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Vorbildhafte Veganer

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.082
AW: Vorbildhafte Veganer

Zum Thema vegan zurück.... ähm, da gibt es sicher auch leckere Sachen für Veganer?
Keine Ahnung, als ich das letzte Mal dort war, war "vegan" noch kein Thema. Außerdem: Wenn ich mir so anschaue, mit was sich die vegane Szene im Internet so profiliert, dann haben sie sich bislang nicht als Gourmets hervorgetan, ja nicht einmal an gutem Essen sonderlich interessiert gezeigt.

Die meisten veganen Rezepte auf YT bestehen aus einer abstrusen Pulverküche, mit teils merkwürdigen Hilfsstoffen, Dosen aufgemacht, selbst der Knoblauch stammt dann noch aus der Tüte. Das Ganze schnell, schnell, ohne Raffinesse - aber Hauptsache vegan.
Schon merkwürdig, als ob ihnen mit dem Verzicht auf tierische Erzeugnisse auch jede Genussfähigkeit zu viel geworden ist. Das scheint eine Art Nebeneffekt des Veganen zu sein, so eine Art "Das muss ja nicht sein"-Askese.

Solche Menschen kann ich mir auf der Grünen Woche, noch dazu mit den ganzen Viechern dort, schlecht vorstellen.
Die sind dann auf irgendeinem "Eine-Welt"-Straßenfest besser aufgehoben und da können sie sich dann an ihren Kompost-Matsch-Tellern laben. :grin:
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Vorbildhafte Veganer

Auch keine Ahnung. Von Veganern meine ich.
Ich habe mal bewusst nach Rezepten gesucht. Die sehen schon lecker aus. Viel mit Tofu eben. Wobei Tofu wohl ein Grundfertigprodukt ist.
Es könnte also schon sein, dass der vegane Bereich zumindest sehr klein wäre....
Klar Hauptsache vegan ist genauso seltsam wie Hauptsache nicht vegan. Und recht einfach....
Pulverküche ist wohl so ganz allgemein ein Problem. ich eine es soll Leute geben die kaufen Pasta Soße als Pulver. Maggy und Knorr eben.....
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.082
AW: Vorbildhafte Veganer

Auch keine Ahnung. Von Veganern meine ich.
Ich habe mal bewusst nach Rezepten gesucht. Die sehen schon lecker aus. Viel mit Tofu eben. Wobei Tofu wohl ein Grundfertigprodukt ist.
Kommt darauf an. Für diverse Rezensionen von Rezepten fand ich es verhältnismäßig anstrengend, unter YT überhaupt Rezepte zu finden, die nicht in die Kategorie "Pulverküche-Dose" fallen.

Im Prinzip nichts gegen Tofu. Tofu hat einen Nachteil: Er schmeckt nach gar nichts. Tofu hat einen Vorteil: Er schmeckt nach gar nichts.
In älteren Kochbüchern kann man für Tofu schon mal die Bezeichnung "Sojaquark" für Tofu finden, was ich eine an sich ganz treffende Umschreibung finde: Grundfertigprodukt, kaum Geschmack, kaum Konsistenz.

Am Geschmack kann man arbeiten, beim Quark tut man dies ja auch: Ob nun süß oder würzig.
M.E. muss man Tofu "Form geben", Marinieren mit einer Lake, Gewürzen, Kräutern usw. halte ich z.B. für eine gute Idee, im Grunde unabdingbar. An diesem Punkt kann man sich dann aber wenigstens die Mühe geben, auch einmal frische Zutaten für die Marinade aufzutreiben, schließlich ist der Wareneinsatz sowieso vergleichsweise bescheiden - anstatt wieder einmal mehr Knoblauchpulver und Majoran, getrocknet aus dem Gewürzregal zu fischen.

