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Prostitution

Sollte die Prostitution verboten werden?

  • Ja, und bestraft die Prostituierten!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ja, und bestraft die Freier, wie in Schweden!

    Stimmen: 5 7,7%
  • Ja, und bestraft beide!

    Stimmen: 4 6,2%
  • Nein, aber führt eine Meldepflicht ein!

    Stimmen: 4 6,2%
  • Nein, aber geht schärfer gegen Menschenhandel vor!

    Stimmen: 39 60,0%
  • Die Gesetzeslage ist gut so, wie sie ist.

    Stimmen: 13 20,0%

  • Umfrageteilnehmer
    65

Sonsee

Ritter vom Schwert
1. Juni 2016
2.187
Also in letzter Zeit, wurde Prostitution sogar in den Schulen, als ganz normaler Beruf dargestellt. Sorgenkinder sind die, die diesen wichtigen Beruf nicht als normal ansehen wollen.
Kurzarbeit gibt es auch in vielen anderen Branchen wie in der Gastronomie, also einfach Kurzarbeitergeld beantragen und dann vielleicht hoffen, das die Forderungen der Prostituierten erfüllt werden....


In der gemeinsamen Abschluß-erklärung forderten die Teilnehmerinnen neue Arbeitsplätze, in denen „endlich die in der Prostitution erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen zum Zuge kommen“. Solche Arbeitsplätze könnten zum Beispiel Sextherapien sein für bislang „benachteiligte MitbürgerInnen im Knast, im Altersheim sowie in der Psychiatrie„; oder Aufklärungsarbeit im Dienst von Safer Sex bei Jugendlichen; oder aber Fachberatungen für Film und Bühne, „wo es um die Darstellung der Arbeit geht“.

Fettung von mir vorgenommen um die Wichtigkeit der Zielgruppen hervorzuheben.
 

Giacomo_S

Ritter Rosenkreuzer
13. August 2003
2.786
Kurzarbeit gibt es auch in vielen anderen Branchen wie in der Gastronomie, also einfach Kurzarbeitergeld beantragen und dann vielleicht hoffen, das die Forderungen der Prostituierten erfüllt werden....

K.A. wie Prostitution heutzutage geregelt ist, ich vermute aber mal, dass die wenigsten Prostituierten in einem gewöhnlichen Arbeitsverhältnis stehen und daher können sie auch kein Kurzarbeitergeld erhalten. Das Rotlichtgewerbe i.A. dürfte derzeit mehr von seinen Reserven leben müssen, und die dürften nicht unbeträchtlich sein.

Es gibt Länder, nicht wenige, in denen die Prostitution verboten ist, sei es ganz offiziell oder de facto. Persönlich halte ich nichts davon, derzeit zumindest nicht, denn da eine reale Nachfrage nach ihr besteht, wird es sie trotzdem geben. Nur mit dem Unterschied, dass in dem Fall der illegalen Prostitution die ekelhaften und kriminellen Aspekte des ältesten Gewerbes der Welt viel schlimmer sind, wie Menschenhandel, Ausbeutung, Kindesmisshandlung uvm. Außerdem wandert das Gewerbe dann in einen privaten Bereich ab, der sich noch weniger kontrollieren lässt, als eine offiziell ausgeübte Tätigkeit.
Ob in dem Fall einer legalen, aber regulierten Prostitution die Beteiligten ihre Tätigkeit wirklich "freiwillig" ausüben, das wird sich mit letzter Sicherheit nie wirklich feststellen lassen. Aber das kann man für einen Kanalarbeiter letztlich auch nicht sagen, und für den Graubereich privater sexueller Dienstleistungen schon gar nicht.

Nach wie vor ist die Sexualität von einem Urwald aus Psychologie, Moral, Ethik, Medizin und Soziologie umgeben. Sexuelles Verhalten, das noch vor wenigen Jahrzehnten als zumindest krankhaft, wenn nicht als kriminell angesehen wurde (Homosexualität, SM, promiskures Verhalten - um nur drei Beispiele zu nennen) sind heutzutage akzeptiert, wenn auch nicht von allen. Als kriminell oder pathologisch werden sie aber nicht mehr angesehen.
Manche Menschen stellen die Sexualität auf ein Podest der Heiligkeit, für andere handelt es sich mehr um eine Grillparty oder eine Dienstleistung wie Pediküre.
Ich hatte mal eine Zahnärztin, die hat sich jedesmal mit vollem Körpereinsatz auf mich draufgelegt, um ihre Präzisionsarbeit zu tun, und die war gut gebaut ... ich hatte mich einigermaßen unter Kontrolle, aber ich dachte mir auch: Okay, wenn sie das bei dem einen oder anderen aber auch so macht, dann wird sie schon mal mit der einen oder anderen Schwellung, und zwar nicht im Mundbereich, leben müssen. :D

Ich finde solche Menschen ja klasse, die sich um solche Befindlichkeiten - wenn es notwendig ist - nichts, aber auch gar nichts scheren.
 

