Steuer- und Abgabenhinterziehung gar nicht zu reden, kennt jeder ebenso gut wie die kriminellen Sippen, die immer wieder durch spektakuläre Raubtaten auf sich aufmerksam machen. Nicht nur in Deutschland ist das so, auch die holländischen Geldautomatensprenger sind keine semmelblonden Kaasköppe, die sich extra breite, holzklompentaugliche Pedale in ihre Fluchtwagen einbauen lassen müßten, sondern Marokkaner.

Diese Migrationspolitik ist meines Erachtens objektiv verfehlt, und ihre Folgen nehmen solche Ausmaße an, daß seit Jahrzehnten im Lande lebende Ausländer, vom Jugoslawen** bis zum Syrer**, Deutschland nicht mehr wiedererkennen und die einzige Partei wählen, die das so nicht fortsetzen möchte. Das geht bis zu einem Ausländerbeirat, der seit der letzten Wahl von der AfD dominiert wird.

*Google sagt: Es war im Jahre 2000.

**Persönlich bekannt.
 

Bunter Hund

Auserwählter Meister der Neun
2. Juni 2025
921
Sie beschreiben die deutsche Migrationspolitik so, als ob Deutschland gezielt Ausländer für unattraktive und unterprivilegierte Arbeiten anwürbe. Wenn das so wäre, dann weiß ich nicht, wieso man diesen Menschen nicht ein befristetes Arbeitsvisum erteilen und sie nach dessen Ablauf in ihre Heimat entlassen sollte, in der ihre Ersparnisse und ihre Rentenansprüche offensichtlich viel mehr wert wären als hier. Denn wäre es etwa wünschenswert, hier eine fremdstämmige Unterschicht dauerhaft anzusiedeln? Die Gesellschaft auf Dauer in wohlhabende Alt- und arme und unterprivilegierte Neudeutsche zu spalten?

Abgesehen davon erkenne ich die tatsächliche Migrationspolitik der Bundesrepublik in dieser Beschreibung aber auch nicht wieder. Seit Jahrzehnten wird davon gesprochen, "Fachkräfte" anzuwerben, man erinnert sich noch an den dagg. gerichteten Slogan "Kinder statt Inder", das muß über 25 Jahre* her sein. Tatsächlich geschieht nichts dergleichen. In homöopathischem Maßstabe gibt es das, hier drei Busfahrer, dort drei Metzgerlehrlinge, weil ja niemand mehr Metzger sein will. Tatsächlich nimmt Deutschland aber zu Millionen "Schutzsuchende" aus Ländern und Kulturen auf, die unserer nicht unähnlicher sein könnten. Sie kommen ungebeten und oft unter Bruch der Gesetze ins Land und genießen sogleich einen rechtlichen Schutz, der ihre Ausschaffung so gut wie unmöglich macht. Mächtige politische Interessengruppen tun alles ihnen mögliche, um diese Menschen so schnell wie nur möglich mit der deutschen Staatsbürgerschaft auszustatten, die bekanntlich nur unter den allergrößten Schwierigkeiten und nur im Einzelfalle wieder entzogen werden kann.
Was wird mit den viele Migranten aus DDR, die 16 Millionen DDR-Bürger? Gibt es da eine Möglichkeit, dass sie wieder in die DDR zurückkehren können? Also aus der schlechten BRD raus können, um ins gelobte Land DDR zurückkehren können. Da muss doch eine Möglichkeit geben, diese Zwangsvereinigung rückgängig zu machen? Also wie kann man die Vereinigung rückgängig machen?
 
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