Mit der Konsistenz ist es beim Tofu schon schwieriger. Schließlich will man vielleicht auch zur Abwechslung mal etwas beißen und nicht nur mümmeln.
Vegetarisch kann man auch hier noch relativ einfach etwas erreichen: Panieren, Backteig, Strudelteig, überbacken.
Vegan fällt das gute Ei dann wieder weg, wodurch Panieren nur zur Einbildung taugt und die Teige allesamt Brotcharakter aufweisen. Überbacken wird zum künstlerischen Experiment mit Käseimitaten.

Wenigstens aber kann es eine raffinierte Sauce geben - aber an dieser Baustelle ist die vegane Küche offenbar noch gar nicht angekommen.

Und an der Rezeption bestimmter Inhalte und deren technischer und ernährungsphysiologischer Funktion erst recht nicht.
Da wird ein Zinnober um's Gluten gemacht, um an anderer Stelle Seitan ins Spiel zu bringen, der nichts anderes ist als: Reines Weizeneiweiß, sprich: reines Gluten.
Tatsächlich habe ich in einer größeren Szene-Bar ein Angebot von glutenfreien Sandwiches gesehen, gefüllt mit Seitan. Na Klasse: Nichts verstanden, setzen, sechs.

Dabei gibt es fraglos hervorragende vegane Zubereitungen, meist aus Küchen und Zeiten, als der Begriff "vegan" noch gar nicht existierte. Oft aus exotischen Küchen: Vorderasien (Falafel, Hummus), Indien (Dal), Südamerika (Burritos, Fejoada, Enchiladas) um nur einige wenige zu nennen. Da kann man sich durchaus inspirieren lassen - und gerade Amerikaner unter den Veganern auf YT tun dies auch.
Mit einer Pulver-Dosenküche, mit der sich die Deutschen offenbar besonders hervortun, bekommt man das natürlich nicht hin.
Zumal man ja eigentlich mal erwarten sollte, die Veganer könnten einmal das bedienen, wo ihre Küche stark sein kann: Gemüse, Kartoffeln, Pilze, Reis, Mais, Antipasti usw. usf.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Vorbildhafte Veganer

Gut, nach Rezessionen habe ich nicht gesucht. Da ich entweder privat oder für eine Person( Klientin) koche brauche ich das auch nicht unbedingt.
Da reicht es, wenn ich mir anschaue was in einem Rezept ist.
Tofu:
Klar der schmeckt eben so neutral wie Quark oder vielleicht unechter fettreduzierter Mozzarella. :-)
Im Rahmen der vegetarischen Wochen der Ex' meines Sohnes haben sie und ich mal eine Tofufrikadelle( Tofupflanzerl???) gemacht. Gut das war nicht vegan. Keine Ahnung wie man die ohne Ei zu kleben hätte bringen können :gruebel:
Aber- was ich sagen will ist. Du hast natürlich recht, Tofu braucht Hilfsmittel und Gewürze.( Knoblauchpulver :dkr: ) Ich kaufe den ja meistens geräuchert.....

Und eben- ohne Fleisch passt sehr gut in die Nicht- Deutsche Küche. Wir haben halt dann die Aufläufe, die manch einer- da stimme ich Dir zu- wohl ohne Pulver nicht mehr hinbekommt.
Das ganz Pulver ist ohnehin eine Schande. Ich hab hier tatsächlich schon jungen Mädels erklärt- wie man Chilli-con-Carne ohne Pulver hinbekommt und das das auch noch besser schmeckt.....
Oder besonders schlimm: Eine Soße zu Pasta( Pulver und Wasser)...
Von Veganern würde ich jetzt auch erwarten, das sie sich an:
Gemüse, Kartoffeln, Pilze, Reis, Mais, Antipasti usw. usf.
bedienen...:gruebel:
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Vorbildhafte Veganer

So...Heute habe ich also vegan gekocht.
Nicht bewusst, aber meine Klientin und ich haben am Ende festgestellt dass das vegan war.
Tatsächlich war das schon sehr, sehr gut( für jemanden mit meinem Geschmack)
Ich habe auch gestern zwei vegane Kochbücher in den Händen gehalten und es reizt mich eine Sammlung zu erweitern.... vegan :p
 