Sonsee

Ritter vom Schwert
1. Juni 2016
2.187
Ein Artikel von 1988, aus der taz, zu diesem Thema? Ach Gottchen. :mrgreen:

Nun ja das Gesetz hat nichts gebracht.

Eine Gesetzgebung vorbei an der Realität

Das Prostituiertenschutzgesetz (kurz ProstSchG) der großen Koalition von 2017 sollte die Wende bringen. Ergänzend zum oft als zu liberal kritisierten Prostitutionsgesetz sind hier folgende Kernelemente festgelegt: eine Anmeldepflicht für Prostituierte, eine Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe, eine regelmäßige, verpflichtende Gesundheitsberatung sowie eine Kondompflicht für Freier. Eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag an die Bundesregierung zeigt nun jedoch: die messbaren Ergebnisse des Prostituiertenschutzgesetzes gehen gegen null. Nur 76 Prostituierte waren 2018 bei einer Sozialversicherung gemeldet. Insgesamt geht die Bundesregierung von rund 200.000 Arbeiter*innen im Rotlichtmilieu aus – andere Schätzungen sprechen von 400.000 – plus Dunkelziffer. Die Bundesregierung schränkt zwar die Aussagekraft der Statistik ein, da viele Prostituierte sich bei der Sozialversicherung nicht in der für sie vorgesehenen Berufsgruppe registriert hätten, sondern in einer anderen Berufsgattung, um dem Beruf weiterhin anonym nachgehen zu können.

Offensichtlich ist jedoch: die deutschen Gesetze zur Prostitution sind an der Praxis vorbei konzipiert
 

Giacomo_S

Ritter Rosenkreuzer
13. August 2003
2.786
Nun ja das Gesetz hat nichts gebracht.

Sehr richtig, und zwar vor allem, weil es an den Ursachen nichts ändert. Ich zitiere aus dem von Dir verlinkten Artikel:

In der Praxis findet jedoch genau das statt, was durch das Prostitutionsgesetz vermieden werden sollte: zahllose Menschen (zum Großteil junge Frauen) werden unter falschen Versprechungen nach Deutschland geholt und hier zur Arbeit im Prostitutionsmilieu gezwungen. Vorgeblich sollen sie hier als Kellner*innen oder Altenpfleger*innen arbeiten – und landen dann im Bordell oder auf dem Straßenstrich. 80 Prozent der in Deutschland arbeitenden Prostituierten kommen aus dem Ausland, die meisten davon aus strukturschwachen EU-Ländern wie Bulgarien oder Rumänien. Da die meisten Zuhälter*innen ihnen zuvor die Pässe abgenommen und sie teils mit Drogen gefügig gemacht haben, befinden sich die Betroffenen in der gesellschaftlichen Peripherie. Die Lage dieser Menschen ist oft aussichtslos.

Wie wir nicht zuletzt durch die Covid-19 - Krise gesehen haben, betrifft dieses Schicksal nicht nur Frauen und nicht nur SexarbeiterInnen. Sondern auch Arbeiter in Schlachthöfen.
Ein Gesetz, dass jeden Menschen als "freien Bürger" betrachtet, wird einer solchen Problematik kaum gerecht.

Auf der anderen Seite, ohne das Leid dieser Menschen schön reden zu wollen: Egal, in welchem Provinznest der Welt man heutzutage auch immer leben wird, so gehört auch schon eine gewisse Portion Dummheit oder mindestens Naivität der Betroffenen dazu, solche Stories von "Kellnerin" oder "Altenpflegerin" der Schlepper zu glauben oder glauben zu wollen. Selbst die Ärmsten sind heutzutage vernetzt, und sie kennen die negativen Botschaften anderer.
Ich kann mir gut vorstellen, dass viele, wenn nicht die meisten, genau gewusst haben, was für eine Art Tätigkeit sie da erwartet - was es natürlich nicht besser macht. So gesehen sind Artikel wie der o.g. natürlich nicht falsch, bleiben aber genauso an der Oberfläche wie andere.

Zu dem Schicksal der Opfer gehört auch, kritiklos wunderbare Geschichten vom Zauberland Deutschland glauben zu wollen. Dabei kann sich jeder kühl denkende Zeitgenosse auch denken: Nein, es wird einem nirgendwo etwas geschenkt und das Land, wo Milch und Honig fließen, das gibt es auch nicht. Selbst in der allerletzten Provinz gibt es heutzutage irgendeinen Internetzugang und man kann sich ein halbwegs genaues Bild über ein anderes Land verschaffen, sogar in der eigenen Landessprache. Und dabei feststellen: Nein, nach einem Jahr als kleine Kellnerin habe ich kein Auto und Eigentumswohnung. Zumal man sich auch denken kann: Wie soll ich eigentlich als Kellnerin arbeiten, wenn ich nicht einmal die Sprache beherrsche?