Viminal

Großer Auserwählter
10. Juni 2009
1.830
AW: Vorbildhafte Veganer

Die meisten veganen Rezepte auf YT bestehen aus einer abstrusen Pulverküche, mit teils merkwürdigen Hilfsstoffen, Dosen aufgemacht, selbst der Knoblauch stammt dann noch aus der Tüte. Das Ganze schnell, schnell, ohne Raffinesse - aber Hauptsache vegan.
Schon merkwürdig, als ob ihnen mit dem Verzicht auf tierische Erzeugnisse auch jede Genussfähigkeit zu viel geworden ist. Das scheint eine Art Nebeneffekt des Veganen zu sein, so eine Art "Das muss ja nicht sein"-Askese.
...
Dabei gibt es fraglos hervorragende vegane Zubereitungen, meist aus Küchen und Zeiten, als der Begriff "vegan" noch gar nicht existierte. Oft aus exotischen Küchen: Vorderasien (Falafel, Hummus), Indien (Dal), Südamerika (Burritos, Fejoada, Enchiladas) um nur einige wenige zu nennen. Da kann man sich durchaus inspirieren lassen - und gerade Amerikaner unter den Veganern auf YT tun dies auch.
Mit einer Pulver-Dosenküche, mit der sich die Deutschen offenbar besonders hervortun, bekommt man das natürlich nicht hin.
Zumal man ja eigentlich mal erwarten sollte, die Veganer könnten einmal das bedienen, wo ihre Küche stark sein kann: Gemüse, Kartoffeln, Pilze, Reis, Mais, Antipasti usw. usf.
Das ist mir schon vor der veganen bei der vegetarischen Welle aufgefallen - in vielen Fällen scheinen sich diese Speisen über die Zutaten zu definieren die nicht drin sind und als Verzierungsbeilage gibt es noch ein trotziges " ... und trotzdem lecker!"
Da ist es für mich kein Wunder, wenn diese Speisen bei jenen denen die moralische oder gesundheitliche Dimension egal ist, mehr abschreckend wirken als interessant. Wer will schon etwas genießen dass sich in erster Linie durch das auszeichnet was nicht drin?

Ich behaupte die veganen und vegetarischen Gerichte würden weit weniger kontrovers sein, wenn diese mit dem glänzen was sie haben und nicht mit dem was sie nicht haben. D.h. also sie sollten mit dem Genuss locken, nicht mit dem Verzicht.
Eine Speise definiert sich für mich v.a. über ihre Inhalte und ihrem Versprechen auf Genuss- anhand dessen entscheide ich doch, ob ich es esse oder nicht.
Zwei meiner Lieblingsgerichte aus meiner Kindheit sind sogar vegetarisch (Kartoffelpuffer) und vegan ("Runde Kartoffeln" - einfach in Scheiben geschnittene Kartoffeln die roh in heißem Öl kurz und scharf angebraten werden), aber ich denke bei diesen nicht in den Kategorien "vegetarisch" und "vegan" sondern einfach nur "absolut traumhaft" ... Das wurde auch damals nicht unter diesen Begriffen verstanden sondern war einfach ein Gericht wie jedes andere.

Daher würde ich auch niemals als Betreiber einer Gastronomie irgendwo das Merkmal "vegetarisch" oder "vegan" in der Überschrift eines Speisekartenabschnitts oder im Namen einer Speise platzieren, maximal als Fußnote als Hinweis so wie auch bestimmte Inhaltsstoffe als Fußnote dastehen. Ich würde auch niemals irgendwelche "lustigen" Synonyme dafür verwenden, in manchen Restaurants gibt es ja tatsächlich Speisekartenabschnitte "Für die Grasfresser" oder ähnlich peinlich-lustige Umschreibungen. Im Endeffekt steht da aber dennoch übersetzt nicht dort "Genuss" sondern "Verzicht!"

Also anstatt "Veganer Kartoffelauflauf ohne Käse und Fleisch" dann doch lieber hinschreiben: "Kartoffelauflauf mit buntem Gemüse".