Natürlich müssen wir Menschen vor Kriminellen schützen, auch Ausländer. Vor ihrer Dummheit können wir sie allerdings nur begrenzt schützen.
Wenn man daran etwas ändern will, dann muss man an den sozialen Strukturen etwas ändern. Ein formales Gesetz werden Kriminelle immer irgendwie umgehen können, wenn es aber niemanden mehr gibt, der sich ihnen anschließen mag, dann existiert ihr Geschäftsmodell nicht mehr, mangels Nachfrage.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
18.262
Natürlich hat das Gesetz nichts gebracht. Niemand beschäftigt Prostituierte als Angestellte, die sind fast ausnahmslos selbständige Gewerbetreibende, wie jeder vorhersagen konnte, der sich rudimentär mit Steuer- und Sozialgesetzgebung auskennt.

Von Dummheit und Naivität würde ich nicht sprechen. Weder in rumänischen Zigeunerdörfern noch auf dem platten Land in Afrika gelten unsere Vorstellungen von Freiheit und Selbstbestimmung, da wird getan, was der Sippenpatriarch oder die Hexenmeisterin befehlen.

Die 400.000 sind eine inzwischen durch nichts mehr begründete Schätzung, die seit Jahrzehnten unverändert durch die Medien geistert. Die ersten validen Zahlen haben jetzt dank der Registrierungspflicht. Gewerbetreibende müssen von ihren Kunden gefunden werden. Sie schalten Werbung und sie bringen Schilder an ihren Gewerbebetrieben an. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, bemerkt die einschlägigen Etablissements, die diskreteren inserieren in der Tageszeitung, die meisten wahrscheinlich inzwischen online. Die Ämter kennen ihre Pappenheimer. Es kann kein Problem sein, regelmäßig Kontrollen vorzunehmen und Unregistrierte zu erfassen. Keiner kann mir erzählen, daß es neben dem riesigen legalen Angebot noch ein dreimal so großes illegales, heimliches gibt.
 

Giacomo_S

Ritter Rosenkreuzer
13. August 2003
2.786
Von Dummheit und Naivität würde ich nicht sprechen. Weder in rumänischen Zigeunerdörfern noch auf dem platten Land in Afrika gelten unsere Vorstellungen von Freiheit und Selbstbestimmung, da wird getan, was der Sippenpatriarch oder die Hexenmeisterin befehlen.
Sinti- & Romadörfern, Zigeunersauce und -schnitzel geht ja bekanntlich sprachlich auch nicht mehr. Man sagt jetzt Sintischnitzel. :mrgreen:

Sicher, das halte ich für gut möglich. Aber auch in diesem Fall kann man wohl kaum von "unter falschen Versprechungen nach Deutschland geholt", sondern es handelt sich um Menschenhandel, organisierte Kriminalität.

Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, bemerkt die einschlägigen Etablissements, die diskreteren inserieren in der Tageszeitung, die meisten wahrscheinlich inzwischen online. Die Ämter kennen ihre Pappenheimer. Es kann kein Problem sein, regelmäßig Kontrollen vorzunehmen und Unregistrierte zu erfassen. Keiner kann mir erzählen, daß es neben dem riesigen legalen Angebot noch ein dreimal so großes illegales, heimliches gibt.

Über die Dimensionen möchte ich hier nicht streiten, aber ich bezweifle nicht, dass ein illegales, heimliches Angebot an Prostitution gibt. Die einschlägigen Etablissements sind nur ein (sichtbarer) Teil dieses Gewerbes. Da ist zum Einen in jedem Fall noch die Straße und ohne jetzt nähere Kenntnisse zu haben, kann ich mir gut vorstellen, das ein deutlicher Teil der Leistungen anders vermittelt wird, als offiziell in Erscheinung zu treten. Die Kommunikationsmethoden unserer Zeit sind geradezu prädestiniert für solche Wege und außerdem gibt es auch das eine oder andere Klientel, dass vor einer Öffentlichkeit nicht als Kunde von Prostitution in Erscheinung treten will.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
18.262
Zumindest die inoffizielle Elendsprostitution sollte den Behörden aber bekannt sein, und ich entnehme Berichten aus Köln, daß dort hart gg. den Drogenstrich (und seine Kunden) vorgegangen wurde. Das wäre überall möglich, man muß nur wollen. Ein heimliches Angebot im oberen Preissegment wird es sicher geben, aber was soll das zahlenmäßig ausmachen? Der breite Markt wird bzw. wurde vor der Pandemie in einer Weise flächendeckend und preisgünstig bedient, daß immer wieder ein Skandal daraus gemacht wurde.
 

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