Wenn aber ständig daran erinnert wird, dass bestimmte Dinge nicht drin sind, dann denkt man unwillkürlich an diese Dinge - und wenn man dann jemand ist, der diese Dinge gerne isst, dann kommt man natürlich in einen Status der kulinarischen Verwirrung. Das wäre genauso wie wenn Vanilleeis nicht Vanilleeis heißen würde, sondern "kalter Mousse au Chocolat Ersatz" und der Verkäufer einem die Kugel gibt "Hier einmal dein kalter Mousse au Chocolat Ersatz, garantiert ohne Schokolade aber trotzdem lecker" - dann würde man beim essen ständig an Mousse au Chocolat denken und das Vanilleeis nicht mehr als solches würdigen. Wenn man da nicht an der Schonung der Kakaopflanzen maßgeblich interessiert ist und daraus moralische Bestätigung zieht, dann wird man wohl nicht viel von dem Mist halten und lieber "Mousse au Chocolat" essen gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Viminal

Großer Auserwählter
10. Juni 2009
1.830
AW: Vorbildhafte Veganer

Aufgrund der Kreisläufe in der Biosphäre des Planeten Erde, kann man davon ausgehen dass jede Pflanze Nährstoffe aufgenommen hat die zuvor mal in einem Tier gesteckt haben.
Ich kann da nur den Graffitispruch von einem Berliner S-Bahnhof zitieren: "Wir trinken was wir pinkeln." Mag wörtlich vielleicht nur bei wenigen der Fall sein, aufgrund der natürlichen Kreisläufe ist aber die Wahrscheinlichkeit hoch dass ein Wassermolekül dass man trinkt bereits andere Organismen durchlaufen hat.
 

Popocatepetl

Meister des Tabernakels
27. August 2013
3.786
AW: Vorbildhafte Veganer

das steht ja ausser frage, doch diese pflänzchen bilden ja fallen aus und ernähren sich wohl direkt von insekten. wobei es sich auch einfach bloss um einen schutzmechanismus samt positiven nebeneffekt handeln könnte.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.500
AW: Vorbildhafte Veganer

Zwei meiner Lieblingsgerichte aus meiner Kindheit sind sogar vegetarisch (Kartoffelpuffer) und vegan ("Runde Kartoffeln" - einfach in Scheiben geschnittene Kartoffeln die roh in heißem Öl kurz und scharf angebraten werden), aber ich denke bei diesen nicht in den Kategorien "vegetarisch" und "vegan" sondern einfach nur "absolut traumhaft" ... Das wurde auch damals nicht unter diesen Begriffen verstanden sondern war einfach ein Gericht wie jedes andere.
Das möchte ich unterschreiben. Ich esse, wie wahrscheinlich jeder von uns, ziemlich häufig vegetarisch, ohne es so zu nennen. Gerichte eben, zu denen weder Fleisch noch Wurst gehören. (Aber oft Butter oder Käse.) Kartoffelpuffer werden allerdings durch ein paar Speckstreifen nur besser... Das ist dann Fleisch im Grammbereich und ernährungsphysiologisch kaum erwähnenswert, aber man kann ja alles zum Prinzip erheben.

Daher würde ich auch niemals als Betreiber einer Gastronomie irgendwo das Merkmal "vegetarisch" oder "vegan" in der Überschrift eines Speisekartenabschnitts oder im Namen einer Speise platzieren, maximal als Fußnote als Hinweis so wie auch bestimmte Inhaltsstoffe als Fußnote dastehen. Ich würde auch niemals irgendwelche "lustigen" Synonyme dafür verwenden, in manchen Restaurants gibt es ja tatsächlich Speisekartenabschnitte "Für die Grasfresser" oder ähnlich peinlich-lustige Umschreibungen. Im Endeffekt steht da aber dennoch übersetzt nicht dort "Genuss" sondern "Verzicht!"
I second that. Aber imho definieren sich viele Vegetarier/Veganer über den Verzicht. Wie so oft ist der Hauptspaß an der Selbstkasteiung der mitleidige, empörte oder hochmütige Blick auf diejenigen, die nicht mitmachen, und wenn das Gericht nicht als veg. ausgewiesen ist, fehlt etwas...
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Vorbildhafte Veganer

Ich kenne eigentlich nur die Unterteilung "Vegetarische Gerichte" und unter denen dann die Extra Bezeichnung " vegan"
Aber stimmt für Vegetarier, Veganer oder Fructaner :-) steht der Verzicht auf Vordergrund. " Ich essen kein Fleisch, ich esse keine Tierischen Produkte, ich verletze keine Pflanze" lässt Opferbereitschaft durchklingen.
Einfach zu sagen, ich ernähre mich pflanzlich ist eine positiv gewählte Ausdrucksweise. Und eine die eher verbindet, denn viele von uns essen ja nicht andauernd Tier.(*g*)
Was die Speisekarte angeht- also ich weiß nicht. Ich sehe eigentlich immer nach, was es an vegetarischen Gerichten zu bieten gibt und so eine Sparte würde auch den Servicekräften ersparen immer wieder auf Fragen ob das nun vegetarisch oder vegan ist, antworten zu müssen. Auch wenn sich das aus der Zusammensetzung der Speisen eigentlich ergeben sollte.
fructan:
Fructaner, Frutarier, Fruganer: Ernährungsformen: Definition, Warenkunde, Lebensmittelkunde: lebensmittellexikon.de
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

dtrainer

Wiedergänger
17. Dezember 2008
10.562
AW: Vorbildhafte Veganer

Aber stimmt für Vegetarier, Veganer oder Fructaner steht der Verzicht auf Vordergrund. " Ich essen kein Fleisch, ich esse keine Tierischen Produkte, ich nehme Pflanzen nichts weg" lässt Opferbereitschaft durchklingen
...und die gute, alte Meinung, Verzicht, selbstaufgelegte Schwierigkeiten mache einen zu einem besseren Menschen. Es ist zwar richtig, daß man im Leben auch Probleme zu bewältigen hat, und dabei auch an Hemmnissen lernen kann, aber nur lächerlich, sie sich selbst in den Weg zu legen. Es ist nicht der Sinn des Lebens, durch Verzicht etwas zu bewegen, für Probleme sorgt das Leben schon.
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.082
AW: Vorbildhafte Veganer

Daher würde ich auch niemals als Betreiber einer Gastronomie irgendwo das Merkmal "vegetarisch" oder "vegan" in der Überschrift eines Speisekartenabschnitts oder im Namen einer Speise platzieren, maximal als Fußnote als Hinweis so wie auch bestimmte Inhaltsstoffe als Fußnote dastehen. Ich würde auch niemals irgendwelche "lustigen" Synonyme dafür verwenden, in manchen Restaurants gibt es ja tatsächlich Speisekartenabschnitte "Für die Grasfresser" oder ähnlich peinlich-lustige Umschreibungen. Im Endeffekt steht da aber dennoch übersetzt nicht dort "Genuss" sondern "Verzicht!"

Also anstatt "Veganer Kartoffelauflauf ohne Käse und Fleisch" dann doch lieber hinschreiben: "Kartoffelauflauf mit buntem Gemüse".
Das Problem, dem man sich seit einigen Jahren als Gastronom ausgesetzt sieht ist oft: Alles deklarieren zu müssen.
Einerseits, weil es der Gesetzgeber zur Auflage gemacht hat (Stichwort: Allergenverordnung), andererseits aber auch, weil ein (kleiner) Teil der Gäste mit ihrem Wichtigtuer-Gehabe den Gastronomen letztlich zu dieser Lösung nötigen.
Dabei geht es nicht nur um vegetarisch oder vegan. Der Gastronom sieht sich heutzutage oft mit den echten, meistens aber eingebildeten Allüren so mancher Zeitgenossen ausgesetzt. Schließlich sind ja Gluten, Laktose oder Kohlenhydrate veritable Gifte, die es tunlichst zu vermeiden gilt, wie ehedem das Cholesterin.
Für die Kaffeemaschine braucht man dann heute mindestens 3 Sorten "Milch": Eine echte Milch, eine laktosefreie Milch und eine Sojamilch. Die man natürlich, einmal angebrochen, auch frisch halten und umwälzen muss - und wehe, man verwechselt im Stress mal etwas! Das gibt dann - insbesondere von den "Exoten" erfahrungsgemäß einen Riesenzinnober.

Ein vegetarisches Angebot ist im Grunde seit Jahren Standard. Ob es aber in einem "Restaurant für alle" auch angenommen wird, das steht auf einem anderen Blatt. Mit dem vegetarischen Angebot ist es oft wie mit dem Elektroauto: Es wird oft gefordert, aber haben will es dann keiner. Und ein veganes Angebot ist dann der Tesla unter den Speisen.

Sich über einen Teil der Gäste lustig machen zu wollen, geht gar nicht. Es steht mir nicht an, den Lebensstil meiner Gäste in Frage zu stellen, das wäre ungastronomisch.
Ein konventionelles Essen besteht (oder sollte bestehen) im Wesentlichen aus 4 Komponenten: Fleisch oder Fisch, Sättigungsbeilage, Gemüsebeilage und einer Sauce. Meine vegetarischen Speisen konzipiere ich ähnlich. Es soll eine Speise geben, die eine ähnliche Position einnehmen kann wie Fleisch (damit sind keine Imitate gemeint), die dann auch namensgebend sind und auf die sich der Gast freuen darf.
Beispiel: "Gemüsestrudel mit ..."
Und meine vegetarischen Gäste sollen auch etwas Ordentliches bekommen, das der vegetarischen Küche auch gerecht wird.

Soweit so gut, nur: Viele Fleisch/Fisch-Gerichte werden à la Minute zubereitet, aber in der vegetarischen Küche ist dies nur für wenige (langweilige) Gerichte möglich. Zudem ist die Lagerfähigkeit z.B. für blanchierte Gemüse deutlich kürzer als für Fleisch.
Den bereits genannten Gemüsestrudel muss ich vorbereiten, sprich vorher backen. Verkaufe ich ihn am Tag, ist er eine super Sache.
Muss ich ihn aber 1-2 Tage lagern, da er nicht bestellt wurde, dann mag man ihn schon nicht mehr mit Freude ausgeben. Der Strudel ist zwar nicht verdorben und hygienisch im Grunde einwandfrei, er ist aber auch nicht mehr dasselbe: Der Teig hat inzwischen Luftfeuchtigkeit gezogen, und mit der Zeit nehmen solche Gerichte einfach "Kühlhausaroma" an.
Oder kurz: Diese vegetarischen Zubereitungen werden durch Lagerung einfach Matsche.

Andererseits muss man aber von einem angebotenen Gericht auch eine vernünftige Menge vorhalten. Es kann Schwankungen in Gästeaufkommen und -zusammensetzung geben, und wenn ich mitten im besten Geschäft das Gericht "Aus" sagen muss, dann zeigen mir die Gäste auch den Vogel.
Andere haben genau dieselben Probleme und gelangen dann zu denselben Lösungen:
- Speisen, die ohnehin vegetarisch sind, als solche auszuweisen - damit ist dann die "Alibifunktion" erfüllt.
- Vegetarische Speisen anzubieten, die sich aus dem vorhandenen Zutaten à la Minute machen lassen. Das führt dann zu so Langweilern wie "Gemischte Gemüseplatte mit Kräuterrührei".
- Einfach auch mal wegwerfen, denn der Wareneinsatz ist sowieso überschaubar (erklär das mal einem Chef, der die unsägliche Marotte hat, erst einmal im Mülleimer zu wühlen, wenn er hereinkommt).

Ein veganes Angebot in einem "Restaurant für alle" halte ich für nicht realisierbar. Auch deshalb schon, weil die vegane Küche bereits eigene Grundzutaten erfordert. Für eine vegetarische Küche kann ich auch mal eine Bechamelsauce verwenden, für die vegane Küche geht das nicht und ich habe ggf. sogar Waren einzukaufen, die ich sonst nicht gebrauchen kann z.B. Soja- oder Kokosmilch.
Bestellen tut es dann überhaupt keiner, außer dem einen Wichtigtuer, der im ausgebuchten Lokal den Kellner zusätzlich mit seinen eingebildeten Allüren nervt oder seine eigene Pfanne mitbringt (den die meinen könnten ja "kontaminiert" sein).

Es wäre im Grunde auch nicht fair gegenüber - statistisch gesehen - größeren Gruppen, für deren Speisengebote man ein Angebot vorzuhalten oder zu deklarieren hat. Laktose-Intolerante (15 %), Muslime (ca. 5 %) oder vielleicht auch Diabetiker (ca. 9 %). Da nehmen sich die Veganer mit ihren bestenfalls 1 % doch eher bescheiden aus, es wird aber in den Medien viel mehr Gewese darum gemacht als es tatsächlich eine Rolle spielen würde.

- - - Aktualisiert - - -

Ach, und mal zum Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung :D
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
17.500
AW: Vorbildhafte Veganer

Mit "einfach mal wegwerfen" findet man aber keine Freunde unter Lebensmittelrettern, die absolut kein Verständnis dafür haben, daß es alles immer gibt und die am liebsten die ganze Republik zu saisonal, regional, nicht ganz frisch und etwas unansehnlich verurteilen würden, damit wir nicht so viel wegwerfen und mehr für die Dritte Welt bleibt.
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.082
AW: Vorbildhafte Veganer

Mit "einfach mal wegwerfen" findet man aber keine Freunde unter Lebensmittelrettern, die absolut kein Verständnis dafür haben, daß es alles immer gibt und die am liebsten die ganze Republik zu saisonal, regional, nicht ganz frisch und etwas unansehnlich verurteilen würden, damit wir nicht so viel wegwerfen und mehr für die Dritte Welt bleibt.
Die können das dann meinetwegen aus meinen Mülleimern wieder herausklauben und sich daran laben.
Als Koch und Gastronom habe ich anderen Präferenzen zu folgen. NB: Mehr als einmal habe ich letztlich deshalb einen Job geschmissen, gerade weil ich mit der Qualität der Waren nicht einverstanden war. Schließlich kann ich meinen Gästen kein maues Zeug verkaufen und ihnen dann sagen: Dafür beruhigt es ihr Gewissen angesichts hungernder Menschen irgendwo auf der Welt; denn mehr kommt ja auch nicht dabei heraus.

Die Ansicht von "heiligen" Lebensmitteln hat etwas Sakrales - und wird keineswegs nur von Lebensmittelrettern (schöner Begriff übrigens) vertreten.
Auch so manche Chefs sind glühende Vertreter solcher Positionen, dabei ist das oft, wie alles Sakrale, bar jeder Logik und (betriebswirtschaftlicher) Vernunft. Es handelt sich vielmehr um emotionale Entscheidungen, die im Anschluss oberflächliche, vermeintlich rationale Begründungen erhalten.
Im Übrigen auch gerade von ach so schlauen Überfliegern wie BWLern - die sollten stattdessen mal ihre Hausaufgaben machen: Beim Einkaufen nämlich, da ist durch Gas geben meist noch Einiges drin, bestimmt 20 % und mehr. Allerdings müsste man da auch mal recherchieren, verhandeln und vielleicht auch mal selbst einkaufen und dafür den Arsch auch mal ne Stunde eher aus dem Bett heben.

Die Lebensmittel selbst verursachen nur einen Teil der Kosten, manchmal nur die kleinste der großen Positionen - und doch soll gerade hier über Gebühr gespart werden. Die ganze Energie - vor allem Strom aber ist für viele Bosse offenbar irgendwie gottgegeben und unveränderbar; darüber sollten sie sich einmal Gedanken machen, z.B. ob diese ganze, oft völlig überdimensionierte Lagerung von Lebensmitteln überhaupt rechnerisch einen Vorteil bringt. Da wird dann nämlich oft an der einen Stelle 5 Euro eingespart, um an der anderen Stelle wieder 20 für die Lagerung auszugeben.
Ich habe schon in Betrieben gearbeitet, wo 6 Mitarbeiter händisch etwas produzierten - und gleichzeitig haben es dann 8 verwaltet. Komisch: Über diese Kosten wird dann nicht nachgedacht, zumal dann nicht, wenn Verwandte vom Chef Jobs brauchen. Und als Küchenkraft oder zum Teller tragen sind die natürlich zu schade. Der Firmenwagen ist natürlich erst recht über jede Kostendiskussion komplett erhaben.

Muss ich aber leider mal eine Handvoll Nudeln wegwerfen, dann gibt es dann den Mega-Anschiss. Bitte sehr, dann bekommt der Freund vom Boss eben die vergammelten Nudeln: An so einen Anschiss möchte ich gar nicht erst denken.
Das Hauptproblem von Gastronomiebetrieben ist aber meistens nicht, dass zuviel weggeworfen würde, sondern dass zuwenig Gäste kommen. Dann sollte es also meine erste Aufgabe sein, daran etwas zu ändern - und das werde ich bestimmt nicht durch eine minderwertige Qualität erreichen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Vorbildhafte Veganer

Ich denke man muss hier Privathaushalt und Gastronomie unterscheiden.
Zu Hause hebe ich mir übrige Spaghetti auf, gehe ich Pasta essen stören mich aufgewärmte Pasta. Wobei nicht ganz klar ist, ob ich das merken würde. Eventuell würde ich sie auch als zu weich betrachten.
Was ich meine ist, dass man privat ja tatsächlich nicht alles gleich wegschmeißen muss, was man nicht aufisst.
So als Koch, hätte ich aber auch keine Lust etwas anbieten zu müssen, hinter dem ich nicht stehe. Und das unter fadenscheinigen Ausreden. Da steckt ja nicht der Hunger der Welt dahinter sondern eher die falsche Art zu sparen, denke ich.
Und da man heutzutage eine riesige Auswahl an Restaurants hat, ist der Gast wählerisch und sicher auch Qualitätsbewusst.
Außer es geht um diese All-You-Can- Eat Angebote, die mir nach wie vor ein Rätsel sind.
Man geht also echt essen um für wenig Geld völlig überfressen nach Hause gehen zu können?
 

Giacomo_S

Ritter vom Schwert
13. August 2003
2.082
AW: Vorbildhafte Veganer

Ich denke man muss hier Privathaushalt und Gastronomie unterscheiden.
Zu Hause hebe ich mir übrige Spaghetti auf, gehe ich Pasta essen stören mich aufgewärmte Pasta. Wobei nicht ganz klar ist, ob ich das merken würde. Eventuell würde ich sie auch als zu weich betrachten.
Privat und Gastronomie sind zwei verschiedene Baustellen. Zu Hause kann ich auch Pille-Palle-Teller essen, die einem gastronomischen Angebot nicht entsprechen würden.

Außer es geht um diese All-You-Can- Eat Angebote, die mir nach wie vor ein Rätsel sind.
Man geht also echt essen um für wenig Geld völlig überfressen nach Hause gehen zu können?
All-You-Can-Eat bedient nur die niedersten Instinkte. Was mich betrifft, kann und will ich sowieso nicht solche Mengen essen, als dass ich preislich davon profitieren würde, außerdem ist die Qualität solcher Angebot oft nur so lala. Ist eher was für Sportskanonen oder Pubertierende mit erhöhtem Nahrungsbedarf.
Buffets sind generell kritisch zu sehen, besonders bei Betrieben, die sie mit täglicher Regelmäßigkeit betreiben.
 

CHR1S

Meister vom Königlichen Gewölbe
21. Juni 2016
1.352
AW: Vorbildhafte Veganer

Der Moment, wenn der Dönerbudenmensch das Fleisch vom Spieß schneidet und einem das Wasser im Munde zusammen läuft. Ist das Bei veganern auch so wenn man Rasen mäht ??
 
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